Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Hart und melodisch - so muss Metal sein, 25. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Tyr (Audio CD)
Was die Männer um Tony Iommi Anfang der 90er abgeliefert haben grenzt an ein Wunder. Alle Bandmitglieder waren bereits seit 20 Jahren (+/- x) im Geschäft, normalerweise sprudeln die Ideen da nicht mehr wie bei 25jährigen. Und dann hämmern sie ein Album ein, das den starken Vorgänger „Headless Cross" noch einmal übertrifft.
„Tyr" bietet einen musikalischen Abwechslungsreichtum wie er auf Metal-Alben selten anzutreffen ist. Textlich und thematisch ist das Ganze im Mittelalter und nordischen Sagen verankert (Tyr = Thor, Odins Sohn). Balladen und psychedelisch-experimentelle Instrumentals (wie auf den alten Sabbath-Scheiben) finden sich hier ebenso wie die obligatorischen Headbanger. Keyboarder Geoff Nicholls war stark in die Aufnahmen involviert und verleiht fast jedem Song auch eine melodische Komponente.
Den Auftakt macht „Anno Mundi", ein langer, atmosphärisch dichter Midtempo-Song, der von Iommis ersten, überraschend sanften Akkorden an bezaubert. Sänger Tony Martin liefert - wie auf dem ganzen Album - eine sehr starke Leistung ab, vielleicht die beste in seiner ganzen Karriere. Martin sah das anno 1990 ähnlich und war mit sich sehr zufrieden - mit Recht.
Es folgt „The Law Maker", ein kurzer, derber Doublebass-Kracher vor dem Herrn (Danke, Cozy Powell). Der schnellste Song den Black Sabbath je veröffentlichten. Klasse!
Das melodisch-harte „Jerusalem" klingt fast schon poppig, aber trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) interessant.
„The Sabbath Stones" wäre typisch für die Black Sabbath der 70er Jahre: Schleppendes Heavy-Riff, melodische Bridge, Tempiwechsel, fulminantes Finale... glänzend gespielt und produziert.
Die „zweite Seite" des Albums beginnt mit einer Song-Trilogie: „The Battle Of Tyr", ein psychedelisches Instrumental mit Keyboard, martialischen Drums und elektronischen Verfremdungen geht über in die akustische Ballade „Odins Court". Martins eindringlicher Gesang und die schwelgerische Gitarre gehen nahtlos über in...
..."Valhalla", einen vierminütigen Nackenbrecher mit stakkatoartigem Riff, der gnadenlos alles nieder reitet. Gute Laune und Adrenalinschübe stellen sich ein.
„Feels Good To Me" markiert eine weitere Ballade. Zwar ist dieser Song eine klare Konzession an den musikalischen Zeitgeist der frühen 90er, doch entwickelt er sich zum respektablen, intensiven Midtempo-Stampfer.
Den Rausschmeißer gibt fast schon traditionell eine sehr harte Nummer, „Heaven In Black". Lange rätselte ich über den Text, bis ich ein Interview las in dem Tony Martin erklärt dass es sich um eine Legende um den Bau der berühmten Basilius-Kathedrale in Moskau handelt. Angeblich ließ Ivan der Schreckliche den Baumeistern die Augen ausstechen, damit sie kein zweites Wunderwerk errichten konnten.
Ich bin der Ansicht dass „Tyr" in jede gute Metal-Sammlung gehört. Das Album bietet eine große musikalische Bandbreite und wirkt durch die originellen Songs und die saubere Produktion geradezu zeitlos. „Härte" und Melodie werden dabei nie vernachlässigt. Ich habe nur eines auszusetzen: Die Tatsache, dass dieses Album außerhalb von Sabbath-Fankreisen kaum bekannt ist. „Tyr" hat mehr Aufmerksamkeit verdient.
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Tyr
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