Kundenrezension

2.141 von 2.253 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entscheidungshilfe für alle Bücherfreaks, Unentschlossene und fast schon der Versuchung Erlegene:-), 21. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kindle Touch 3G, Gratis 3G + WLAN, 15 cm (6 Zoll) E Ink Touchscreen Display, 3G funktioniert global (Elektronik)
Länge:: 9:46 Minuten

Mit der Entwicklung des E-Books ist die abendländische Zivilisation ihrem drohenden Untergang wieder einen großen Schritt näher gekommen. Wer die Magie eines herkömmlichen Buches verschmäht, um sich mit derart infantilem, technischem Schnickschnack zu beschäftigen, ist jenseits aller Hoffnung auf Ewigkeit verdammt. Mit dem Kindle Reader betreten wir einen Bereich der Landkarte mit beunruhigenden, weißen Flächen und der Aufschrift: 'Hir seyen Dämonen'.

Um diese blasphemische Buchverhöhnung durch konkrete Argumente zu untermauern, habe ich mich vor einigen Wochen unerschrocken zum Kauf eines Kindler E-Book Reader entschlossen. Selbstverständlich nur mit dem festen Vorsatz, ihn nach zwei Tage angeekelt und von einer vernichtenden Rezension begleitet zurückzuschicken.

Unter strenger Einhaltung präventiver Sicherheitsvorschriften (unter anderem die Anwendung der grundlegenden exorzistischen Basisrituale und das Tragen von mit Weihwasser getränkten Handschuhen) nahm ich unerschrocken den Kampf mit dem Bösen auf. Weißer Ritter gegen schwarze Magie, Gut gegen Böse, Engel gegen Dämon.
Doch bald raunten alle Runen ratlos, die Erde ward nicht länger eine Scheibe und zarte Minne entflammte mein Herz. Wirklich peinlich!

BUCH VERSUS E-BOOK:

Der Zauber eines guten Buches mit allen damit verbundenen sinnlichen Freuden läßt sich selbstverständlich nicht abstreiten, und ich versuche es auch gar nicht. Die Lieblingsbücher unserer Kindheit werden uns auch im hohen Alter lieb und teuer bleiben, und das ist auch gut so.

Bei näherer Betrachtung bietet aber gerade der haptische, berührungsorientierte Charakter eines Buches - der ja schließlich einen Großteil seines Charmes ausmacht - doch gewisse Nachteile. Bücher sind die Wiege der Zivilisation, daher wiegen sie auch entsprechend. Das geschriebene Wort hat Gewicht, fragen Sie Ihre Bücherregale. Bücherliebhaber würden vermutlich ihren rechten Arm für eine Gutenberg-Bibel hergeben, dennoch käme vermutlich keiner auf die Idee, diesen Wälzer nachts im Bett zu lesen. Einhändig lassen sich Bücher überhaupt nicht lesen, und bei starkem Wind wird es richtig spannend.

Mein dickster Wälzer wiegt 3,5 kg, selbst ein mittleres Taschenbuch kommt im Schnitt schon auf ca. 300 g, der Kindle Touch Reader punktet dagegen mit luftigen 220 g. Selbst schwere literarische Kost wird also erstaunlich leicht präsentiert. Vor allem mit der Touch-Variante ist ein entspanntes, stundenlanges einhändiges Lesen überhaupt kein Problem, alle Leseratten werden diesen Komfort lieben.
Kein Mensch käme auf die Idee seine Lieblingsbücher immer mit sich herum zu schleppen, um bei Bedarf Wartezeiten sinnvoll überbrücken zu können. Mit dem Kindle Reader stellt sich dieses Problem nicht, ihre gesamte Bibliothek begleitet sie rückenschonend auf Schritt und Tritt.

Bücher neigen dazu, sich in klaren Vollmondnächten völlig zügellos zu vermehren. (Es sei denn Sie verteilen vorbeugend einige Fachbücher über deutsches Steuerrecht in den Regalen, das killt jede Erotik wirkungsvoll). Wenn die Bücherregale dann sogar auf dem Balkon stehen, ist irgendwann endgültig Schluss. Hand aufs Herz: Wer von uns würde es schon fertigbringen, Bücher weg zu werfen? Sakrileg!!! Speicherplatz für 3000 Bücher sollte dagegen selbst für militante Leseratten ausreichen.

DISPLAY:

Im Gegensatz zu den beleuchteten LCD-Bildschirmen benützt der Kindle Reader die E-Ink-Technologie. Bei diesem Verfahren werden positiv geladene weiße und negativ geladene schwarze Pigmentteilchen in winzigen Mikrokapseln eingeschlossen, die mit einem zähflüssigen Polymer gefüllt sind. Durch Anlegen eines elektrischen Feldes beginnen die Pigmentteilchen entsprechend ihrer Ladung zu wandern. Wandern die positiven Teilchen nach oben erscheint dieser Punkt in Aufsicht weiß, eine Wanderung der negativen Teilchen führt dagegen zu einem schwarzen Punkt. Sobald sich die 'Tinten'-Tröpfchen den Kopf an der Mikrokapselwand anstoßen, sind sie an ihrem Zielort angekommen und lassen sie sich dort zum großen Pigment-Pow Wow häuslich nieder. Durch das zähflüssige Polymer der Mikrokapseln wird dieser Zustand auch ohne Strom stabil gehalten, die Pigmente hängen fest wie die Fliege im Bernstein oder Karl Theodor zu Guttenberg in der Plagiatsaffäre. Ohne einen erneuten elektrischen Spannungstritt in den Pigmenthintern ist somit vorläufig das Ende der Fahnenstange erreicht. Bei jedem 'Umblättern' erfolgt eine komplett neue Ausrichtung aller Pigmente.
Als Folge dieser Technologie sehen Sie auch am ausgeschalteten Gerät einen Bildschirmschoner. Aus Sicht normaler LCD-Displays ist das ein völlig skandalöses und unangemessenes Verhalten das viele Neukunden zu dem fruchtlosen und irritierenden Versuch veranlaßt, eine ' in Wirklichkeit ja gar nicht vorhandene - bedruckte Deckfolie zu entfernen.

