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Nebel des Grauens, 26. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein Mord von bessrer Qualität: Ein Fall für Lizzie Martin und Benjamin Ross (Gebundene Ausgabe)
An einem äußerst nebligen Abend wird Allegra Benedict im Londoner Green Park tot aufgefunden. Vorwiegend die Damen des Gewerbes berichten bei diesem Wetter vom Flussphantom, das nach ihnen greift. Inspektor Benjamin Ross hat ganz offensichtlich hier einen neuen Fall zu lösen. Schnell findet er heraus, dass Mrs Benedict im Park mit jemanden verabredet gewesen sein muss, dem sie obendrein eine größere Summe Geld übergeben wollte. Ihre Gesellschafterin kann darüber allerdings keine befriedigende Auskunft geben. Das führt Ben in die Kunstgalerie des Witwers. Währenddessen besucht Bessie, die Haushälterin von Ross, eine Predigt gegen die Trunksucht und geht damit ihren Herrschaften gehörig auf die Nerven. Lizzie Ross, besser bekannt als Miss Martin aus den Vorgängerbänden, will dem Gerede auf den Grund gehen und begleitet sie. So lernt sie den charismatischen Prediger Fawcett und die Witwe Scott in deren Haus in Clapham kennen. Inzwischen zum dritten Mal versetzt die britische Krimiautorin Ann Granger mit der Reihe um Lizzie Martin und Inspektor Benjamin Ross ihre Leser in die viktorianische Zeit. Erneut bedient sie sich des legendären Londoner Nebels, um ihre Verbrechen nicht offensichtlich werden zu lassen. Die zweifellos ins Genre der Wohlfühlkrimis gehörenden Bücher bieten mehr eine gesellschaftliche Ansicht des ausgehenden 19. Jahrhunderts in England als einen nervenaufreibenden Handlungsverlauf. Die seinerzeit herrschende Klassengesellschaft bildet auch hier wieder einen zentralen Kern. Darin werden alle notwendigen Figuren platziert, um einen klassischen Kriminalfall zu konstruieren. Die Anzahl der Verdächtigen ist hoch genug, um fast bis zum Ende mit rätseln zu können, wer für die Verbrechen verantwortlich ist. Es geht in diesem Buch auch wieder um ein nebenher behandeltes psychologisches Thema. Granger lässt einen dubiosen Prediger allein durch seine Ausstrahlung einige Frauen der höheren Gesellschaft zu seinen treuen Anhängerinnen werden. Diese haben ihn auch finanziell unterstützt und wussten endlich etwas mit den wertvollen Familienerbstücken anzufangen. In diesen Abschnitten lässt die Autorin ihre Kenntnisse des historischen Gesellschaftsbildes zur Geltung kommen. Sie schildert ausführlich die seinerzeit üblichen Gepflogenheiten zwischen den unterschiedlichen Schichten, sodass ein feingezeichnetes Bild entsteht. Leider geht diese Ausführlichkeit streckenweise zu Lasten der Spannung. Zu bemängeln ist auch die Entwicklungsgeschichte der Protagonisten. Während man in den ersten beiden Bänden die Annäherung der beiden mit verfolgen durfte, stand man nun vor dem verheirateten Paar. In einer Serie hätte ich zumindest einen kurzen Rückblick auf die Hochzeit erwartet, der aber hier ausgespart wurde. Bei aller Ausführlichkeit in den Beschreibungen, wird das Privatleben beinahe totgeschwiegen und wirkt wie eine Disbalance. Der literarische Ausflug ins viktorianische London lohnt sich für jeden, der auf Thrill verzichten kann. Der vierte Teil "Ein guter Blick fürs Böse" ist für Januar 2013 angekündigt.
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Ein Mord von bessrer Qualität: Ein Fall für Lizzie Martin und Benjamin Ross 3785724144
Ann Granger
Lübbe
Ein Mord von bessrer Qualität: Ein Fall für Lizzie Martin und Benjamin Ross
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Nebel des Grauens
An einem äußerst nebligen Abend wird Allegra Benedict im Londoner Green Park tot aufgefunden. Vorwiegend die Damen des Gewerbes berichten bei diesem Wetter vom Flussphantom, das nach ihnen greift. Inspektor Benjamin Ross hat ganz offensichtlich hier einen neuen Fall zu lösen. Schnell findet er heraus, dass Mrs Benedict im Park mit jemanden verabredet gewesen sein muss, dem sie obendrein eine größere Summe Geld übergeben wollte. Ihre Gesellschafterin kann darüber allerdings keine befriedigende Auskunft geben. Das führt Ben in die Kunstgalerie des Witwers. Währenddessen besucht Bessie, die Haushälterin von Ross, eine Predigt gegen die Trunksucht und geht damit ihren Herrschaften gehörig auf die Nerven. Lizzie Ross, besser bekannt als Miss Martin aus den Vorgängerbänden, will dem Gerede auf den Grund gehen und begleitet sie. So lernt sie den charismatischen Prediger Fawcett und die Witwe Scott in deren Haus in Clapham kennen.
Inzwischen zum dritten Mal versetzt die britische Krimiautorin Ann Granger mit der Reihe um Lizzie Martin und Inspektor Benjamin Ross ihre Leser in die viktorianische Zeit. Erneut bedient sie sich des legendären Londoner Nebels, um ihre Verbrechen nicht offensichtlich werden zu lassen. Die zweifellos ins Genre der Wohlfühlkrimis gehörenden Bücher bieten mehr eine gesellschaftliche Ansicht des ausgehenden 19. Jahrhunderts in England als einen nervenaufreibenden Handlungsverlauf. Die seinerzeit herrschende Klassengesellschaft bildet auch hier wieder einen zentralen Kern. Darin werden alle notwendigen Figuren platziert, um einen klassischen Kriminalfall zu konstruieren. Die Anzahl der Verdächtigen ist hoch genug, um fast bis zum Ende mit rätseln zu können, wer für die Verbrechen verantwortlich ist.
Es geht in diesem Buch auch wieder um ein nebenher behandeltes psychologisches Thema. Granger lässt einen dubiosen Prediger allein durch seine Ausstrahlung einige Frauen der höheren Gesellschaft zu seinen treuen Anhängerinnen werden. Diese haben ihn auch finanziell unterstützt und wussten endlich etwas mit den wertvollen Familienerbstücken anzufangen. In diesen Abschnitten lässt die Autorin ihre Kenntnisse des historischen Gesellschaftsbildes zur Geltung kommen. Sie schildert ausführlich die seinerzeit üblichen Gepflogenheiten zwischen den unterschiedlichen Schichten, sodass ein feingezeichnetes Bild entsteht. Leider geht diese Ausführlichkeit streckenweise zu Lasten der Spannung. Zu bemängeln ist auch die Entwicklungsgeschichte der Protagonisten. Während man in den ersten beiden Bänden die Annäherung der beiden mit verfolgen durfte, stand man nun vor dem verheirateten Paar. In einer Serie hätte ich zumindest einen kurzen Rückblick auf die Hochzeit erwartet, der aber hier ausgespart wurde. Bei aller Ausführlichkeit in den Beschreibungen, wird das Privatleben beinahe totgeschwiegen und wirkt wie eine Disbalance. Der literarische Ausflug ins viktorianische London lohnt sich für jeden, der auf Thrill verzichten kann. Der vierte Teil "Ein guter Blick fürs Böse" ist für Januar 2013 angekündigt.
Skatersally "skatersally"
26. Juni 2012
- Insgesamt:
5

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