Kundenrezension

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich bin Spart- äh, der Auserwählte (inkl. beider Story-DLCs), 27. August 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Kingdoms of Amalur: Reckoning (Videospiel)
Wie bereits im Titel ersichtlich, werde ich mich in meiner Rezension nicht nur auf das Hauptspiel konzentrieren, sondern auch die zwei bisher erschienenen Story-DLCs "Zähne von Naros" sowie "Die Legende vom Toten Kel" bewerten. Diesen Abschnitt findet ihr weiter unten. Zunächst aber möchte ich einen Überblick über das eigentliche Spiel "Kingdoms of Amalur: Reckoning" geben, einem Action-RPG westlicher Machart.

Die Story des Spieles dreht sich um den selbsterstellten und leider auch stummen Hauptcharakter, der eigentlich tot ist, aber durch eine neue Erfindung wieder zum Leben erweckt wird. Erinnerungen an das frühere Leben gibt es nicht und so wird der Spieler in eine Welt hineingeworfen, die vom sogenannten Kristallkrieg gebeutelt ist. Dieser Krieg wurde durch eine neu entstandene Fraktion der Feien entfacht, die einem neuen Gott huldigen. Feien ist hier nur ein anderer Begriff für Elfen.
Bei der Charaktererstellung hat man lediglich die Wahl zwischen zwei Menschen-, sowie zwei elfenähnlichen Rassen (die im Gegensatz zu den Feien jedoch nicht unsterblich sind). Alle Rassen beginnen mit unterschiedlichen Grundfertigkeiten, letztendlich ist die Auswahl aber irrelevant. Zum Einen, weil sich die Grundkenntnisse (z.B. +1 auf Schmiedekunst) schon nach wenigen Levelaufstiegen kaum noch bemerkbar machen, zum Anderen, weil der Spieler jederzeit die Möglichkeit hat, bei bestimmten NPCs sämtliche verteilten Punkte zurückzusetzen und neu zu verteilen - allerdings ist das natürlich kostenpflichtig. Jeder Levelaufstieg bringt ein Talent-, sowie drei Fähigkeitenpunkte mit sich. Fähigkeiten wirken sich im Kampf (passiv und aktiv) aus, Talente nicht. Die Fähigkeiten sind in drei Gruppen unterteilt: Magier, Krieger und Schurke. Wie die Punkte verteilt werden, bleibt dem Spieler selbst überlassen, man kann sich also auf eine Gruppe spezialisieren oder sich einen Allrounder aus zwei oder eben allen drei Gruppen basteln. Ganz gleich, wie ihr euch entscheidet: Habt ihr genügend Punkte in eine oder mehrere der Fähigkeitgruppen verteilt, werden neue "Schicksale" freigeschaltet, die passende Boni beinhalten wie "+10% auf Nahkampf". Das ist ziemlich cool. Besonders spaßig hat sich hierbei der Magier herausgestellt. Es ist schon sehr befriedigend, wenn man im späteren Spielverlauf mächtige Flächenzauber wirken kann und sechsköpfige Gegnergruppen auf einen Schlag vernichtet werden.
Die Spielwelt ist in fünf Länder unterteilt, die wiederum etliche kleinere Gebiete beinhalten. Diese kleineren Gebiete wiederum sind schlauchartig miteinander verbunden. Ladezeiten gibt es, wenn man Dungeons sowie große Städte betritt / verlässt, oder wenn man zwischen den Ländern wechselt (nicht die Gebiete!). Optisch unterscheiden sich die Länder durchaus, von Steppen über Sümpfe bis hin zu Graslandschaften und Einöden sind hier einige Standards vertreten und schön anzusehen.
Die Graphik dabei ist vor allem in technischer Hinsicht ein zweischneidiges Schwert. Sehen die Umgebungsgraphiken noch wirklich schön aus und wissen auch die Monsterdesigns durchaus zu gefallen, so fragt man sich, was die Entwickler sich bei den Animationen der Charaktere gedacht haben. Selten habe ich so starre Gesichter gesehen, die in den seltensten Fällen zu den Dialogen passen. Das wirkt sich mitunter durchaus auf die ansonsten gelungene Atmosphäre des Spieles aus. Stilistisch hingegen gefällt mir "Kingdoms of Amalur" durchaus gut. Die Welt ist sehr bunt und verträumt, märchenhaft. Ich denke, der passendste Vergleich wäre hier der zu den Fable-Spielen der XBOX360. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, ich finde es gelungen.
Zum Ton kann ich leider nicht allzu viel Positives sagen. Der Soundtrack ist meiner Meinung nach nur durchschnittlich und die Sprachausgabe hat mit Mängeln zu kämpfen. Oftmals ist es so, dass die Stimmen (insbesondere im freien Spiel, also nicht im Dialog) von "klar und deutlich" zu "entfernt und nachhallend" wechseln und zwar vor allem dann, wenn die Kamera gedreht wird. Noch besser wird es, wenn die Stimmen dann plötzlich gar nicht mehr zu hören sind und man ganz nah an den sprechenden NPC herangehen muss, um ihn wieder zu verstehen. Das stört den Spielfluss enorm, es sei denn, man pfeift auf die Informationen. Auch andere Soundkulissen wie Wasserfälle verstummen manchmal plötzlich, wenn die Kamera gedreht wird. Dass diese Soundbugs noch nicht gepatcht wurden, finde ich ziemlich frech. Hierzu sei allerdings angemerkt, dass ich mit einem Stereo-System spiele, bei Surround-Anlagen mag es derlei Probleme möglicherweise nicht geben.
Zwei Dinge gibt es noch, die ich als sehr negativ empfunden habe. Das Erste ist die Levelgrenze von 40. Wenn man die Spielwelt ausgiebig erkundet und nicht ständig die Schnellreise-Funktion verwendet, wird man bereits nach etwa 70% Spielverlauf diese Grenze erreicht haben. Das geht viel zu schnell! Selbst durch den Kauf der Story-DLCs wird die Grenze nicht nach oben verschoben, was ich erst recht nicht verstehen kann. Der zweite Punkt wird insbesondere für die Sammler unter uns ein absolutes No-Go sein. Es gibt Unmengen an einzigartigen Waffen, Rüstungen und auch sehr viele unterschiedliche Rüstungssets - aber ihr habt definitiv nicht die Möglichkeit, all diese Gegenstände zu behalten oder sie gar in selbst erworbenen Behausungen zur Schau zu stellen. Es gibt zwar die Möglichkeit, Gegenstände, die man nicht braucht, in eine Truhe zu legen, diese hat aber ein viel zu geringes Limit von 155. Hier hat z.B. "Skyrim" deutlich bessere Arbeit geleistet. Schade!
Insgesamt muss ich sagen, dass ich mir von "Kingdoms of Amalur: Reckoning" deutlich mehr erhofft habe. Das heißt aber nicht, dass das Spiel schlecht ist. Definitiv nicht. Ich habe durchaus viel Freude daran gehabt und inklusive der beiden im Folgenden besprochenen DLCs habe ich über 160 Stunden in der Spielwelt verbracht, was schon ganz ordentlich ist.