Das Schriftbild ist bestechend klar und entspricht weitgehend dem Eindruck eines normalen Buches, übertrifft ihn vielleicht sogar noch etwas. Sie können viele Stunden am Stück schmökern, ohne ihre Augen zu ermüden. Da das Display nicht beleuchtet ist, entfällt der für die Augen nachteilige hohe Kontrast zwischen Gerät und Umgebung. Logischerweise können Sie daher nicht in völliger Dunkelheit lesen, aber daran sollten Sie im Idealfall ja bereits gewöhnt sein. Um Bücher nachts zum Leuchten zu bringen, müssten Sie sie schon anzünden, insofern sehe ich hier wirklich keinen entscheidenden Nachteil. Bis zu einem gewissen Grad können Sie schlechte Lichtverhältnisse durch das starke Vergrößern der Schrift kompensieren.
Der Handel bietet eine Reihe von Beleuchtungsmöglichkeiten als Zubehör, die ökologischste Variante ist der Einsatz dressierter Glühwürmchenlarven aus dem Fachhandel.
Andere Beleuchtungsvarianten sind die auftsteckbare Kandle by Ozeri Flex, LED Leselampe für eBook Reader, graphit (vgl. Videorezension dort) und die Amazon Kindle Touch Lederhülle mit Leseleuchte, Schwarz, die ich -' mal abgesehen von ihrem horrenden Preis - am praktischsten finde. (vgl. Videorezension dort)

Im Gegensatz zu einem LCD-Bildschirm beeinträchtigt der Neigungswinkel des Displays die Bildqualität nicht, halten Sie Ihren Kindle wie immer Sie wollen. Auch bei strahlendem Sonnenschein bleibt der Lesegenuss ungeschmälert, spätestens hier kapituliert jeder LCD-Monitor resigniert. Leseratten müssen also künftig nicht mehr auf einen Sonnenbrand verzichten.

Nach zehn bedienungsfreien Minuten springt automatisch der 'Schlafmodus' an, zum Weiterlesen müssen Sie lediglich kurz auf die Einschalttaste drücken. Drücken Sie die Taste 20 Sekunden lang, führt das Gerät einen kompletten Neustart durch.

Jeder Leser, bei dem der kühne Falkenblick altersbedingt bereits etwas getrübt ist, kann die Schrift ganz nach seinen persönlichen Bedürfnissen vergrößern. Dazu können Sie auf dem Display zwei Finger auseinander- bzw. zusammenziehen, so wird jeweils die nächst größere bzw. kleinere Schriftgröße eingestellt.
Diese Option steigert ein entspanntes Lesen ungemein und kann schlechte Lichtverhältnisse teilweise ausgleichen. Auch wenn Sie Ihre Lesebrille mal vergessen haben oder schon mit dem Kauf eines weißen Stocks liebäugeln, müssen Sie also nicht verzweifeln.
Eichen Sie Ihre Schriftgröße nach dem Motto: Je Dioptrie, desto groß.

TÄUSCHEND ECHTER BUCHGERUCH:

Zu diesem Zweck befindet sich die runde Öffnung an der Schmalseite des Gerätes. Im Fachhandel erhalten Sie die ätherischen Duftöle zum Eintropfen. Sie können unter anderem zwischen den Duftvarianten "Druckfrisch", "Pergament und Leder", "Gutenberg-Flair", "Modrig Antik" und "Schimmel-Desaster" wählen. Die Öle werden über feine Kapillaren aufgesogen und diffundieren über die poröse Kunststoffoberfläche kontinuierlich nach außen. Wenn Sie jetzt beim Lesen die Augen schließen, stört nichts mehr die olfaktorisch perfekte Illusion eines realen Buches.Fröhliches Schnuppern!
[Nein! Natürlich lassen die Finger von Ihrem Kopfhöreranschluss!!! :-)))]

SCREENSHOTS:

Manchmal kann bei einem Problem ein Screenshot des Displays wesentlich anschaulicher sein, als langatmige Erklärungen. Halten Sie die Home-Taste gedrückt (da es in der Touch-Version nur diese eine Taste am Gerät gibt, sollte das zu schaffen sein), wischen oder tippen Sie an einer beliebigen Stelle auf das Display und lassen im Anschluss die Home-Taste wieder los. Es passiert scheinbar gar nichts? Ausgezeichnet! Verbinden Sie Kindle und Computer mit dem USB-Kabel. Auf dem Kindle-Laufwerk (bei mir 'Kindle (L:)' finden Sie alle Screenshots im gif.-Format unter dem Dateinamen 'screenshot_...'. Jetzt können Sie die Dateien abspeichern oder mit einem Bildbearbeitungsprogramm aufbrezeln. Auf der Produktseite des Kindle Touch 3 G finden Sie links oben bei den Fotos die Option 'Kundenfotos anzeigen'. Dort habe ich zur Veranschaulichung etliche Screenshots eingestellt.

