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Eine satirische Dystopie,
23. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Nach der Bombe. Roman (Taschenbuch)
"Nach der Bombe" spielt in der Zeit nach dem nuklearen Holocaust - eine klassische Dystopie sollte man meinen. Nun konnte ich aber auch herzlich Lachen bei der Lektüre dieses Buches. Das liegt zum einen an den schrulligen Charakteren die Dick in dieser Geschichte mit "herzlicher Distanz" beschreibt. Auf eine Weise sind es ganz normale Menschen - so "normal" wie Menschen nach einer so apokalyptischen Katastrophe sein können -, zum anderen an einer Menge absurder Ideen, wie etwa mutierte Ratten, die Nasenflöte spielen, aber wohl auch das Zeug zum Buchhalter hätten.
Zum Inhalt: Dick erzählt die Gesichte der Einwohner eines kleinen Dorfes nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft. Für manche ist das Schicksal der gefallenen Bomben eine Last, aber viele ziehen sich ihren Vorteil daraus. So zum Beispiel der technisch Begabte Phokomelus - ein Schwerbehinderter, der plötzlich große Wichtigkeit für die Gesellschaft bekommt, oder der schwarze Aushilfsverkäufer, der nun Fallen für Mutantenratten vertreibt, und damit sehr gut verdient. Auch der Verursacher der Katastrophe lebt in dem Dorf - natürlich Incognito. Doch seine Tarnidentität hält nicht lange.
In seinem speziellen Genre ist dieses Buch einzigartig. Nicht nur aufgrund des Humors sondern es entzieht sich auf erfrischende Weise dem Action-Trend und jeglichem Weltuntergangspathos. Dick erzählt keine Geschichte von Helden, die die Welt retten, sondern einfach nur, dass das Leben weiter geht, und weiter, und weiter, und weiter...
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