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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Final-Fantasy-Experiment, 21. November 2006
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= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Final Fantasy X-2 (Videospiel)
Nun ist es also soweit, ich bin bei meinem vorerst letzten Bericht über ein Videospiel angekommen, welcher möglicherweise auch mein allerletzter Bericht in diesem Jahr überhaupt sein wird. Daher habe ich mir ein Videospiel ausgesucht, über welches sich aus meiner Sicht wirklich zu berichten lohnt, es handelt sich um das Spiel Final Fantasy X 2 für die Playstation 2, welches dem Genre der Rollenspiele angehört und den neuesten Teil der weltberühmten Serie darstellt, welcher in Europa bislang erschienen ist... .

VORGESCHICHTE, VERSION, PREIS

Bei kaum einem Videospiel wie diesem hier, gab es solche unterschiedlichen Kritiken. Während die meisten Videospielfans sich so wie ich sehr auf das Erscheinen dieses Rollenspiels freuten, wurden im Vorfeld der europäischen Version teilweise doch schon erstaunlich negative Kritiken getätigt, die sich auf die Monate vorher in Japan und den USA erschienen Teile bezogen. Denn es sind in diesem Teil doch einige völlig neue Elemente enthalten, auf die ich gleich natürlich eingehen werde. Gekauft haben wir uns Final Fantasy X 2 im Frühjahr 2004 und bezahlten damals exakt 49€. Am Preis dürfte sich inzwischen auch noch nicht viel geändert haben, ob sich der Kauf aus meiner Sicht denn nun auch lohnt und meine hohen Erwartungen an dieses Spiel erfüllt oder sogar übertroffen wurden, sage ich Euch jetzt...

GESCHICHTE

Gleich zu Beginn werdet Ihr merken, dass es sich hier zwar erstmals um einen Nachfolger zu einem Teil von Final Fantasy handelt, die Präsentation und Atmosphäre des Spiels dieses Mal aber völlig anders ist. Im Gegensatz zu den ansonsten oft düsteren und beklemmenden Szenarien wirkt das Spiel hier gleich vom Start weg sehr fröhlich. Ich fühlte mich jedenfalls sofort an die Musiksender VIVA und MTV erinnert, weswegen ich doch etwas beunruhigt war. Was auffällt ist, dass wir es in der Geschichte von Final Fantasy X 2 leider nur mit drei Hauptfiguren zu tun haben, was ich sehr schade finde. Außerdem sind ausschließlich nur drei junge Frauen spielbar, was die männlichen Videospieler wahrscheinlich sehr freuen wird, für mich aber nicht ganz so toll, eben einfach zu einseitig ist...

Diejenigen von Euch, die das weltberühmte Final Fantasy X gespielt haben, werden sich daran erinnern, dass die Beschwörerin Yuna von ihrer großen Liebe, nämlich dem Helden Tidus, gewaltsam getrennt wurde. Zwar war das Böse endgültig besiegt, doch ihr Tidus war verschwunden, er hatte sich sozusagen geopfert. Doch die Hoffnung auf ein Wiedersehen hat sie nicht aufgegeben und so macht sie sich in der Welt von Spira auf die Suche. Die Städte in der Welt von Spira sind absolut mit denen des Vorgängers identisch, aber nicht nur Kenner des Vorgängers werden sich superschnell zurechtfinden, denn auch ohne, dass Ihr Final Fantasy X gespielt habt, werdet Ihr Euch hier in Final Fantasy X 2 innerhalb sehr kurzer Zeit ganz sicher zurechtfinden...