AKKU-LAUFZEIT:

Durch die E-Ink-Technologie wird nur beim Aufbau der Seiten Strom verbraucht, nicht aber beim 'Standbild'. Wenn Sie Ihre Exkurse ins Internet oder den Kindle-Shop in vernünftigem Rahmen halten, kommen sie mehrere Wochen mit einer Akkuladung aus, davon können normale LCD-Geräte nicht einmal träumen. Die Deaktivierung der Drahtlosverbindung verschafft zusätzliche Reserven. Bei der Verwendung von Hörbüchern und MP3-Dateien ist schon nach 6-7 Stunden ein Neuaufladen des Akkus erforderlich.

Die Aufladung erfolgt über ein USB Kabel am Computer oder mit einem Adapter an der Steckdose. Eine komplette Aufladung dauert in etwa 4 h. Der Adapter ist leider nicht im Preis inbegriffen, aber man kann schließlich nicht alles haben. In diesem Zusammenhang genial ist das PIXO C2+ Ladegerät für Li-ion AkkuPack und NiCd/NiMH Einzelzelle (Vgl. meine Video-Rezension dort). Mit ihm können Sie nicht nur Ihren Kindle sondern auch die Akkus so gut wie aller Digitalkameras, Videokameras, Handys, mp3-Player und Navigationsgeräte laden und sparen sich damit tonnenweise Ladegeräte!

Sie können Ihren Kindler Reader übrigens auch während des Aufladens über das USB-Kabel bedienen. Klicken Sie im Explorer mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk 'Kindle' und klicken Sie 'Auswerfen' an.

TOUCH-SCREEN:

Die Lage der berührungsempfindlichen Felder prägt sich rasch ein. Ein schmaler Streifen links dient zum Rückwärtsblättern, der Rest der Displayfläche rechts zum Vorwärtsblättern. Dadurch können sowohl Links- als auch Rechtshänder das Gerät einhändig bedienen und jeweils mit dem Daumen blättern. Versuchen Sie das mal mit einem Buch :-). Ich bevorzuge ein leichtes Antippen, alternativ kann auch durch eine waagerechte Wischbewegung nach links oder rechts geblättert werden. Tippen auf einen schmalen Streifen oben am Display ruft das kontextabhängige Menü auf, ein Druck auf die einzige Taste am Gerät (Home-Taste) führt zum Startbildschirm. Was auf den ersten Blick wie ein kleines Gitter für den Lautsprecher wirkt, sind in Wirklichkeit vier schmale, erhabene Leisten. Diese Taste muss tatsächlich gedrückt werden, eine Berührung reicht hier nicht.

Wischbewegungen nach oben oder unten rufen das nächste bzw. das vorhergehende Kapitel auf. Ein Tippen in die rechte obere Ecke setzt eine Lesemarke, ein erneutes Tippen löscht sie wieder. (Das Gerät startet automatisch immer auf der zuletzt gelesenen Seite. Lesemarken können aber nützlich sein, wenn mehrere Familienmitglieder das gleiche Buch lesen).

Die Berührungsempfindlichkeit ist sehr hoch, und könnte fast von einer Ameise auf dem Trampolin ausgelöst werden. Genervte Handkantenschläge à la Bruce Lee sind völliger Unfug und verwirren das Gerät nur, minimale Berührungen reichen völlig aus. Die Reaktion des Kindle Readers erfolgt jeweils mit einer kleinen Verzögerung, an die man sich aber schnell gewöhnt. Vom Antippen bis zum kompletten Aufbau einer neuen Seite vergeht in etwa eine dreiviertelte Sekunde, das entspricht ziemlich genau dem Zeitaufwand, den man auch für das Umblättern in einem normalen Buch braucht.

Wenn sich ein Athlet, der jahrelang hart für die Olympiade trainiert hat, Gedanken um Zehntelsekunden macht, ist das sicherlich gut nachvollziehbar. Beim Lesen eines E-Book finde ich Geschwindigkeit als Schwerpunkt bei der Kaufentscheidung doch ein wenig befremdlich. Zugegeben, bei der Lektüre eines 1000-seitigen Buches allen Ernstes 13 Minuten kostbarer Lebenszeit einzig und allein für das Umblättern zu vergeuden, ist geradezu unverzeihlich. Allerdings ist meiner Erfahrung nach auch bei normalen Büchern ein Umblättern auf lange Sicht nur äußerst schwierig zu vermeiden.

Durch Drücken und anschließende Ziehen lassen sich Textstellen problemlos markieren. Wenn man nach der Markierung mehrerer Wörter im automatisch eingeblendeten Menü auf 'Mehr' ' 'Übersetzen' geht, kann man den Text bei aktivierter Onlineverbindung in neun verschiedene Sprachen übersetzen lassen, leider oft in der berüchtigten Googlequatsch-Qualität. Alle Notizen und Markierungen können über einen Menüpunkt aufgelistet bzw. aufgerufen werden.

Die Funktion, markierte Texte über Facebook mit anderen Usern zu teilen, verweigere ich bockig, vermutlich erste Ansätze von Altersstarrsinn. Das ist MEIN Kindle, der Rest der Welt hat hier absolut nichts verloren. Auch eine praktische Nutzung der Möglichkeit, die von anderen Lesern häufig markierte Textstellen anzeigen zu lassen, sehe ich ehrlich gesagt nicht. Hier mögen sich alle Facebook-Fans austoben.

