Kundenrezension

72 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen neues Jahrhundert, alte Probleme, 6. März 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Total War (Computerspiel)
Als erstes werde ich mal die Dinge auflisten, die mir positiv aufgefallen sind und mich dann der negativen Seite zuwenden.

Positiv:

- bessere Musik als im Vorgänger, wobei "besser" hier "durchschnittlich" heißt.
- keine schlimmen Bugs
- bessere Animation von Explosionen/Abfeuern von Artilleriegeschützen
- bessere Navigation auf der Weltkarte gegenüber ETW, weil dort selbst bei sehr guten Rechnern Ruckler ohne Ende aufkamen. Diese Probleme habe ich bei NTW gar nicht.
- Die Einheiten der einzelnen Länder sind individueller gestaltet. In NTW ziehen sich die Standardeinheiten nun endlich auch unterschiedlich an.

Negativ:

-Steam (dazu schreibe ich am Ende noch was)
- das Interface der Echtzeitschlachten wurde umstrukturiert und ist jetzt viel unübersichtlicher und schwieriger zu bedienen
- die Entwickler mögen Blau und Grau so sehr, dass sie Menü, Interface und so ziemlich alles andere in Blau- und Grautönen gehalten haben. Es sieht ungemütlich aus man glaubt manchmal, dass die Farbgebung einfach vergessen wurde.
- unangenehm: Artillerieeinheiten der wichtigsten Nationen (Preußen, Österreich, Russland, Großbritannien ...) sind "gefärbt". Das Holz der Kanonen ist bei den Preußen z.B. blau, weil das die Farbe der Nation im Spiel ist (grün für Russland usw.). Das alles sieht schei#+§ und spielzeugmäßig aus.
- das Artilleriesortiment wurde kriminell reduziert und beschränkt (keine Mörser und Puckle-Kanonen mehr und nur noch "Diäthaubitzen" mit gerade mal 7 Pfund, in ETW hatten Haubitzen mindestens 12 Pfund). Es kann nicht sein, dass nur Franzosen und Engländer gescheite Haubitzen und Osmanen Mörser haben.
- Infanterieeinheiten fliehen bei mir unabhängig von Größe, Ausgeruhtheit und Typ sofort ohne auch nur einen Schuss abzugeben, wenn feindliche Kavallerie auch nur in ihre Nähe kommt.
- meine Grafikeinstellungen stehen auf Ultra und selbst hier sehen die Gesichter sehr enttäuschend aus. Die Schärpen der Soldaten scheinen immer einen Mindestabstand von 10 Zentimetern zum Körper zu wahren (sie schweben also). Reiter tun zwar so, als hätten sie Zügel in der Hand, diese scheinen aber unsichtbar zu sein, denn ich sehe sie nicht. Außerdem gibt es viele Fälle, wo die Kollisionsabfrage nicht richtig arbeitet und ganz generell finde ich die Grafik kaum besser als in ETW (die putzigen Screenshots sind eh extrem bearbeitet). Allerdings hab ich kein DX10, was aber nicht heißen soll, dass ohne DX10 das Soldatendesign minderwertig aussehen darf.
