Kundenrezension

15 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es ist doch nur Spaß..., 21. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Machete Kills - Uncut [Blu-ray] (Blu-ray)
Wenn ich mir die Reaktionen auf die bisherigen Rezensionen angucke, muss ich fast den Eindruck haben: "Machete-Gucker lesen nicht. Sie klicken ab". Leute, das kann doch nicht euer Ernst sein! Rodriguez wollte einfach gute Unterhaltung jenseits des Mainstreams machen. Einige haben genau das goutiert, andere nicht, vielleicht weil sie aufgrund von "Machete" (2010) eine andere Fortsetzung erwartet haben. So what?
Also wage ich mich mal in die Höhle des Löwen und versuche mal meine Sicht der Dinge darzustellen. Obwohl ich mich nicht als Bewohnerin des Rodriguez-Kosmos verstehe, hatte ich aufgrund des Trailers einfach Lust auf den Film. Diesmal scheint Machete (Rodriguez` Cousin Danny Trejo) als Einziger eine Schlacht zwischen veschiedenen Kartellen überlebt zu haben. Der rassistische Provinzbürgermeister würde Machete gerne lynchen, aber ein Anruf des Präsidenten (Carlos Esteves - der bürgerliche Name von Charlie Sheen) hindert ihn daran. Der Präsident hat ein gewisses Problem mit dem Drogenbaron Mendez (Demian Bichir). Machete soll ihn in Mexiko über seine Pläne aushorchen und ggf. liquidieren. Neben der Dankbarkeit des Präsidenten winkt Machete auch die Einbürgerung in die USA. Na, wenn das keine Motivation ist. Es gelingt Machete zwar, mit Hilfe der amtierenden Miss San Antonio (Amber Heard) Mendez auffindig zu machen, aber der Fall ist weitaus schwieriger zu lösen als gedacht. Es bleiben Machete nur 24 Stunden, um eine auf Washington gerichtete Bombe zu entschärfen. Die Bordellchefin Desdemona (Sofia Vergara) hat ganz eigene Motive, Machete zu stoppen, das Chamäleon (gespielt von Walt Goggins, Cuba Gooding jr., Lady Gaga und Antonio Banderas) will ihn töten und Mendez steht unter dem Einfluss des Superschurken Voz (Mel Gibson). Als Miss San Antonio der Titel der Miss Texas wichtiger ist als Machetes Mission, müssen ihm Luz und - ausgerechnet!- Osiris Amanapur (Michelle Rodriguez und Tom Savini, alte Bekannte aus "Machete") unter die Arme greifen.
Ahhh, mitunter könnte man nörgeln, dass hier ein Witz noch einmal aufgewärmt wurde, aber mit wie viel Spielfreude! Die seltsamste Rezension, die ich gelesen habe, bemängelt die fehlende "geistreiche Unterhaltung". Hä? Rodriguez hat hier nicht Titus Andronicus verfilmt, sondern ein paar leichtbekleidete Damen mit Maschinengewehr-BHs, einen Helden, der von sich nur in der dritten Person spricht und ein paar Superschurken, gegen die die Bond-Bösewichter wie Versicherungsangestellte wirken, ins Rennen geschickt. Diesen Film muss man einfach gesehen haben, um ihn zu glauben, einfach unbeschreíblich. Diesmal sind Machetes Lieblingswaffen vor allem nicht ganz ausgereifte Pistolen aus dem Waffenarsenal des Superschurken (Bond hat ja "M", Machete setzt auf den sich selbst erklärenden Molekularblaster) und natürlich Rotorblätter eines Hubschraubers. Einige müssen auf ziemlich groteske Art ihr Leben lassen, für einen aber gibt es eine unerwartet-kuriose Wiederauferstehung, einer muss mehrmals sterben, da der Prototyp des Superklons "wie ein Kastanienmännchen eines Waldorfschülers" gegen Machete wirkte. Auf dem Papier muss das schon sehr gewollt seltsam wirken, inszeniert ist das ein großer Spaß.
Besonders gut hat mir Mel Gibson hier gefallen, dem es nichts ausmacht, hier als pseudoreligiöser Spinner mit Allmachtsphantasien aufzutreten. Als Mad Scientist ist er kongenial besetzt. Und Antonio Banderas zur Tarnung ein besonders schlechtes Spanisch reden zu lassen, ist schon ein wunderbar skurriler Einfall. Ich freue mich schon auf die BluRay, um mir das im Original anhören zu können. Die Persiflage auf "Moonraker" ist besonders amüsant, weil der Bondfilm in seiner behaupteten Dramatik ohnehin schon ziemlich albern ist. In regelmäßigen Abständen wird die Filmillusion unterbrochen, weil jemand darauf hinweist, dass der Zuschauer jetzt bitteschön ganz schnell seine 3D-Brille aufsetzten solle (die kurze folgende Szene ist natürlich -nicht nur ohne Brille- sehr verschwommen, ach, der Voyeur wird vor den Kopf geschlagen) oder ein Wahlwerbespot des Präsidenten unterbricht die Filmhandlung. Die Reverenz an Baron Münchhausen ist da das I-Tüpfelchen.
Wer möchte kann neben der Gaga-Handlung auch ernstere Töne wahrnehmen. Die Szenen an der mexikanischen Grenze erinnern nicht von ungefähr an die Drogenkriege, die tausende Menschen das Leben kosten und die Abschottung der USA mit Hilfe einer unüberwindbaren Mauer - naja, nicht für Machete! Und Mendez ist nicht irgendein Bösewicht, er war mal Agent der USA.
Ich freue mich schon auf "Machete kills again ... in space", vielleicht sogar mit Leonardo di Caprio? Aber der Cast steht ja noch nicht und Mel Gibson als Narbengesicht mit Silberhelm wäre doch auch ganz schön. Der Trailer weist schon darauf hin, dass er vielleicht keine Jugendfreigabe erhalten wird - weil dort geraucht wird.
Hinweis: Nach Ende des Abspanns gibt es noch zwei kurze Szenen, also nicht zu früh abschalten.