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"Zähne von Naros"
Hier geht es um eine Gruppe von Abenteurern, denen man sich anschließt, um ein sagenumwobenes Land inklusive einer "goldenen Stadt" zu erforschen. Schnell wird die Gruppe dezimiert und am Ende bleibt der Spieler als Einziger übrig. Dabei trifft man auf das Volk der "Kollossae", steinernen Riesen, die mich von der Kultur her an das alte Griechenland erinnert haben. Der DLC beschäftigt den Spieler etwa 10 Stunden und besonders hervorzuheben sind zwei Dungeons, die wesentlich größer und vertrackter daherkommen als jene im Hauptspiel (übrigens wirken die Dungeons im gesamten Spiel NICHT generiert, wenngleich es natürlich einige optische Grundtypen gibt). Die Hauptstory fand ich interessant und es gibt natürlich auch wieder Nebenquests zu erledigen, die teilweise auch recht humorig geraten sind.
Wertung: 5/5

"Die Legende vom Toten Kel"
Der Spieler trifft auf Abenteurer, die einer Legende nachjagen, nämlich die des namensgebenden Kel. Kel war mal ein Pirat, der dummerweise von einer uralten Gottheit ins Leben zurückgeholt wurde und seitdem nach Rache sinnt. Dieser DLC bietet dem Spieler also eine Piratengeschichte und so ist stilistisch auch die Insel aufgebaut, zu der man reisen wird: Galgensend. Kernstück des DLCs ist neben der Hauptstory der Aufbau einer alten Festung. Ist dies erledigt, wird man zum Herrscher der Festung und muss sich beispielsweise um die verschiedene Angelegenheiten der Untertanen kümmern (= weitere Nebenquests) oder alte Gemälde restaurieren lassen. Es gibt auch die Möglichkeit, einen der NPCs auf die Suche nach Schätzen in gesunkenen Schiffen zu schicken oder eine Diplomatin zu benachbarten Inseln zu schicken, um Bündnisse zu schließen oder die Regierungen auszuspionieren. Das bleibt allerdings alles auf einem sehr oberflächlichen Niveau. Die meisten Bewohner der Festung müssen übrigens erst auf Galgensend gefunden und dorthin geschickt werden.
Zu beachten sei, dass der Spieler längere Zeit nicht die Möglichkeit hat, wieder auf's Festland zurückzukehren, denn das Schiff, auf dem man nach Galgensend gelangt, geht zu Bruch und man muss erst ein Neues beschaffen, dies geschieht im Verlaufe der Hauptstory. Übrigens: Kel hat die Stimme eines recht bekannten, deutschen Synchronsprechers verpasst bekommen. Welcher es ist? Lasst euch überraschen.
Wertung: 4/5
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.12.2014 23:05:28 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.12.2014 23:06:02 GMT+01:00
Ich spiele Reckoning zwar mit Begeisterung, muss Ihnen aber dennoch in allen Punkten zustimmen. Diese Schwachpunkte, welche die Entwickler hätten vermeiden können, sind durchaus vorhanden.
Sehr gute Rezension.
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