Kundenrezension

54 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In wilden Träumen, 3. Februar 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Prinzessin Mononoke (Studio Ghibli DVD Collection) [2 DVDs] [Special Edition] (DVD)
"Da dehnen sich des Ostlands Wälder, uralt, geheimnisvoll in wilden Träumen, Waldgeister weben in dem Dunkel..." (abgewandelte nach der Widmung zu Sibelius symphonischer Dichtung "Tapiola")

In der Tradition seines eigenen Zeichentrickklassikers "Nausicaä" greift Miyazaki mit diesem Meisterwerk wider einmal den uralten Konflikt zwischen ungezügelter Natur und menschlicher Zivilisation auf und erschuf gemeinsam mit Studio Ghibli ein von grandiosen Landschaften getragenes Epos. Der Einfluss Kurosawas, dem großen Bildmagier des japanischen Kinos, auf den Regisseur scheint unverkennbar (etwa in den geschwungenen Linien der Japanischen Berge, die stellenweise 1:1 aus Kurosawas RAN entnommen zu sein scheinen). Episches Kino wie es der Zeichentrick- und Realfilm nur selten hervorzubringen vermag.

Mononoke führt uns in ein lange entschwundenes Waldreich, gewoben aus Mythen und Legenden. In den flirrenden Schatten des Blätterdaches leben Geister und Dämonen in Tiergestalt, riesige Wildschweine, weiße Wölfe und der große Gott des Waldes, ein hirschartiges Wesen unergründlicher Macht. In diesem sich scheinbar von Horizont zu Horizont dehnenden Waldland wirken die menschlichen Siedlungen noch wie bedrohte kleine Inseln in einem grünen Ozean. Doch ein Umbruch ist im Gange, die industrielle Revolution mit seinen Schmelzöfen und seinem Hunger nach Brennstoff beginnt sich wie ein Krebsgeschwür in die Wildnis zu fressen. Diese moderne Welt entfremdet seine Bewohner zunehmend von der Natur. Der Wald wird zu einem bedrohlichen angsteinflößenden Ort, die Bäume sind nur noch Ressource des Fortschritts. Die Macht der alten Götter schwindet, die Waage senkt sich zugunsten der landhungrigen Menschen. Doch bei dieser monochromen Weltsicht lässt es der Film nicht beruhen (dies ist schließlich kein Disney), denn die Zivilisation bringt in Form der Eisenhütten der Herrin Eboshi nicht nur blinde Zerstörung, sondern führt auch zur Abkehr von verkrusteten Gesellschaftsformen, strengen Hierarchien und Kasten. Die industrielle Revolution leitet gesellschaftliche Umbrüche ein, die wir mittlerweile in unserer westlichen Welt als selbstverständlich betrachten. Das feudale System eines mittelalterlichen Japans, Hunger und Not, werden überwunden. Errungenschaften die das harte Leben des einfachen Volkes erträglicher machen. So kann der Zuschauer der Herrin Eboshi letztendlich nicht allzu böse sein, denn sie verkörpert den Urgrund auf dem unsere moderne Gesellschaft errichtet wurde. In dieser neuen Welt haben verschlungene Wälder jedoch keinen Platz mehr. Die Menschen haben Angst vor dem Chaos der Natur und sie zerstören lieber das Fremde welches sie umgibt, als es zu begreifen. Sich ihrer schwindenden Macht nur zu bewusst, entschließen sich einige der Tierdämonen zu einer letzten Verzweiflungstat und es droht ein Krieg zwischen Menschen und Wäldern, den keiner wirklich gewinnen kann.

Zum Ende meiner positiven Rezension muss ich noch auf einen kleinen Wermutstropfen hinweisen. Das Finale scheint (ähnlich wie bei Miyazakis "Chihiro" oder "Das wandelnde Schloß") etwas aufgesetzt und in sich nicht ganz schlüssig. Die Vermutung liegt nahe, dass die Methode der frei assoziierenden Entwicklung der Handlung (charakteristisch für die Arbeit des Regisseurs) kein wirklich rundes Ende zuließ. Das bewusste Nichtbeantworten zuvor aufgeworfener philosophischer Fragen, das Pflegen eines Tiefe vortäuschenden Nimbus des Geheimnisvollen, ist ja ein typisches Stilmittel des japanischen Anime. Die grandiose Bildgewalt und atmosphärische Dichte dieses Zeichentrickepos trösten aber über diese kleine Schwäche hinweg. Auf mich persönlich übt der mystische Wald des Hirschgottes ohnehin einen ganz eigenen besonderen Reiz aus. Vielleicht liegt dies an meiner forstlichen Ausbildung, die mir die Welt der Bäume auf emotionaler Ebene besonders nahe bringt.