Yuna hat sich jedenfalls mittlerweile zu einer Karriere als Jägerin von Sphäroiden entschlossen. In diesen Sphäroiden können Botschaften in Form kleiner Filme übermittelt werden und in genau solch einer Botschaft glaubt Yuna nämlich, Information zu ihrem geliebten Tidus erhalten zu haben. Daher macht sie jetzt überall Jagd auf diese Sphäroiden und hofft natürlich auf diese Art und Weise, Tidus wiederfinden zu können. Dabei ist sie nicht auf sich allein gestellt, denn ihr steht Rikku zur Seite, die ja auch schon eine Hauptfigur im vorigen Teil darstellte. Neu hingegen ist das dritte Mädchen, die Paine heißt. Während Rikku sehr emotional und auch frech ist, wirkt Paine hingegen sehr kühl und zurückhaltend. Sie redet zunächst nicht sehr viel, scheint aber ebenfalls Sphäroide zu jagen, um mehr über die Vergangenheit erfahren zu können. Diese drei jungen Damen nennen sich das „Möwenpack“, ein Name, der meiner Meinung nach unfreiwillig komisch ist und überhaupt nicht passt. Aber das ist ja bei deutschen Übersetzungen wirklich nichts Neues...

Bei der Jagd nach den Sphäroiden sind sie natürlich nicht die Einzigen, zahlreiche Konkurrenten haben genauso ein Auge auf die wertvollen Sphäroiden geworfen, so zum Beispiel die eiskalte Le Blanc, die ihnen sogar einen Sphäroiden klaut. Dabei handelt es sich ausgerechnet um denjenigen, in welchem Yuna glaubt, ihren Tidus erkannt zu haben. Der Grund, wieso Le Blanc den Sphäroid klaute, liegt aber ganz woanders, denn in dem enthaltenen Film ist Vegnagun zu sehen, die eine riesige Kanone darstellt, welche so zerstörerisch ist, dass sie die ganze Welt von Spira zerstören könnte. Natürlich streiten sich viele Herrscher um diese gewaltige Kanone, der fast schon übliche Machtkampf um die Weltherrschaft hat begonnen, wobei man zwischendurch wirklich nicht mehr weiß, wer eigentlich der Böse und wer der Gute ist. Besonders drei Figuren scheinen immer wieder ins Spiel zu kommen, wenn es um erbitterte Machtkämpfe geht: Zunächst einmal Nooj, welcher Führer der jungen Liga ist, dann Baralai, welcher der Anführer von Neu Yevon ist und schließlich Gippel, welcher als noch sehr junger Boss der Al Bhed in Erscheinung tritt...

Die Situation spitzt sich dann im weiteren Verlauf gerade für Yuna immer mehr zu, als deutlich wird, dass es sich bei dem Jungen, welcher Tidus zum Verwechseln ähnlich sieht, wahrscheinlich um einen anderen Helden handelt. Die sehr komplizierte Geschichte überrascht immer wieder dabei mit vielen Wendungen, Spannung ist auf jeden Fall vorhanden. Die zentralen Fragen gehen im Grunde aber dann nur darum, ob Yuna ihren Tidus wiedersehen kann und ob die Welt wieder einmal in letzter Minute vor dem Untergang gerettet werden kann, trotzdem gestaltet sich die gesamte Handlung als vielschichtig und abwechslungsreich und spornt zunächst immer wieder aufs Neue zum Weiterspielen an...

SPIELVERLAUF, SPIELDAUER

Eines noch einmal zur Klarstellung: Ihr braucht nicht unbedingt den Vorgänger zu kennen beziehungsweise ihn durchgespielt zu haben, es ist nur ein kleiner Vorteil, weil Ihr Euch eben in der Welt von Spira dann sehr gut auskennt. Wer allerdings das nötige „Kleingeld“ und ein „bisschen“ Zeit übrig hat und Final Fantasy X noch nicht kennt, sollte beide Teile hintereinander spielen, weil dann zunächst ungeklärte Dinge aus Teil X in X 2 aufgeklärt werden. Aber wie gesagt, Final Fantasy X 2 ist ansonsten ein völlig eigenständiges Spiel, Ihr könnt auch ruhig direkt mit diesem Teil anfangen...

