Kundenrezension

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein zwiespältiges Live-Album - der Balladenanteil wieder viel zu hoch, 15. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Get Your Sting & Blackout (Audio CD)
Es war klar, dass es nach der Abschieds-Tour noch ein Live-Album(beziehungsweise Live-DVD) geben wird - und es ist auch zu 90% klar was für Lieder darauf stehen werden/müssen. Dass die letzten beiden gar nicht mal so üblen Studio-Alben seit der Jahrtausendwende gar nicht berücksichtigt wurden, und Sting in the Tail nur mit 3 Songs ist vielleicht etwas schade - war aber so zu erwarten. Der Live-Sound ist sehr gut eingefangen und die Live-Atmosphäre kommt sehr gut rüber. Allerdings gefällt mir trotz allem Verständnis die Songauswahl nicht sehr gut, 6 Balladen sind einfach viel zu übertrieben - 3 hätten völlig ausgereicht, wobei ich mittlerweile aus meinem Bekanntenkreis niemand mehr kenne, den "Winds of Change" nicht einfach nur noch nervt. Wenn sie ausschliesslich nur noch in Russland spielen würden, weil es dort wirklich für einen geschichtlichen Vorgang steht, dann würde das reichen("Send me an Angel" und "Holiday" hätten aber auch nicht nochmals sein müssen). Dafür bleiben Songs wie "No one like you", "Rythm of love", oder auch Songs wie "Steamrock Fever", "Intrance", "Pictured Life" oder "Hes a woman, shes a man" auf der Strecke, die immerhin den ersten Erfolg der Scorpions begründet haben. Ich habe die Scorpions Anfang der 80er kennengelernt und für mich waren Sie immer eine gute Hardrockband deren Balladen ich als notwendiges übel ansah, aber seitdem Sie nach "Wind of Change" in den 90ern zur Hausfrauen-Balladen-Fabrik wurden, haben sich viele frühere Fans zwangsweise davon abgewandt, weil es einfach nicht mehr dem Musikgeschmack entsprach für den die Scorpions bis dahin standen. Man hat auch auf den Konzerten gemerkt wie sich das Publikum änderte, ähnlich wie bei Bon Jovi. Es hatte mit echtem Hardrock nichts mehr zu tun. Mit dem Unbreakable-Album hat man dann 2004 wieder teilweise die Kurve gekriegt, auch das für meine Begriffe viel zu moderne Humanity Hour 1 hatte 2007 einige brauchbare Ansätze, und mit Sting in the Tail 2010 hatte man es dann nochmals wissen wollen und setzte wieder voll auf die 80er-Jahre-Atmosphäre, wobei auch bei dem Album der Balladen-Anteil mit 4 Balladen viel zu hoch war. Es ist leider nicht von der Hand zu weisen dass man in der Balladen-Phase auch neue Zuhörerschichten erschlossen hat, und dem müssen Sie leider auch heute noch Tribut zollen, und damit es ein Kompromiss für alle wird gibt es eben für jeden etwas. Ich finde es nur immer so lustig wie sich die Scorpions auf den Bildern und Photos, aber auch in Interviews als richtig rockig präsentieren und wenn man dann das Album hört, dann ist der seichte Balladenanteil doch mehr als nur hoch. Ihr mögt mich jetzt verfluchen, aber jedes Wolfgang Petry-Album ist rockiger als dieses Live-Album hier - zu allem Überfluss hat man auf der CD-Version mit "Coast to Coast", "Raised on Rock" und "Dynamite" auch noch 3 rockige Songs weggelassen, dafür bekommt man das grandiose 6-minütige Schlagzeugsolo von Drummer James Kottak geboten(Scherzhaft gemeint) - wers braucht. Man kann sich ein eigentlich gutes Live-Album auch selbst kapput kürzen, die Scorpions haben das in dem Fall getan. Für mich macht dieses Live-Abschluss-Album keinen Sinn, weil viele Rocksongs fehlen, weil der hohe Balladenanteil einfach nervt und weil die Anfangsphase(der eigentliche Grundstein) überhaupt nicht berücksichtigt wurde(nur weil den die ganzen Hausfrauen gar nicht kennen). Somit ist Get your Sting & Blackout ein insgesamt zwiespältiges Live-Album geworden, das man nicht zwangsweise braucht.

Noch ein Wort zum Abschieds-Album und zur Abschiedstournee:
Die Scorpions haben ja die Hallen auf der Welt in den letzten Jahren nicht mehr gefüllt, nach eigener Aussage hätten Sie beispielsweise in Frankreich noch nicht mal mehr eine Telefonzelle vollbekommen - was mich bei der seltsamen Musik seit 1995 auch nicht wirklich wundert, weil Hausfrauen eben auch keine treue Basis für eine Band wie die Scorpions sind. Man hat ja selbst bei Sting in the Tail gross angekündigt wieder den Rock-Sound der 80er zu machen, und das Album selbst mit dem Meilenstein Love at First Sting verglichen, wobei alleine schon der Albumtitel kein Zufall war, sondern man damit schon absichtlich Assoziationen hergestellt hat. Die Aufmerksamkeit war dadurch schon alleine wieder gross - als man dann aber noch mit dem Abschieds-Album(als Argument) und der Abschiedstournee ankam, da war kein Halten mehr auf Scorpions-Konzert-Karten(selbst in Frankreich waren die Hallen wieder voll).

Inzwischen haben sich ja die Scorpions wegen des grossen Erfolgs auf der letzten Tour und der vielen Bitten Ihrer Fans doch nun wieder(aus Mitleid?) dazu entschlossen, einen Rückzug vom Rückzug zu machen. Böse Menschen würden jetzt denken, dass das alles nur eine ausgebuffte Marketing-Strategie war um wieder höhere Absätze zu haben und damit einhergehend natürlich auch höhere Gewinne einzufahren. Wobei ich nicht denke, dass die Mitglieder der Scorpions noch arbeiten gehen müssen, die haben Ihre Schäfchen längst im Trockenen. Aber es macht natürlich viel mehr spass in vollen grossen Hallen zu spielen als in kleinen leeren Hallen. Ich glaube schon dass die Scorpions aufgehört hätten wenn der Erfolg bei Sting in the Tail wieder nicht all zu gross ausgefallen wäre. Allerdings haben Sie natürlich gerade nochmal alle Fans mobilisiert, indem Sie sugeriert haben, dass es die allerletzte Möglichkeit sei die Scorpions Live zu erleben - auch ich bin hauptsächlich eigentlich nur aus dem Grund nochmals zu den Scorpions gegangen, weil ich Sie schon noch ein letztes mal sehen wollte. Ich möchte jetzt hier auch nicht nachkarten, denn ich finde es gut wenn die Scorpions weitermachen, aber bitte als Hardrockband und nicht als Hausfrauenband. Trotzdem hatte diese Aktion einen faden Beigeschmack - ein Schelm wer Böses dabei denkt!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.11.2013 12:30:09 GMT+01:00
Ja, ich war aus dem selben Grund beim "letzten" Konzert in Frankfurt und hatte nicht viel Spass dabei, weil sie bei der Show zwar die (in die Jahre gekommenen) Rocker simulierten, aber von der Songauswahl doch sehr auf Hausfrauen abzielten. Viel zu viele Balladen, viel zu wenig Power...
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