VIRTUELLE TASTATUR:

Für Anmerkungen und Notizen lässt sich eine klassische Tastatur einblenden, die trotz ihrer geringen Größe erstaunlich treffsicher zu handhaben ist. Jeder Anwender, dem das Zehnfingersystem (und damit die Position der Tasten) nicht völlig fremd sind, ist hier überraschend flott unterwegs. Anarchisten-Tipper (alle zwei Tage ein Anschlag) brauchen eben etwas länger.
Durch Drücken der Shift-Taste aktivieren Sie die Großschreibung, die nach dem Tippen eines Buchstabens automatisch wieder deaktiviert wird. Die Taste 123 ruft Zahlen und Satzzeichen auf, die Taste #~= (erscheint erst nach dem Drücken der Taste 123!) alle Sonderzeichen. Jede gedrückte Taste wird für einen Sekundenbruchteil invertiert, dadurch können Sie gut beurteilen, ob Sie Ihr Ziel getroffen haben oder nicht. In der Zeile über der Tastatur werden Wortvorschläge eingeblendet, die Sie durch Anklicken übernehmen können. Allerdings sind diese Vorschläge manchmal ähnlich kryptisch wie eine Google-Übersetzung.

MARKIERUNGEN UND NOTIZEN AUSDRUCKEN:

Wenn Sie einen Text durchgearbeitet haben, wäre es manchmal sinnvoll alle Markierungen und Notizen auch ausdrucken zu können. Eine Möglichkeit ganze Seiten vom Kindler Reader auszudrucken wären die Screenshots (siehe oben). Die Funktion 'Drucke mir alle Notizen dieses Buches' werden Sie allerdings lange und absolut vergeblich suchen, Sie haben ja schließlich einen 'Reader' und keinen 'Printer' gekauft. Das funktioniert nur von hinten durch die Brust ins Auge.
Eine Möglichkeit ist die Kindle Community (auch für deutsche Anwender!)unter www.kindle.amazon.com. Die Option 'Your Books' zeigt Ihnen eine anschauliche Übersicht (inklusive Cover) all Ihrer Bücher. Unter 'Your Higlights' finden Sie bei jedem einzelnen Buchtitel alle markierten Texte und Notizen. Mit Kopieren und Einfügen können Sie diese Texte nun problemlos in ein leeres Word-Dokument einfügen, speichern und drucken. Et voilá!

"GHOSTING" - IM REICH DER GEISTER:

Haben Sie auch dieses lästige Problem? Bei jedem fünften Umblättern wird das Display für einen Sekundenbruchteil invertiert (die Schrift wird weiß, der Hintergrund schwarz). Bitte Ruhe bewahren, Hammer wieder weg legen und die Baldrian-Drops einwerfen. Das darf, soll und muss so sein. Bei diesem 'Invertieren' wird die Seite komplett neu aufgebaut, während vorher lediglich eine gewisse 'Überlagerung' der Seiten stattfindet. Im ungünstigsten Fall sehen Sie ganze schwache, helle Reste der vorhergehenden Buchstaben (= Ghosting), die sich eventuell mit jedem Umblättern minimal verstärken. Mit dem kompletten Neuaufbau der Seite bei jedem fünften Umblättern verschwindet dieses Ghosting jedes Mal wieder komplett.

In meinen Augen ist dieser Effekt sehr schwach und nicht störend. Falls Sie sich durch dieses Phänomen aber ernsthaft irritiert fühlen, können Sie das E-Ink-Display bei jedem Umblättern komplett neu aufbauen lassen. Dazu müssen Sie im Startmenü 'Menü' ' 'Einstellungen' ' 'Leseoptionen' ' 'Seite aktualisieren' auf 'An' stellen. Da für jeden Seitenaufbau Strom verbraucht wird, reduziert diese Einstellung dann natürlich die Laufzeit Ihres Akkus. Alternativ können Sie nach jedem Blättern, mit einem feuchten, in Weihwasser getränktes Tuch über das Display wischen. Geister reagieren hochallergisch, verkrümeln sich augenblicklich, und schon ist Ihr Kindle wieder völlig geistlos.

TOUCH-MATSCH?

Die in manchen Rezensionen als Folge der Touch-Funktion beklagte, massive Displayverschmutzung kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Die matte Oberfläche weigert sich bei meinem Gerät mit renitenter Hartnäckigkeit Verschmutzungen in nennenswertem Umfang anzunehmen. Das Problem könnte rein theoretisch ' ketzerische Hintergedanken aller Art seien fern von mir - indirekt proportional zur Händewaschhäufigkeit des Kindle-Besitzers sein. Wenn Sie aber ihre Wischbewegungen auf dem Display nicht ausgerechnet mit einer abgenagten Lammkeule durchführen oder Ihren Kindler Reader beim Ölwechsel unter das Auto legen, sehe ich hier wirklich keine ernsten Schwierigkeiten. Probleme dieser Art gibt es allenfalls posthum, sowohl Manna als auch Schwefel machen hässliche Flecken. Schlimmstenfalls sorgt eine Attacke mit dem Brillenputztuch für strahlenden neuen Glanz.

