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45 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schockierende Realitätsnähe in einer Zukunftswelt, 29. Oktober 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1984: in der Übersetzung von Michael Walter (Taschenbuch)
Während mir das Verhalten der Tiere in der Parabel Farm der Tiere von George Orwell noch lustig vorkam, verschwand meine Heiterkeit bei dieser Lektüre komplett.
George Orwell hat mit diesem Zukunftsroman eine ziemlich düstere Welt geschaffen.
Diese Welt ist aufgeteilt zwischen drei Supermächten: Ozeanien, Eurasien und Ostasien, die sich ständig untereinander im Krieg befinden.
Die Ordnung des totalitären Staates Ozeanien besteht aus Arbeit und Unterdrückung. Persönliche Meinungen und Eigentum sind verboten, jeglicher Freiheitsdrang wird gewaltsam ausgetrieben.
Die Struktur Ozeaniens ist auf einer Ideologie aufgebaut, die auf der Veränderlichkeit der Vergangenheit beruht. Die ganze Historie vor der Revolution ist ein Palimpsest, das genau so oft umgeschrieben und neu beschriftet wird, wie man es braucht. In der dermaßen kontrollierten Welt von 1984 wurde die Vergangenheit getilgt, die Tilgung wurde vergessen, die Lüge wurde zur Wahrheit.
Außer der Erinnerung derer, die die Revolution miterlebt haben, existiert keine schriftliche Aufzeichnung oder eine mündliche Überlieferung, die eine andere Konstellation erwähnt als die gegenwärtig aktuelle. Eine geschichtliche Entwicklung dieser ganzen Epoche nachzuspüren ist unmöglich. Man weiß nicht mehr, wie viel von der Vergangenheit, die mittlerweile schon als Legende bezeichnet wird, stimmt und wie viel davon erfunden ist.
Den gesamten Regierungsapparat Ozeaniens bilden vier Ministerien. Ich erwähne hier nur eines: Das Ministerium für Liebe, das Gesetz und Ordnung aufrechterhält. Diese neue Ordnung bestimmt über die Liebe der Hauptprotagonisten Julia und Winston.
Ein Paar, das nicht mal ein wenig Hoffnung haben darf, denn die alte Zeit, in der es noch eine Privatsphäre, Liebe und Freundschaft gab, gibt es nicht mehr.
In der neuen Zeit gibt es weder Liebe noch Lust. Kein Gefühl ist mehr rein, denn alles ist zersetzt durch Angst und Hass. Über die Möglichkeit zu heiraten, können Julia und Winston nicht mal diskutieren. Er wünscht sich, sie hätten einen Ort, wo sie miteinander allein sein können. Winston wünscht sich so sehr, sie könnten ein altes Ehepaar werden.
Die beiden zusammen haben mich sehr berührt. Deshalb war ich ziemlich geschockt, als die Geschichte einen tragischen Verlauf genommen hat.
Bei der Vorstellung, diese utopische Zeit könnte für uns Realität werden, bekam ich ein beklemmendes Gefühl in der Magengegend. Hoffentlich müssen wir so eine Zeit, in der nur Dunkelheit herrscht, in unserer Zukunft nie erleben.
Am schlimmsten fand ich die sogenannten Säuberungswellen der 50er und 60er Jahre, die Tausende von andersdenkenden Menschen, die das Missfallen der Partei des Großen Bruder erregt hatten, erfasste, und man hörte nie wieder etwas von ihnen.

Das Buch überzeugt durch seine schockierende Realitätsnähe. Die bedrückende Stimmung des Nachkriegsjahres 1948 hat George Orwell zum Schreiben angetrieben. Er trifft genau das Gefühl der damals herrschenden Hilflosigkeit.
1984 wird immer aktuelles Buch sein. Es gehört wie Farm der Tiere zu den Klassikern und sollte gelesen werden!
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.09.2011 10:49:06 GMT+02:00
Jerry meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.06.2013 14:32:18 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.06.2013 14:39:08 GMT+02:00
Filmfreak meint:
Hört sich ja nach Rassenideologie an, mein lieber Jerry.
Ich hoffe du hast den Westen (ganz besonders die USA) nach dem 2. Weltkrieg beobachtet, denn sonst würdest du an erste Stelle die USA schreiben. Im Übrigen gibt auf Wikipedia eine schöne lange Liste mit den Kriegen und Stellvertreterkriegen der USA. In so einer kurzen Zeit des Bestehens der USA schon so viele Kriege. Oh, da kriege ich natürlich solche Angst vor dem Iran, der ja bisher... ähm, keine Kriege von sich aus geführt hat. Aber hey, Hauptsache das altbekannte Märchen von den bösen im Osten heraufbeschwören und die Augen verschließen was im eigenen Land abgeht - mit den eigenen Staatslenker.
Soweit ich mich erinnere gingen alle bisherigen Kriege im Nahen Osten und in Afrika auf die Kappe des Westens. Indem sie sich wegen geopolitischen Interessen direkt oder indirekt eingemischt haben und die Kriege somit brutaler wurden (bestes derzeitige Beispiel: Syrien)

Übrigens Jerry, ihre hochgeliebte westliche Welt unterstützt sunnitisch-wahhabitische Rebellen (hierzulande als Salafisten/ Dschihadisten/ Al Kaida bekannt) in Syrien. Gegen einen säkularen Staatslenker, der bisher die Minderheiten wie Christen und Schiiten/ Alawiten beschützt hat. In anderen Teilen der Welt wie z.B. Mali werden solche Rebellen in westlichen Medien aber als das bezeichnet was sie sind ''Terroristen'' und angeblich im Namen der Freiheit bekämpft (aber natürlich ging es auch da nur um die Uranminen für Frankreich).
Lieber Jerry, Rassismus ist auch besiegbar.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.12.2013 19:10:28 GMT+01:00
Der Mensch braucht nichts - ausser Freiheit:

F - rieden
R - echt auf Meinung, Rausch und Autarkie
E - igenverantwortung
I - nnere Ruhe
H - andlungsspielraum
E - rkennen der eigenen Macht
I - nternationalitaet
T - otale Selbstkontrolle

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.06.2014 09:51:45 GMT+02:00
Natalia meint:
"Doppeldenk" und "Neusprech" wird umfassend praktiziert, und zwar insbesondere durch die Regimes der ach so lieben, guten, netten westlichen Demokratien, die von der freiwillig gleichgeschalteten Journaille des Westens (den Presstituierten - wie Gerald Celente die Medien richtig bezeichnet) propagandistisch unterstützt werden.
Destabilisierung ganzer Staaten und Regionen, verbunden mit dem Sturz der dortigen gewählten Regierungen und dem Einsatz von Marionetten-Regimen, dies wird von den westlichen Regierungen und den Presstituierten im besten orwellschen "Neusprech" Demokratisierung genannt.
Kriegseinsätze des Westens - mit oder ohne UNO-Mandat - werden ebenfalls von den westlichen Regierungen und den Presstituierten im besten orwellschen "Neusprech" als Friedensmissionen gelobt.
Herr Jerry, täuscht der Eindruck, oder sind Sie auf einem Auge vielleicht erblindet?
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