Kundenrezension

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mitunter recht flach, 12. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Ach so!: Warum der Apfel vom Baum fällt und weitere Rätsel des Alltags (Taschenbuch)
Im Buch werden 98 Fragen gestellt und (zum Teil) beantwortet. Dazu gibt es noch als Nr. 99 "Fragen ohne Antwort". Untergliedert sind die Fragen in 9 Bereiche von "Warum drehen sich Knödel im Topf?" (Ausgekocht: Küchengeheimnisse) bis "Was ist der Preis für die Ungeduld?" (Angemerkt: Ein Blick über den Tellerrand).

Die meisten Fragen werden auf lediglich 2 bis 3 Seiten abgehandelt, zu wenig, um tiefes Wissen zu vermitteln. Dieses scheint aber auch nicht unbedingt angestrebt zu werden, insbesondere bei den zum 9. Bereich (Ein Blick über den Tellerrand) gehörenden Themen.

Beispielsweise lautet Frage 87: "Was tun wir gegen den Klimawandel?". Wirklich interessante Informationen folgen nicht. Stattdessen liest man Dinge wie: "In wissenschaftlichen Vergleichen mit allen Temperatur- und Niederschlagsparametern sowie der Sonnenintensität stellte sich heraus, dass unter dem Vliesmaterial pro Sommer gerade einmal 1,5 Meter Schnee erhalten werden können." 1,5 Meter? An Gletscherlänge, an Schneehöhe, oder in Quadratmeter? Fragen über Fragen.

Bei der Frage 88 "Wie viel Energie verbrauchen unsere Computer?" heißt es: "So verbraucht eine Google-Suche mit wenigen Mausklicks etwa vier Watt." Kein Hinweis darauf, dass dies das Ergebnis einer äußerst umstrittenen Studie war.

Bezüglich der Frage 89 "Warum sind Feler manchmal gut?" wird in bester Gutmenschen-Art behauptet, dass unsere Technik vielfach zu komplex und dadurch auch zu fehleranfällig ist (eigentlich ist moderne Technik viel zuverlässiger als die einfachere Technik früherer Jahre, aber lassen wir das mal). Auf S. 266 heißt es konsequenterweise: "Ein Ausweg ist der Schritt zurück zu einfacheren Systemen."

Dabei geschieht dies doch längst aufgrund intelligenter Elektronik. Beispielsweise dreht sich ein modernes CD-Laufwerk dank Elektronik viel gleichmäßiger als ein früherer Schallplattenteller, obwohl es viel einfacher (und damit auch preiswerter) konstruiert ist.

Weiter liest man: "Ausgerechnet in der fortschrittlichsten Branche, der Software-Industrie macht sich ein neues Denken breit: Viele Software-Häuser geben ihre Programme frei, obwohl sie von 'Bugs' (Programm- oder Softwarefehler) nur so wimmeln. Wären unsere Autos so fehlerhaft wie frisch gelieferte Software, würden wir sie umtauschen."

Dies geht an der Sache vorbei. Tatsächlich bemüht sich auch die Software-Industrie um fehlerfreie Produkte. Allerdings bestehen zwischen Software und Autos zwei grundlegende Unterschiede:
1. Die Komplexität von umfangreicher Software dürfte um ein Vielfaches höher als bei Autos sein. Offenbar kann nicht jede erdenkliche Konstellation im Vorfeld getestet werden, sodass viele Bugs erst im Betrieb zu Tage treten.
2. Software kann man tatsächlich durch einen einfachen Download nachbessern, ein Automobil müsste dagegen zurückgerufen werden, was für beide Seiten wenig praktikabel ist.

Frage 92 lautet: "Warum lieben wir exotische Kulturen?" Die Antwort: "Vielleicht verbirgt sich ja dahinter ein kollektives Schuldgefühl: Wir wollen anders sein als unsere ignoranten Urgroßväter, die vor Jahrhunderten andere Kulturen ausbeuteten und versklavten. (...) Der Boom exotischer Heilslehren ist womöglich eine unbewusste Wiedergutmachung historischer Fehler. Vielleicht tauchen so allmählich die verschreckten Geister vergangener Kolonien wieder auf, im Duft von Rosenwasser, Sandelholz und heilenden Ölen."

Hört sich ja ganz nett an, dürfte aber trotzdem unzutreffend sein, wie der Fall "Bounty" zeigte.

Zu wenig ergiebig war mir auch die Behandlung des Themas 84 "Welche Rolle spielt der Zufall in der Wissenschaft?" Viel mehr als die Aussage "Zufall ist ein bestimmendes Element des Fortschritts" (S. 251) und einen Hinweis auf zufällige Entdeckungen wie Penizillin, Röntgenstrahlung und Mikrowelle erfährt man eigentlich nicht.

Einige Wissenschaftler behaupten immerhin, dass jede neue Entdeckung (jeder Geistesblitz) auf Zufall beruhe, und zwar in etwa aus den gleichen Gründen, weswegen neue genetische Mutationen zufällig sind. Doch davon las ich nichts.

Unbefriedigend schließlich auch die Beantwortung der Frage 95 "Warum sind Computerspiele so gefährlich anziehend?" Man erfährt hauptsächlich etwas über das spezifische Geschäftsmodell von "World of Warcraft". Damit allein erklärt sich aber noch nicht der Suchtcharakter vieler Computerspiele.

Fazit: Einige naturwissenschaftliche Fragen werden ganz nett beantwortet. Bei anderen Themen fallen die Antworten eher unter Meinungen.
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