Kundenrezension

143 von 193 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Uninspirierter Rezept-Buch Pop, 2. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Take The Crown (Audio CD)
Robbie Williams hat in den vergangenen 10 Jahren ohne jeden Zweifel mit mehreren Songs und Alben den Pop Olymp erstiegen und es geschafft, seine Fahne fest in den Boden dieses Gipfels zu rammen. Hits wie "Angels" und "Feel" sind Jedermann ein Begriff und dürfen noch heute (völlig zu Recht) in keiner Radio Playlist oder Best of Pop Compilation fehlen.

Leider hat bei RW ein Prozess eingesetzt, der schon viele einst glanzvolle Pop Giganten erschüttert und schließlich zu Fall gebracht hat. Ich denke, mit dem Album Rudebox begann im Jahr 2006 (wenn ich nicht irre) der stetige Verfall der Legende Williams. Während die Vorgänger Alben sich nicht genierten, einfach puren, unverbrauchten und vor allem zeitlosen "Pop" zu zelebrieren, wechselte RW damals seinen Songwriter / Producer, und dieser muss die fatale Schlussfolgerung gezogen haben, dass es an der Zeit sei, dem Trend und dem Puls der Zeit zu folgen und "zeitgemäße" Musik zu schreiben und zu produzieren. Nachdem dieses Konzept nun auf den verganenen drei Alben - nicht nur komerziell - gescheitert ist, hatte Robbie im Vorfeld der Veröffentlichung gänzlich unbescheiden und sympathisch angriffslustig konstatiert, dass dies ein "Back to the Roots" Album mit frischem Pop sei, welches "nur Hits" enthalte.
Ich habe mich über diese Worte gefreut und ließ mich wirklich in Vorfreude versetzen, denn ein wahres Pop Album, dass einfach nur von guten Kompositionen und gutem Gesang lebt, gab es in letzter Zeit kaum.

Heute habe ich dann für den stolzen Preis von 18,99 € die Special Deluxe Version des Albums erstanden.
Der erste Ärger kam bereits auf, als ich auf dem ohnhin billigen Pappschuber einen "Freigegeben ab 6 Jahren" Sticker vorfand, bei dessen Entfernung sich direkt die komplette blaue Farbe des Kartons ablöste. Da hatte ich schon das erste Mal keine List mehr...
Die wahre Ernüchterung kam auch dann noch nicht auf, als ich die DVD einlegte, die schließlich hauptsächlich den sehr hohen Preis rechtfertigen sollte. 3 einzelne Filme, jeder etwa 5 Minuten lang, größtenteils schlicht Behind the Scenes Ausschnitte des "Candy" Videodrehs, ein Interview in dem Studio, in dem Robbie mit seinem neuen "Producer" zu Werke gegangen war. Zack - da war die DVD schon zu Ende. Bitter...

Dennoch nahm die Farce erst wirklich Fahrt auf, als ich voller Vorfreude und Erwartung auf einen neuen musikalischen Begleiter für die Winter Saison 2012/2013 die CD noch im Parkhaus des Stores in den Auto Player schob.

Dies soll kein reißerischer Abgesang auf Robbie sein, aber selbst unter der Prämisse, hier sachlich und fair zu bewerten, bleibt mir nichts, als diesem Album aus vollem Herzen einen Stern zu verleihen. Während Candy mich noch positiv gestimmt hatte, da ein Song in diesem Style schon lange nicht mehr auf dem Markt war, kann wirklich KEINER der anderen 12 Tracks des Album auch nur ANSATZWEISE den Anspruch auf einen Hit erheben. Es wirkt, als hätte der bzw hätten die Songwriter ein paar lockere Ideen und Akkord-Folgen gesammelt und diese in "lockerer Atmosphäre" zu Songs zusammengestellt. Musik lebt von Dynamik und Steigerungen, also von einem auf und ab. Die Songs auf "Take The Crown" jedoch lassen einen Spannungsbogen schmezlich vermissen. Robbie's Musik lebte einst davon, verschiedenste Emotionen sehr intensiv tonal zu illustrieren, dieses Mal allerdings gibt es keinenj Orkan der Gefühle, sondern einen sanften Nieselregen der Gleichgültigkeit.
Vor allem jedoch befindet sich auf dem ganzen Album (außer evtl. bei Candy) nicht eine Gesangsline oder ein Refrain, den man irgendwann mal unterbewusst beim Autofahren vor sich hinsummen könnte, oder von dem man sowas wie einen Ohrwurm bekommen könnte.

Der aufmerksame Leser merkt: Ich bin einfach schwer enttäuscht, insbesondere angesichts der selbstbewussten Vorankündigung und der Erinnerungen an wirklich große Musik des Robbie Williams.

Ich komme abschließend zu dem Fazit, dass dieses Album ohne Übertreibung die musikalische Enttäuschung des Jahres 2012 ist. Es wird für mich kein viertes Anhören geben...

