Kundenrezension

13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kann mal jemand den Kammerjäger holen.., 25. Februar 2013
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Assassin's Creed 3 (100% uncut) - [Xbox 360] (Videospiel)
Kurz vorweg: Ich bin kein Hardcore-Gamer und spiele nur gelegentlich zur Entspannung. Mein Anspruch an den Schwierigkeitsgrat ist daher relativ gering. Die Beurteilung des Spiels bezieht auf die Xbox 360 Version.

Wo fange ich an? Erst einmal, was macht die Assassins Creed Reihe eigentlich aus:
1) Schleichen, verstecktes Agieren, Attentate
2) Klettern, Balancieren, Hindernisse überwinden
3) Rätsel lösen
4) einen sympathischen Protagonisten
5) eine gute Hauptstory
6) interessante Nebenquests
7) eine schöne Kulisse
8) der Ausbau der Städte/Umgebung
9) Desmond und der ewige Kampf Templer vs. Assassinen

Welche Faktoren noch wichtig sind:
10) Technische Umsetzung
11) Steuerung
12) Grafik

Nachfolgend eine Bewertung von AC3 nach den oben genannten Punkten:

1) In AC 3 spielt das Schleichen eigentlich nicht wirklich eine Rolle. Connor ist eine reine Kampfmaschine und braucht sich nicht zu verstecken. Bis auf die wenigen Ausnahmen, in der es Missionsziel ist unentdeckt zu bleiben, kann man getrost direkt ins Szenario rein marschieren und einfach alles niedermetzeln was einem im Weg steht. Nicht mal wirklich Waffen sind notwendig. Tomahawk und versteckte Klingen reichen völlig.

2) Man kann in den Bäumen klettern und auf die putzigen kleinen Gebäude in Boston und New York. Das wird nach kurzer Zeit allerdings langweilig, da sowohl Bäume, als auch Gebäude kaum äußerlich variieren. Hindernisläufe oder Klettern in Katakomben? Fehlanzeige. Einzig das "Finale" könnte man als kleine Klettereinlage bezeichnen, die einem Spieler der vorherigen Teile wie eine kleine Fingerübung vorkommt.

3) Bereits in AC2 Revelations hatte man sich von den Glyphen bzw. Cluster verabschiedet, aber immerhin dafür ein 1st Person Bauklötzchenspiel eingebaut. In AC3 fehlen anspruchsvolle Rätsel gänzlich. Einige Schnellreiseportale müssen erst freigespielt werden, in dem man ein Labyrinth durchläuft. Das ist simpel und nicht sonderlich spaßig. Einzig die Brettspiele wie Mühle oder Damen sind eine witzige, aber eigentlich auch überflüssige Idee. Allerdings habe ich so seit meiner Kindheit das erste Mal wieder Mühle gespielt - und das nicht sonderlich erfolgreich. ;o)

4) Anfang ein wenig wunderlich spielt man die ersten Stunden eigentlich nicht Connor, sondern seinen Vater Haytham. Der ist mir - trotz späterer kleiner Überraschung - viel sympathischer als Connor. Eigentlich ist Connor einfach nur ein kleiner, arroganter Heißsporn. Seine Moralvorstellung ist manchmal grenzwertig und er neigt zu Wutausbrüchen. Ich bin mit ihm überhaupt nicht warm geworden.

5) Die Hauptstory hatte ich bereits nach ca. 12 Stunden durchgespielt. Das ist auch nicht sonderlich schwer, die meiste Zeit beschäftigt man sich damit, die Protagonisten ein paar Meter nach vorne zu bewegen, um die nächste Videosequenz zu starten. Davon gibt es viele, was ich auch gut fände, wären sie interessant. Aber selbst die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung ist oberflächlich und langweilig. Obwohl mir die Story wirklich sehr wichtig ist, ertappte ich mich immer wieder die Sequenzen einfach zu überspringen. Toll fand ich Desmond mal etwas häufiger spielen zu können. Es ist sehr erfrischend mal in der Gegenwart zu spielen.
Ich möchte nicht zu viel spoilern, aber man kann sagen, dass die Geschichte zwar irgendwie einen Abschluss gefunden hat - wozu die Autoren Jahre Zeit hatten - dies aber eher einfallslos zusammengeschustert zu sein scheint. Sehr unbefriedigend, wenn auch die Zukunft spannendes erwarten lassen könnte.

