Kundenrezension

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Altes Gruselbuch, dass unendlich moralisiert aber Spaß macht, 15. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Historia von D. Johann Fausten: Kritische Ausgabe: Text des Druckes von 1587. Kritische Ausgabe. Mit den Zusatztexten der Wolfenbütteler Handschrift und der zeitgenössischen Drucke (Taschenbuch)
Der Bauernsohn aus der Nähe von Weimar, wird Doktor der Theologie in Wittenberg und fällt vom Glauben ab, "ward ein Weltmensch", nannte sich auch Arzt, Astronom und Mathematiker. Er beschwört den Teufel Mephistophiles, der sich bereit erklärt ihm für 24 Jahre zu Diensten zu sein , dafür aber nach der Ablauf der Zeit seinen Körper und seine Seele zu erhalten. Der Vertrag wird mit Blut unterschrieben. Fortan schlemmt Faust, was ihm Mephisto von den Höfen Adliger oder gar des Papstes bringt. Bei ihm lebt ein Junge, der ausgestoßen war. Dieser Wagner wird sein Famulus und ist bei Fausti Abenteuern dabei. Einmal fragt Faust Mephisto, wie die Welt entstanden sei und dieser berichtet, daß es kein Anfang und kein Ende gebe, die Menschen schon immer existieren. Von seinem Flug durchs All berichtet er in einem Brief. Auf einem Wagen, der von Drachen gezogen wird ist er 8 Tage unterwegs, ohne zu schlafen und zu essen. Er betrachtet Länder und Kontinente (Europa, Asien, Afrika). Auch Sterne und Planeten sieht er. Er reist auch durch viele Länder der Welt, ist unsichtbar beim Papst und ärgert sich, nicht ein solcher zu sein, der gut lebt und schlemmt. Beim Sultan in Konstantinopel führt er ein grausiges Feuerwerk auf und erscheint dann im Papstgewand vor ihm und läßt ihn niederknien . Beim Kaiser zaubert er einem Ritter ein Hirschgeweih auf den Kopf. In Leipzig schenkt er Studenten, mit denen er trinkt, ein Faß Wein. Er wettet, das riesige Faß allein aus dem Keller holen zu können und auf selbigem sitzend reitet er es aus dem Keller. Vor Studenten hält er Vorträge und läßt Homers Gestalten, auch Zyklopen etc., vor den Studenten erscheinen, bis die sich gruseln. Die griechische Helena wird seine "concubina". In seinem Testament wird alles Wagner vermacht. Als die 24 Jahre abgelaufen sind, holt ihn der Teufel. In seinem Zimmer finden die auch anwesenden Studenten nur noch Blut und Gehirn und Fausts Augen. Sie gehen zu seinem Haus, finden dort Wagner und Faust Geschichte, von ihm selbst aufgeschrieben und fügen noch den Schluß hinzu.

Eine Vorlage so ganz anders als Goethes "Bearbeitungen", ein Stueck Renaissance-Humor. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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