Kundenrezension

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Chauvinist auf Egotrip, 15. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Abenteuerreiter: In 11 Jahren mit Hund und Pferden von Feuerland nach Mexiko (Gebundene Ausgabe)
Den Inhalt setze ich als bekannt voraus, so daß eine Wiederholung wohl überflüssig ist.

Beim "Abenteuerreiter" sind in meiner Wahrnehmung drei verschiedene Sachverhalte voneinander getrennt zu betrachten:

Da ist zunächst die Reise an sich, und die damit verbundene Leistung. Diese verdient höchsten Respekt. Ohne Zweifel eine aussergewöhnliche und interessante Reise, eigentlich ja schon mehr ein Lebensstil.

Dann ist da die literarische Qualität und der informationelle Gehalt.

Ich bin kein Literaturkritiker und greife hier selten zum Keyboard, aber was in diesem Buch geboten wird, ist einfach unterirdisch. Langweilig, zusammengestoppelt, langatmig und dröge. Wohlwollende Leser würden es möglicherweise als "authentisch" bezeichnen. In der zweiten Häfte geht es besser voran, anscheinend hat hier die Reisegefährtin etwas nachgeholfen. Man bekommt keine wesentlichen Informationen über den Reiseverlauf, erfährt so gut wie nichts über die bereisten Länder. Keine Karten abgesehen von einer grossen Übersichtskarte. Die Fotos sind viertklassig, obwohl Herr Wamser ja immer eine aufwendige Fotoausrüstung mit sich herumträgt (sorry, für sich tragen läßt). Immer wieder werden extra Abstecher "wegen der tollen Fotomotive" unternommen. Leider schlägt sich das auf den Bildseiten nicht nieder, oder ist ist ein marketingtechnischer Kniff, um ein paar extra Bildbände zu verkaufen. Es fühlt sich an, als ob auf den ersten vier Jahren der Reise kein oder nur ein sehr lückenhaftes Journal geführt wurde, und vieles sind wohl einfach Gedächtnisberichte. Ich sehe das Herrn Wamser nach, hat er wohl doch das Marketingpotential vielleicht erst später erkannt.

Der dritte zu betrachtende Aspekt, und damit mein Hauptproblem mit diesem Buch, liegt in der Person des Autors begründet, so wie ich sie wahrnehme.

Die Zahl der Adjektive, die mir einfallen, um das Verhalten Herrn Wamsers zu charakterisieren, ist sehr groß.

"Unsensibel" ist eines der wohlwollenderen. Unsensibel im Umgang mit den Tieren, die einfach zu funktionieren haben. Ich kann hier, anders als andere Rezensenten, nirgends eine emotionale Nähe zu den Tieren finden. Die Tiere sind disponibel, und warum dieser dämliche Hund einfach kein Wachhund werden will, ganz von alleine, das kann wirklich keiner verstehen, oder ? Warum dieser andere Hund nicht mit auf einen 6000er steigen kann...keine Ahung, der hatte wohl keine Lust. Mit den Pferden ist es eher noch schlimmer. Auf den ersten Seiten fragt man sich fortwährend, warum der Mann partout mit Pferden reisen will, wo er doch offenbar überhaupt keine Ahung davon hat. Ein paar Seiten weiter die Überraschung: angeblich hat er jahrelang mit Pferden gearbeitet. Nur...hat er da nichts gelernt ?

Mit der indigenen Bevölkerung verhält es sich ähnlich. Freundliche Menschen, hilfsbereit, aber auch gerne ein bisschen dusselig. Warum lassen die sich eigentlich keinen Fertigbeton und einen Kran kommen, wie jeder normale Mensch, wenn sie da irgendwo in den Bergen eine Strasse reparieren wollen ? Mischen den Beton einfach auf der Strasse an....seltsames Völkchen...

Am schlimmsten ist es aber mit Herrn Wamser und den Frauen.

Hübsche Latinas hüpfen gerne willig in sein Bett, alle lieben ihn, aber leider, leider, der einsame Wolf muß weiterziehen...schade, wieder ein für immer gebrochenes Herz mehr auf dem langen Weg in Lateinamerika. Ja, die Liebe kann wehtun.

Da ist es doch viel schöner, wenn man alles immer dabei hat, und so sagt man dann der mitreisewilligen Frau Kohmanns gleich erst einmal, das sei schon OK, aber dann muß da auch was laufen....

Sein Sie mir nicht böse, meine lieben mitlesenden Reit- und Wamserbegeisterten Damen, "Holzwurm", "Mrs Littletree Pferdefan", "LieblingsPFERDCHEN" [sic!], Cowgirl, aber das ist übel. Da braucht es schon eine feste Haltung, um dem offen gegenüber zu stehen. Nennen Sie mich konservativ und lahm, aber das geht gar nicht. Das ist respektlos gegenüber dem Mitgeschöpf, und hier macht Herr Wamser keine Unterschied zwischen Mensch und Tier.

Zu den beschriebenen Eigenarten kommt dann noch der staunenswert lockere Umgang mit Geld. Da sollte man denken, daß bei einer solchen Reise die finanziellen Mittel wohl angespannt seien. Weit gefehlt ! Da werden Pferde für Tausende von Dollar hin- und hergeflogen, das es eine Freude ist. Heimflüge sind kein Problem, anscheinend kann man mit dem Buchverkauf und Vorträgen sehr, sehr gut leben, ich bin überrascht. Sei es Herrn Wamser gegönnt, ist ja immerhin seine Arbeit, warum soll er nicht ordentlich verdienen. Interessant ist es allemal.

Fazit:

Selten habe ich ein Buch mit so viel Mißvergnügen gelesen. Die zweite Hälfte habe ich mir eigentlich nur aus Neugierde angetan, weil ich wissen wollte, ob Herr Wamser bei seiner Linie bleibt (Ja)(Es wird eher noch schlimmer). Ich hatte das Buch mit großen Erwartungen gekauft und bin sehr enttäuscht. Zum Glück werde ich es sicher gut weiter verkaufen können.
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