Kundenrezension

61 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Dement Lady, 12. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Eiserne Lady (DVD)
Es ist ja beruhigend, dass hier so vielen Rezensenten das politische Wirken der Margaret Thatcher lebhaft in Erinnerung geblieben ist und man nicht verschont davon bleibt, die näheren Zusammenhänge hier auch noch dargelegt zu bekommen. Aber wenn man doch schon alles über Mrs. Thatcher weiß, fragt sich: Warum ein solcher Film?
Den wenigsten dürfte wirklich bewusst sein, dass Mrs. Thatcher an der Alzheimer Demenz erkrankt ist ... aber ich vergaß: so etwas möchte man natürlich eigentlich überhaupt nicht wissen.
Aber genau hierum geht es doch in diesem Film! Er schildert das gegenwärtige Leben der ehemaligen englischen Premierministerin von Großbritannien - oder besser gesagt: das von vor 5-6 Jahren. Damit zeigt der Film eindrücklich, was im Kopf eines an Demenz erkrankten Menschen vorgeht. Wichtige Dinge werden erinnert, Unwichtiges vergessen. Wichtig schien Mrs. Thatcher ihr Mann Dennis. Immer wieder gleiten die Erinnerungen bruchstückhaft zu ihm zurück, sei es im privaten, sei es im politischen Bereich. Er schien in ihrem Leben eine immanent herausragende Rolle gespielt zu haben, so bedeutend, dass er ihr als Halluzinationen (völlig typisch für ihre Erkrankung!) das Leben schwer macht ... oder vielleicht doch wieder leicht und erträglich? In diesem Zusammenhang von nervigen Geisterszenen zu sprechen hinterlässt bei mir Unverständnis.
Mrs. Thatcher erinnert sich nur ungenau und unzusammenhängend. Mal besser, mal schlechter. Als eine prägende Erfahrung neben ihrem Mann dürfte dabei mit Sicherheit ihre Entscheidung über den Falklandkrieg angesehen werden. Gleichwohl der Hass der eigenen Bevölkerung, ihr Rücktritt. Und so gleiten die Erinnerungen in zugegeben ruhigen, wenig spektakulären Bilden (auch diese Langsamkeit ist wieder typisch für eine Demenz) an der "Eisernen Lady" vorbei. Sie entgleiten ihr. Noch nicht! ... Ich will nicht, dass Du schon gehst! ... Ich will nicht auf einmal ganz allein sein!" Es hilft nichts: Sie gehen.
So steht Mrs. Thatcher letztendlich stellvertretend für die vielen Menschen mit Demenz, deren Leben sich eben grundlegend ändert und wogegen sie nichts tun können. Und sie steht stellvertretend für Menschen, die in ihrer Lebensrückschau vielleicht andere Schwerpunkte sehen, als wir von ihnen erwarten. Aber ich vergaß: Man will das ja eigentlich nicht wissen.
Wer also einen Film über das politische Leben von Margaret Thatcher sehen will, der lasse die Finger hiervon. Wer aber einen Film über das Leben sehen will, das Leben mit einer Krankheit, der findet hier, nicht zuletzt wegen einer unglaublichen Meryl Streep, eine grandioses Lehrstück im Hinblick auf die persönliche Gewichtung eigener Lebenserfahrungen. Mich berührt das, mir macht das Angst.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.11.2012 22:41:30 GMT+01:00
Streisand meint:
Sehr geehrter Herr Mueller, vielen Dank für ihre hilfreiche und aus meiner Sicht treffende Rezension! Aus eigener Erfahrung kann ich ihnen die Eindrücke einer Demenzkrankheit leider nur bestätigen! Auch mir geht der Film sehr nah und Meryl Streep ist mal wieder herausragend!!! Beste Grüsse Claudia Kühnert

Veröffentlicht am 25.12.2012 21:59:07 GMT+01:00
M.T. meint:
Wichtig ist bestimmt auch, das Motiv der "Kämpferin". In der ganzen Geschichte kämpft sie für ihre Ziele ohne Rücksichtnahme auf andere. Und am Ende kämpft sie sogar gegen ihre Krankheit bzw. Halluzinationen indem sie ihren Mann ganz bewusst wegschickt.

