Kundenrezension

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein überzeugender Nicholas Nickelby mit schöner Musik und vielen guten Schauspielern!, 5. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Nicholas Nickleby (DVD)
Wer eine schwungvoll erzählte Geschichte sucht, die mit großen Gefühlen und dramatischen Verwicklungen aufwarten kann, der kann bedenkenlos zu dieser DVD greifen und sich von den Abenteuern des jungen Nicholas Nickleby unterhalten lassen. Dabei handelt es sich um eine gelungene Adaption des Klassikers von Charles Dickens, welche die wichtigsten Elemente der Buchvorlage aufgreift und besondere Akzente der Lebens- und Liebesgeschichte des Helden mit dem gerechtigkeitsliebenden Herzen betont.

Nicholas Nickleby hat noch die Worte seines geliebten Papas im Ohr, der ihm einst versprach, dass er eines Tages die Person finden würde, die sein Herz mit noch größerer Liebe füllen würde als die Zuneigung zwischen Kind und Vater begründet. Diese Hoffnung schenkt ihm nach dem plötzlichen Verlust des geliebten Familienoberhauptes Kraft. Von anderer Stelle erhalten er und seine Schwester und Mutter leider keinen Trost, denn sie werden mit den Schurkereien des kauzigen Onkels, Ralph Nickleby, konfrontiert, der seine Verwandten in tiefe Not stürzt, anstatt die gewünschte Hilfe zu leisten. Nicholas Nickleby wird als Hilfslehrer an eine schreckliche Jungenschule in Yorkshire geschickt, damit er dort am Leben verzweifeln und scheitern solle und seine hübsche Nichte Kate sucht er an seine Geschäftsfreunde zu verschachern. Der gerissene Schurke hat jedoch nicht mit dem Mut der Jugend gerechnet. Nicholas lehnt sich gegen die unmenschlichen Methoden des Schuldirektors Sqeers und seiner Frau auf und befreit den Knecht Smike von dem Joch der Sklaverei. Durch ein Engagement bei einer originellen Theatertruppe verdient Nicholas etwas Geld um sodann zur Rettung seiner Schwester nach London zu eilen und einen vollkommenen Bruch des reichen Herrn Nickleby mit seiner kleinen Familie herbeizuführen. Obwohl Onkel Ralph nach Kräften versucht den verhassten Neffen zu Fall zu bringen, erlangt der Idealist Nicholas das Vertrauen guter neuer Freunde und kann die Versorgung von Mutter und Schwester übernehmen. Als er jedoch endlich die Dame seines Herzens gefunden hat, muss er entsetzt feststellen, das gegen seine Liebste ein neues Komplott seines Onkels geschmiedet wurde. Wird es dem blonden Helden auch diesmal gelingen, den miesen Plan zu vereiteln?

Mit dem unbekannten Gesicht von Charlie Hunnam hat man die Rolle des jungen Helden, Nicholas Nickleby, gutbesetzt. Unfähig seine Gefühle zu verbergen und mit seiner aufdringlichen jugendlichen Schönheit, erregt er von Anfang an den tiefen Hass seines verbitterten Onkels. Ebenso blond und beinahe engelsgleich tritt Romola Garai ("Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeit") als Kate Nickleby auf, welche den unerschütterlichen und zugleich sanften Charakter ihrer Figur ganz zauberhaft wiederzugeben versteht. Einen guten Kontrast gibt da die grausame Madame Sqeers ab, die von Juliet Stevenson ("Emma") dargestellt wird. Wie sie unbarmherzig den Jungs Schwefelpampe in den Mund schiebt oder triumphierend blickt, als sie den Ausreißer Smike zurück bringt, hat wirklich Klasse.
Wie immer hat Charles Dickens ein Geheimnis in seine Geschichte verpackt, die sich auf die Herkunft einer seiner Hauptfiguren bezieht. Diesmal ist es der arme Tropf Smike, der zunächst als kleiner Junge auf einem Dachboden fast zugrunde ging und dann auf eine berüchtigte Schule geschafft wurde, wo er viele Jahre als Knecht arbeiten musste, da das Schulgeld ausblieb. Nicholas wählt sich den armen und vernachlässigten Tropf zu einem treuen Freund und wie in der berühmten Buchvorlage wird das Geheimnis des armen Geschöpfes auch im Film schließlich gelüftet, auch wenn Smike dann leider schon nicht mehr unter den Lebenden weilt.
Ja, es ist schade, dass einige sehr originelle Figuren des Buches unberücksichtigt oder nicht in der Art dargestellt werden, wie es eigentlich der Fall sein sollte wie zum Beispiel Nicholas Mutter. Dafür hat man als Nicholas Verehrte eine ganz zauberhafte Wahl getroffen und die Schauspielerin Anne Hathaway als kleines Sahnehäubchen eine kleine, aber feine Nebenrolle gegeben, die sie ganz charmant ausfüllt.
Wer darüber hinaus gerne noch etwas mehr über die Abenteuer des Nicholas Nickleby erfahren möchte, findet unter dem Stichwort Nikolaus Nicklebydie etwa 1000seitige literarische Vorlage!
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.02.2010 19:49:58 GMT+01:00
Hallo Tanja,

