Als Regiedebüt hat sich Franka Potente einen Stummfilm ausgesucht, der mit dramatischer Gestik, in schwarzweißen Bildern und mit Tricks der Stummfilmzeit aufwartet. Die Geschichte dreht sich um die verarmte Heldin, die nach dem ersten Weltkrieg mit einem reichen Ekeltypen verheiratet werden soll, dann aber mit einem Punk aus der Gegenwart konfrontiert wird, der als einziger spricht, aber von den anderen nicht verstanden wird. Mit einem übersinnlichen Ritual versucht sie, das Schicksal in eine andere Richtung zu drängen.
Als Extras auf der DVD findet sich einmal ein gemeinsamer Audiokommentar von Franka Potente und der Kostümbildnerin Ingrid Buhrmann, in dem man so einiges über den Produktionsprozess und den fertigen Film erfährt, der aber auch recht oft stockt. Da wird verwiesen auf die Hände am Anfang (Franka Potentes Hände), über die Inspiration für den Film (z. B. Méliès Stummfilme), wofür ein halbes Osterei aus Styropor mit Watte gut sein kann, dass man aus Alufolie mit Licht Sterne machen kann und wie man das richtige Grau mittels Fotohandy ermittelt.
Als Extras gibt es ein ausführliches Making of mit Interviews, Gegenüberstellungen und Probeaufnahmen. Hier erfährt man, wie die Hauptdarstellerin, die keine Schauspielerfahrung hatte, mit den Aufnahmen klar kam und dass Franka Potente ihre Regieanweisungen oft schrie bzw. hinter der Kamera heftig mit agierte. Es gibt auch Infos zu den Spezialeffekten, z. B. dem Hahn mit Kopf oder der unverständlichen Liebessprache. Ebenso wird einiges über die Musik und deren Einspielung erklärt. Zusätzlich gibt es noch eine Fotogalerie und Trailer.
Für einen ersten Film ist "Der die Tollkirsche ausgräbt" nicht schlecht gelungen. Wer keinen abendfüllenden Streifen erwartet, der mit tiefgründigen und effektgeladenen Szenen aufwartet, wird hier durchaus Unterhaltendes finden. Die Mittel des Stummfilms mit altmodischen Tricks, ausufernder Gestik und Mimik und starkem Make Up sind gut ausgenutzt, und mit einer netten Story kann man sich gut amüsieren. Mich hat einzig der Punk gestört, dessen Handlungen und Stimme die stumme Atmosphäre doch schon manchmal störte. Dann wundert es auch nicht, wenn der Darsteller zugibt, sich unter den ausschließlich stumm agierenden Mimen manchmal etwas daneben gefühlt zu haben.
Insgesamt also ein netter Film zur Unterhaltung, der manchmal sogar magische Moment aufweist. Dazu noch eine historisch belegte Popoklatschmaschine und man kann sich nicht mehr beklagen. Für eine höhere Bewertung ist der Film mir mit weniger als 45 Minuten aber einfach zu kurz und erreicht dann doch nicht das Slapstick-Niveau, das er gerne hätte, auch wenn er für eine Weile ganz gut unterhält. Es bleibt die Frage, ob der Film es ohne Promi-Bonus auf eine DVD geschafft hätte.
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Der die Tollkirsche ausgräbt B000X9WWQ8
Emilia Sparagna
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Der die Tollkirsche ausgräbt
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Kurze Stummfilm-Hommage
Als Regiedebüt hat sich Franka Potente einen Stummfilm ausgesucht, der mit dramatischer Gestik, in schwarzweißen Bildern und mit Tricks der Stummfilmzeit aufwartet. Die Geschichte dreht sich um die verarmte Heldin, die nach dem ersten Weltkrieg mit einem reichen Ekeltypen verheiratet werden soll, dann aber mit einem Punk aus der Gegenwart konfrontiert wird, der als einziger spricht, aber von den anderen nicht verstanden wird. Mit einem übersinnlichen Ritual versucht sie, das Schicksal in eine andere Richtung zu drängen.
Als Extras auf der DVD findet sich einmal ein gemeinsamer Audiokommentar von Franka Potente und der Kostümbildnerin Ingrid Buhrmann, in dem man so einiges über den Produktionsprozess und den fertigen Film erfährt, der aber auch recht oft stockt. Da wird verwiesen auf die Hände am Anfang (Franka Potentes Hände), über die Inspiration für den Film (z. B. Méliès Stummfilme), wofür ein halbes Osterei aus Styropor mit Watte gut sein kann, dass man aus Alufolie mit Licht Sterne machen kann und wie man das richtige Grau mittels Fotohandy ermittelt.
Als Extras gibt es ein ausführliches Making of mit Interviews, Gegenüberstellungen und Probeaufnahmen. Hier erfährt man, wie die Hauptdarstellerin, die keine Schauspielerfahrung hatte, mit den Aufnahmen klar kam und dass Franka Potente ihre Regieanweisungen oft schrie bzw. hinter der Kamera heftig mit agierte. Es gibt auch Infos zu den Spezialeffekten, z. B. dem Hahn mit Kopf oder der unverständlichen Liebessprache. Ebenso wird einiges über die Musik und deren Einspielung erklärt. Zusätzlich gibt es noch eine Fotogalerie und Trailer.
Für einen ersten Film ist "Der die Tollkirsche ausgräbt" nicht schlecht gelungen. Wer keinen abendfüllenden Streifen erwartet, der mit tiefgründigen und effektgeladenen Szenen aufwartet, wird hier durchaus Unterhaltendes finden. Die Mittel des Stummfilms mit altmodischen Tricks, ausufernder Gestik und Mimik und starkem Make Up sind gut ausgenutzt, und mit einer netten Story kann man sich gut amüsieren. Mich hat einzig der Punk gestört, dessen Handlungen und Stimme die stumme Atmosphäre doch schon manchmal störte. Dann wundert es auch nicht, wenn der Darsteller zugibt, sich unter den ausschließlich stumm agierenden Mimen manchmal etwas daneben gefühlt zu haben.
Insgesamt also ein netter Film zur Unterhaltung, der manchmal sogar magische Moment aufweist. Dazu noch eine historisch belegte Popoklatschmaschine und man kann sich nicht mehr beklagen. Für eine höhere Bewertung ist der Film mir mit weniger als 45 Minuten aber einfach zu kurz und erreicht dann doch nicht das Slapstick-Niveau, das er gerne hätte, auch wenn er für eine Weile ganz gut unterhält. Es bleibt die Frage, ob der Film es ohne Promi-Bonus auf eine DVD geschafft hätte. Mara "lahorla"
22. März 2008
Insgesamt: 5
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