Danke für "Angels" und "no Regrets"...
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-10 von 39 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.11.2012 20:32:56 GMT+01:00
JA! das denke ich auch!!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2012 20:53:24 GMT+01:00
S. Parge meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2012 21:25:36 GMT+01:00
Julian Scott meint:
Tja, Musik wirkt auf jeden anders. Schön wenn Ihnen die Songs was geben können. Danke für den Kommentar.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2012 21:26:25 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 03.11.2012 12:46:14 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 03.11.2012 08:30:30 GMT+01:00
A. Schmidt meint:
Danke für diese Rezension; entspricht sehr genau meinem Bild. Ich habe übrigens auch gleich die neue Scheibe im Parkhaus reingelegt und wirklich nicht einen Titel gefunden, den ich als Hit, geschweige denn, gerne nochmals hören würde .. Robbie hatte damals mit Guy Chambers den richtigen Songschreiber, jetzt ist alles Konserve (mit kurzem Haltbarkeitsdatum). Schade, ich war ein großer Fan ..

Veröffentlicht am 03.11.2012 10:29:30 GMT+01:00
Melissa meint:
Das ging mir leider genauso. Hab die CD sofort im Auto eingelegt und mich auf die Suche nach nem "Hit" gemacht. Leider keinen gefunden! Sehr enttäuschend!

Veröffentlicht am 03.11.2012 11:39:12 GMT+01:00
Glückskind meint:
Sie sind offensichtlich enttäuscht weil Sie andere Erwartungen hatten. Mich würde interessieren wie Sie das Album nach öfteren hören ohne Erwartungen finden.
Bin gespannt ob sich an der Rezension im Laufe der nächsten Tage etwas ändert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.11.2012 11:47:02 GMT+01:00
Julian Scott meint:
Hallo Glückskind, keine Frage: Ich bin wirklich mit hohen Erwartungen an die Sache gegangen, es ist aber nicht so, dass ich sowieso alles verrissen hätte, wenn es nicht gerade ein MEGA Knaller gewesen wäre. Ich WOLLTE dem Album eine faire Chance geben und habe es mit offenen Armen empfangen, allerdings bin und bleibe ich enttäuscht. In der Rezension habe ich außerdem nicht erwähnt, dass mehrere Lieder leider sehr stark fremdinspiriert, um nicht zu sagen geklaut sind. Hören Sie sich einmal die Chor-Gesangs-Line auf Track 1 an. Das ist dreist von "Someone like you" geklaut (...von dem Dieter Bohlen übrigens auch für den letzten DSDS Sieger-Song geklaut hat)... Langer Rede kurzer Sinn: Ich würde mich freuen, wenn ich diese Rezension in einer Weile aus Überzeugung aufwerte, aber ich sehe es nicht kommen :-) Herzlichen Dank für den konstruktiven Kommentar. VG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.11.2012 12:36:15 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.11.2012 21:16:20 GMT+01:00
Hallo Julian, ich hab das Album auch so empfunden...vielleicht nicht ganz so negativ, aber dennoch vergeblich nach einem Hit ausser den beiden bekannten Songs Candy und Eight letters gesucht. (evtl noch Different!)

Glückskind: Das Verteidigen des Albums in allen Ehren! Ja, es gibt Alben, da muss man sich reinhören. Manchmal sind gerade diese ganz besondere, wenn auch nicht die Knaller-Alben. Dennoch muss Kritik erlaubt sein. Niemand erwartet, dass es immer und unendliche Wiederholungen von Angels oder Feel gibt. Als Progress von TT erschien, war ja eine ähnliche Entwicklung zu sehen, wenn man die beiden großartigen Vorgängeralben bedenkt. Den meisten hat Progress aufgrund der vielen eingesetzten Synthesizer und des Elektropop nicht gefallen. Trotzdem hat es sich verkauft wie geschnitten Brot. Das liegt aber sicher nicht an der hohen Qualität, sondern daran, dass sich TT Alben, wie auch hier Robbie solo nach all den Jahren großartiger Werke, von alleine verkaufen, selbst wenn sie alle meine Entchen singen würden.

Egal ob einem solche Alben gefallen oder nicht, ob man sie als Entwicklung oder Rückschritt ansieht, würde ich mir wünschen, dass auf dem nächsten Album der Elektropop endlich weggelassen wird, zurück zu den tollen Stimmen, ob hier Rob solo oder bei TT vor allem Gary und zurück zu den wunderbaren Harmonien. Gerne auch mal verrückt und irre zwischendurch, aber eben mitreissend. Das ist dieses Album von Rob für mich nicht. Sorry.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.11.2012 12:50:33 GMT+01:00
Julian Scott meint:
Hi Angelika, Sie sagen es! Progress ist genau dem selben Prinzip zum opfer gefallen, wobei ich mich dafür teilweise dank der guten Kompositionen hinter den Elektro Sounds noch erwärmen konnte. Für mich sind "The Circus" und "Beautiful World" 2 der besten Pop Alben der letzten Jahre... Danke für Ihren Beitrag!
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Ort: Solingen

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