- CA wollte die einzelnen Soldaten innerhalb der Einheiten individueller machen (mindestens 4, maximal 64 unterschiedlich animierte Soldaten). Aufgrund der historisch begründeten Einheitsuniformen bleiben also nur die Gesichter, um etwas Abwechslung in der Darstellung zu bieten. Das wurde aber nicht getan. Einige Rezensenten erzählen hierzu ganz klar falsche Sachen. Viele Kavallerieeinheiten bestehen aus exakt dem gleichen Reiter, manchmal auch zwei. Lediglich Pferde haben teilweise andere Fellfarben, aber auch nicht immer. Infanterie kommt meiner Meinung nach auch auf höchstens vier verschiedene Soldaten, wobei die Darstellung der Gesichter selbst auf Ultra-Grafik ärmlich ist. Aber ...
- ... das ist ja auch gar nicht so schlimm, da die meisten Soldaten Helme und Kopfbedeckungen haben, die ihre Gesichter vom Mund aufwärts verdecken. Warum? In NTW kann man die Kamera nicht ganz so weit in Richtung Erdboden senken, wie das noch in ETW der Fall war. Die Kamera stoppt etwas über den Köpfen der Soldaten. Dadurch kann man die Gesichter der Preußen, Engländer und mancher anderer nie sehen. Das hängt natürlich auch von den Einheitentypen ab, kommt aber sehr häufig vor.
- kann man dann mal das Gesicht eines Soldaten sehen: apathischer Gesichtsausdruck
- Einschläge und Explosionen, der Abschuss von Kanonen und Kavalleriebewegungen verursachen störendes Kamerawackeln. Generell übertreibt man hier arg, weil es nervt, wenn die Kamera hoch oben über dem Schlachtfeld schwebt und bei jedem Artillerieeinschlag das Bild wackelt.
- maximale Einheitengröße ist wieder genauso klein wie bei ETW oder sogar noch kleiner (45 bei Windbüchsenschützen). Wieso kann CA die Wahl der Einheitengröße nicht dem Spieler überlassen?
- karge Texturierung der Uniformen. Mods werden das wieder richten müssen
- leider gibt es mal wieder zu wenige Einheitentypen
- Die K.I. ist noch dümmer als in ETW. Meist stellt sie sich (unabhängig vom Schwierigkeitsgrad) nur in einer langen Reihe auf und lässt sich abknallen.
- persönlich scheint es mir so, als ob die Schlachtfelder karger und langweiliger geworden sind. Es gibt weitaus weniger Gebäude und kaum noch Zäune und Mauern, hinter denen man sich verstecken kann. In den Custom battles ist es sogar noch schlimmer. Außerdem scheinen mir die Schlachtfelder kleiner zu sein, wobei ich mir hier nicht ganz sicher bin.
- kalte Jahreszeiten haben jetzt gravierende Auswirkungen auf Armeen, die sich "im Freien" befinden. Man muss die Armeen im Winter in Städten usw. einquartieren, sonst werden sie teilweise massiv dezimiert. Ist man weiter im Spiel fortgeschritten, dann hat man ständig Armeen in allen möglichen Ortschaften, was die Suche nach einer bestimmten Einheit nervenaufreibend machen kann. Hinzu kommt, dass Armeen jetzt keine Forts mehr bauen können, was noch mehr nervt.
- es gibt nur noch sehr, sehr wenige Städte, in denen man Artillerieeinheiten bauen kann. Als ich mit Preußen 20 Regionen erobert hatte, gab es trotzdem nur zwei Städte, in denen ich Artillerie bauen konnte. Das nervt, weil man seine Artillerie dann von diesen wenigen Punkten aus laaaaangsam zu Kriegsschauplätzen senden muss.

