Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe ist das, was man tut..., 1. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Zwischen Den Runden (Deluxe Edition) (Audio CD)
...und wo Kettcar draufsteht, ist auch Kettcar drin. -Zwischen den Runden- hat für mich einen Kritikansatz, der einige Rezensenten ganz sicher dazu bringen wird, die CD nur durchschnittlich zu bewerten: Es ist eine typische Kettcar-CD! Es gibt keinerlei Überraschungsgefahr und auch keine musikalische Weiterentwicklung nach Sonstwohin. -Zwischen den Runden- entspricht der Klasse und auch dem Inhalt nach all ihren Vorgängern. Das mag langweilen, für mich war es jedoch so, als ob ich eine Extratafel meiner Lieblingsschokolade oder ein Freibier meiner Lieblingsbiersorte erhalten hätte. Das schmeckt zwar wie immer, aber es ist der Geschmack, den ich will. Dabei kann ich mir Gedanken darüber machen, ob das künstlerisch wertwoll ist oder nicht, aber nicht, ob es mir gefällt. Beim ersten Hören der Scheibe dachte ich "Hmmmh....". Beim zweiten Hören war es "Ja, jetzt wird es langsam...". Beim Dritten Mal war es wie das Wiedersehen mit einem guten, alten Bekannten, der lange fort war. Kurz zusammengefasst: Man muss das nicht gut finden; aber man darf! Das wohlvertraute Kettcar-Gefühl, ein wenig mit den Beinen zappeln, den Streichern lauschen, aus voller Kehle mitsingen und sich über ein paar gelungene, wirklich poetisch, schöne Texte zu freuen; das reicht mir als Hörer vollkommen aus. Ob das bei ihnen auch der Fall ist, müssen sie selbst entscheiden.

Anspieltipps: Mit vollem Bläsereinsatz, einem starken Text und Marcus Wiebusch wohlvertrauter Stimme stößt einen der Opener "Rettung" direkt ins Album hinein. -R.I.P.- lässt die Gitarren schrammeln und haut einem den Schmalz aus den Ohren. Halt auch so ein Original-Kettcar-Song. In punkto Geschichten erzählen, zeigt -Ein Mann kommt in die Bar-, dass die Hamburger Band nichts verlernt hat. Wie ein gutes Gedicht kommt -Weil ich es niemals so oft sagen würde- daher. -Nach Süden- ist eine wunderschöne, poetische Ballade. Mein absoluter Lieblingssong auf der CD ist -In deinen Armen-. Man könnte singen: "Ich liebe Dich", aber dieser Text sagt es mit anderen Worten Tausendmal bewegender. Für Lieder wie -In deinen Armen- liebe ich Kettcar seit über zehn Jahren. Es folgt -Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd-, ebenfalls brilliant getextet und mit einem starken Rhythmus ausgestattet. Wie ein Treffen mit einem alten Schulkumpel erklingt -Zurück aus Ohlsdorf-. In der Deluxe-Edition gibt es noch eine Bonus CD. Die überzeugt mit -3:26- einem Stück, das nach vorn geht. Als Rausschmeißer fungiert -Ein Zimmer-. Ein Song, der sich langsam aber stetig steigert.

Ja...so sehe ich das. Kann sein, dass -Zwischen den Runden- nicht gerade kreativ ist oder nach Bandbreite heischt. Ganz sicher gibt es den ein oder anderen Song, wo man denkt: Na...das kenne ich doch. Das ist doch... Ja... es ist Kettcar! Mag sein, dass Wiebusch und Co. ein bisschen von sich selbst kopiert haben. Diese Kopien sind aber immer noch eine Klasse für sich. Wer sich noch ausführlicher über -Zwischen den Runden- und Kettcar informieren möchte, dem empfehle ich den, wie ich finde überaus gelungenen, Artikel von Birgit Fuß in der "Rolling Stone" Ausgabe vom März 2012.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.03.2012 15:13:33 GMT+01:00
Schon faszinierend, wie unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann...

> "Zwischen den Runden hat für mich einen Kritikansatz, der einige Rezensenten ganz sicher dazu bringen wird, die CD nur durchschnittlich zu bewerten: die CD nur durchschnittlich zu bewerten: Es ist eine typische Kettcar-CD! Es gibt keinerlei Überraschungsgefahr und auch keine musikalische Weiterentwicklung nach Sonstwohin. -Zwischen den Runden- entspricht der Klasse und auch dem Inhalt nach all ihren Vorgängern."

Äh, ehrlich gesagt - nein. Der Grund, warum ich - und die meisten anderen negativen Rezensionen - dieses Album nur "durchschnittlich" oder schlechter bewertet habe(n), ist gerade der, das es eben *nicht* die Klasse seiner Vorgänger hat. Klar ist es unverwechselbar Kettcar, aber sein Stil unterscheidet sich halt deutlich von den anderen Alben, was die meisten anderen Rezensionen auch hervorheben, und was laut Promo-Texten und Interviews auch so gewollt war.