Für Lesefreuden in der Badewanne, am Pool oder am Strand gibt es bei Amazon inzwischen eine Wasserdichte Tasche - Hülle - Etui für Amazon Kindle 4 oder Kindle Touch - Blau (vgl. Videorezension dort) , die auch vor Staub und Sand schützt.
Damit kann Sie selbst ein ausgewachsener Sandsturm nicht mehr vom Schmökern abhalten, man muss eben Prioritäten setzen. Für den Einsatz in Krisengebieten kommt bald das kugelsichere Kevlar-Gehäuse mit 3 cm dickem Panzerglas auf den Markt. Möglicherweise leidet hier die Touch-Funktion ein wenig. Eine leichte, aber erstaunlich robuste und hochwertig verarbeitet Hülle ist Timbuk2 Envelope Sleeve für Kindle und Kindle Touch, Schwarz/Metallgrau/Rot (vgl. Rezension dort).
Wer gerne eine echte Lederhülle zu einem vernünftigen Preis hätte findet mit der DURAGADGET`s schwarze Leder-Schutzhülle mit integriertem Stand für den Amazon Kindle TOUCH und TOUCH 3G, WLAN (15 cm, 6 Zoll) (vgl. Videorezension dort!) eine günstige, aber dennoch hervorragend verarbeitete Lederhülle, die sogar einen Magnetschnappverschluß und einen ausklappbaren Ständer enthält. Dadurch kann man den Kindle frei stehend verwenden. Außerdem ist im Preis ein USB-Premium Ladestecker inbegriffen.

FREMDSPRACHIGE BÜCHER:

In diesem Bereich liegt meines Erachtens eine wesentliche Stärke dieser Technologie. Inzwischen gibt es bereits weit über eine Million englischsprachige Titel bei Amazon, und es werden täglich mehr. Bei den englischen E-Books gibt es jeden Tag den 'Kindel-Deal des Tages' mit einem stark reduzierten Titel, hier lohnt es sich ab und zu mal rein zu schauen. Ich lese Bücher gerne im englischen Original, bin aber in der Regel zu ehrgeizig, um gleichzeitig ein Lexikon aufzuschlagen (man könnte es vielleicht auch 'faul' nennen'). Sprachlichen Feinheiten bleiben dadurch etwas auf der Strecke.

Beim Kindle Reader genügt ein Druck auf das unbekannte Wort, und ich bekomme sofort die deutsche Übersetzung eingeblendet. Das sind geradezu paradiesische Zustände für den Leser! In der Grundeinstellung erscheint beim Druck auf ein englisches Wort lediglich das englische Synonym aus dem klassischen 'Oxford Dictionary of English'. Deswegen habe ich zusätzlich ein englisch-deutsches Lexikon, 'Das große Wörterbuch Englisch-Deutsch mit 310.000 Einträgen " von Matthias Matting, zum horrenden Preis von 2,68 Euro heruntergeladen (das entspricht 0,0009 Cent pro Eintrag) und in den Einstellungen als Standardwörterbuch ausgewählt. Die Änderung des Standardwörterbuches erfolgt über das Startmenü: "Einstellungen" - "Geräteoptionen" - "Sprache und Wörterbücher". Hier müssen Sie dann das vorher hochgeladene neue Lexikon auswählen. Die bedienerfreundliche Übersetzungs-Funktion bringt den Englischwortschatz wieder auf Vordermann und macht innerhalb kürzester Zeit süchtig. Schon nach wenigen Minuten hat man sich an diesen neuen Komfort gewöhnt und möchte ihn nicht mehr missen. Das wurde mir vor kurzem in der S-Bahn bewusst, als ich ohne lange nachzudenken auf ein mir unbekanntes englisches Wort tippte. Sowohl der skeptische Blick meines Gegenübers als auch der ausbleibende Erfolg führten zu einem eindringlichen Aha-Erlebnis:
Taschenbücher sind ganz offensichtlich NICHT touch-sensitiv, ein echtes Manko!

Neben dem Englisch-Deutsch-Lexikon ist auch
Kindle - das inoffizielle Handbuch. Anleitung, Tipps und Tricks.
von Herrn Matting sehr umfassend und empfehlenswert (Vgl. meine Videorezension dort!). Das Buch bietet eine Vielzahl von interessanten Tipps und Links und liest sich sehr angenehm und flüssig, der Preis ist mehr als nur günstig. Emailanfragen zum Thema beantwortet der Autor in Lichtgeschwindigkeit (bereits zwei Stunden nach Versand meines Emails), sehr freundlich und ausgesprochen kompetent. Ich hatte im Rausch des Ausprobierens wohl versehentlich ein galaktisches Wurmloch geöffnet und den Ordner 'Mein Clipboard' in den Hyperraum gebeamt. Nach zwei Mails erschien der Ordner wieder reumütig an seinem angestammten Platz. Heureka! Etliche Tipps dieser Rezension stammen übrigens aus diesem Buch. Alle Computerfreaks finden eine breite Palette an Möglichkeiten die Software des Kindle zu unterwandern und zu 'hacken' bzw. zu 'jailbreaken'. Von derart schwarzer Magie lasse ich aber generell die Finger.

TEXT TO SPEECH: (im normalen Textmenü 'Text-to-speech einschalten' wählen)

Diese Funktion gibt es bisher nur für englische Texte und nicht bei allen Büchern, also bitte nicht wundern, wenn es mit Goethes Faust partout nicht klappen will. Ist vielleicht besser so! Mal ganz abgesehen von dem grauenvollen amerikanischen Akzent der Sprecher - amerikanisches Englisch ist in meinen Augen keine Sprache, sondern eine Sonderform linguistischer Umweltverschmutzung :-) - ist diese Funktion natürlich Lichtjahre von der Faszination eines Hörbuchs entfernt. Die Aussprache der Worte ist korrekt, aber die einzelnen Satzbestandteile werden automatisch, ohne Betonung und damit völlig seelenlos aneinander gereiht. Hier merkt man eindringlich, wie sehr der Sinn und das Verständnis eines Textes von den Fähigkeiten eines 'echten' Vorlesers abhängen. In meinen Augen eine ganz nette Spielerei, aber für den praktischen Gebrauch eher irrelevant.

