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Kundenrezension

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neue, alte Rowling, 26. August 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Cuckoo's Calling (Cormoran Strike) (Gebundene Ausgabe)
Nach der Veröffentlichung Ende April kam Mitte Juli heraus, dass es sich bei Robert Galbraith, dem Verfasser von „The Cuckoo’s Calling“, um ein Pseudonym von „Harry Potter“-Autorin Joanne K. Rowling handelt. Zu den Wirren um die Aufdeckung des Pseudonyms sei auf die Tiefen des Internets verwiesen.

Wie wohl die Meisten bin ich auch erst nach dem Bekanntwerden von JKRs Autorschaft auf den Roman aufmerksam geworden, ob sich das gelohnt hat, wird mein Fazit zeigen, es sei aber gleich Eines gesagt (auch wenn es vermutlich schon unzählige Male erwähnt wurde):
Es handelt sich um einen Krimi. Mit „Harry Potter“ hat das Ganze nichts zu tun. Jedenfalls inhaltlich.

Auf eine Inhaltszusammenfassung verzichte ich hier aber (dazu gibt’s auch Genug im Web), daher direkt zu einer der großen Stärken Rowlings (jedenfalls in meinen Augen): Wie schon bei den Potter-Büchern und auch bei „A Casual Vacancy“ zeigt JKR ihr Talent in der Ausgestaltung der Tiefe der „Welt“, nur dass es sich hier eben nicht um eine Fantasy-Welt oder ein abgeschiedenes Dörflein handelt. Die Charaktere, allen voran Protagonist Cormoran Strike, werden mit einem glaubhaften Hintergrund unterfüttert. Sie handeln plausibel, ihre Gedanken und Taten sind nie ohne Motivation. Es ist zwar ein Trend von aktuelleren (Fernseh-)Krimis, das Privatleben der Ermittler mehr in den Vordergrund zu rücken und das kann auch gehörig schief gehen, aber hier hat man einfach das Gefühl, dass Rowling sich wirklich Gedanken über die Charaktere gemacht hat. Sie haben zwar stets einen Touch Klischeebild an sich und man erkennt Grundmuster von Typen hinter ihnen (der körperlich grob wirkende, im Privatleben scheiternde Privatdetektiv und Ex-Soldat Strike; der Dandy-Rockstar Duffield mit weichem Kern; die fragile Rochelle mit psychischen Problemen), aber mal ganz ehrlich – ein jeder, der ein wenig durch die Welt läuft, wird sich eingestehen müssen, dass er selbst Menschen Typen zuordnet. Die „Typen“ sind bei JKR aber, wie gesagt, nur der Unterbau, der Grundlage bildet für höchst individuelle, mit einer eigenen Lebensgeschichte ausgestatteten Charaktere.
Es schwächelt da vielleicht ein wenig ausgerechnet bei Robin, Strikes „halber“ Assistentin, die auf mich irgendwie ein wenig farblos wirkt; ihre Beziehung zu Matthew finde ich auch ein wenig unglaubwürdig – gerade verlobt, auf dem Höhepunkt des Glücks quasi, bringen die beiden ein paar Kleinigkeiten zum Streiten? Spekulation: in den Folgebänden (denn solche sind ja angekündigt) wird die Trennung, die jetzt bemüht sachte vorbereitet wurde, schließlich durchgeführt. Man wird sehen.
Das sind aber auch so ziemlich die einzigen Kritikpunkte, die ich an den Charakteren zu äußern habe. Ansonsten sind sie, ich kann es nicht oft genug sagen, ausgezeichnet und glaubwürdig dargestellt. – Ebenso wie das Setting, die ganze Umgebung: Rowlings London-Kenntnisse sind unverkennbar. Mit Umsicht werden zudem Räumlichkeiten oder kleinere, scheinbar unwichtige Ereignisse farbenfroh gezeichnet; Einiges, das für den reinen Plot in dieser Ausführlichkeit irrelevant sein mag (cf. die Shopping-Szene), wird ausgebaut und verleiht dem Roman so eine Tiefe und Echtheit, wie sie auch bei Harry Potter schon zu finden war.