Fazit

Generell kommt mir NTW in weiten Zügen eher wie ein Add-on zu ETW vor. Sicherlich hat sich die Grafik etwas verbessert, aber es wurde so vieles übernommen, dass man kaum glauben kann, dass es sich bei NTW um ein vollwertiges neues Spiel handeln soll. Ein paar talentierte Modder hätten das für ETW auch machen können. Alles in allem ist es kein schlechtes Spiel, aber es wurden viele Dinge, die die Leute an ETW nicht mochten behalten und einige, die die Spieler mochten wurden verschlimmbessert. Dass ich dem Spiel nur drei Punkte gebe liegt also nicht nur an Steam, aber Steam macht einen großen Teil davon aus. Mir ist egal, ob das dem Spiel selbst gegenüber unfair ist und warum werde ich jetzt auch noch erklären:
Ich habe kein Interesse daran ideologische Debatten mit TW- oder Steam-Fanboys zu führen. Steam kenne ich seit Halflife 2 und ich muss sagen, dass ich es immer mehr hassen gelernt habe. Für mich ist Steam nichts als Marketing-Spyware mit dem Unterscheid, dass jeder weiß, dass man ausspioniert wird. Es soll der Bekämpfung von Spielepiraterie dienen, aber so einen Mist hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört. Schaut euch mal auf Torrentseiten um, und ihr werdet feststellen, dass dort kurz nach Erscheinen von NTW ein dutzend Torrents online waren, die gehackte Versionen des Spiels zum Download anboten. Diese Hacks sind mittlerweile äußerst komfortabel, so dass man selbst kein Hacker sein muss, um die Hacks spielen zu können. Folge: kein Steam, keine Online-Anmeldung, keine Accounts, keine überlasteten Server, keinen müden Cent ausgegeben. Was hat Steam also gebracht? Gar nichts. Steam hat noch keinen einzigen Leecher davon abgehalten auch nur irgendein Spiel illegal zu zocken. Die Probleme haben dann natürlich nur diejenigen, die das Spiel legal erwerben, denn die müssen sich mit Steam und all den Problemen (nicht verfügbare Server, Installationsorgien, Abstürze, Verlangsamung anderer Programme...), die es mit sich bringt, herumschlagen. Accountbindung des gekauften Spiels ist ein weiteres Manko. Ich weiß, dass viele mit all diesen Problemen nicht zu kämpfen haben und Steam hat sicherlich auch seine guten Seiten, aber es ist ein gehasstes Programm und ich kann es keinem verdenken. Schaut euch die Kommentare zu ETW an und ihr werdet feststellen, dass das Spiel gerademal auf 2,5 Sterne kommt. Die meisten Gründe sind schlampiger Programmierung und Steam. Die Leute mögen es eben nicht. Auf Amazon.com bekommt das Spiel gerademal 2 Sterne. Hier ist Steam sogar noch häufiger der Grund für negative Bewertungen. Und so geht's auf allen Amazon.xxx zu. Mods sollen übrigens illegal werden und auch das haben wir indirekt der Existenz von Steam zu verdanken. Downloadable Content (DLC) heißt hier das Zauberwort. Man sieht das schön bei ETW. Man bekommt ein Spiel, das zu 70 % fertig ist verkauft und soll sich die restlichen 30 % dann in kleinen Happen runterladen. Diese Happen beinhalten neue Einheiten (ETW), bei anderen Spielen sind es vielleicht neue Fraktionen oder Items und Quests (Rollenspiele) oder aber Missionen (Ego-Shooter), Fahrzeuge und so weiter. All dies geschieht via Steam. Am Ende bezahlt man dann nicht mehr für ein volles Spiel, sondern nur noch eine langweilige Basisversion zum selben Preis. Am Ende hat man viel mehr Geld ausgegeben als für ein Spiel, das die Inhalte der DLCs schon von Anfang an besitzt, weil es nicht über Steam läuft. Auch bei NTW werden viele Dinge, die jetzt fehlen später als DLC kommen. Mods sind deshalb den Publishern ein Dorn im Auge, denn speziell bei ETW zielten Mods vor allem auf eine größere Einheitenpalette ab. Als das erste kostenpflichtige DLC mit neuen Einheiten kam, hatten viele Leute bereits kostenlose Mods mit dreimal so vielen neuen Einheiten. Ergo haben viele Spieler auf den DLC gepfiffen und deshalb gab's weniger Kohle für Sega. Wen wundert es also, dass Mods bei Publishern mittlerweile ungeliebt sind und nach Möglichkeit verboten werden sollen. Ich fürchte mal das schlimmste, wobei dieser ganze DLC-Müll in Zukunft wohl noch intensivieren wird und wir in fünf Jahren unsere Spiele online vielleicht nur noch kapitel-, quest- oder missionsweise runterladen können und es keine DVDs mehr gibt. Durch das aufteilen von Spielen werden diese natürlich aus spürbar teurer werden. Dazu kommen DLCs, die wiederum kosten. Und nach spätestens fünf Jahren werden alle Services für das jeweilige Spiel eingestellt und die Lizenz zum Spielen erlischt.
Früher kaufte man Spiele auf CD oder DVD und sie gehörten einem, heute erwirbt man nur noch eine Lizenz und kann das Spiel nicht ohne Unterstützung von "außen" installieren bzw. spielen. Wie es auch immer kommen mag, die Zukunft sieht düster aus. Nur die Hacker werden sich auch noch in fünf Jahren freuen, denn egal was die Spieleindustrie versucht, die Hacker sind in aller Regel schlauer und werden auch in zehn Jahren ihre Spiele immer noch "besitzen" und das sogar kostenlos.
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Kommentare


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1-10 von 16 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.03.2010 01:37:03 GMT+01:00
J. strohmeier meint:
Stimme der Meinung über Steam voll und ganz zu!!!!!

Veröffentlicht am 20.03.2010 11:14:45 GMT+01:00
Rohirrim meint:
Danke für den Beitrag. Ich habe ROME und Medieval II geleibt und war von EMPIRE erstmals schwer enttäuscht. Ich werde wohl auch auf Napoleon schweren Herzens verzichten.