E-BOOKS LADEN:

Das Herunterladen über Amazon oder den Kindle-Shop funktioniert problemlos und innerhalb weniger Sekunden, sei es über WLAN oder das mitgelieferte USB-Kabel. Von jedem Buch können Sie als Entscheidungshilfe eine kostenlose, umfangreiche (immerhin 10-20% des Gesamtbuches!) Leseprobe herunterladen, und sich dann erst im Anschluss für den Kauf entschließen. Diese Funktion verhindert völlige Fehlkäufe wirkungsvoll. Künftig müssen Sie sich nie wieder an einem Feiertag um Mitternacht sehnsüchtig nach dem dritten, Ihnen noch fehlenden Teil einer Trilogie verzehren. Bereits nach einer Minute können Sie Ihre Leseorgie fortsetzen.
Durch Erstellung von Sammlungen, die wie ein Ordner funktionieren, lässt sich die rasch anwachsende Bücherflut übersichtlich strukturieren. Das Anlegen von 'Unterordnern' ist bisher leider noch nicht möglich, diese Möglichkeit wäre aber eine echte Bereicherung. Nett ist auch die Möglichkeit, sich eigene Dateien als PDF- oder Word-Dokumente per E-Mail auf den Kindle Reader zu schicken. Durch Eingabe von 'convert' (ohne Anführungszeichen!) im Betreff der Email, werden PDF-Dokumente automatisch in das Kindle-Format umgewandelt und lassen sich danach deutlich einfacher handhaben.

Im Sinne einer besseren Übersichtlichkeit können Sie gelesene Bücher ins 'Archiv' verschieben (den entsprechenden Titel gedrückt halten bis die Optionen erscheinen, dann 'Ins Archiv verschieben' auswählen). Diese Titel werden dann in der normalen Titelauflistung nicht mehr angezeigt, können aber jederzeit wieder heruntergeladen werden.

E-Books können übrigens ohne Angabe von Gründen innerhalb von sieben Tagen nach dem Kauf zurückgegeben werden, dazu müssen Sie sich allerdings mit dem Kundendienst von Amazon in Verbindung setzen. Das sollte allerdings der Fairness halber nicht dazu verführen, alle neuen Bücher im Turbomodus durchzuschmökern, um sie dann anschließend wieder zurückzugeben. Gar nicht nett!

E-BOOKS AUSLEIHEN?

Ganz schlechte Karten, leider! Eine Reihe von Stadtbibliotheken bietet zwar bereits eine 'Onleihe' an ([...]), die dort verliehenen Ebooks werden aber durch ein Adobe-System geschützt, daß der Kindle Reader verweigert. Auf dem PC können Sie diese Bücher lesen, eine gewisse Einschränkung der Mobilität und des Lesekomforts müssen Sie dann allerdings in Kauf nehmen.

Bücher die über Amzon.com (.com wohlgemerkt!) bezogen werden, können einmalig für 14 Tage an andere User ausgeliehen werden. In dieser Zeit kann der Verleiher das Buch nicht lesen, aber das ist beim 'echten' Ausleihen ja auch nicht anders. Nur Bücher die unter 'product details' den Vermerk 'lending: enabled' tragen, können ausgeliehen werden. Bei Amazon.de gibt es diesen Service bisher leider noch nicht!

Die Firma MexxBooks versucht eine Alternative in dieser Richtung zu bieten und stellt mit der MexxBooks-Bibliothek eine Art virtuelle Bücherausleihe zur Verfügung. Für den Jahresmitgliedsbetrag von 30 Euro kann man sich dort Titel ausleihen, bisher ca. 1000 Stück, es werden aber kontinuierlich mehr. Ausführliche Infos zu diesem Thema finden Sie auf der Website von MexxBooks.

KOSTENLOSE TITEL:

Am PC gibt im Kindle Shop über Amazon die Sparte "Kostenlose Klassiker".Wenn man die Sparte "Bestseller" ankreuzt, erscheint eine zweispaltige Liste: Links die Top 100, rechts die Top 100 Gratis.

Am Kindle Reader selbst müssen Sie im Shop die Option "Kindle-Bestseller" wählen, dann rechts oben auf "Filtern" tippen und "kostenlose Titel" auswählen. Auf diese Weise erhält man ebenfalls die Top 100 Gratis. Auf [...] finden Sie eine Auflistung von über 30.000 kostenlosen E-Books, das sollte für den nächsten Urlaub reichen.

SPEICHERPLATZ:

Wenn man von einem durchschnittlichen Taschenbuch mit ca. 3 cm Dicke ausgeht, lassen sich auf dem Kindle Reader immerhin eine 90 Meter lange Bücherstrecke unterbringen (=3.000 Stück), bei gebundenen Büchern ein Vielfaches davon. Bei einem Regal mit sechs Fächern wären das 15 Regalmeter Taschenbuchfreude, die trotzdem locker in ihrem Handgepäck Platz haben. Das Gewicht dieser Taschenbücher würde eine knappe Tonne betragen, der Kindle Reader wiegt dagegen nur schlappe 220 g.

Schon irgendwie beeindruckend!