> "Das mag langweilen, für mich war es jedoch so, als ob ich eine Extratafel meiner Lieblingsschokolade oder ein Freibier meiner Lieblingsbiersorte erhalten hätte."

Nein, nach meinem Empfinden ist das gerade nicht der Grund, warum es langweilt. Viele einzelne Songs und die Grundstimmung des Albums langweilen, weil sie eben - im Gegensatz zu früheren Songs, per se langweilig sind, und nicht, weil sie sich nicht genug von diesen unterscheiden würden.

Außerdem geht es hier eben nicht um ein "Freibier" oder eine "Freitafel". Hätten sie dieses Album kostenlos zum Download angeboten (so wie seinerzeit die allerste EP), es wäre als Zwischendurch-Experiment für mich in Ordnung gegangen. Aber die Erwartungen, die man als gerne zahlender Fan an ein reguläres Studioalbum stellt - insbesondere, wenn es sich um das erste Lebenszeichen seit vier Jahren handelt - erfüllt es einfach nicht.

> "Wie ein Treffen mit einem alten Schulkumpel erklingt -Zurück aus Ohlsdorf-."

Ja gut - nur, dass dieser alte Schulkumpel halt tot ist und der Ich-Erzähler eine ziemlich bittere Geschichte dazu erzählen muss. Mir erschien der Text angesichts des existenziellen Themas bisher zu platt - aber die Oberflächlichkeit *dieses* Lobs tut der Tiefe des Songs dann doch mächtig unrecht. Wer solche Fans hat, braucht keine Feinde...! (Nicht böse gemeint.)

> "Man muss das nicht gut finden; aber man darf!

Natürlich darf man, wo kämen wir sonst hin! Ich freue mich sogar, dass es Menschen gibt, die von dem Album nicht so enttäuscht wurden wie ich und viele von meinen Freunden. Das Problem ist halt nur: Die früheren Alben *musste* man tatsächlich gut finden. Man hat sich nicht gedacht "ach, ich find das jetzt mal gut." Es war, als hätten die Songs (die meisten jedenfalls) einen selbst gefunden, nicht umgekehrt. Und dieses Gefühl will sich bei mir mit dem neuen Album einfach nicht mehr einstellen. So bleibt nur die Hoffnung, dass Kettcar beim nächsten Mal wieder ein Album gelingt, das man gutfinden *muss* - und nicht nur gutfinden darf. Als Fan der ersten Stunde, der weiß, was die Band draufhat, kann und will ich meine Erwartungen jedenfalls nicht auf das Niveau dieses Albums runterschrauben, nur um nicht enttäuscht zu werden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.03.2012 17:35:23 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.03.2012 10:12:08 GMT+01:00
Sehr sachlich und gut geschrieben. Schöner Kommentar. Mir, als "uraltem" Kettcar-Hörer, erscheint die Wahrnehmung der ersten Alben, im Gegensatz zu -Zwischen den Runden- dabei jedoch ein wenig "verklärt"(tut mir Leid, besser kann ich es nicht ausdrücken).

Ich halte auch nichts davon Dinge anzupreisen, die mir nicht gefallen, aber was soll ich tun? Mir gefallen die ersten Kettcar Alben sehr gut; und dieses auch. Wie gesagt, als Kritikpunkt würde ich eher angeben, dass Wiebusch und Co. aus ihren alten Songs(in Text und Melodie) ordentlich kopiert haben.

Ja... so sind die Wahrnehmungen verschieden. Vielleicht werde ich im Alter ja auch ein wenig sentimental. Und wie Du(ich wähle mal diese Anrede und hoffe, das ist okay) ja schon geschrieben hast: Es geht auch um das Gefühl, das sich beim Hören einstellt. Das war bei mir vermutlich wesentlich erfreulicher.
Dabei ist es auch interessant, sich die Bewertungen(1-5 Sterne) in der Verteilung bei amazon anzuschauen. Da gibt es reichlich 5 Sterne Bewertungen und bis hin zu einem Stern jeweils mehrere Bewertungen. Hat man nicht bei jedem Produkt. Die CD scheint wirklich sehr unterschiedlich aufgenommen zu werden. Ich muss nach zig-maligen Hören noch immer sagen: Einfach nur schön! Aber ich bin natürlich nicht der allwissende Musikkenner; sondern nur ein schlichter Konsument...

Bleibt für den geneigten Hörer wieder nur eins: Es selbst anzuhören und zu entscheiden ob Daumen hoch oder runter. Die Möglichkeiten dies zu tun, ohne sein teuer Erspartes für die Katze im Sack auszugeben, sind ja Gott sei Dank reichlich vorhanden.

Viele Grüße

Thomas Knackstedt
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