Aufgrund der teils für einen Zeichentrickfilm (nach westlich geprägter Vorstellung) ungewöhnlich heftigen Gewaltdarstellung, ist dies ein Film für etwas ältere Kinder und erwachsene Trickfilmfans (FSK ab 12). Da aber die wesentliche Zielgruppe für Animationsfilme in unseren heimischen Kinos immer noch Kinder bis 12 Jahren sind, blieb "Prinzessin Mononoke" in der westlichen Welt ein kommerzieller Erfolg verwehrt. Von einer durch alle Altersgruppen getragenen Trickfilmkultur, wie sie in Japan existiert, sind wir in Europa eben noch meilenweit entfernt.

Kritiker die also meinen, dass die hier gezeigte Gewaltdarstellung unnötig sei, da sie den Film für Kinder ungenießbar (und damit zum Kassengift) mache, haben nicht verstanden welches Potential in Trickkunst jenseits der Disneydoktrin noch verborgen liegt.

Zur Umsetzung der DVD:

Im Zuge der Veröffentlichung aller Ghibli-Filme hatte sich Universum entschlossen auch dieses Meisterwerk aus dem Jahr 1997 neu aufzulegen. Das Design der Papphülle ist ansprechend gestaltet und fügt sich nun nahtlos in die Sammlung der Ghibli-Kollektion. Die Neuauflage zeigt im Vergleich zur alten DVD eine leicht verbesserte Bildqualität. Die Farbverschiebung wurde korrigiert und die Schärfe unwesentlich verbessert. Außer der japanischen Tonspur bietet die DVD eine professionelle deutsche Synchronisation (Dolby Digital 5.1). Neben den beiliegenden Photokarten mit Filmmotiven finden sich leider nicht viele Extras (Storyboard zum Film und die übliche Trailershow). Der größte Schwachpunkt liegt aber immer noch in der Bildqualität, die verbesserungsfähig bleibt. Die Kritiker der alten Auflage werden also auch mit dieser Version nicht wirklich glücklich. Die Schwächen des Bildes sind aber nicht so gravierend, dass sie für mich wesentlich den Filmgenuss stören. Aufgrund des gebotenen grandiosen Epos, kann ich also nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung geben!
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.07.2009 21:16:54 GMT+02:00
NorthBambi meint:
eine wundervolle, alles beleuchtende rezension

Veröffentlicht am 05.10.2009 16:59:09 GMT+02:00
T. Zehren meint:
Herrliche Rezension, ehrlich... klar verständlich wohlformuliert, liest sich wie Butter...
nur in einem Punkt möchte ich widersprechen:

Ich bin der lebende Beweis dafür, dass man der Herrin Eboshi durchaus böse sein kann.
Ich meine, die ist das Sinnbild des Anthropozentrismus, und eines Jahrtausendelang schwärenden Dogmas!
Und das ist nichts lobenswertes...

"Und das Wolfsmädchen wird wieder... ein Mensch werden."
Bei diesem Satz hätte ich platzen können, ich war wirklich, in realitas WÜTEND auf diese verbohrte, dogmatische, ideologisch verbrämte Pseudoweltverbesserin...
Sie hat die Welt nur ärmer gemacht, nicht reicher, auch wenn sie die Emanzipation der Frau vorantreiben wollte...
und ich glaube auch, dass dieser Umstand in dem Film durchaus rüber kommen kann, wir nur nicht einsichtig genug sind unsere Zivilisation in irgendeiner Weise in Frage zu stellen, denn zusammen mit Moral scheint sie die ideologische Prämisse ALLER zu entwickelnden Gedankengänge geworden zu sein.

Ich mag Die Lady Eboshi nicht, ehrlich gesagt geht sie mir mit ihrem Speziezismus und ihrer gattungsspezifischen Hybris enorm auf die Testikel.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.10.2009 23:40:01 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.10.2009 21:22:25 GMT+02:00
M.M. meint:
Zunächst einmal Danke für das Lob,

ich muss Ihnen aber in ihrer Verurteilung der Herrin Eboshi deutlich widersprechen, denn ich bin zu sehr in meinem anthropozentrischen Weltbild gefangen, als dass ich der ambivalent angelegten Figur die allzu menschlichen Wirrungen und Irrungen nicht verzeihen könnte. In meinen Augen verkörpert sie im Guten wie im Bösen den Prototyp eines Kindes der Aufklärung und das bedeutet selbstverständlich, dass sie einem radikalem Humanismus verpflichtet ist, der den Mystizismus eines schamanistisch animistischen Weltbildes aufs schärfste verneinen muss.

