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Kundenrezension

28 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Merkwürdig ungleichmäßig, 29. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Dramma (Audio CD)
präsentiert sich die Gesangsleistung von Simone Kermes in der vorliegenden Einspielung mit teils bekannten, teils unbekannten Arien von Porpora, Pergolesi, Händel und Hasse. Während die meisten Töne in der höheren Lage wunderbar klar und schön erklingen, mischen sich in anderen Arien unschön schrille, nicht gänzlich beherrschte Töne in die Koloraturen. Außerdem wagt sich die Sopranistin ins Altregister hinab - diese Töne kommen extrem schwach daher, und die tiefsten werden so mühselig und rauh herausgepresst, dass man sich fragt, warum sich die Sängerin so unglücklich einem Vergleich mit den exzellenten Koloraturmezzosopranistinnen unserer Zeit aussetzt, deren Stimmen im Brustregister ein kräftiges, klangvolles Fundament besitzen.
Gleichmäßig ist in dieser Einspielung hingegen die fehlende Aufmerksamkeit auf ein präzises Legato oder eine makellose Aussprache des Italienischen. Sich längere Koloraturen mit „a-ha-ha-ha-ha“ anzuhören ist beschwerlich und sollte dem Hörer bei einer CD, die sich mit anderen höchst optimistisch vergleicht, eigentlich nicht zugemutet werden. Das gleiche gilt für die Aussprache des Italienischen, die einen, wenn aus dem Sovrano ein „soff-rano“, dem vedro ein „vitro“ wird, immer wieder zumindest überrascht die Stirn runzeln lässt.

In den viel besprochenen und natürlich entscheidenden virtuosen Gesangskünsten enttäuscht die Sängerin an entscheidenden Stellen. Voller Vorfreude blickt man dem „messa di voce“, dem ausgedehnten Anschwellen und Abschwellen eines gesungenen Tons, entgegen, wird aber mit einer mit starkem Vibrato versehenen Kurzversion mit kürzest möglichem Decrescendo abgespeist. Einen Ton wie die Kermes anschwellen zu lassen, vermag jedes Kind; die hohe Kunst läge darin, den Ton sehr langsam wieder abschwellen zu lassen, und zwar, ohne dass dabei ein unkontrolliertes Vibrato entsteht. In Perfektion ist diese hohe Kunst z.B. bei Cecilia Bartoli zu hören. Frau Kermes entzieht sich diesem Anspruch zweifach, indem ihr Decrescendo so kurz ist, dass man eigentlich gar nicht mehr von einem „messa di voce“ sprechen kann, und das ganze Gebilde gleich und unhistorisch mit Vibrato gesungen wird. „Advantage: Bartoli“, möchte man da sagen.
In den so wichtig genommenen Koloraturen der schnellen Arien finden sich bei Frau Kermes diverse Schwächen in allzu großer Häufung. Immer wieder sind Töne besonders in schnellen Passagen höchst ungenau intoniert - meint man, bei der Geschwindigkeit werde der Hörer das nicht bemerken? - Man sollte den Hörer und sein Urteilsvermögen nie unterschätzen.

Außerdem irritiert Frau Kermes mit ihrer seltsamen Manier, einzelne Töne mit einem die Intonation verzerrenden Ansatz zu singen, die wohl besonders ausdrucksvoll wirken soll, tatsächlich aber schlicht nicht zum Stil barocker Gesangstechnik passt. Auch Kermes' Verwendung von rubato ist sehr eigenartig: Töne werden nicht mit einem erkennbaren Grund oder musikalischen Zusammenhang, sondern offenbar beliebig zu früh oder zu spät angesetzt; die improvisierende musikalische Ausgestaltung im Barock präsentierte sich sicherlich anders, überlegter und ernsthafter.
Ähnlich wirkt die Manier des insgesamt sehr auf die Sängerin ausgerichteten Orchesters, in einigen Passagen plötzlich grundlos extrem zu verlangsamen, was die Musik aber leider nicht ausdrucksvoller, sondern nur sehr langsam und langatmig werden lässt. Die Verzierungen der Dacapo-Teile der Arien schließlich, in denen ein Sänger des Barock seine Kunst ganz entfalten konnte und einige SängerInnen unserer Zeit durch reiche Kreativität und so waghalsige wie hochmusikalische Varianten glänzen, enttäuschen gänzlich: In einigen Arien (z.B. dem beliebten „Lascia ch'o pianga“) gibt es beinahe gar keine Veränderungen; dort, wo verändert wurde, geschah dies äußerst zaghaft und einfallslos.

Insgesamt eine sehr enttäuschende Einspielung. Vielleicht wäre man besser damit beraten, weniger CDs mit Frau Kermes herauszugeben, die hier von Sony doch einigermaßen "verheizt" wird und dafür die Musik mit mehr Engagement und Sorgfalt zu behandeln.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.09.2012 21:30:59 GMT+02:00
Lilienthal meint:
Offenbar durch eine technische Fehlfunktion taucht meine Rezension hier versehentlich zweimal auf, da ich sie auch für die andere Ausgabe diese CD veröffentlicht habe. Das tut mir leid; falls mir jemand erklärt, wie das möglich ist, lösche ich gerne eine der beiden.
Lilienthal

Veröffentlicht am 16.09.2012 11:27:23 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.09.2012 11:30:26 GMT+02:00
Stimme mit Ihnen überein; aber zweimal ist nicht nötig.
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