Fazit: Bizarr, selbstironisch, im besten Sinne gaga, eine mexikanische Schlachtplatte de Luxe, eben Edeltrash - ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.12.2013 17:46:28 GMT+01:00
Ahhhhhhhhhh, das klingt doch großartig! Ich muss ihn noch sehen. Lustigerweise ist Moonraker mein liebster Bond eben weil er der spaßigste ist! Und Mel Gibson ist wunderbar als Bösewicht? Glaub ich sofort! Bin sowieso froh, ihn wieder auf der Leinwand zu sehen (Get the Gringo war ja endlich wieder eine Hauptrolle - mir gefiel es!!), bei Expendables 3 werden wir ihn auch wieder sehen. Mal schauen ;)
Wünsche Dir schöne Feiertage, liebe Christine und nicht über die Ablicker ärgern! Schöne Rezi!

Veröffentlicht am 22.12.2013 19:44:18 GMT+01:00
Montarde meint:
schön, dass sie diese Rezension geschrieben haben, sie repräsentiert nämlich perfekt die doch recht große Masse der Leute, denen der Film gefallen hat. und das ist auch kein Wundern, denn alzuviel funsplatter und trashhomage schafft es einfach nicht in die Deutschen Kinos. wenn sich also jemand, der wie sie selbst ja zugegeben, sich nicht fantaisch mit dem genre auseinandergesetzt hat, der wird dieses übrmaß an Schwachsinn als erfrischend empfinden. wen man aber wie ich fast bei jedem zweiten Filmabend einen Streifen konsumiert, der schon gleich postuliert, dass er nicht ernst zu nehmen sei, dann fängt man schnelan zu erkennen, dass es bessere und schelchtere Umsetzungen dieser Art von Kino gibt. deshlab ist ihre Meinung natürlich berechtigt, sie sollten aber bedenken, dass auch die Meinung der Rodriguez-Freak Fraktion, die hier eben mehr als nur mit Absicht schlecht gemachtes Kino sehen möchte, ihre Berechtigung hat.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.12.2013 23:18:54 GMT+01:00
christine meint:
Hallo Isabella, ich war jedenfalls ganz angetan. Mit "Moonraker" fremdel ich etwas. Zwar ist Lois Chiles eines der besten Bond-Girls (eher Bond-Ladys), aber Moore im Raumstrampler, ach nö! Ich habe ja auch um die Star-Wars-Filme einen großen Bogen gemacht. Zudem soll James Mason in der engeren Wahl für den Bösewicht gewesen sein, so dass ich Londsdale doch als etwas enttäuschend empfinde. Die Auferstehung von Mel Gibson fand ich vielversprechend, den hatte ich nicht mehr auf der Agenda.

Hallo Montarde, ich glaube wir haben uns etwas missverstanden. Ich kann verstehen, dass eingefleischte Rodriguez-Fans den Film vielleicht anders bewerten als ich. Ich fand es nur schade, dass wenige Tage nach Start des Films wirklich alle Rezen, gleich ob wohlwollend oder kritisch, meist kommentarlos abgewatscht worden sind. Da hatte ich den Eindruck, dass manche sich gar nicht mit anderen auseinander setzen wollen, sondern andere Meinungen mundtot machen wollen. Ich habe durchaus ein Faible für absurden Humor und weiß, dass nicht alles so genial ist wie der "Spanish-Inquisition-Sketch " von Monty Python`s. Aber allein schon die Verwandlungen des Chamäleons fand ich wunderbar. Aber deshalb fang ich doch jetzt nicht an rumzuklicken, wenn jemand meinen Enthusiasmus nicht teilt, schon gar nicht wenn es gut begründet ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.12.2013 01:25:13 GMT+01:00
Montarde meint:
der grund für das abwatschen werden user sein, die es für falsch halten Rezensionen vor Veröffentlichung der bd zu verfassen. gegen solche leute kann man leider nichts machen...
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