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Kundenrezension

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Coppelianische Disharmonie!, 1. November 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Zinnober (Audio CD)
Etappenweise kamen immer mehr Details zur dritten Langspielplatte meiner deutschen Lieblingsband ans Licht. Nachdem auch die Setlist bekannt geworden war, suchte ich direkt nach einem Onlinevesandhändler der bereits kleine Ausschnitte zu den einzelnen Songs bereitgestellt hatte. Ohne hier auf amazon.de Schleichwerbung für einen Kontrahenten machen zu wollen, sage ich einfach mal: Ich fand auch einen. Meiner Meinung nach stachen bei diesen kleinen Hörproben besonders "Der Handschuh" und die "Nachtwache" hervor. Von letzter Albumveröffentlichung zum "Tumult" schon gewohnt, wartete ich natürlich auf die kleinen 'musikalischen Appetithäppchen', welche von der Band selbst auf ihrer Seite präsentiert wurden. Bald folgte (der Club-Edit von) "Gumbagubanga" komplett. Begeisterung trat nach mehrmaligem Hören auf.

Das für Fans ungewohnte Intro geht nahtlos in den "Diener 5er Herren" über, crescendo erklingen die Klarinetten zu einer gepfiffenen Melodie, welche im Buch der Ohrwürmer wohl einen Ehrenplatz bekommen sollte. Somit ist schnell klar, das der Titel mit hoher Eingängigkeit glänzt, auch ein idealer Livesong. Hervorzuheben natürlich auch wieder die für Coppelius unverwechselbare Lyrik (für Kenner bspw.: "Ein Zylinder wird vermisst!"). "Der Handschuh" fängt so an wie ein Konzert von Slayer endet. Unglaublich laut und undurchschaubar. Kurz darauf folgt einer der schnellsten (Refrain ausgenommen) Songs der Band überhaupt, welcher übrigens von Krämerin Kunigunde van Heller geschrieben wurde. Der Eindruck der Hörproben bestätigte sich, einer meiner Favoriten. "I Told You So" erinnerte mich von Anfang an an die Frühen Werke der Band, er hätte stilistisch auch wunderbar auf eine der EP's "1803" oder "To My Creator" gepasst, auch wenn es der erste Song mit dem (wieder) liebgewonnen Cembalo ist. Ich bin erst nach mehrmaligem Hören mit dem Song warmgeworden, allerdings wirkt er zwischen dem "Handschuh" und "Risiko" doch etwas fehl am Platze. Kommen wir also zum "Risiko": Dieser Song hat absoluten Kultfaktor. Der Song beginnt zunächst ähnlich wie die "Operation" bspw. "Komposition", um kurz darauf mit einer eingängigen und leichteren Klarinettenmelodie dem Hörer einen erneuten Ohrwurm auszusetzen. Der Refrain glänz mit einem absoluten Mitsing-Knaller. Generell sehr durchdachter Song mit vielen Kleinigkeiten, die es noch zu entdecken gilt. In Form einer erneuten coppelianisch amüsanten Kurzgeschichte tritt der große Zauberer "Gumbagubanga" ans Auditorium heran. Auch wenn der werte Max Coppella dies sicher nicht gerne Hören wird, die Klarinettenmelodie ist erneut sehr eingängig und hitverdächtig, auch dieser Song hat absoluten Kultfaktor. Um den Herrn Copella aber nicht all zu sehr zu verärgern: Eines meiner Lieblingsstücke. Wie die weibliche Hörerschaft auf das nachfolgende Stück reagieren wird, bleibt abzuwarten. Musikalisch etwas komplexer, im Umbruch während des Mittelteils ist erneut das Cembalo zu vernehmen; der coppelianische Kanon ist ebenfalls sehr gelungen. "Der Feuerwehrmann" hat für mich als Sohn eines eben solchen natürlich einen besonderen Reiz. Auch wenn ich den zusammenhängenden Text hier für einen der besten des gesamten Albums