Ganz neu ist in Final Fantasy X 2 jedenfalls, dass im ganzen Verlauf des Spiels Waffen und Rüstungen so gut wie gar keine Rolle spielen. Wichtig sind hier eigentlich „nur“ die Kleider, in welche die drei Mädchen die ganze Zeit über wechseln können. Insgesamt stehen Euch 15 verschiedene Kostüme zur Verfügung, die mit den jeweiligen Kostümsphäroiden angelegt werden können. Je nachdem welches Kostüm eines der drei Mädchen anlegt, verändert sich nicht nur ihr Äußeres, sondern sie hat dann völlig andere magische Kräfte oder Spezialfähigkeiten. Es stehen Euch dabei insgesamt 14 verschiedene Möglichkeiten der Verwandlung zur Verfügung. Ganz wie Ihr es wollt, könnt Ihr Yuna, Rikku und Paine in Schütze, Itemschütze, Zauberschütze, Weißmagier, Schwarzmagier, Dieb, Krieger, Berserker, Diva, Glücksspieler, Dompteur, Maskottchen, dunkler Ritter und Samurai verwandeln. Und außerdem könnt Ihr in bestimmten Momenten eine Spezialverwandlung durchführen, wobei es für jedes einzelne Mädchen eine Spezialform gibt, die dann natürlich besonders mächtig ist. Jede Charakterklasse verfügt natürlich über individuelle Stärken und Schwächen, wobei die Verwandlungen und Animationen teilweise atemberaubend schön aussehen...

Wie in eigentlich allen Teilen von Final Fantasy lauft Ihr natürlich nur zu Beginn „zu Fuß“ durch die Gegend, schon sehr früh reist Ihr mit einem Flugschiff von Ort zu Ort. Interessant ist dabei, dass Ihr Euch in den meisten Fällen es selber aussuchen könnt, wohin die nächste Reise denn nun gehen soll. Trotzdem ist der Spielverlauf im Grunde leider wieder einmal nur linear, das heißt, dass Ihr zwar ein bisschen „in die Breite“ spielen könnt (besonders, wenn Ihr Eure drei Charaktere stärker machen wollt), aber Ihr trotzdem früher oder später an einem ganz bestimmten Ort auftauchen müsst, damit die Geschichte weitergehen kann. Ihr könnt allerdings einzelne Nebenmissionen einfach links liegen lassen und auf das Entdecken kleiner Geheimnisse (und oft auch nützlicher Gegenstände) verzichten, wenn Ihr es „eilig“ habt. Und so kommt es dass wir es beim ersten Mal erst nach circa 60 Stunden durchgespielt hatten, beim zweiten Mal aber nur noch 20 Stunden gebraucht haben. Es liegt also meistens an Euch, ob Ihr bestimmte Orte noch einmal besuchen wollt oder nicht. Diejenigen „Kritiker“, die aber von einem „nichtlinearen Spielverlauf“ sprechen, liegen aber falsch, denn ob Ihr Nebenstränge in der Handlung verfolgt oder nicht, hat überhaupt keine Auswirkungen auf den Hauptstrang, eben den „roten Faden“ der Geschichte. Genau das hätte ich mir aber gewünscht, was ich natürlich schade finde...

Zur Auswahl stehen dabei auch zahlreiche Minispiele, an denen Ihr Euch stundenlang aufhalten könnt, wenn Ihr wollt. Habt Ihr tatsächlich Lust, an Spielen wie einem Echsenrennen, der Jagd nach Chocobos oder der Suche nach Kaktoren teilzunehmen, verbraucht Ihr allein für alle Minispiele in etwa die selbe Zeit wie ansonsten für das gesamte Spiel. Ich jedenfalls interessierte mich eigentlich nur so richtig für das Kartenspiel „Sphäro-Break“ und dem Managen des „Blitzball-Teams“, was ich jetzt allerdings nicht im Detail erläutern möchte, dies würde den Rahmen des Berichts sicher total sprengen...

Dass Ihr allerdings im Gegensatz zu anderen Final-Fantasy-Teilen nicht 20 oder 30 Stunden nur mit dem „Aufleveln“ der einzelnen Figuren verbringen müsst, liegt daran, dass ja nur die drei Mädchen zur Verfügung stehen. Da Ihr Euch nicht um andere Helden diesmal kümmern müsst und ständig nur mit den drei Heldinnen kämpft, werden diese fast schon automatisch stärker und stärker...

