Kundenrezension

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast etwas zu entspannt, 12. Oktober 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ashes & Fire (Audio CD)
Ich muss vorausschicken, dass ich ein riesiger Ryan Adams Fan bin und den Großteil seiner Vorgänger-Alben und auch noch einige aus seinen Whiskeytown-Zeiten gesammelt habe, aber mit vielen Stücken aus diesem Album konnte ich mich nicht so wirklich anfreunden im Vergleich zu seinen Vorgängerwerken. Er bekommt von mir trotzdem 4 Sterne, da er im Vergleich zu manch anderen Interpreten immer noch exzellent ist und 3 Sterne mir zu wenig erschienen, da man hier keine halben Sterne vergeben kann.

Irgend etwas ist anders, dachte ich mir beim ersten kurzen Anspielen der einzelnen Tracks, bevor ich mich dem gesamten Album in Ruhe widmete. Dann sah ich erst mal im Booklet, dass Norah Jones bei vielen Songs am Piano (und auch bei den Vocals) mitgewirkt hatte. Mein erster Gedanke war, dass sie Ryan Adams offensichtlich vom Stil her etwas beeinflusst hat - manchmal ganz leichte Jazzeinflüsse und außerdem eine gleichförmigere Musik als früher.

Ist das nun gut oder schlecht? Im Grunde ist es kein schlechtes Album und ich sagte zwar immer schon, Ryan Adams sollte mehr Balladen als Rock (à la dem Album "Rock 'n' Roll") und erst ja keinen Metal (wie in dem experimentellen "Orion") machen. Aber irgend etwas fehlt mir in dem neuen Album. Ryan Adams-Neueinsteiger werden natürlich begeistert sein, denn sie kennen ihn ja nicht anders und werden wohl erst mal über die tolle gefühlvolle Stimme schwärmen. Aber wer Ryan Adams kennt, weiß, dass da noch mehr geht, noch mehr Weltschmerz und vor allem mehr Spannung, Dynamik, mehr Gefühlsausbrüche und Variationen in der Stimme.

Nach seiner gesundheitsbedingten Auszeit (Vielschreiber bzw. Sänger, Kettenraucher, zu viel Stress, Innenohrentzündung etc.) kommt Ryan nun fast etwas zu entspannt rüber. Es fehlt die (jugendliche) Rebellion, jetzt da er mit Mandy Moore (hoffentlich glücklich?) verheiratet ist. Naja in einem Lied spricht er von den "Chains of Love", den Ketten der Liebe. Und in "Lucky Now", einem der besten Stücke des Albums, denkt er an die "wilde Jugend". ("I don't remember, were we wild and young?") Kann es etwa sein, dass Ryan Adams jetzt zu zufrieden und glücklich ist? Zu gönnen wäre es ihm ja!

Nochmals das Album ist nicht schlecht, gemessen an den Alben manch anderer Musiker müsste man es sogar als sehr gut bezeichnen, aber Ryan Adams hat sich mit seinen früheren Alben einfach die Latte selbst schon sehr hoch gelegt. Und einige der Songs gehen diesmal einfach nicht so ins Ohr, bleiben nicht so hängen, es fehlt die sonst von ihm gewohnte Variation und manchmal konnte ich mir sogar einen Gähner nicht verkneifen.

Allerdings fehlt es trotzdem nicht an herausragenden Stücken. Für mich eines der Highlights des Albums (zusammen mit dem bereits erwähnten "Lucky Now") ist das wunderschöne "Come Home" - ebenfalls eine Ballade mit Back Vocals von Norah Jones, Chris Stills und Ryans Angetrauter Mandy Moore. Ryan Adams ist offenbar im sicheren Zuhause angelangt. Leider etwas zu sicher, beim nächsten Album wäre es zu wünschen, wieder etwas mehr zu wagen. Bis dahin höre ich mich noch lieber wieder durch meine Sammlung seiner früheren Alben.

Und in diesem Sinne passt der Titel des letzten Stücks, das auch noch sehr empfehlenswert ist, eigentlich ganz gut: "Ryan, I love you but I don't know what to say."
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.08.2012 11:37:31 GMT+02:00
T. Walter meint:
...mir gehts genauso,immer wenn ich ein Adams-Album anhören will lasse ich Ashes & Fire links liegen(vielleicht braucht man hier die richtige Stimmung dafür) CD auch ziemlich spät gekauft. Ps. Tolle Rezension...und das nächste Album kommt bestimmt...Grüße an einem Adams-Fan

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.08.2012 09:56:45 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.08.2012 09:57:06 GMT+02:00
Monika meint:
Ja vielleicht braucht man wirklich die richtige Stimmung für das neue Album. Die ist bei mir bisher aber nicht oft aufgekommen, viel öfters die Stimmung für seine früheren Alben :)

Grüße zurück an den Ryan Adams-Fan!

Veröffentlicht am 18.09.2014 09:05:23 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.09.2014 09:22:50 GMT+02:00
Monika meint:
Das nächste Album ist gekommen, abwechslungsreicher ist es. Aber die Stücke klingen manchmal etwas beliebiger als früher und etwas mehr Richtung Mainstream bzw. mit Anleihen an andere Sänger.

Sehr treffend beschrieben auch bei dieser Kritik:

<<In fact, with its murky production and throwback guitar sound, Ryan Adams sounds like it could have been recorded at any time between 1979 and 1987. There are period-specific nods to deep-cut Bryan Adams, Kenny Loggins, even Robbie Nevil and Richard f* Marx. "Stay With Me" could be a synth-era Tom Petty tune, its snappy guitar theme recalling the Heartbreakers' jangly dynamic, and "I Just Might" rustles up a rough guitar lick to conjure the Springsteen of "Brilliant Disguise". "Don't wanna loose control, baby, I just might," Adams sings in his best Bruce, but the song is so laden with specific references that it's clear he'll never have the chance to get too wild ... >>

http://pitchfork.com/reviews/albums/19778-ryan-adams-ryan-adams1984-ep/

Eines der besten Stücke des neuen selbstbetitelten Albums von Ryan Adams ist für mich "My Wrecking Ball" - da ist er wieder da, der Zauber und der Ryan Adams Stil, wie ich ihn besonders gerne mag.
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