halte, ist es sehr schade das der gerade so gelobte Kanon hier vieles Kaputt macht, der Refrain sagt mir leider überhaupt nicht zu. Bereits oben erwähnte "Nachtwache" bestätigte nochmals meine Vorahnung, nach mehrmaligem Hören einer der Höhepunkte. Lyrisch gibt es natürlich wieder eine äußerst gelungende Kurzgeschichte, obwohl ich gestehen muss, das diese für einen langen Fan etwas durchschaubar sein kann. Ich wusste schon vor erlösender Textzeile wer der Mörder ist. Das nun schon öfters erwähnte und fiel diskutierte Cembalo bekommt in "Stetig Fromm" sein Solo, ein sehr unplugged klingendes Stück, welches auf Konzerten durchaus für Feuerzeug-Atmospähre sorgen könnte. Mir persönlich etwas zu monoton, trotzdem sehr calando, was auch gut so ist, denn in "Klein Zaches", genannt Zinnober, dem Titelsong des Albums, erleben wir zu Anfang einen der öfters vorkommenden Wutausbrüche des Dieners Bastille. Ein für die Band ganz typischer Song. Literarischer Hintergrund, schwungvoll und komplex. Verdammt gut gemacht. "Ein Automat" erschreckt am Anfang. Textlich und musikalisch leider auch zu monoton, einer der wenigen Songs die ich meistens überspringe, auch wenn mir das kleine Solo von 1:57 bis 2:12 sehr gut gefällt. Mit "Vergessen" bekennen sich Coppelius einer Tradition in Form eines A-Capella Stückes, vorgetragen von der gesamten Kapelle. Von allen bisher veröffentlichten das mit Abstand beste, ein absolut ergreifendes und trauriges Gedicht. Gewohnt kurz, dennoch wunderschön. Traditionen werden auch mit "Genghis Khan" fortgesetzt, unter den vielen von Coppelius geschriebenen und von Iron Maiden zu ihrem Ruhm geklauten Stücken (Coppelius hilft!), das zweite Instrumental nach "Phantom Of The Opera". Gelungen, aber nicht überragend. Über das Titelstück zum gerade genannten Ausruf wurde ja bereits heftig diskutiert. Viele wünschten sich eine Bandeigene Hymne á la Subay To Sally's "Julia und die Räuber". Natürlich ist der Refrain zum Anstimmen vor den Konzerten wirklich nicht geeignet, aber da hat das Publikum ja nun viele andere Stücke zur Auswahl (Diener 5er Herren, Risiko, Gumbagubanga). Ein absolut großartiger und schneller Song, der mit fetzenden Soli und schnellem Beat (nicht zu vergessem dem leicht zu überhörenden Cembalo) dem Hörer eigentlich mehr als zusagen sollte. Einer DER Livesong. Bei dem Part von 1:20 bis 2:00 habe ich jetzt schon vor Augen wie das Publikum ihre Arme von Bastille angetrieben von links nach rechts schwingt. Der Song baut sich von da an langsam auf, bis er episch in einer Explosion endet. "Ade Mein Lieb" ist nach dieser Explosion ein perfekter Abschluss. Eine wunderschöne Ballade, zum Schluss kommt noch einmal kurz das Schlagzeug hinzu damit Nobusama auch nicht zu kurz kommt. Auf traditionellen Text bezaubernd arrangiert, Tränen in den Augen, perfekt gemacht.

Auch wenn die Band dem texten laut eiger Aussage nicht sehr viel Bedeutung schenkt, ist Zinnober sowohl in dieser Hinsicht als auch musikalisch ein fast rundum perfektes Album. Größtenteils Abwechslungsreich, bewegend (zweideutig), eingängig sowie komplex. Unter den vielen sehr guten Kompositionen reihen sich besonders "Diener 5er Herren", "Der Handschuh", "Risiko", "Gumbagubanga", "Nachtwache", "Klein Zaches" und "Ade Mein Lieb" in die vielen Meilensteine der Band ein, und werden auch Live lange im Repertoire Coppelius' verweilen.

5 Sterne.
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