Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekte Symbiose aus alt und neu !, 14. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Mitgift (Limited Fan Edition) (Audio CD)
Es ist schon immer eine interessante Sache, wenn Subway to Sally eine neue Platte veröffentlichen, denn schließlich kenne ich wirklich keine anderen Band, die sich von Album zu Album immer wieder ändert und zwischen verschiedenen Genres mäandriert, während Sie dennoch ihren Wurzeln treu bleibt. Auch wenn ich erst seit ca. zwei Jahren meine Liebe zum deutschen Folk/Goth/Metal oder was weiß ich, was man da noch alles für Begriffe finden kann, richtig auslebee, habe ich mich auch mit den älteren Platten der Band auseinandergesetzt. Angefangen als Spielmänner ("Foppt den Dämon", "MCMXCV"), wo auch solche Klassiker wie "Mephisto" entstanden, wurde aus STS mit den Jahren eine immer rockigere und düstere Metalgranate, die aber dennoch immernoch geschickt klassische Instrumente in ihr Werk verwebt und noch dazu live eine wirklich grandiose Show bietet. Nach dem letzten Album "Schwarz in Schwarz", mit dem ich in die STS-Welt eingetaucht bin, war ich doch sehr gespannt, was ich auf diesem Longplayer nun vorfinden werde und nachdem ich "Schwarze Seide" gehört habe, wusste ich auch, dass das anders, aber trotzdem gut wird. Also habe ich mich heute gleich nach der Arbeit auf in den naheliegenden Elektromarkt gemacht und voller Erwartungen die Platte gekauft. Seitdem läuft sie auf Dauerschleife.....

Die 12 neuen und unverbrauchten Songs erzählen allesamt von düsteren Mordgeschichten und den dunklen Seiten der Menschheit. Die allesamt spannenden Texte verpackt die Band wieder in den gewohnten Klang aus "Schwarz in Schwarz", doch während ich bei erstgenannter Platte doch einige Anläufe brauchte, geht "Mitgift" sofort ins Ohr. Die Riffs sind packender, die Melodien ausgefeilter und unter allem liegt ein Hauch Elektronik, der zusammen mit den klassischen Instrumenten eine wahre Atmosphärenwand aufbaut. Während andere Bands stur den Trends wie z.B. eben "Dubstep" folgen und daraufhin meist nur Standardkost servieren (siehe meine zweite große Lieblingsband "Muse" mit dem ambitionierten, aber auf Dauer langweilenden Album "The 2nd Law"), gehen die Mannen rund um Frontsänger Eric Fish eine interessante Symbiose ein.
Songs wie "Schwarze Seide", "Grausame Schwester" oder auch "Warte, Warte" erhalten durch den elektronischen Unterbau eine Aggression und Düsternis, die ich auf dem Vorgänger bei manchen Liedern oftmals vermisst habe.

Gut, es gibt auch Songs, in denen die Elektronik durchaus befremdlich wirkt wie z.B. bei "Dein Kapitän", das als reine Folkrock Nummer wohl auch nicht schlechter geworden wäre, aber der neue Sound ist unverwechselbar STS und dennoch frisch und unverbraucht. Zudem sind die einzelnen Songs wirklich sehr abwechslungsreich gestaltet. "Schwarze Seide" zum Beispiel bietet einen wirklich netten "Drop" in der Mitte und erinnert dabei sogar ein wenig an den von jungen Menschen vielgelobten "Skrillex" . Klingt komisch ? Ist es aber bei Weitem nicht und fühlt sich beim Hören einfach gut an.
Es ist erstaunlich wie es die Jungs geschafft haben, wirklich keine Langeweile aufkommen zu lassen, obwohl die Lieder bis auf "Im Weidengarten" und das Outro "Coda" allesamt im gleichen Soundbett schwimmen.

Doch der Einsatz von Chören ("Schwarze Seide", "Arme Ellen Schmitt", usw.), epischem Frauengesang ("Grausame Schwester") und wirklich knackigen Riffs, die sich mit Eric Fishs markanter Stimme verbinden, fasziniert immer wieder von Neuem.
Zudem gibt es auch ein paar Songs, die dann doch ein wenig weiter ausbrechen, als anfangs gedacht. "Haus aus Schmerz" z.B. entpuppt sich als ein Glanzstück, dass gekonnt altbekannte Elemente der elektronischen Musik mit einem "Headbang" - fähigem Riff kombiniert. Dann gibt es zwischen den schnellen Stücken auch langsamere, wie z.B. "In Kaltem Eisen", die einfach nur mit ausgefeilten Melodien und gutem Text aufwarten. Generell sind die Texte thematisch, trotz der Beschränkung auf "Mördergeschichten", erstaunlich breit gefächert. Die große Ballade "Im Weidengarten" erzählt zum Beispiel von Sterbehilfe unter zwei Liebenden, während "Schwarze Seide" sich mit Nekrophilie beschäftigt. STS stürzen dabei nie in arg kitschige Gefilde, sondern liefern düstere Bilder, die sich mit dem düsteren Sounddesign verbinden und dem Zuhörer sofort den Gehörgang zersägen.

Mit dabei auf dem Album ist mit "Vela Dare!" auch ein rein akustischer Song, der auch ohne Fishs Gesang stark überzeugt. Während das Intro noch eher Folk suggeriert, folgt daraufhin ein krachendes Riff mit wummernden Bässen und Synthesizerklängen. Einfach toll !

Fazit : Ich persönlich empfinde "Mitgift" so, als hätten STS zusammen mit Eisbrecher, Skrillex und Rammstein eine große Party gefeiert und danach ein Album produziert. STS erfinden sich damit wieder neu und bleiben sich dennoch treu. Die neuen elektronischen Elemente fügen sich perfekt ins Bild und wirken nie so als wolle man sich unbedingt ans Mainstreampublikum anbiedern. Im Gegenteil. Der neue Sound ist passend zum Thema hart und düster. Für mich löst "Mitgift" damit mein Lieblingsalbum "Nord Nord Ost" ab, da es die Stärken von "Engelskrieger", "Herzblut" und "Schwarz in Schwarz" kombiniert.
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