ich finde, Du hast vor allem mit den Nebenfiguren Recht, zumal Dickens ja ein Meister der Nebenfiguren ist. Dieser Roman ist ja eines seiner Frühwerke, und für mich litt vor allem Nicholas, die Hauptfigur, unter handwerklichen Schwächen, denn sie kommt im Buch doch eher so rüber wie eine melodramatische Heldenfigur ohne wirkliches Leben (an irgendeiner Stelle sagt Nicholas z.B. mal "I stand in no uncommon need of rest" anstatt "I'm tired.") Die Nebenfiguren hingegen sind in diesem Roman großartig gelungen, besonders die Schauspielertruppe (ich kann mich gar nicht mehr erinnern, ob die im Film vorkommen) und die Familie Squeers.

Ich habe generell so meine Probleme mit Dickensverfilmungen, weil ich denke, daß es nahezu unmöglich ist, die vielen Details und Arabesken seiner Romane im Film wiederzugeben; auch hat sich meine Vorstellung vom Aussehen der Figuren oft zu sehr durch die zeitgenössischen Illustrationen geprägt, so daß ich von den Schauspielern oft enttäuscht bin.

Liebe Grüße, Tristram

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.03.2010 13:37:34 GMT+01:00
Hallo Tristram,

natürlich ist es beinahe unmöglich einen Dickensroman in ein normales Filmformat zu pressen.
Falls Du Dich tatsächlich nicht an die Schauspieltruppe erinnerst, musst Du den Film unbedingt noch einmal ansehen. Ich finde die Szenen mit den schrulligen, aber so liebenswerten Schauspielern besonders sehenswert und sehr wohltuend nach den eher düsteren Szenen in der Höllenschule der Squeers, die im übrigen auch sehr gut besetzt wurden.
Nicholas hat im Roman natürlich auch gleich mein Herz gewonnen. Meine Güte, hatte ich Mitleid mit dem armen Jungen, der in so jungen Jahren eine so riesige Verantwortung auf die Schultern gelegt bekommt. Außerdem ist er nicht nur herzensgut, sondern zeigt sogar Temperament, als er sich völlig untypischer Weise auf den brutalen Squeers stürzt!
Die zeitgenössischen Illustrationen prägen tatsächlich die Vorstellung von den Figuren und ich finde es besonders reizvoll, wenn die Filmemacher darauf Rücksicht nehmen. In diesem Fall trifft das eher weniger zu, da muss ich Dir Recht geben. Spontan muss ich hier an die Oliver Twist-Verfilmung von Polanski denken. Da erscheint einmal eine zeitgenössische Zeichnung auf dem Bildschirm und verwandelt sich in eine Filmszene. Einfach genial! Wahrscheinlich wiederhole ich mich, aber die BBC-Produktionen zu "Our mutal friend" und "Bleak House" sind ebenfalls beispielhaft für eine angemessene Wiedergabe des Originals.

Liebe Grüße
Tanja
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