DATENSICHERHEIT:

Wer auf seinen Kindle Reader keine Sekunde mehr verzichten kann, und deshalb beim Extremklettern in der Eiger Nordwand fassungslos zusehen muss, wie der geliebte, elektronische Begleiter sich 1000 m tiefer als kreatives 3-D-Puzzle verabschiedet, sollte nach Möglichkeit nicht gleich das Seil kappen, um sich gramgebeugt hinterher zu stürzen. Alle bei Amazon gekauften Bücher bleiben bis ans Ende aller Zeiten im sogenannten Cloud-Speicher aufbewahrt und können jederzeit erneut herunter geladen werden. Kein Grund zur Panik also! Der Zugriff lässt sich selbstverständlich durch ein Passwort schützen.

Über die Amazonseite 'Mein Kindle' können Sie mit der Option 'Aus der Bibliothek entfernen' Bücher komplett löschen. Dann sind sie allerding wirklich unwiderruflich futsch, und Sie müssen diese Titel komplett neu kaufen!

DIE LEGENDÄRE EIERLEGENDE WOLLMILCHSAU?

Wer einen Kindle Reader bestellt, sollte sich vorher darüber im Klaren sein, was ihn erwartet. Kein Universalgenie im Sinne von Leonardo Da Vinci, sondern ein auf seinem Spezialgebiet überaus kompetenter 'Fachidiot'. In vielen Rezensionen führt dieser Punkt zur Abwertung, in meinen Augen ist diese Spezialisierung sogar ein Vorteil.

Ich überlebe möglicherweise auch ohne integrierten Nasenhaarschneider, meine Prioritätenliste für einen E-Book-Reader umfasst weder Weltraum- noch Tiefseetauglichkeit. Ich will nicht täglich den Absturz meiner Aktien verfolgen, habe keinerlei Interesse mich über dilettantische YouTube-Videos zu ärgern, will mich nicht als Muzgul der Barbar durch 1001 blutige Spiele-Level hacken, und wenn ich Fotos, Zeichnungen und Grafiken nur in Schwarz-Weiß sehen, erleidet mein Seelenheil durchaus keine irreparablen Schäden.

Ich will ausschließlich Bücher laden, lesen und verwalten. Punkt! Möglicherweise habe ich ja ein sehr simpel strukturiertes Gemüt, aber genau diese mir wichtigen Anforderungen erfüllt der Kindle Toch Reader in bewundernswerter Weise. Die Möglichkeit - wenn auch auf etwas steinzeitliche Weise - im Internet zu recherchieren, ist zwar eine ganz nette Dreingabe, sollte aber weder kaufentscheidend, noch Anlass zur vernichtenden Kritik sein. Auf diesem Sektor ist ein iPod sicher um Längen benutzerfreundlicher, aber schließlich liegt hier der Schwerpunkt auf ganz anderen Anwendungen.

WENN ALLE STRICKE REISSEN:

Falls Ihr Kindler irgendwann nicht mehr so will, wie Sie es sich vorstellen, versuchen Sie einen Neustart. Homebutton ' Menü ' Neustart . Alternativ drücken Sie den Startknopf für ca. 20 Sekunden (Hard reset). Häufig klappt danach alles wieder anstandslos.

FAZIT:

Wenn Sie sich immer noch unsicher sind, ob die Benutzung eines Kindle Readers ethisch-moralisch vertretbar ist, sollten Sie einfach ein Exemplar bestellen und einige Stunden damit herumspielen. And the Kindle Reader and it's new master lived happily ever after! :-)
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Kommentare

Von 23 Kunden verfolgt

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1-10 von 188 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.04.2012 16:12:45 GMT+02:00
Wavelength meint:
"In der Grundeinstellung erscheint beim Druck auf ein englisches Wort das englische Synonym, deswegen habe ich zusätzlich ein englisch-deutsches hochgeladen und als Standardwörterbuch eingestellt."

Wie funktioniert denn das, bitte? (Ich konnte Übersetzungen bisher nur über eine weiteren Tastendruck = Online-Verbindung zu BING-Übersetzungen - sehen). Für eine kurze Erläuterung wäre ich dankbar.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.04.2012 17:28:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.04.2012 17:32:27 GMT+02:00
Hallo Wavelength,

die Übersetzung eines englischen Wortes (bzw. in der Grundeinstellung das englische Synonym) erscheint automatisch, sobald ein einzelnes Wort markiert ist. Bei einem Satz funktioniert die Übersetzung nur nach Markierung über "Mehr" und "Übersetzen" im automatisch erscheinenden Menü. Aktive Online-Verbindung ist hier erforderlich, bei einem einzelnen Wort nicht. War das die Frage, oder wolltest Du wissen, wie man ein neues Standardlexikon definiert?

LG Werner

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.04.2012 18:29:02 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.04.2012 18:32:28 GMT+02:00
Wavelength meint:
Danke für die schnelle Antwort. Ich habe hier einen Kindle Touch 3G (deutsch), welchen ich mit einigen deutschen und englischen Büchern teste:

Ausgangssituation:

Markiere ich (durch längeres Festhalten) in einem deutschen Buch ein deutsches Wort, so erscheint (auch offline) der zugehörige Eintrag aus dem Duden.

Markiere ich (durch längeres Festhalten) in einem englischen Buch ein englisches Wort, so erscheint (auch offline) der zugehörige Eintrag aus dem "Oxford Dictionary of English".

Beides super und wirklich spektakulär. So weit also so gut. Hier meine Frage(n):

Um eine Übersetzung aus dem Englischen anzuzeigen, muss ich (auch bei einem einzelnen Wort) "Mehr..." aktivieren und dann im folgenden Menü "Übersetzen" - und brauche dazu eine Online-Verbindung (welche Amazon auf dem Kindle 3G unterwegs trotz aktivierter Mobilfunkverbindung nicht zur Verfügung stellt).

