Kundenrezension

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Optik, Mechanik und Autofokus gut, Lichtstärke verbesserungswürdig, 5. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Nikon AF-S Zoom-Nikkor 70-300mm 1:4,5-5,6G VR Objektiv (67mm Filtergewinde, bildstabilisiert) (Camera)
TITEL: Optik, Mechanik und Autofokus gut, Lichtstärke verbesserungswürdig

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BEURTEILUNG:
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Optik: *** - ****
mechanische Qualität: *** - ****
Funktionalität: ****
Preis-Leistung: ****
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Gesamturteil: ****
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ALLGEMEINES:
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Das Nikon AF-S Nikkor 70-300mm/4.5-5.6 IF-ED VR (nachfolgend: 70-300mm) ist ein Teleobjektiv mit variabler Brennweite (= Zoom). Es lässt sich sowohl an Nikons DSLR mit DX- als auch FX-Sensoren verwenden. (Der Bildwinkel des 70-300mm an einer DX-DSLR entspricht dabei etwa dem eines 105-450mm-Objektivs an einer Kleinbildkamera. Wohlgemerkt: es ist wirklich nur der Bildwinkel. Die tatsächliche Brennweite verändert sich ebenso wenig wie die Lichtstärke, denn bei beiden Werten handelt es sich um physikalische Größen, die von den Abmessungen des Kamerasensors unabhängig sind.) Das 70-300mm kann uneingeschränkt an DSLR mit Kleinbildformat-Sensoren (bei Nikon FX genannt) eingesetzt werden.

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POSITIV:
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Das 70-300mm ist nicht gerade billig, aber dennoch preiswert für ein Teleobjektiv, das einen so weiten Brennweitenbereich im Kleinbildformat abdeckt. Man "verbrennt" nur wenig Geld, wenn man sich bei Nichtgefallen nach einiger Zeit von dieser Linse trennt und sie auf dem Zweitmarkt anbietet. Zudem ist das 70-300mm relativ leicht und von kompakten Abmessungen, passt also auch gut in Fototaschen, die solche "Monster" wie das Nikkor AF-S 70-200mm/2.8 G ED VR II nicht aufnehmen könnten.

Die optischen Eigenschaften des Objektivs sind von 70 bis ca. 200 mm hervorragend. Vor allem bei der Verwendung an Nikons DX-Kameras bleibt nur wenig Raum für Kritik. Bis 240 mm schlägt sich die Linse immer noch sehr wacker. Erst danach bricht die optische Qualität etwas stärker ein, bleibt aber zumindest bei guten Lichtverhältnissen bis zum langen Ende auf durchaus akzeptablem Niveau unter praktischen Bedingungen, auch wenn es jenseits der 200 mm messtechnisch (= unter Laborbedingungen) sicherlich das eine oder andere Stirnrunzeln geben mag. Im Zentrum sind die Bilder unter guten bis normalen Fotografierbedingungen bis ca. 200 mm knackscharf und von hohem Kontrast, bis 240 mm immer noch gut und bis 300 mm vollkommen akzeptabel. Blendet man mindestens um eine bis anderthalb Stufen ab, verbessert sich auch die Schärfe an den Bildrändern von FX-Kameras sichtbar, was sich vor allem am langen Ende, also jenseits von 200 mm, als sehr vorteilhaft erweist.

Die Qualität der Darstellung des unscharf gestellten Bereichs, des sogen. Bokehs, ist sicher nicht "ultra-cremig", aber angenehm ruhig und ausgewogen. Gerade bei Zoomobjektiven ist das keine Selbstverständlichkeit.

Optische Verzeichnungen wie Tonnen- und Kissenverwölbung treten kaum wahrnehmbar auf und lassen sich softwareseitig leicht korrigieren.

Blendenflecken ("lens flares") bei Gegenlicht und chromatische Aberrationen (CA) haben sich, zumindest bei Verwendung der dankenswerterweise mitgelieferten Gegenlichtblende, als unter praktischen Einsatzbedingungen unproblematisch und gut beherrschbar erwiesen. CA lassen sich überdies mittels Software gut entfernen.

Im Gegensatz zu vielen Low-Budget-Objektiven verfügt das 70-300mm nicht nur über eine Bajonettfassung aus Metall, sondern auch über einen guten Schutz gegen Staub und Feuchtigkeit. Bei Nikon ist dieser sogen. Wetter- und Staubschutz an der schwarzen Gummidichtung rund um die Bajonettfassung zu erkennen.

Der Autofokus ist nicht gerade pfeilschnell, aber deutlich schneller und treffsicherer als z. B. beim 55-300mm. Leise ist er darüber hinaus auch. Und dank der Innenfokussierung verändert sich beim Scharfstellen die Baulänge des Objektivs nicht. Die Frontlinse dreht sich beim Fokussieren nicht mit; der Einsatz zirkularer Polfilter ist damit kein Problem.

Das 70-300mm verfügt über FTM-Fokus (FTM = full-time manual), d. h., man muss die manuelle Scharfstellung nicht explizit am Objektiv mittels Schieber von Position A auf M freischalten, sondern kann sofort manuell in den AF eingreifen.