Das Kämpfen an sich steht natürlich neben der Geschichte eindeutig im Vordergrund, weshalb ich jetzt an dieser Stelle doch ein paar Worte darüber verlieren möchte: Wie ich am Anfang schon sagte, spielen die Kostümsphäroiden hier eine entscheidende Rolle und nicht etwa Schwerter und Rüstungen. Das Kampfsystem ist diesmal aber wieder so wie ganz früher, denn es kommt das sogenannte „Active Time Battle“-System zur Geltung. Das bedeutet nichts Anderes, als dass sich im Kampf eine Zeitleiste nach einem eingegebenen Befehl auflädt. Je nach Talent dauert dies auch einmal etwas länger, so dass in diesem Zeitraum auch die Gegner dran sein können. Auch in diesem Punkt ist vieles sicher Ge-schmackssache, der Belohnung für ein schnelles Reagieren beziehungsweise eine schnelle Befehlseingabe stehen oft hektische Momente gegenüber. Zuviel Hektik entsteht in Final Fantasy aber (bis auf die wenigen ganz schweren Kämpfe) meistens nicht, denn dafür sind die meisten Feinde einfach nicht stark genug. Doch dazu später an anderer Stelle noch mehr...

Im Mittelpunkt steht jedenfalls die Verwandlung mit den Kostümsphäroiden. Stellt Euch vor, dass jede einzelne Kostümpalette aus mehreren Feldern wie zum Beispiel Jäger, Weißmagier, Krieger und Samurai besteht. Das Mädchen, welches gerade solch eine Palette trägt, kann sich in eben diese vier Charaktere verwandeln, zum Beispiel von einer Kriegerin zu einer Schwarzmagierin, wobei sich dann augenblicklich die individuellen Merkmale (Lebenspunkte, Schlagkraft, Magie, Verteidigung gegen physische und magische Angriffe sowie Spezialattacken) entsprechend ändern. Tritt dann eines der drei Mädchen besonders oft als Samurai-Kämpferin in Erscheinung, erlernt sie nach und nach spezielle Samurai-Fähigkeiten. Dies sieht dann nicht nur optisch sehr interessant aus, sondern bringt auch viele neuen taktischen Elemente in das Spiel, Langeweile kommt auf jeden Fall so schnell nicht auf, glaube ich...

STEUERUNG, PERSPEKTIVE, SCHWIERIGKEITSGRAD

Eigentlich schon immer war die Steuerung der Heldengruppe und das Zurechtfinden in den Menüs eine große Stärke aller Final-Fantasy-Teile und da macht auch Final Fantasy X 2 zum Glück keine Ausnahme. Schon nach sehr kurzer Zeit habt Ihr das nur auf den ersten Blick kompliziert erscheinende System hinsichtlich der Kostümsphäroiden inklusive der zahlreichen Verwandlungsmöglichkeiten verinnerlicht. Im Kampf selber gibt es, obwohl Ihr durch das „ATB“-System zeitlich immer etwas unter Druck seid, sicher auch keine Probleme, auch „Final-Fantasy-Unerfahrene“ kommen da sicher schnell zurecht. Solltet Ihr trotzdem einmal größere Probleme haben, hilft Euch das umfangreiche Optionsmenü sicher weiter. Auch mit der Perspektive und den Kameraeinstellungen gibt es keinerlei Probleme. Auch dies ist fast schon typisch für Final Fantasy. Bei der Weltkarte schaut Ihr von schräg oben aus einer sogenannten „isometrischen 2D-Perspektive“ und in den Kämpfen selber wird schnell und gekonnt in 3D umgeblendet. Zu keiner Zeit stehen Euch irgendwelche Texturen im Weg, Ihr habt immer freie Sicht auf das Spielgeschehen. Rasante Kamerafahrten dürft Ihr dann zusätzlich noch bei den beeindruckend in Szene gesetzten Verwandlungen und Spezialattacken erleben, allein diese solltet Ihr Euch wirklich einmal ansehen, selbst wenn Ihr dieser Art von Videospielen ansonsten nicht so wahnsinnig viel abgewinnen könnt...