6) Die Nebenquest sind überwiegend ohne Story. So arbeitet man als Briefträger oder übt Attentate aus. Warum? Keine Ahnung. Es heißt nur, töte den markierten, weil er ein Templer ist. Man töten ihn und gut. Auch das war in den Vorgänger schöner verpackt. Man hilft armen Kindern beim Stehlen oder rettet rechtschaffende Händler vor der britischen Steuerbehörde. Vom Ablauf und Szenario immer gleich. Interessant ist das retten fahnenflüchtiger Soldaten auf dem Pferd. Nähert man sich dem Szenario, sieht man den Flüchtigen bereits in geduckter Haltung auf seinem Pferd sitzend mit einem schwertschwingenden Soldaten - ebenfalls auf einem Pferd - dahinter. Allerdings bewegen sie sich noch nicht, denn Connor hat das Ereignis noch nicht ausgelöst. Ich habe es geschafft, in dieser Szenerie den Soldaten mit einem Bogenschuss zu erledigen, ohne das sich irgendwer bewegt hat. Aber dazu mehr unter "Technischer Umsetzung". Einzig die maritimen Missionen sind wirklich interessant, durchdacht und machen richtig Spaß! Von Templern besetzte Bereiche - hier in Form von Forts - sind nicht zwingend zu befreien. Was in den anderen Teilen noch einen Vorteil brachte, ist hier völlig irrelevant. Außerdem ist nicht viel nötig, einfach reinstürmen, alle erledigen, Schwarzpulvervorräte sprengen und Fahne aufhängen. Ein flüchtender Hauptmann kommt in AC3 nicht vor - jedenfalls ist es mir nie passiert. Jagen ist umfangreich umgesetzt, aber was hat das mit Assassins Creed zu tun??

7) Boston, New York und das Umland sind schön inszeniert, aber die Wiederholungsrate von Bäumen, Gebäuden und vor allem Kirchen ist sehr hoch. Aussichtspunkte in Form von Bäumen sind immer exakt identisch. Letztendlich kann die "Neue Welt" nicht mit den jahrhundertealten, kolossalen Bauten der "Alten Welt" mithalten. Rom ist und bleibt mein Favorit. Die Schlacht aus dem AC3 Trailer ist Teil einer Mission, jedoch so schnell erledigt, dass man die Szenerie mit den vielen Soldaten gar nicht genießen kann. Auch dieses Erlebnis wird einem gänzlich genommen.

8) Back to the roots. Statt die Städte zu renovieren, bauen wir wie in AC2 unser Haus bzw. die Siedlung aus. Dazu brauchen wir nicht nur Material sondern auch Handwerker. Diese organisieren wir uns durch Siedlermissionen. Wir retten oder helfen ihnen und dafür siedeln sie sich in unserem kleinen Ort an. Auch wenn das Spielprinzip in den Vorgängern deutlich simpler war, hat es mir mehr Spaß bereitet, als das Handelssystem in AC3. Handwerker, Herstellung und Transport fand ich von der Bedienung her wirr und ich habe etwas gebraucht, bis ich verstand was man überhaupt tun soll. In allen anderen Teilen habe ich mit Freude 100% erreicht. In AC3 hab ich es sein lassen und nicht mal alle Aussichtspunkte benutzt.

9) Eins ist klar, noch nie waren die Grenzen zwischen Gut und Böse - Assassinen und Templer so verschwommen wie in AC3. Connors Aktionen sind manchmal fragwürdiger, als manche Templeraktion. Auch wenn wir wissen, dass die meisten hochrangingen Templer eigentlich nur an unendlicher Macht interessiert sind und nicht an Frieden, gibt es scheinbar auch welche, die wirklich im Guten daran glauben Frieden durch Ordnung - Diktatur - herzustellen. Das war mal ein ganz andere Aspekt und hoch interessant! Leider haben die Autoren hier nicht die Gunst der Stunde genutzt und den Konflikt auch in der Neuzeit neu auszulegen. Schließlich geht es ja nicht mehr um die beiden Fraktionen, sondern um die Rettung der Welt! Da hätte man etwas draus machen können..
Wir befreien irgendwann Desmonds Vater aus den Händen Abstergos - mit dem Edenapfel. Mal ehrlich, diese Idee hätte ihnen doch viel früher einfallen können oder? Da ist Abstergo seit Monaten - für uns Jahre - hinter der Assassinenzelle um Desmond und Co her und es ist noch niemanden eingefallen einfach den Edenapfel gegen die Templer zu richten?? Auch wäre eine (bessere) Zusammenfassung der letzten Teile schön gewesen. Ich hatte das DLC zu Revelations nicht gespielt. Dort wurde aber erklärt warum Lucy sterben musste. Ich war ganz entsetzt, als das kurz in einem der Dialoge mit Rebecca thematisiert wurde.