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NEUTRAL:
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Preislich gehört das 70-300mm, ebenso wie sein "kleinerer Bruder" DX 55-300mm, zu den Nikon-Consumer-Objektiven, die längst nicht mehr im teuren Japan hergestellt werden, sondern massenhaft in Thailand oder China vom Band purzeln. Auch wenn praktisch alles an diesem Objektiv aus Kunststoff ist, so ist die "gefühlte Verarbeitungsqualität", wozu auch die Haptik des Zoommechanismus und des manuellen Fokus gehören, eine Klasse besser als beim 55-300mm. Auch in der Preisklasse eines 70-300mm ist ein großzügiger Einsatz von hochwertigem Messing nicht möglich. Die Verarbeitungsqualität ist aber insgesamt mehr als ordentlich und verspricht eine lange Haltbarkeit unter normalen Einsatzbedingungen.

Nikons Verwacklungsschutz "VR" leistet ordentliche Arbeit, kann aber die Gesetzmäßigkeiten der Physik nicht außer Kraft setzen. Es gelingen zwar bei 300 mm regelmäßig Aufnahmen mit 1/160 Sek. aus der freien Hand ohne jegliche Verwacklung. Wenn man nicht so genau hinschaut und sich mit max. A4 großen Ausdrucken seiner Fotos begnügt, geht auch mal 1/100 Sekunde. Aber noch längere Zeiten sind bei 300 mm defintiv nur noch mit gutem Abstützen (Bohnensack) oder Stativ wirklich verwacklungsfrei zu realisieren, egal wie vollmundig Nikons Marketingabteilung "bis zu vier Belichtungswerte" Kompensation verspricht.

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NEGATIV:
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Leider gibt es einen Aspekt, der am 70-300mm nicht zu gefallen bzw. zu überzeugen vermag, nämlich die geringe Lichtstärke. F/4.5 als größte Blende gilt nur von 70 bis ca. 90 mm. Ab 90 mm geht es mit F/4.8 bis ca. 135 mm weiter, es folgen F/5.0 bis etwa 200 mm, F/5.2 bis knapp 240 mm und am Ende steht F/5.6 bis 300 mm. Zudem muss man berücksichtigen, dass eine wirklich überzeugende Bildqualität eine Abblendung um wenigstens eine Stufe erfordert. Damit ist man de facto bereits bei F/6.3 bis F/8.0, und das ist nun wirklich nur akzeptabel, wenn man überwiegend statische Motive bei gutem Licht oder vom Stativ aus fotografiert.

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FAZIT:
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Das 70-300mm hinterlässt alles in allem einen guten Eindruck. Selbst für ein Reise-Objektiv ist es ausreichend leicht und kompakt, bietet ordentliche bis gute optische Leistungen, einen brauchbaren Verwacklungsschutz, einen guten Autofokus mit jederzeitiger manueller Eingriffsmöglichkeit (FTM-Fokus), Innenfokussierung und feststehender Frontlinse für uneingeschränkten Filtereinsatz. Seine geringe Lichtstärke schränkt die Tauglichkeit dieses Objektivs für die schnelle Fotografie allerdings ein. Ein Ansitzen auf Vögel oder andere schnelle Kleintiere mit großer Fluchtdistanz unter schlechten Lichtbedingungen ist damit schwierig, mit einer entsprechend geringen Ausbeute an "Treffern" ist dabei zu rechnen.

Unter praktischen Aspekten ist das 70-300mm also ein Objektiv, das sich an Tele-Fotografen richtet, die eine gute optische Qualität für DX- und FX-Kameras wünschen, aber nicht bereit sind, für 1,5 Blenden mehr Lichtstärke und einen professionell schnellen Autofokus nicht nur mehr als das Dreifache zu bezahlen, sondern dabei auch noch auf 100 mm Brennweite am langen Ende zu verzichten und mehr als das doppelte Gewicht tragen zu müssen. Mit anderen Worten: ein typisches DX-/FX-Telezoom für die (noch) handliche Reisefototasche.

Insgesamt halte ich daher aufgerundete vier Sterne für eine angemessene Bewertung.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.12.2013 22:46:51 GMT+01:00
leckerli meint:
Hallo Happy Day,

Sie schreiben: "Das 70-300mm verfügt über FTM-Fokus (FTM = full-time manual), d. h., man muss die manuelle Scharfstellung nicht explizit am Objektiv mittels Schieber von Position A auf M freischalten, sondern kann sofort manuell in den AF eingreifen"

Heißt das man darf erst nach Halb durchdrücken des Auslösers noch am Schärferegler drehen, oder auch während die Kamera scharf stellt? (Gut zweiteres würde wahrscheinlich eh nicht nützen.

Was halten Sie im Vergleich zum Tamron 70-300 USD etc..

Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.12.2013 02:51:08 GMT+01:00
Happy Day meint:
Entweder erst nach dem halb Durchdrücken des Auslösers die Schärfe manuell nachführen oder halt, wenn per Menüeinstellung möglich, AF und Auslöser entkoppeln. Nikons Profimodelle bieten eine dedizierte AF-Taste, bei einigen Modellen darunter kann man die AE/AL-Taste entsprechend mit der AF-Aktivierung belegen.

Zum Tamron kann ich leider nichts sagen.
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