Was mir dann aber leider überhaupt nicht gefiel, war der viel zu niedrige Schwierigkeitsgrad, in diesem Punkt wurde ich besonders enttäuscht. Was bringt es mir denn, alle möglichen Nebenstränge der Handlung zu verfolgen und die drei Mädchen durch viele erfolgreiche Kämpfe so stark zu machen, dass sie in mehreren Charakterklassen dann so gut sind, dass sie praktisch unschlagbar sind? Für die meisten Feinde, die sich in den Weg stellen, braucht Ihr überhaupt gar nicht erst eine weitere Verwandlung durchzuführen und schon gar nicht die jeweilige Spezialform eines der drei Mädchen anzunehmen, dafür sind die Gegner viel zu schwach. Nur in ganz wenigen Fällen lohnt sich das wirklich, in ungefähr 98% aller Fälle lassen sich die Gegner aber innerhalb von 20 bis maximal 30 Sekunden auch so erledigen. Das führt dann eben auch dazu, dass dieses Abenteuer, solltet Ihr Euch für die zahlreichen Minispiele und Nebenmissionen nicht besonders interessieren, viel zu schnell durchgespielt ist. Viel besser wäre es doch da gewesen, den Schwierigkeitsgrad so hoch zu machen, dass die durch die vielen Minispiele und Nebenaufgaben gewonnen Extragegenstände dann auch einen Sinn machen. So aber stellt Final Fantasy X 2 keine große Herausforderung dar, was ich natürlich überhaupt nicht schön finde...

GRAFIK

Jetzt hatte ich zumindest in diesem Punkt dann erwartet, dass die Grafik so toll ist, dass ich über andere Mängel wahrscheinlich noch hinwegsehen könnte. Dies ist zwar sicher der Fall, wenn ich an die tollen Kostümverwandlungen und die beeindruckende Präsentation beim Ausführen der Spezialfähigkeiten denke und auch die Animationen der drei Mädchen sind eigentlich das ganze Spiel über sehr sehenswert, doch was ist mit den Hintergründen? Da gibt es doch (für Final Fantasy eigentlich ungewohnte) Schwächen, denn zum Beispiel der Ort „Stille Ebene“, die „Donnersteppe“ oder der Berg „Gagazet“ sehen sehr langweilig aus und „Guadosalam“ sogar richtig hässlich. Zwar trösten da manche anderen Gegenden wie die Insel „Kilika“, die Stadt „Luca“ und insbesondere der glitzernde „Macalania-Wald“ etwas hinweg, doch bin ich somit, was die Grafik angeht, doch etwas hin- und hergerissen, ein „Super“ hinsichtlich des Gesamteindrucks, was ich schon öfter vorher gehört beziehungsweise gelesen habe, kann ich jedenfalls überhaupt nicht verstehen...

Schlimmer finde ich allerdings etwas ganz Anderes, nämlich die Tatsache, dass bei dieser europäischen Version immer noch dicke schwarze PAL-Balken zu „bestaunen“ sind. Zwar sind sie meinem Gefühl nach nicht mehr ganz so dick wie beim Vorgänger, aber akzeptieren kann ich das trotzdem überhaupt nicht. Und fast schon „normal“ ist es dann auch, dass wieder einmal ein Geschwindigkeitsverlust im Vergleich zur Originalversion festzustellen ist, das ist einfach ärgerlich und zeigt wieder einmal, welchen geringen Stellenwert der europäische Markt wohl immer noch hat. Außerdem sehen die Gesichter bei näherer Betrachtung, besonders Yuna, bei weitem noch nicht perfekt aus, immer noch empfand ich gerade Yunas Gesicht als zu breit und von der Mimik her fast schon leblos. Und das ist, glaube ich auf jeden Fall, nicht nur Geschmackssache...

