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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Invasion der Barbaren, 30. März 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Völkerwanderung (Taschenbuch)
Zum Inhalt: Prof. Klaus Rosen stellt die so genannte "Völkerwanderung" in einen weiteren Rahmen: angefangen mit den Einfällen der Kimberer und Teutonen rund ein halbes Jahrtausend vor dem Ende des Weströmischen Reichs 476 n. Chr. Rosen beschreibt die Ereignisse noch bis 585 und schließt auch die fortdauernden Mythen und den Einfluss auf heute ein. Eine Facette: "Völkerwanderung" ist ein später Begriff. Welche "Völker"? Es waren eher Stämme. Welche "Wanderung"? Es waren Attacken. So ist im nichtdeutschen Raum, so berichtet Rosen, eher von Einfällen/Invasionen der Barbaren die Rede.

Zur Darstellungsweise: Erzählen kann Klaus Rosen, der Text wirkt an vielen Stellen sehr mündlich-fließend und als ein Quell des Wissens. Die eine oder andere der hochinteressanten Abschweifungen des Mannheimers hätte gleichwohl auch entfallen dürfen, so sehr sie alle auch zu Rosens Stil gehören. Rosen stützt sich auf die schriftlichen Quellen, auf die Sprachwissenschaft und teils auch auf Archäologie und andere Wissenschaften.
Es kommen auch viele, viele Namen vor: Konstans, Konstantin, Konstantius, ... doch wir reden hier von mehreren Jahrhunderten auf gerade einmal 120 Seiten - viel anders wäre es wohl gar nicht zu gestalten gewesen.

Zum Autor: Verfasser Klaus Rosen war zuletzt immerhin zwanzig Jahre Professor der Alten Geschichte in Bonn. Das Buch hat er in seinem Emeritierungsjahr 2002 geschrieben, derzeit 2009 ist es bereits die dritte Auflage.

Zur Ausstattung des Buchs: wie bei der beckschen Reihe üblich, ist der Inhalt auf knapp 120 kleine Seiten eingedampft. Zwei schwarz-weiße Karten aus dem "Putzger"-Atlas geben einen kleinen Überblick, eine Zeittafel am Ende des Buches erleichtert den ebenfalls. Kommentierte drei Seiten schließlich dienen dem Hinweis auf weiterführende Literatur für all diejenigen, die am Thema Feuer gefangen haben.
Vollständig ist diese Darstellung nämlich ganz gewiss nicht. Doch eine gute und bezahlbare Einführung und daher: fünf Sterne.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.03.2014 17:55:12 GMT+01:00
Eine Anmerkung/Frage: Die Goten setzten sich nach 378 von Ihren Wohnsitzen am Schwarzen Meer (wo sie sich, obwohl ursprünglich wohl Gebieten an der Weichselmündung entstammend, im 3. Jahrhundert angesiedelt hatten) in Bewegung und gründeten 418 ihr erstes sogen. tolosanisches Reich. Wir haben es hier also mit einem Zeitraum von 40 Jahren zu tun. Ähnliches lässt sich über Vandalen, Burgunden, Sueben, etc. sagen.
Meine Frage: Halten Sie es daher wirklich für angebracht von "Attacken" oder "Invasionen" also gezielten und geplanten Aktionen zu sprechen?
Der Begriff "barbarische Invasionen" entstammt einer nationalistisch gesprägten italienischen Historiographie des 19. Jahrhunderts und er ist natürlich auch in Südeuropa unter Historikern keinesfalls mehr unumstritten. Im englischsprachigen Raum scheint mir eine derartige Begrifflichkeit unter einer Minderheit von Historikern durch die Auseinandersetzungen mit dem deutschen Nationalstaat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt zu sein. Das macht sie mit Sicherheit nicht brauchbarer.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.03.2014 04:32:40 GMT+01:00
Hallo, Herr Mathes! Danke fuer die ausfuehrlichen Punkte. Ich gebe Rosens (und nichtdeutsche) Punkte wieder. Zumindest Attacken halte ich nicht fuer geplant. Und Sie wissen bei Invasionen ja auch, dass es Sache der Perspektive ist (vgl. die beruehmte Szene in Asterix und die Goten). Viele Deutsche nennen 1944 eine Invasion der Alliierten, z.B.
Um Rosens Perspektive wiederzugeben, und weil ich da gegen den "deutschen" Ansatz durchaus ein bisschen mit wider den Stachel loeken moechte (fuer die Roemer, frueher selbst die Barbaren fuer die Griechen, waren die Staemme ja barbari), habe ich diese Begriffe gebraucht - was Ihre Punkte aber nicht minder wichtig machen soll.
Herzliche Gruesse!
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