10) Ubisoft hätte sich mehr Zeit für die Entwicklung nehmen müssen. Oder das Geld für das aufwändige Marketing lieber in die Entwicklung stecken sollen. AC3 (auf der Xbox 360) ist ein einziger großer Bug. Obwohl Kletter- als auch Reitalgorithmus doch schon vorgelegen haben müssen, ist die Umsetzung in AC3 deutlich schlechter, als in seinen Vorgängern! Ständig bleibt man hängen oder läuft gegen eine Wand. Vom Reiten will ich erst gar nicht sprechen.. Mehrfach blieb ich einfach an einer Kante oder Zaun hängen, kein Vorwärts oder Rückwärts mehr möglich. Einzige Lösung, letzter Spielstand laden. Als kleiner Connor konnte ich im brennenden Dorf eine unbekannte Abkürzung nehmen. Statt das der herunterfallende Ast mir den Weg versperrte, konnte ich rechts daran vorbei und fand mich an einem Punkte, an dem ich noch nicht sein durfte. Obwohl am Ende auf der richtigen Strecke - nur etwas schneller - kam ich nicht weiter, da der Trigger nicht ausgelöst worden war. Blieb wieder nur das Laden des letzten Speicherpunktes. Zweimal hing sich das Spiel derart auf, dass ich die Xbox komplett am Gerät neu starten musste.

11) In AC3 wurde das Drücken der A Taste zum Springen bei Hindernissen abgeschafft. Das macht die Steuerung jedoch noch simpler und die wenigen Kletterpartien sind noch leichter zu erledigen. Des Assassinen (und Templers) bester Freund ist auch in AC3 die Taste B. Abblocken -> Kontor, mehr braucht man im Kampf nicht wirklich. Damit schafft man auch 30 Gegner hintereinander ohne Probleme. Das Waffenmenü war durch die Ringanordnung in den Vorgängern eigentlich ideal und super schnell. Warum haben das die Entwickler geändert? Jetzt dauert es viel länger durch ein listenartiges Menü zu scrollen. Völlig unverständlich und dazu auch noch nervig! Connor kann sich jetzt bei hohem Gras ducken. Tolle Idee, aber wie wäre es mit einer richtigen Duckfunktion??

12) Die Grafik sieht gut aus, auch wenn der Aufbau im Hintergrund manchmal etwas länger dauert. Die Neuzeit ist recht simpel aufgebaut und hätte etwas mehr Details benötigt. Die Kampfszenen sehen toll aus und sind ein absolutes Highlight, darauf wurde anscheinend besonders Wert gelegt.

=== Fazit ===
Assassins Creed 3 fühlt sich wie ein nie endendes Tutorial an. Man wartet und wartet.. wann darf ich denn wieder Klettern, wann kommt denn mal eine richtige Attentat-Mission? Doch es kommt nichts und dann ist es auch schon wieder vorbei. Das was die AC Reihe ausgezeichnet hat, ist hier völlig verschwunden. Der Schwierigkeitsgrad ist dazu noch lachhaft, die benötigte Zeit recht mager. Die deutliche Fokussierung auf den US-Markt ist nicht nur durch die geschichtliche Kulisse ersichtlich, auch die Vorlieben der US-Gamer sind unverkennbar: Mehr Muskeln, weniger Hirn. Selbst ohne die nervigen Bugs ist Assassins Creed 3 nicht ansatzweise mit dem Flair seiner Vorgänger vergleichbar und würde auch dann nicht mehr als 3 Sterne von mir bekommen. Ubisoft, ich verzichte gerne auf weitere Teile dieser Art.
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