Kundenrezension

4.0 von 5 Sternen "Ödipus", 24. August 2009
Rezension bezieht sich auf: König Ödipus (Gebundene Ausgabe)
Der Grieche Sophokles schrieb diesen bekannten antiken Mythos. Wer kennt nicht in groben Zügen die Geschichte von Ödipus? (Ödipus wurde als Kind ausgesetzt. Später erschlug er unwissend seinen Vater und nahm seine Mutter zur Frau). Wie sich das Stück über fünf Auftritte mit vielen Personen entwickelt, das wissen die wenigsten Menschen. Für mich war dieses Buch, mit 72 Seiten, ein schöner Ausflug in die griechische Antike und es ist mal interessant diesen Texte selber zu lesen und zu sehen wie sich das Stück entwickelt.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.08.2009 14:20:10 GMT+02:00
Falls das Buch hier nicht zu bekommen ist: Entweder beim Annaconda Verlag direkt oder über den normalen Buchhandel bestellen!

Veröffentlicht am 25.08.2009 09:24:01 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.08.2009 09:24:57 GMT+02:00
kpoac meint:
Die Aussage, dass mehrfache Interpretation des Ödipus-Stoffes möglich ist, heißt, Eulen nach Athen tragen. Daher kann an dieser Stelle einmal die psychoanalytische Version in Anlehnung an Freuds Traumdeutung gelesen werden, zum anderen lässt sich mit Sophokles die Geburt der Philosophie aus dem Geiste der Tragödie herleiten, wie Sloterdijk es mal versuchte. Sehr interessant ist auch die Interpretation Ödipus' Verhalten als eine Summe aus Wille und Macht. Aber wie immer es sei, im Leser bildet sich eine eigene Meinung.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.08.2009 13:13:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.08.2009 13:28:02 GMT+02:00
Vielen Dank für diese Hinweise zu Ihren Rezensionen. Ich habe alle gelesen und mir gefielen folgende Gedanken in den drei Rezensionen:

(Textstelle aus "gelesen werden")

„Diesen Tatbestand bewegte Freud zur Annahme, dass es eine Stimme im Inneren des Menschen gibt, die die zwingende Gewalt des Schicksals anzuerkennen bereit ist.“

( Textstelle aus "Geburt der Philosophie aus dem Geiste der Tragödie" )

„Mit Sophokles kann man den Beginn des radikalen philosophischen Denkens verorten, wie es einst Sloterdijk als "zweites Orakel" beschrieb. Diese nun scheinende Sonne im Kopf ist die, die niemals untergeht, die immerfort sich dem Denken und dem Streben nach Weisheit widmet, so wie Ödipus er vorhat: "das Dunkel zu klären von Anfang an". Mit Sloterdijk lässt sich feststellen, geradezu beschwören, dass Sophokles mit Ödipus nichts Geringeres gelang als die Geburt der Philosophie aus dem Geiste der Katastrophe.“

(Textstellen aus "Wille und Macht")

„Ödipus gelingt es als Mittler zwischen den Göttern und den natürlichen Menschen, zwischen dem Ersichtlichen und dem Erahnten den großen Bogen der Gegensätzlichkeiten zu verbinden und nur dort, wo dieses gelingt, ist Wahrheit und Erkenntnis.

Die Götter, das Orakel des Lichtgottes Apollon geben ein Zeichen, der Seher Teiserias, das blinde Dunkle steht Pate und gibt den Hinweis, der nicht geglaubt wird. Die Antithesen von Laios und dem Stiefvater, die Ambivalenz von der Mutter Jokaste und der Frau Jokaste von Ödipus sind die Argumente, nicht die Zeugen einer Tat, die Theben ins Unglück stürzte. Erst die beiden Hirten konnten die gegenwärtige Wirklichkeit mit der von den Götter vorhergesagten verbinden, in dem sie Augenscheinliches berichteten und ihre jeweilige Geschichte zusammen das gesamte Orakel erinnern und es kenntlich machen. Götter und Hirten sind es, die den dazwischen Seienden zur Erkenntnis, auch zur Selbsterkenntnis verhelfen. Denn Ödipus liebte die Macht, nichts sollte ihn davon abbringen; und er liebt das Wissen, allein, einzig und letztendlich unabhängig davon, ob es sich gegen ihn selbst wendet. Der Wille zum Wissen ist das Verhängnis des Ödipus und damit ist Sophokles ein Dichter der Tragödien, die den Menschen erkennen und ihm vorführen, wohin dessen Selbsterfahrung, deren "Macht haben wollen" führt. Um die Macht geht es vom ersten bis zum letzen Vers. "Du hast die Macht, du musst uns von der Pest befreien" fordern die Bürger Thebens von ihrem Herrscher. Und Ödipus erkennt: "die Pest gefährdet auch meine Herrschaft". Ihn erschreckt also nicht die Botschaft des Orakels, er könne seine Vater getötet, seine Mutter geheiratet haben. Einzig hat er Angst davor, seine Macht zu verlieren. Der, "der auf dem Gipfel der Macht gewesen" fällt, weil sein Wille zum Wissen sich selbst entlarvte.

Am Ende ist Ödipus einer, der weder auf das Orakel der Götter achtet, noch danach fragt, was das Volk will. In seinem Drang zu regieren, seinem Drang, Macht zu behalten, findet er seine Zeugen, die gesehen haben. Er findet die Hirten, die Menschen, die bezeugen und damit wissen, was die Götter prophezeit haben. Ödipus macht sich in der hergestellten Verbindung letztendlich überflüssig. Denn sein Wissen wollen ist vollbracht in der Zusammenfügung von Götterspruch und (Menschen-)Hirtensicht. Einsame Macht um ihn macht ihn zum Übermaß. Von allem besitzt er zuviel, wie Foucault mal sagte. Zuviel ist Überfluss, macht überflüssig.

Die tiefe Erinnerung der Hirten ist Jahre später Idee der platonischen Philosophie. Platon entwertet das Wissen zugunsten einer essentiellen Erinnerung an die Wesenschau, der Idee an sich. Er trennt Wissen und Macht, für ihn ist Wissen schon Machtverzicht im politischen Sinne.

Ödipus jedoch vereint in sich Wissen und Macht und kein anderer als Nietzsche konnte Jahrhunderte später zeigen, dass Wissen nicht frei ist von politischer Macht. So wie es Sophokles brillant offenbaren konnte. Lesen Sie "König Ödipus" unter dem Aspekt von Macht und Wissen.
Denn sein Wissen wollen ist vollbracht in der Zusammenfügung von Götterspruch und (Menschen-)Hirtensicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.08.2009 03:21:05 GMT+02:00
kpoac meint:
Es ist nett, dass Sie die Kernpunkte aus meinen Rezen mit unterschiedlicher Sichtweise hier vereinen. So ergeben sich die Varianten einer Interpretation auf einen Blick.
Beste Grüße
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