Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Sänger - großartige Aufnahme, 13. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Il Trovatore (Audio CD)
Angeblich von Caruso stammt das Bonmot, Verdis Troubadour sei ganz leicht zu besetzen - man brauche nur die vier besten Sänger der Welt. Selten ist man diesem Ideal so nahe gekommen wie in dieser Aufnahme von 1969:

Leontyne Price war seit Ende der 50er Jahre für fast 20 Jahre die weltweit führende Sängerin der Leonora, hat sie nicht umsonst dreimal aufgenommen. Ihre unendlich reiche, bronzene Stimme mit mühelosen Höhe und der apart hauchigen Tiefe war ein ideales Instrument für die großen Frauenrollen Verdis. Ihre Leonora ist von einer ganz natürlichen, unpathetischen Tragik. Neben Maria Callas - die die Rolle technisch noch brillanter gesungen hatte - ist Price für mich bis heute die maßstabsetzende Leonora geblieben.

Der blutjunge Placido Domingo singt einen hinreißenden Manrico - überzeugend als jugendlicher Liebhaber wie als verhinderter Held. Es ist faszinierend, die ganz frische Stimme zu hören, noch ohne die später typischen Eigenheiten, aber schon mit einer ausgereiften Interpretation. War Jussi Björlings Höhe müheloser, Carlo Bergonzi männlich ernster, Franco Corelli heldischer? Vielleicht, aber Domingo zu hören ist in jeder Sekunde ein Genuss.

Der Amerikaner Sherrill Milnes steht hier ebenfalls am Anfang seiner Weltkarriere. Er gestaltet den Luna ebenfalls mit jugendlichem Überschwang, erstaunlich feiner Technik und glänzender Höhe - wie es das Stück verlangt, ist er auch stimmlich das Spiegelbild seines heimlichen Bruders.

Die vielleicht wichtigste Rolle der Oper ist die Azucena - nach der Verdi das Stück ursprünglich auch nennen wollte. Fiorenza Cossotto hatte sie schon in einer früheren Aufnahme unter Tullio Serafin gesungen, damals schon mit verzehrendem Temperament. Hier singt sie nicht weniger ausdrucksvoll, aber technisch und im Ausdruck ausgereifter und überzeugender als einzige wirklich erwachsene Hauptfigur der Oper. Auch sie setzt Maßstäbe.

Die kleine, aber wichtige Rolle des Ferrando wird von Bonaldo Giaiotti mehr als solide gestaltet.

Die Nebenrollen sind ausgezeichnet besetzt, das New Philharmonia Orchestra und der Ambrosian Opera Chorus tragen zu einer atmosphärisch dichten Aufnahme bei. Dirigent Zubin Mehta lässt den Sängern viele Freiheiten, die sie im besten Sinne nutzen - für eine unvergleichlich ausdrucksvolle Aufnahme.

Gibt es Einwände? Allenfalls gegen die Aufnahmetechnik, die nicht die Brillanz der musikalischen Leistung hat (einige übersteuerte Töne). Abgesehen davon - eine Aufnahme für die einsame Insel.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 14.09.2013 09:09:33 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.09.2013 09:28:39 GMT+02:00
Fidelio meint:
Ich finde die Aufnahme auch klasse, der späteren Domingo-Giulini-Produktion (DG) sängerisch überlegen, und habe die in Lizenz produzierte -> (Verdi: Il Trovatore [2xCD] RCA-Ermitage), die es für ein kleines Taschengeld gibt. Zubin Mehta, der sich zu Open-Air-Spektakeln oder mancher sekundärer sinfonischer Aufnahme hinreißen ließ, zeigt hier seine großen Stärken, nämlich als (hervorragender) Opern-Dirigent. Der Klang ist nicht ganz optimal - aber beim Original ja offensichtlich auch nicht.
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