Kundenrezension

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine klare Bestandsaufnahme, 6. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Die kaputte Elite: Ein Schadensbericht aus unseren Chefetagen (Gebundene Ausgabe)
Benedikt Herles gehört selbst zur „Elite“ moderner Prägung. Als promovierter Betriebswirtschaftler und durchaus erfolgreicher Unternehmensberater ist es sein tägliches Geschäft, in den „oberen Ebenen“ der Wirtschaft unterwegs zu sein. Und eben jene Berater-Branche ist es, die Herles offen und klar sehr kritisch in den Blick rückt

So kann man davon ausgehen, dass Herles hautnah miterlebt, wovon er berichtet und seine Einlassungen durch persönliche Erfahrungen gedeckt sind. Und es ist daher auch nicht „das eine“ Erlebnis, was ihn vielleicht persönlich schockiert hätte, jene „eine Ausnahme“ die vielleicht möglich und erklärbar wäre an „Kaputtheit“, sondern viele Erlebnisse, eher also eine Art „Grunderfahrung“ ist es, die jenes Bild der wirtschaftliche „Elite“ begründet, dass Herles im Buch nun zu Gehör bringt. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und dennoch überwiegend ohne Polemik.

Vom „Bulimie“ Lernen auf den „Elite Hochschulen“ (natürlich überwiegend privat getragen und durch Studiengebühren zu finanzieren) bis zum „großen Bluff“ in der späteren Berufspraxis (Hauptsache, Folien jonglieren und ein guter Zugang zu Google zur Hand), zeichnet Herles das Bild einer arroganten, menschlich nicht gereiften „Szene“ in der Wirtschaft, die deutlich mehr aus „Schein“ denn aus „Sein“ besteht und fast durchweg und generell nur darauf geeicht zu sein scheint, egozentrische Ziele zu verfolgen.

Schon die knapp geschilderten Erfahrungen der eigenen Bewerbungsphase mitsamt der Inhalte der Bewerbung und der dann erhaltenen „Standard Waffen der Profi Agenten“ zeigt auf, dass Herles hier nicht „Verwirrungen“ eines Systems beschreibt, sondern dass der „Bluff“ und das „Anschein von Kompetenz erwecken“ eher als Grundlagen des Systems (nicht nur des Beratersystems“ angenommen werden können.

„Einmal erfolgreich rekrutiert, ist Köpfchen nicht mehr gefragt. Junge Berater müssen Excel und Power Point beherrschen, sonst nichts“.

„Hübsch das noch mal auf“. „Gleich das mal optisch an“.

Das sind die Kernaufgaben, die Herles als ausgebildeter Akademiker (mit natürlich anderen Erwartungen versehen) zu „bewältigen“ hatte. Für teuer Geld natürlich, das den Auftraggebern in Rechung gestellt werden konnte.

„Machen, nicht denken“, das ist ein Teil seines Resümees der schicken Beraterwelt. Nicht nur fremdbestimmt, sondern zutiefst „entfremdend“ ist seine Zusammenfassung der eigenen Entwicklung in den ersten Wochen und Monaten seines Berufslebens als Unternehmensberater.

An vielen konkreten Beispielen, u.a. auch an „Märklin“, zeigt Herles die Einseitigkeit und Egozentrik des Geschäftes auf. Unter der Ägide ehemaliger Top Berater von McKinsey und Roland Berger wurde hier, aus einer Unfähigkeit zu Kommunikation, Einsicht und unternehmerischen statt rein pekuniärem Denken heraus Märklin konsequent vor die Wand zu fahren. Kein Einzelbeispiel im Übrigen, folgt man Herles im Buch.

Natürlich ist die umgehende Vision seines „naiven Traumes“ einer neuen Elite und einer „Marktwirtschaft reloaded“ wohl nicht zu erwarten Aber auch diese Gedanken im Buch überzeugen durch ihre Klarheit und Schlichtheit und treffen den Kern dessen, was viele mit Unbehagen an „Atmosphäre“ und Ausrichtung der „modernen Wirtschaftseliten“ schon länger verfolgen.

Ein wichtiges, gut lesbares und überzeugendes Buch eines „Insiders“, das wachrüttelt.
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