Veröffentlicht am 12.04.2013 10:59:18 GMT+02:00
Sharkster66 meint:
Sehr gute Rezension. Auch mich hat der Film und die Thematisierung der Krankheit sehr berührt. Margaret Thatcher verstarb am 08.April 2013 in London. RIP

Veröffentlicht am 17.04.2013 20:28:12 GMT+02:00
M. Ullrich meint:
Mir gefällt, die Rezension insofern, als das ich mir den Film nicht holen werde. Die politische Seite fände ich wesentlich interessanter. Diese Demenz Geschichte hatte ich schon bei "Barney's Version" (gefiel mir recht gut). Schlimme Sache, aber einmal reicht das. Ich stelle mir gerade so einen Film über einen deutschen Politiker vor. Schätze das würde wohl kein Kassenschlager...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.04.2013 23:54:14 GMT+02:00
Hagen Herzog meint:
Die Demenz-Geschichte bildet "lediglich" den Rahmen für die filmische Biografie von M. Thatcher. Ein Vergleich mit Barney's Version ist natürlich möglich, hier wird jedoch die Lebensgeschichte einer der beeindruckensten Frauen des vergangenen Jahrhunderts und ein Stück Zeitgeschichte erzählt. Besseren Geschichtsunterricht gibt es kaum. Abgesehen davon ist die schauspielerische Leistung von Meryl Streep kaum zu überbieten, außer von ihr selbst natürlich (siehe "Der Teufel trägt Prada").

Veröffentlicht am 11.05.2014 00:20:13 GMT+02:00
N, Jens meint:
"Warum ein solcher Film?"
Warum denn nicht? Neuere Generationen solten doch auch davon erfahren?

"Den wenigsten dürfte wirklich bewusst sein, dass Mrs. Thatcher an der Alzheimer Demenz erkrankt ist ... aber ich vergaß: so etwas möchte man natürlich eigentlich überhaupt nicht wissen."
Die Frau ist nicht wegen ihrer Demenz berühmt, sondern wegen ihrer Politik. Der Alzheimer ist tragisch, aber hat nichts mit dem zu tun was ihre Politik ausmacht.

"Aber genau hierum geht es doch in diesem Film! Er schildert das gegenwärtige Leben der ehemaligen englischen Premierministerin von Großbritannien - oder besser gesagt: das von vor 5-6 Jahren."
Und warum dann die ganzen kleinen Schnipsel aus ihrer politischen Karriere? Seien sie doch konsequent. Geht es um die Demenz? oder geht es um das politische Vermächtnis?

"Damit zeigt der Film eindrücklich, was im Kopf eines an Demenz erkrankten Menschen vorgeht. Wichtige Dinge werden erinnert, Unwichtiges vergessen."
Super! Dann sollte sich jeder Demenz wünschen. Diese Hirn-Filterfunktion wäre eine Bereicherung für jeden Menschen. Nur noch das wichtigste wissen! Perfekt ... Thatcher weiss immer noch was die Milch kostet aber nicht, dass sie keine Politikerin mehr ist.
Sie verharmlosen hier eine sehr schlimme Krankheit und wissen nicht wie diese tatsächlich funktioniert.

"[...] herausragende Rolle gespielt zu haben, so bedeutend, dass er ihr als Halluzinationen (völlig typisch für ihre Erkrankung!)"
Nein, nicht typisch für diese Erkrankung.

Der Film ist jedem abzuraten, der irgendwie etwas über Thatcher lernen möchte. Und auch die Demenz ist viel zu oberflächlich und steril dargestellt.
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