Neuheidnische Weltbilder, die den Menschen aus dem Zentrum seines Universums drängen, bieten durchaus einen romantischen Charme, auf dessen chromatischer Klaviatur auch ich zuweilen gerne Melodienbögen zaubere. Letztendlich ist dies jedoch nur eine inhumane, ja den menschlichen Geist deformierende Verirrung, denn der Mensch als Individuum kann sich nur über sein Menschsein wirklich definieren. Erst in der Abgrenzung zur Welt wird sein Ich immanent. Der Mensch muss sich ins Zentrum seines Universums stellen, denn erst durch diesen narzisstischen Akt ist er in der Lage die Welt um sich herum aktiv zu gestalten. Das heißt nicht, dass er aus rein egozentrischem Impuls heraus seine Triebe ausleben, dass er sich gedankenlos seinem Hunger nach Macht, Geld und Sex hingeben soll. Im Sinne eines universellen Humanismus, muss der Einzelne für das Ganze handeln. Es liegt im ureigenen Interesse des Individuums Mensch die Lebensqualität seiner Umwelt für sich und seine Mitmenschen zu erhalten.

Umweltschutz ist in meinen Augen ein im höchsten Maße egozentrischer, absolut konservativer und antiprogressiver Akt der Selbsterhaltung. Erst dadurch, dass der Schutz von Naturressourcen und Artenvielfalt, die Sicherung der Lebensfähigkeit der gesamten Biosphäre, zu einer anthropozentrisch motivierten Tat wird, jenseits aller romantisierenden Gefühlsduselei, kann er wahrhaftig und dauerhaft gelingen. Dieser entscheidende Erkenntnissprung steht der von naiver Progressivität getriebenen Herrin Eboshi (und leider nicht nur ihr) noch bevor.

Viele Grüße

M.M.

PS
Für mich ist Eboshi einer der interessantesten Charaktere die Miyazaki je geschaffen hat. Gerade in ihrer gebrochenen Zwiespältigkeit bietet sie mehr Kontur, als all seine sympathischen Heldenabziehbilder.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.02.2013 13:54:11 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.02.2013 14:24:27 GMT+01:00
Janunso meint:
Ich finde ihren Kommentar und auch ihre Rezension wunderbar. Da mich ihre Worte beschäftigt haben und ich davon ausgehe, dass Sie die Kommentarfunktion hier nutzen, um ein wenig zu diskutieren, würde ich auch gerne etwas dazu sagen - als Erweiterung oder Vertiefung der Darlegung ihrer absolut kohärenten Weltsicht:

Heidnische Weltbilder bieten die Möglichkeit hin zur Synchronizität des "großen" oder des zentralen Menschen (der sich selbst in der Existenz "des Göttlichen" in der Welt weiß), mit den Urkräften (einer Vielheit) der Natur, die das eigene egozentrische Selbst über sich hinausführen. Diese Synchronizität von Innen und Außen ist ebenfalls Gleichnis, denn es wird hierin ein Mandala, ein "großer Mensch" als Kosmos konstatiert, der wiederum in einem großen Universum geborgen ist: Ein Ei, das um seiner Selbst und einer ungeahnten Liebe willen aufbricht in ein größeres Ganzes.

Und hier greift auch ihre "Abgrenzung" hin zur Welt. Denn im Aufbruch des Eis kommt die wahre Gestalt, die im/gegen den kosmischen Fluss immanent wird, erst zu ihrer eigentlichen Wesenhaftigkeit. Der Mensch ist darum ein mythischer Akt der Vermittlung des Universums an die Kräfte unseres Lebens.

Ein Südamerikaner sagte mir einmal, dass er froh sei, nun endlich nicht mehr unter seiner kulturellen Verletzungen zu leiden, die durch die Spanier und die heutige Touristik angezettelt wurde. Endlich habe er "seine eigene Kultur" gefunden und erst darum könne er die anderen Kulturen aus vollstem Herzen wirklich schätzen. Ich denke, es verhält sich ähnlich mit dem anthropozentrischen Wesen, das erst von seinem völligen Göttlichen Selbst - in einem Gott oder einer Göttin oder "dem Menschen" geborgen liegt -, den wahren Weg heidnischer Vielfalt entdecken kann, der außerhalb liegt, wie sie es sagen.