Veröffentlicht am 25.03.2010 16:53:04 GMT+01:00
Martin meint:
Danke für den Beitrag! Dem gibt es nichts hinzuzufügen.
Dumm nur, dass die Mehrheit der Menschen dumm ist, dumm bleibt oder verdummt.
Wer kennt nicht den Satz: "Dumm ist nur, wer dummes tut"
Und wer im Moment Spiele via Steam und Co. kauft... dem kann echt nicht mehr geholfen werden.
Nur leider hat der hervoragende Rezensent mit seiner ausführlichen Meinung über STEAM.. das Spiel letztendlich auch gekauft.

Spieleindustrie vs. User ... 1:1

Veröffentlicht am 25.03.2010 16:53:05 GMT+01:00
Martin meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.03.2010 23:24:56 GMT+02:00
Danke für die Antwort, aber du hast unrecht, denn ich habe das Spiel nicht gekauft, sondern ausführlich bei einem Freund gespielt ;) denn Steam verdient an mir kein Geld (ich hab aber nichts illegales gemacht).

Hehehe, das ändert das Ergebnis wohl zu 2:0 für mich.

Veröffentlicht am 09.05.2010 10:06:27 GMT+02:00
Käufer meint:
Also die Rezension ist ganz gut aber, ich kann deine Meinung über Steam nicht teilen. Ich sag dir mal ein paar Vorteile die du nicht erwähnt hast:
- extrem schnelle Verbreitung von Patches
- wenn man einige Steam Friends und Spiele für Steam hat, ist es wirklich super, denn Kommunikation während dem Spiel und Einladen, das funktioniert super
- wenn man den Rechner wechselt, dann kann man das Spiel einfach wieder runterladen, man braucht es nicht mal installieren
- im Steamshop kann man, wenn man will, manchmal neue Spiele extrem billig erstehen (ich zB hab ETW um 16¤ gekauft, wies bei Amazon noch 40¤ gekostet hat

Die folgenden Sachen, die du gesagt hast, sind nicht gabz wahr:
- man kann sehr wohl das Mods für das GAme installieren
- DLCs haben NICHTS mit Steam zu tun, sieh dir Sims 3 an; das läuft ohne Steam und trotzdem gibts alle paar Monate Erweiterungen; obwohl ich dir Recht geben miss, das ist eine Sauerei, hat aber nichts mit Steam zu tun
- Steam ist FAST immer stabil, ich hatte es in 1 Jahr nur einmal erlebt, dass es langsam ging
- und der größte Blödsinn: DIE LIZENZ ERLISCHT NIE; keine Ahnung wo du das gelesen hast aber theorethisch kannst man das Spiel in 20 Jahren ohne Probleme nochmal runterladen, nicht mal CD key oder so wird benötigt

Aber Nachteile hat das schon auch:
- wenn man nur Steam wegen einem Spiel hat ohne Friends, fände ich das wirklich sinnlos
- man ist gebunden

Ich schreibe normalerweise nie Kommentare, aber du hast hier so viele Lgen erzählt, das musste sein!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.05.2010 02:39:13 GMT+02:00
Also,

ja, es gibt verschiedene Meinungen über Steam. Die von dir genannten Vorteile sind wie meine Nachteile aber nun mal Ansichtssache. Ich hab kein Problem damit, Patches für die spätere Verwendung runterzuladen und zu brennen. Online-Spiele und Multiplayer sind eh nicht mein Fall, weshalb die Steam Friends Funktion und all das Zeug keine Bedeutung für mich hat. Wenn man das Spiel wieder runterlädt dauert das auch seine Zeit (je nach Internetverbindung) und ob man dann gegenüber der Installation von DVD wirklich einen Vorteil hat sei mal dahingestellt. Was mir bei Steam am wenigsten gefällt ist der Lizenzmist und dass man dann vielleicht irgendwann mal die Spiele, die man sich gekauft hat und die man noch lange spielen will, nicht mehr spielen kann, weil Steam die Support-Server abschaltet. Ob man in zehn Jahren immer noch Napoleon Total War spielen kann hängt letztlich davon ab, ob Steam dann auch noch das Geld für die Betreibung der Server ausgeben will oder ob sie (hoffentlich) dann einen Offline-Patch rausbringen, mit dem das Spiel kein Steam mehr braucht. Wenn ich beispielsweise mein heiß geliebtes Baldurs Gate 2, das mittlerweile 10 Jahre alt ist, nicht mehr spielen könnte, weil Steam entscheidet, dass es mir die Lizenz entzieht und die Server abschaltet, wäre ich auch wütend. Die Tatsache, dass es für jedes Spiel Cracks gibt macht Steam eigentlich vom Kopierschutz-Gesichtspunkt her vollkommen überflüssig. Wieso macht man diese ganze Online-Aktivierung, wenn man nur wenige Tage warten muss, bis man einen Crack runterladen kann, der die ganze Prozedur ad absurdum führt.