MUSIK

In diesem Punkt gibt es wahrscheinlich sehr unterschiedliche Ansichten. Denn die Musikstücke sind völlig anders als bei den Vorgängern von Final Fantasy. Diesmal gibt es keine Melodien, die von einem Orchester stammen könnten oder sich dramatisch anhören würden, ganz im Gegenteil, alle Melodien gehören dem Bereich der Pop-Musik an gemischt mit Techno-Klängen. Natürlich ist dies Geschmackssache, mir gefiel dies aber weniger, da das meiner Meinung nach nicht besonders toll zu einem Fantasy-Rollenspiel passt. Die Begleitmelodien an sich hören sich zwar wirklich nicht schlecht an, aber die dadurch vermittelte Atmosphäre verhinderte immer wieder, dass ich so richtig in den Bann der Geschichte gezogen werden konnte. Dass der Musikstil hier sehr ungewohnt ist, soll ja erst einmal kein Nachteil sein, im Gegenteil, Kreativität ist hier sicher nicht falsch, aber dieses gewagte Experiment ging aus meiner Sicht total daneben. Im Gegensatz zu den meisten Vorgängern werde ich mir den Soundtrack zu Final Fantasy X 2 ganz sicher nicht kaufen...

MEIN FAZIT

Die Geschichte von Yuna, die glaubt, ihren geliebten Tidus in einem Video eines Sphäroiden erkennen zu können und sich daraufhin sofort auf die Suche nach ihm macht, ist eigentlich eine gute Idee. Zum allerersten Mal gibt es somit eine richtige Fortsetzung zu einem Final-Fantasy-Teil. Dass Vorkenntnisse zwar hilfreich aber nicht unbedingt nötig sind, sorgt für eine große Zielgruppe, denke ich. Dass dieses Mal allerdings nur drei Hauptfiguren zur Verfügung stehen und dann auch noch einseitig nur drei Mädchen, hat mir überhaupt nicht gefallen...

Der Spielumfang ist mir außerdem viel zu kurz geraten, zumal ich an den meisten angebotenen Minispielen gar kein Interesse hatte. Dass es zahlreiche Nebenmissionen gibt, hat mir sehr gut gefallen, doch war ich im Nachhinein dann doch enttäuscht, als ich merkte, dass diese Nebenaufgaben überhaupt keinen Einfluss auf den Spielverlauf haben und somit dann eben doch wieder nur ein linearer Spielverlauf vorzufinden ist. Darüber wollten die Entwickler von Square wohl nur hinwegtäuschen, ein kläglicher Versuch, wie ich finde. Das Kampfsystem fand ich hingegen gut, damit meine ich sowohl das „ATB“-System als auch den Verzicht auf Waffen oder Rüstungen. Dass die Auswahl der Kostüme entscheidend ist und dabei auch noch sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten vorhanden sind, hat mir gut gefallen. Das Erlernen unzähliger Spezialfähigkeiten für die drei Heldinnen steht klar im Vordergrund und löst tatsächlich (vor allem durch die tolle Präsentation) einen Suchtfaktor aus...

Grafisch dachte ich zunächst, dass dieser Teil sogar noch ein bisschen besser aussehen würde als der sowieso schon sehr schöne zehnte Teil. Die Verwandlungen in die grundverschiedenen Charakterklassen und die Animationen der drei Mädchen sehen wirklich beeindruckend schön aus. Dass aber manche Gegenden langweilig aussehen, dies bei gut einem Drittel der Hintergrundgrafiken der Fall ist, kann ich irgendwie nicht verstehen. Von wunderschönen Landschaften mit beeindruckenden Lichteffekten bis hin zur superhässlichen Umgebung, für die sich sogar ein Videospiel für die alte Playstation schämen müsste, ist eigentlich alles dabei...

Was mich dann aber ganz besonders störte, waren die oft kindischen Dialoge, die Begleitmusik, die nicht zu einem Fantasy-Abenteuer passt und der viel zu niedrige Schwierigkeitsgrad. Dass dann der Hauptstrang der Geschichte allerhöchstens 20 Stunden beansprucht, ist dann eigentlich ja fast schon unverschämt, finde ich. Insofern kann Final Fantasy X 2 überhaupt nicht mit seinem Vorgänger und auch den Teilen für die alte Playstation mithalten, sehenswert ist es aber in großen Teilen trotzdem, so dass Fans dann eben doch wieder einmal einfach zugreifen müssen. Unentschlossenen rate ich aber unbedingt dazu, sich dieses Rollenspiel erst einmal für einen Tag auszuleihen, um sich ein genaues Bild machen zu können...
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