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Kundenrezension

16 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Technische Perfektion mit Schönheitsfehlern, 25. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Images and Words (Audio CD)
Mit Ihrem 2. Studio-Album haben Dream Theater sicherlich einiges für die Welt des Prog getan. Die Ausnahmsmusiker haben bereits mit Ihrem fulminanten Debut in Hinsicht technischer Perfektion so manche Kinnlade nach unten klappen lassen. Nach wie vor aber hapert es gewaltig beim Thema Songstruktur und Interpretation.

Es ist unbestritten, dass Portnoy und Petrucci, Morre und Co äußerst begabte Virtuosen sind an ihren Instrumenten. Jeder beherrscht die technischen Finessen seines Instrumentes und hat genügend Gelegenheit, dies auf dem Album "Images and Words" eindrucksvoll zu zeigen. Besonders Portnoy ist dabei hervorzuheben, der auf seinem Schlagzeug wahre Rhythmus-Wunderwerke zaubert. Geradezu phänomenal ist die Produktion, die Bässe und Schlagzeug hervorragend aus den Boxen wummern lässt.

Ganz große Abstriche aber gibt es beim Gesang und beim Songwriting. Natürlich ist James LaBrie kein schlechter Sänger und weitaus besser als manch anderer Komparse aus dem Metal-Bereich, doch seine Darbietung überzeugt nicht. Gerade in den hohen Tonlagen, die er gnadenlos in jedem Song ansteuert, kippt seine Stimme und er schrammt gerade noch am richtigen Ton vorbei. Zudem ist seine Stimme nicht mächtig genug, um Songs wie "Pull me Under" zu tragen - was sehr schade ist, denn dieser Song ist mit Abstand der Beste auf dem Album und seither eine Fan-Hymne geworden.

Doch der Vorwurf, Dream Theater sei eine technisch versierte Band ohne Seele, kommt nicht von ungefähr und ist meiner Meinung nach auch berechtigt. Jeder Song wartet mit etlichen Instrumental-Parts auf, in denen die Musiker sich mit atemberaubenden Soli präsentieren können. Dabei bricht aber die eigentliche Songstruktur unangenehm auf. Die Soli wirken wie Fremdkörper im Songkonstrukt. Das ist wahrscheinlich auch die beste Bezeichnung für die Songs - es bleiben Konstrukte, die einige interessante Versatzstücke aufweisen können, aber nie wirklich als Ganzes überzeugen können. Einzige Ausnahmen sind die Songs "Pull Me Under" und "Learning to Live". Selbst das Opus "Metropolis - Part 1" kann nur bedingt fesseln, dafür ist der Mittelteil zu langatmig und prätentiös geraten.

Woran Dream Theater aber definitiv scheitert sind die ruhigen Balladen, die immer wieder zu einem Kitschbrei sondergleichen verkommen. Sehr schade. Wenn "Wait for Sleep" auch anfangs mit einem sehr interessanten Piano-Spiel überraschen kann, driftet der Chorus auch schon wieder in Belanglosigkeit ab. Das spiegelt sich auch in den Texten wieder, die meistens nicht gerade poetische Meisterwerke sind, wenngleich Moore es schafft dank der spirituellen Worte immer wieder einen interessanten Gegenpol zu den treibenden Rhythmen des Songs "Pull Me Under" zu bieten.

Das Album ist mitnichten schlecht, im Gegenteil, es ist sogar sehr gut. Allerdings gemessen an anderen Prog-Metallern kein ernstzunehmender Rivale. Dream Theater täten gut daran, ihre Spielereien und technische Finesse gegen fesselndes Songwriting einzutauschen.
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Kommentare


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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.07.2010 22:21:10 GMT+02:00
Peter Schulz meint:
Hallo Feylon Draagon,
unter Dream Theater Fans wird gerade die Produktion, die du besonders hervorhebst, kritisch gesehen.
Die Produktion wirkt dermassen überproduziert, dass sich viele Fans gefragt haben, wie beispielsweise ein solch perfekter Schlagzeugsound zustande gekommen ist.
Mittlerweile hat M. Portnoy zugegeben, daß sämtliche Spuren im Nachgang im Studio fast schon "zugekleistert" worden sind.
Wenn es nach ihm ginge, würde das Album neu und erdiger abgemischt werden.

Besonders interessant finde ich deine Aussage, daß der Mittelteil von "Metropolis Part 1" zu langatmig und prätentiös geraten ist. Diese Eigenschaften habe ich im Zusammenhang mit "Metropolis Part 1" zum ersten Mal gelesen. Das wäre mal eine interessante Diskussion wert.................

Gruß Peter

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.07.2011 16:14:39 GMT+02:00
Thomas Koller meint:
vll hat er einfach die rhythmusspielereien nicht bemerkt, die den mittelteil so großartig machen? oder der spannungsbogen, der mit einem weltklassefinale aufgelöst wird?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.07.2011 21:51:22 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.07.2011 21:53:07 GMT+02:00
Hallo!

Wie Sie schon sagen, es sind Spielereien. Mehr nicht. Wie schon gesagt: Einfach mal die Spielereien durch gutes Songwriting ersetzen. Virtuosität sprech ich den Jungs ja nicht ab, und ihr Können an den Instrumenten hab ich auch mehrfach betont. Allerdings ist mir das alles zu lieblos, eine schlichte Technikorgie. Da fehlt mir die Seele, da fehlt mir die Kunst. Ist ja schön, dass es anderen gefällt, mir ist's zu wenig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.12.2012 00:49:16 GMT+01:00
Wenn man findet, ein Rocksong muss zwei Strophen, ein Gitarrensolo und jeweils einen Refrain haben, am Ende vielleicht zwei, dann stimmt das so. Ansonsten gilt: selten ist es gelungen (auch bei DT selbst), die technischen Kabinettstückchen so gut zu integrieren in sehr wohl dramaturgisch äußerst clever konzipierte Longtracks.
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