So, jetzt mal zu deinen anderen Punkten:

- Ich habe nie geschrieben, dass man keine Mods installieren kann. Im Gegenteil. Ich habe sogar geschrieben, dass Mods da so einiges wieder werden richten müssen.

- Bezüglich DLCs muss ich ja mal laut lachen. Ich rede hier nicht von den dreimal verdammten Sims 3 (was gar nichts mit Steam zu tun hat), sondern von Napoleon Total War. Wenn du dir die Mühe machen würdest mal auf die Seite von Steam zu gehen, würdest du mit wenigen Clicks zur Shopseite von NTW oder auch ETW kommen und feststellen, dass Steam DLCs für beide Spiele zum Download anbietet. DLCs kann man schon seit März 2009 bei Steam runterladen.

- zu glauben, dass Steam fast immer stabil läuft, nur weil es bei dir fast immer stabil läuft, aber eine gewaltige Zahl von anderen Leuten Probleme damit haben, ist ziemlich engstirnig (auch hier muss man sich nur im Supportforum umschauen).

- zur Lizenz: wo hab ich bitte geschrieben, dass die Lizenz nach einer gewissen Zeit erlischt? Das war nur ein "Schreckensszenario", von dem wir uns nicht allzu weit entfernt befinden, wenn man sich mal die neuesten Entwicklungen bei Ubisoft (Silent Hunter 5, Siedler 7 und Assassins Creed 2) ansieht. Aber sowohl in der EULA von Steam, als auch der von allen über Steam operierenden Publishern steht geschrieben, dass man nur ein Nutzungsrecht und kein Eigentum am erworbenen Produkt erhält. Hätte man eine DVD in Händen und müsste das darauf gepresste Programm nicht erst noch "von außen" aktivieren lassen, wären das nur hohle Phrasen, aber Valve schreibt in seine EULA, dass die Lizenz zur Nutzung von Steam zurückgenommen werden kann. Und Valve hat bereits mitgeteilt, dass es "natürlich" so sein wird, dass nach einigen Jahren "unrentabler Support" eingestellt wird, so wie das schon länger in der ganzen Spieleindustrie Praxis ist. Ich weiß zwar nicht wieviel Wahrheit dahinter steckt, aber vor ca. einem halben Jahr hab ich in einem Forum gelesen, dass Valve darüber nachdenkt, sich die Betreibung der Server von den Spiele-Publishern bezahlen zu lassen. Vernünftiger Gedanke, aber was glaubst du, was passieren wird, wenn einer dieser Publisher Pleite geht? Hoffentlich schaltet Valve dann nicht die entsprechenden Server ab, weil sie kein Geld mehr bekommen. Aber Fakt ist, dass EULAs gerne schwammig gehalten werden und es gibt genug rechtliche Streitigkeiten darüber, was Valve mit deiner Lizenz machen darf und was nicht. Blödsinn ist das, was ich hier schreibe aber mit Sicherheit nicht.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass Leute, die Lesen, Denken und Schreiben können (und bitte in dieser Reihenfolge), klar im Vorteil sind, denn Lügen und Blödsinn hab ich hier nicht geschrieben und ich möchte dich bitten in Zukunft mal etwas nachzudenken und vorher zu recherchieren, bevor du in die Tasten haust und Kommentare abgibst, die ich mit herzlich wenig Aufwand widerlegen kann.

Für alle anderen:
Bei meiner Rezension kam das vielleicht nicht so klar rüber, aber das Spiel an sich ist gut und ganz bestimmt eine gewaltige Verbesserung gegenüber Empire Total War. Unter meinen negativen Punkten gibt es bestimmt einige, die zu vernachlässigen wären, weshalb ich dem Spiel ja auch vier Sterne für Spielspaß gegeben habe.

