Kundenrezension

89 von 114 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ins Nichts...., 1. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: In Zeiten des abnehmenden Lichts: Roman einer Familie (Gebundene Ausgabe)
Eugen Ruge erzählt in seinem Debüt, den Niedergang einer DDR-Familie, und damit auch ein Stück die Geschichte Deutschlands, die einen Zeitbogen von 1952 bis 2001 macht, geographisch eine Strecke immerhin über die Sowjetunion bis nach Mexiko macht, eine Geschichte die im Grunde über vier und nicht drei Generationen angelegt ist, mit dem Wechsel von Zeitsprüngen und Perspektiven aufwartet, und zumindest für mich alles andere als "gross durch seine Reife" oder auch "sensationell, brillant, fesselnd, faszinierend" erlebt und gelesen habe. "In Zeiten des abnehmenden Lichts" steht aktuell auf der deutschen shortlist zum deutschen Buchpreis, dessen Nominationen zumindest ich immer mehr in Frage stelle...mit dieser Neuerscheinung wird man genauso mit gut geschriebenen Passagen bis hin zur empfundenen Zähheit im Lesefluss konfrontiert..

Grossvater Wilhelm feiert seinen 90. Geburtstag, als er 1989 aus dem Exil aus Mexico zurückkehrt. Überzeugter und unbelehrbarer Kommunist mit Funktionärslaufbahn und Geheimdiensttätigkeit für die Sowjetunion, dessen Sohn Kurt vor den Nazis ins russische Exil (Ural) flüchtete, und in ein Straflager kam. Kurt heiratet dort Irina, eine Russin die im Laufe der Geschichte völlig unglücklich und leidend ihre Qual im Alkohol versucht zu ertränken. Alexander, (Sascha, Alter Ego des Autors) der Sohn Kurts schnappt sich das Geld aus dem Arbeitszimmer seines Vaters und reist nach Mexiko, um den Wurzeln der eigenen Grosseltern zu folgen, die einst dort ihr Exil fanden. Eine Reise, die irgendwo letztendlich auch wie eine innere Suche nach sie selbst, der eigenen Identität ist. Für Markus, dem Sohn Alexanders (4.Generation) sind die Ereignisse, die diese Familie um die Welt getrieben hat nur noch eine Vergangenheit, mit der er nicht viel anfangen kann, seinen Vater verachtet er bis er in irgendwelchen Drogenproblemen versumpft..

Eine DDR-Aufarbeitung, wo sowohl die Mauer, als auch die gesamte Familie zu bröckeln beginnt. Eine Geschichte, die von der politischen Desillusionierung der sozialistischen Utopie erzählt. Charakterdarstellungen, die ineinander zu verschwimmen drohen und man sich als Leser etwas hilflos erleben kann. Ein Roman der sich weigert, chronologisch zu erzählen, und man als Leser sich nicht mit den Protagonisten (ausser Irina) identifizieren will. Eine langatmige unübersichtliche und z.T. auch langweilige Story, die eigentlich nur anfangs durch ihre gekonnte Schreibart überzeugt, sehr schön geschriebene Passagen aufweist, dann aber immer mehr nachlässt, bis es irgendwann anfängt sogar mühsam zu werden.

Ein Autor, der er es versteht, Lebensatmosphären zu beschreiben. Ein Roman zur Wende und deutschen Einheit der verflüchtigenden Charakter hat und doch irgendwann im Nichts landet. Wirkliche Überzeugungskraft bietet dieser Roman leider nur in den anfänglichen Kapiteln. Für mich persönlich wurde ich viel zu lange hingehalten, als dass nun diese Lektüre wirklich "fesselnd und faszinierend" gewesen wäre. Die Ansätze dazu sind jedoch erkennbar, doch mit der Länge, habe ich dieses Buch immer mehr als zäh beim Lesen erlebt, zu einem deutschen Buchpreis dürfte es dennoch nicht reichen..das würde mich dann doch sehr wundern...

Meine Begeisterung für dieses Buch hat sich anfangs noch gezeigt, doch mit der Zeit immer mehr versteckt...

Nachbemerkung (22.10.2011):

Im Januar 2012 bringt der Autor als Hrsg. den Autobiographischen Bericht seines Vaters, Wolfgang Ruge unter dem Titel "Gelobtes Land" mit dem Untertitel: Meine Jahre in Stalins Sowjetunion, bei Rowohlt heraus. Leser die dieses Thema interessieren dürfte, lohnt sich sicher eine Einsichtnahme in diese von Eugen Ruge "kompilierte und aufbereitete" autobiographische Schrift seines Vaters.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.11.2011 10:38:20 GMT+01:00
G. Suermann meint:
muss mal gesagt werde: Prima Rezension- danke für ihre fundierten Bewertungen- selbst wenn man nicht immer übereinstimmen mag- würde man sich mehr solch kompetente Leser wünschen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.11.2011 22:30:35 GMT+01:00
A. Zanker meint:
danke ;-)

Veröffentlicht am 10.02.2012 11:35:06 GMT+01:00
Leontyeva meint:
der eindrück, den diese rezension hinterlässt, ist, dass dem rezensionsautor es in der tat nicht gelungen ist, dem buch aufmerksam zu folgen. das wirklich wertvolle (wie die darstellung der inneren welt der protagonisten in dem ganzen geschichtlichen rahmen) ist an dem rezensionsautor erfolgreich vorbeigegangen sowie die "kleinen" details, dass der "grossvater wilhelm" ja nur ein stiefvater (nicht der leibliche) kurt's ist, was für eine familiengeschichte von bedeutung ist und nicht nur eine kleine detail.

Veröffentlicht am 07.03.2012 19:28:26 GMT+01:00
C.Zav meint:
Wilhelm kommt nicht 1989 aus dem Exil zurück!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2012 22:22:45 GMT+02:00
Schoschana meint:
Eben!

Veröffentlicht am 19.04.2013 08:26:15 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.04.2013 08:29:13 GMT+02:00
Ilkyway meint:
In Teilen stimme ich mit Ihrer Meinung überein. Aber über die Würdigkeit bzw. Unwürdigkeit für einen Buchpreis in derart schlechtem Deutsch zu Urteilen... liest sich in meinen Augen sehr vermessen. Hinzu kommt ein klarer Fehler: Wilhelm kommt nicht 1989 aus Mexiko zurück. Das wäre dann nämlich eine ganz andere Geschichte.
Außerdem empfinde ich den schreibstiel, in dem diese Rezension verfasst worden ist stellenweise als Kopie des Schreibstiels in Ruges Roman. Ohne alle Rezensionen gelesen zu haben ist es für mich erstaunlich, dass diese hier die beliebteste unter den kritschen sein soll. Wenn ich der Autor wäre würde mich dieser umstand eher schmeicheln als bedrücken.
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A. Zanker
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Ort: CH

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