Ein heidnischer Weg auf sich selbst als äußeres Potential zurückgeworfen, ist darum - da stimme ich ihnen zu - eine mögliche Verirrung der Aufgabe des Menschlichen in der Welt. Erst als wahr gewordenes göttliches Wesen, beginnen die Bäume zu flüstern, beginnt der Vogel zu sprechen, beginnt der Mensch mit sich und seiner Umwelt als autonome gemeinsame Welt zu kommunizieren. Vorher kommuniziert der Mensch immer nur, indem er mit Menschen kommuniziert; hinterher begreift er, dass die Wolken, die Vögel und Eichhörnchen eine eigene Phonetik und deren Rhythmisierung zeigen, die unserer Sprachlogik ähnlich ist, und doch ganz anders. In diesem Sinne begreife ich auch ihren Ausspruch, dass der Mensch sich erst im Zentrum seines Universums - wo er hingehört um begreifen zu können, was die Welt bedeutet und was die Lebewesen darin sagen - in die Lage versetzen kann, die Sprache der Welt sprechen zu lernen.

Aus diesen Gründen finde ich Eboshi ebenfalls sehr interessant und kontrastiv zu den Wegen der Natur und des Menschen darin, als Morgenrot einer Zivilisation, die noch nicht im Begriff ist, ihre eigene Aufgabe zu fokussieren. Als Mensch ist Eboshi interessant, die den gut gemeinten Weg wählt, um den Menschen voranzubringen, aufzuklären. Der erste aufklärerische Kontakt in ihrer Logik ist die Neuerschaffung einer Welt durch die Trennung des Bandes von Mensch und der umgebenden Naturgewalten (so ist auch das Ende des Filmes meines Erachtens ein interessanter, zum Glück naiver Neubeginn, angetrieben durch die noch zu vollendende Synthese zweier menschlicher Bewusstseinszeitalter). Die Fortführung der Eboshi-Logik geschieht als Selbsterkenntnis durch die Reaktion der Umwelt auf die Zerstörungsspiele des Menschen. Diese Reaktionen wirken sich auf das Bewusstsein der Menschen aus, bis dieses zu dem Schluss der Naturvölker zurückgelangen muss: Dass nämlich die Zerstörung der Wälder dem Akt der Zerstörung des Menschen nahegeht. Der durch Aufklärung befreite/beschleunigte Mensch, findet zu sich selbst zurück, kehrt als neugeborenes Kind in den Wald zurück. Eine Synthese, die glücklicherweise durch den Film nur präfiguriert wurde. Darum begrüße ich das Numinose in der Offenheit der fantastischen Welten der Ghibli-Filme.

Ich empfehle Ihnen, da Ihr Geist ebenfalls Gefallen an denen im Film gehegten Analogien zu haben scheint, sich mit Hokusai zu beschäftigen, falls Sie das noch nicht getan haben.

Weil Sie mich neugierig gemacht haben frage ich mich, ob diese Art vermittlerischer Kohärenz wohl etwas mit ihrem Bild des Försters zu tun hat? Ich frage mich: Ist es kein Dilemma Förster zu sein und im Namen der Waldbesitzer Bäume fällen lassen zu müssen, die mehrere hundert Jahre als sind? Das frage ich mich, weil ich ebenfalls erwogen habe, in die Richtung zu gehen.
Edit: Für mich persönlich ist es eine Ehre, dem Wald zu dienen, in welcher Weise auch immer. Dass für Neubauten Bäume gefällt werden, gehört zum natürlichen Prozess dazu und ist auch notwenidg, bzw. bis zu einem gewissen Grad eine Lust der Natur an Zerstörung und Wiederaufbau. Ich meinte mit dem "Dilemma" die Auftraggeber, nicht den Umstand der Zersötrung und Wiederaufforstung. In Naturschutzgebieten dürfte sich das aber relativeren, ist es so?

Veröffentlicht am 31.05.2013 17:58:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.05.2013 18:03:00 GMT+02:00
interesant ist ..was die veröffentlichungen angeht..da ich den film in einer 6 dvd box habe...und die dort enthaltene version 5 minuten länger ist....
der film ist mit einer japanischen und englischen tonspur..und englischen und chinesischen untertiteln
auch dabei sind folgende filme
grave of the fireflies
laputa - castle in the sky
my neighbour totoro
kikis delivery service
porco rosso
spirited away
on your mark
nausicaa of the valley of the wind
only yesterday
ocean waves
pom poko
whisper of the heart
und
the cat returns

auch die anderen filme sind alle immer ein paar minten länger
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