Wie kann ich ein englisch/deutsches Wörterbuch so einbinden, dass es SOFORT - also statt des Eintrags aus dem "Oxford Dictionary of English" erscheint - und auch ohne online-Verbindung verfügbar ist?

Was mich zusätzlich auch verwirrt hat (aber inzwischen geklärt ist), war, dass ich im deutschen Buch auch eine Online-Übersetzung (mit "Mehr" wie oben beschrieben) nicht anzeigen konnte - dies liegt aber daran, dass bei Buchproben ("Samples") diese Funktion offenbar grundsätzlich gar nicht zur Verfügung steht (auch in englischen Büchern, wie ich inzwischen festgestellt habe).

Ein Hinweis, wie ich ein englisch/deutsches Wörterbuch zum DIREKTEN Aufruf - und ohne eine Online-Verbindung zu benötigen - einbinden kann wäre ich natürlich dankbar. (Und ggfls. woher ich ein solches bekomme - muss es spezielle Voraussetzungen erfüllen?)

Danke

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.04.2012 19:21:56 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.04.2012 19:23:20 GMT+02:00
Hallo Wavelength,

ich habe mir "Das große Wörterbuch Englisch-Deutsch mit 310.000 Einträgen" von Matthias Matting, Preis 2,68 Euro (also wirklich lächerlich :-)) heruntergeladen.

Das große Wörterbuch Englisch-Deutsch mit 310.000 Einträgen

Die Änderung des Standardwörterbuches geht über das Startmenü: "Einstellungen" - "Geräteoptionen" - "Sprache und Wörterbücher". Hier das vorher hochgeladene neue Lexikon auswählen.

http://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html/ref=help_search_1-2?ie=UTF8&nodeId=200729050&qid=1335288012&sr=1-2#change

LG Werner

Veröffentlicht am 26.04.2012 11:39:54 GMT+02:00
Nach über einem Vierteljahr endlich mal wieder eine lesenswerte Kindle-Rezension, hatte fast schon aufgegeben, Sie haben mir meine Hoffnung zurück gegeben, DANKE. Ich wünsche mir dass auch andere anfangen würden das Thema nicht immer so ernst zu nehmen, Gruss an dieser Stelle an die aktuell fünf Nasen die auf nein geklickt haben :-)

Veröffentlicht am 26.04.2012 18:02:48 GMT+02:00
Richard meint:
Ich habe diese Rezension gerade so genüsslich verschlungen wie die Pizza, welche ich gleichzeitig gegessen habe. Vielen, vielen Dank für diese humorvolle und präzise Beschreibung - nun kann ich meinen ersten Kindle bestellen und mich auf dieses Erlebnis freuen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.04.2012 18:46:34 GMT+02:00
Hallo Herr Stossberger,

Humor ist in meinen Augen ein essentielles Schmiermittel um längere Rezensionen für den Leser erträglich zu machen. Es gibt tatsächlich Menschen, die mir eine alberne Ader unterstellen. Echt frech! :-)

LG Werner

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.04.2012 18:50:00 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.04.2012 19:44:38 GMT+02:00
Hallo Richard,

möge diese Rezension ebenso leicht verdaulich sein wie Ihre Pizza und möge der Genuß Ihres ersten Kindle Readers - wie bei mir - von fröhlicher Endorphinausschüttung begleitet werden.

LG Werner

Veröffentlicht am 26.04.2012 19:31:51 GMT+02:00
Ostrea meint:
Ein kurzer Ausritt in die Rezensionen über den kindle wurde zu einem enormen Lesevergnügen und guter Laune pur. Das habe ich so echt noch nicht erlebt,zumal ich mich und meine Gedanken gleich am Anfang wieder fand. Ich wäre ohne meine Bücher ein dumpfer Grottenolm (wobei ich diesen Tierchen ihre Daseinsberechtigung nicht abschreiben möchte), aber der Platz in der Wohnung nimmt ab, die Bibliothek freut sich zwar auch, aber manchmal sind eben Texte dabei, die sind zwar ganz nett, bekommen aber keinen Ehrenplatz im engen Regal, so dass die Überlegung auftauchte sich der Moderne nicht ganz zu verschließen, zumal die Reise auf die einsame Insel im Herbst wirklich bevor steht. Und dann das, eine Rezension zum Niederknien;-) Danke, denn die Kaufentscheidung ist gefallen, den nicht so lesebegeisterten Gatten wird`s freuen und ich kann nur hoffen, mehr solche Kritiken zu lesen, denn dieses ganze Schwarz/weiß-gejaule langweilt mich manchmal enorm.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.04.2012 19:42:56 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.04.2012 19:43:32 GMT+02:00
Liebe Ostrea,

danke für die Blumen! Bitte erheben Sie sich wieder, bevor Ihre Jeans an den Knien total ausbeulen, dieses modische Desaster könnte ich unmöglich verantworten :-).
Auch Bücherwürmer müssen manchmal über ihren Schatten springen, vor einigen Monaten hätte ich noch Stein und Bein geschworen, nie auch nur einen Blick auf derartiges Teufelswerk zu werfen. Aber ich leiste reumütig Abbitte. Meine Bücher sind mir nach wie vor lieb und teuer, aber auch der Kindle hat sich mit infernalischer Tücke einen Platz in meinem Herzen erobert. Möge er Ihnen auf Ihrer einsamen Insel wertvolle Gesellschaft leisten!

LG Werner
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