Veröffentlicht am 29.06.2010 01:48:46 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.07.2010 00:01:34 GMT+02:00
Suppenkurt meint:
Die Bemerkungen über den wahren Sinn von Steam treffen den Nagel auf den Kopf: Das Ganze ist nichts weiter als eine in sich geschlossene Marketing-Plattform, die Mods - also kostenlosen Content, von Enthusiasten geschaffen - auf die Dauer zum Aussterben verurteilen soll.
Was eine unglaubliche Verarmung der Spielewelt wäre. Ich erinnere mich noch, wieviele - teilweise sehr gute - Mods es für Half Life I gab. Oder für Medieval II. Alles das für scheibchenweise Erweiterungen gegen Cash zu opfern, wäre 'ne echte Verarmung.
Die Bemerkungen manch anderer Rezensenten über die Funktionalität von Steam ("es geht doch") gehen am Thema vorbei: Es ist nichts weiter als eine Selbstverständlichkeit, dass Steam funktioniert. Ich schreib' auch keinen Dankesbrief an den Publisher, wenn die Spiele-CD am Stück statt in 18 Einzelteile zerbrochen in der Verpackung liegt ...

Veröffentlicht am 17.07.2010 22:20:06 GMT+02:00
Gerhard Kraus meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.08.2010 05:54:42 GMT+02:00
Dazu ist folgendes zu sagen:

1.
Natürlich hat NTW was mit Steam zu tun. Ich glaube nicht, dass ich zu so einer unbestreitbaren Tatsache wirklich noch etwas schreiben muss. Aber ja, dein Argument betrifft wohl den Punkt, dass Steam ja nicht wirklich inhaltlicher Teil von NTW ist, weil es nichts mit dem Gameplay zu tun hat. Schön und gut, aber es ist nun mal ein Programm, das einem vom Publisher aufgezwungen wird. Ich mache es ganz einfach so, dass ich Cracks benutze (so wie ich auch Mods benutze). Damit braucht man sich um Steam nicht mehr zu scheren. Das eigentliche Problem ist doch das Drumherum. Die DLC's nehmen Inhalte des Spiels und machen sie erst später benutzbar. Beispielsweise waren die zusätzlichen Einheiten, die man per DLC kaufen konnte bereits im Basisspiel integriert, aber man konnte sie nicht nutzen, weil sie geblockt waren. Schaut man sich das Basisspiel ohne zusätzliche DLC's genauer an, so findet man im Quellcode des Programms bereits Einträge über Werte für die Einheiten, die man erst per DLC erhält. Das kann nur sein, weil diese Einheiten bereits vorher Teil des Spiels waren und dann vor Veröffentlichung wieder rausprogrammiert wurden. Einfach ausgedrückt wurden also Inhalte des Spiels nachträglich entfernt, damit man sie später separat verkaufen kann. Steam ist dafür die Plattform und das ist das größte Problem bei der ganzen Sache und wir wissen heute nicht, was man sich in Zukunft noch alles ausdenkt, um die Möglichkeiten, die Steam bietet, auszureizen. Ein erfolgreiches Konzept wird immer wie eine Kuh bis zum letzten Tropfen gemolken.

2.
Da du behauptest, dass den meisten Leuten die Steam-Funktionen am Ende doch gefielen, nehme ich mal na, dass du auch mit den meisten gesprochen hast, oder?
Es geht aber nicht um diese Funktionen. Die kann man aus- oder einschalten, nutzen oder nicht nutzen. Es geht hier um die generelle Praxis im Umgang mit Spielen durch die Publisher. Mehr DLC’s, weniger Basisinhalte, höhere Preise trotz größerer Gewinne (eben durch die DLC’s) und ganz allgemein schlechter programmierte Spiele. Capcom will nächstens damit anfangen die Entwicklung von Spielen zu beschleunigen, indem man sie auf mehre Studios, wenn nötig weltweit, verteilt. Prächtig, wenn man bedenkt, was manche Publisher für unfertige und schlecht durchdachte Spiele abliefern, obwohl sie von einem einzigen Studio entwickelt wurden. Die Zukunft der Spieleindustrie sieht echt rosig aus.
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Details

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2.7 von 5 Sternen (44 Kundenrezensionen)
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