Um ehrlich zu sein, war es bei den Potter-Büchern immer vor allem die Welt, die Detailverliebtheit, die mich zu begeistern wusste. Die Story war ok bis gut, aber letztlich vor allem dazu da, in diese Welt eintauchen zu können. – Wie sieht es nun bei „The Cuckoo’s Calling“ mit der Story bzw. dem Fall aus?
Wer auf viel Spannung und Action, auf einen harten Handlungseinstieg hofft, wird hier wohl enttäuscht sein. Ich muss an dieser Stelle wohl sagen, dass JKRs Neuling mein erster Krimi war – jedenfalls in Romanform, im TV sind Krimis so ziemlich das Einzige, was ich neben den Nachrichten sehe. – Der Krimi setzt jedenfalls langsam ein und nimmt sich Zeit, den Fall zu entfalten. Ohne dabei zu spoilern kann ich sagen, dass es sich um einen in meinen Augen intelligent konstruierten Fall mit Tiefe handelt, dessen Auflösung man so wohl nicht erwartet hätte. Hier also Daumen hoch. Doch Hand in Hand damit geht direkt ein Kritikpunkt: entweder ist ein Krimi in Romanform etwas völlig Anderes als im Film und ich scheitere hier kläglich (denn ich bilde mir ein, bei TV-Krimis in dieser Disziplin wenn auch kein Meister, so aber doch nicht ungeübt zu sein) – oder aber JKR verbaut einem tatsächlich durch die gekonnt verzwickten Wirrnisse des Falls das Knobeln. Ja, was am Ende bei der Auflösung herauskam, hatte ich mir in Ansätzen so gedacht – aber nur mal zwischendurch, als eine von vielen Möglichkeiten, die sich einem da auftun. Eigentlich war ich ahnungslos und das stört mich tatsächlich, denn bei einem Krimi möchte ich „mitraten“ können.
Kurios und fast ärgerlich dabei: Cormoran Strike wandert von einem Interview zum nächsten, ermittelt hier und da, tatkräftig unterstützt von Robin, und scheint einfach Alles richtig zu machen. Natürlich löst er nicht Alles im Handumdrehen auf, nebenbei läuft so Einiges in seinem Privatleben schief, aber den Fall entwirrt er Stück für Stück und präsentiert am Ende die perfekte Auflösung. Letzteres sei gestattet, hat sogar Reiz, aber hätte dem Leser nicht etwas früher schon das ein oder andere Schnipsel von Strikes Vermutungen präsentiert werden können? Sicher, der Spagat, dem Leser nicht zu viel und nicht zu wenig zu präsentieren, sodass er am Ende etwas ahnt, aber dennoch überrascht ist, ist schwierig. Da das hier aber eine Kritik ist, kann ich ruhig sagen: leider nicht so wirklich gelungen, Mrs Rowling. Ein perfekter Privatdetektiv, der einen perfekt-komplizierten Fall am Ende perfekt auflöst – das läuft mir ein wenig zu glatt und nimmt tatsächlich einiges an Spaß beim Lesen. Besonders der berüchtigte Mittelteil zieht sich etwas. Ich vermisse gar nicht die Action (die wirklich spärlich ist) oder das große Schock-Erlebnis kurz vor Schluss, aber ich vermisse ein paar mehr erstaunliche Erkenntnisse und Kehrtwenden zwischendurch, ich vermisse einen Strike, der auch mal einer falschen Spur gefolgt ist, der auch mal ein Detail übersieht, nur um es später zufällig in anderem Licht zu betrachten …

Fazit: Welt, Detailverliebtheit, Charaktere – Farbe! – wie gewohnt von Rowling meisterhaft beherrscht (obwohl das bei einer non-fantasy novel sicher schwieriger ist). Auch der Fall ist durchdacht und läuft nicht Gefahr, so oder ähnlich schon diverse Male umgesetzt worden zu sein. Aber am Plotaufbau, der Handlungskonstruktion, an herausragenden Momenten hapert es (bis kurz vor Ende) leider. Das aber alles von einem (Roman-)Krimi-Neuling.
Dennoch: ich werde mir wohl zumindest den nächsten Fall mit Strike kaufen (JKR will unter Pseudonym weitere Romane folgen lassen) und sei es nur wegen der Charaktere. Rowling ist ja neu auf diesem Gebiet, ihr Krimi-Debüt also. Im Fantasy-Genre hat sie Meilensteine gesetzt. Beim Crime muss sie vielleicht noch etwas lernen, aber das kann ja kommen.

Daher 3,5 Sterne, da das nicht geht mit etwas gutem Willen vier.
Empfehlung für alle JKR-Fans (schreibe bewusst nicht HP-Fans) solche, die es noch werden könnten und alle, die einmal sehen wollen, wie die bestverdienende Autorin der Weltgeschichte sich an einem neuen Genre versucht.
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