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Kundenrezension

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Zeitalter nach "Moving Pictures", 17. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Signals (Audio CD)
Schon im nächsten Jahr nach der legendären "Moving Pictures"-LP (und damit dem Beginn einer neuen Zeitrechnung!) haben Rush 1982 "Signals" veröffentlicht. Man weiß gar nicht so recht, was man erwarten soll, wenn das direkte Vorgängeralbum von Vornherein nicht zu toppen und von seinem unanfechtbaren Thron zu stoßen ist. Das Ergebnis: Anstatt sich auf ihrem Erfolg auszuruhen, die bestechenden "Moving Pictures"-Prädikate von sich selbst zu kopieren oder als Vorlage für Neues zu nehmen, lenken Rush ihre Musik in eine völlig neue Richtung, ohne sich und ihrem Anspruch dabei untreu zu werden.
"Signals" läutet den Beginn einer sehr keyboardlastigen Ära in der Geschichte der Band ein. Dafür wurden Rush auch häufig kritisiert. Synthesizer und Alex Lifesons Gitarren sind sich streckenweise schon recht ausgewogen - zum Ende des Albums gerät die Gitarre schon mal in den Hintergrund; doch durch die nun auch melodietragenden Figuren sowie kurzen Soli von Geddy Lees Keyboards beziehen die meisten der Songs ihre Energie und Wirkung und verleihen der Musik eine zusätzliche Dimension.
Am meisten kann die elektronische Unterstützung als rhythmisches Element beeindrucken. So zeichnen die antreibenden Keyboards gleich im Opener SUBDIVISIONS den stetigen Drive einer gerade durch den sanften Sound der Synthesizer so unterkühlten Atmosphäre. Zusätzlich durch die geradlinige Durchstrukturierung schafft SUBDIVISIONS so die musikalisch einfühlsame Umsetzung des Themas der Entfremdung des Individuums in der Großstadt. Die inspirierenden und oft genial doppeldeutigen Lyrics von Drummer Neil Peart passen perfekt und regen zum Nachdenken an: "Nowhere is the dreamer or the misfit so alone".
THE ANALOG KID bringt den Hörer mit seinen knackigen, kugelrunden Gitarrenmustern wieder deutlich auf die eher gitarrenlastige Schiene. Die magischen, sphärischen Breaks machen die rockige Nummer neben dem Opener zu einem weiteren ganz großen Klassiker des Albums. THE ANALOG KID nähert sich dem gleichen Thema ("Drawn like moths we drift into the city", SUBDIVISIONS) aus der Distanz an - nämlich durch den Jungen vom Land, der voller Träume vom Leben in der Stadt schwärmt.
Es folgt das außergewöhnlich strukturierte CHEMISTRY, das durch einen eindrucksvollen Energieverlauf vom unscheinbaren Beginn zum atmosphärischen Refrain hin überzeugt.
Nach DIGITAL MAN, das mit den sagenhaften quicklebendigen Basslines von Ausnahmekönner Geddy Lee beeindruckt, folgt mit THE WEAPON wieder ein Stück, das vom Synthesizer-Drive lebt.
NEW WORLD MAN ist ein Song, der es zum Live-Klassiker geschafft hat und handelt von menschlicher Unzulänglichkeit. Wiederum sind die Lyrics wie zum Beispiel "He's wise enough to win the world/ But fool enough to lose it" einfach überragend.
Das ruhige LOSING IT ist ein düsteres Resümee, das zurück und nach vorn blickt. Hier und auch bei dem den NASA-Astronauten von Cape Canaveral gewidmeten COUNTDOWN stechen zum Abschluss des Albums vor allem Keyboard-Sounds hervor.
"Signals" ist ein lose zusammenhängendes Konzeptalbum über den modernen Menschen in einer synthetischen und entfremdeten Welt und übt leise, aber tiefsinnige Kritik am Verlust emotionaler Bindung und der Verfolgung zweifelhafter Träume. Man sollte beim Durchhören unbedingt auch die Lyrics von Neil Peart lesen. Dieser ließ sich wie gewohnt von vielen Seiten inspirieren. Während "the music of the spheres" in ANALOG KID auf Pythagoras zurückgeht, bezieht sich der erste Satz von THE WEAPON ("We've got nothing to fear but fear itself") auf eine Rede von US-Präsident Roosevelt aus dem Jahr 1933. LOSING IT hat viele Referenzen zu Ernest Hemingway: "Where the sun will rise no more" ist die Antwort auf seinen Titel "The Sun Also Rises"; und die abschließenden Worte "The bell tolls for thee..." erinnern stark an "For Whom The Bell Tolls". Ferner ist die Beschreibung der unterkühlten Atmosphäre der durchstrukturierten Stadt eine Referenz zu "Manhattan Transfer" von John Dos Passos, an das sich Neil Peart auch in den Alben "Moving Pictures" und "Power Windows" anlehnt.
Die gut 42 Minuten von "Signals" haben einen Vorteil von unschätzbarem Wert: Keiner der acht Songs klingt nur im entferntesten, als hätte man ihn von Rush schon einmal gehört. Und es sollte von den drei musikalischen Magiern aus Kanada auch kein einziges Album mehr erscheinen, das sich musikalisch an irgendeinem Vorgängerwerk orientiert. Mit dem viel zu häufig unterbewerteten "Signals" ist auch nach dem großartigsten Album aller Zeiten ein weiterer leuchtender Stern am Rush-Himmel erschienen.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.02.2012 20:18:59 GMT+01:00
loteq meint:
die rezension gefällt mir sehr gut und arbeitet die wesentlichen punkte heraus. waren rush in den '70er jahren noch so etwas wie eine insel-band, die ihr eigenes ding konsequent umsetzte, öffneten sie sich mit "signals" und bauten die unterschiedlichsten new wave-einflüsse in ihre songs ein. pate gestanden haben dürfte "ghost in the machine" von the police im vorjahr. der clevere und relativ dezente einsatz von elektronischen instrumenten hebt "signals" weit über die typischen "synthi-meets-gitarre"-ansätze der '80er hinaus. bester song? für mich eindeutig "losing it", neben "resist" die einzige ballade von rush - schwebt in ungeahnten sphären und landet dann mit grandioser gitarren-unterstützung ganz sanft wieder auf dem boden der tatsachen.
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Ort: St. Wendel

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