Kundenrezension

14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Why be a king when you can be a God?, 5. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Marshall Mathers LP 2 (Deluxe Edition) (Audio CD)
Wenn im Jahre 2013 einer meiner absoluten Favoriten der Musik (Im Bereich Hip Hop sogar die unbestrittene Nummer 1) nach 3-jähriger Pause eine neue LP ankündigt, die dann auch noch durch ihren Titel "The MMLP 2" eine musikalische Rückkehr meiner, im Jahre 2000 erschienenen, bisherigen Lieblings LP dieses Künstlers verspricht, sind Vorfreude und Erwartung kaum mehr zu bremsen.

Und um es direkt vorweg zu nehmen: Marshall Mathers und sein Team haben meine Erwartungen erfüllt und bei weitem übertroffen.

Ich hatte die Befürchtung, dass das ganze aufgesetzt wirkt. Das Eminem ein Image verkörpert, welches er vor über einem Jahrzehnt hatte. Das die Lieder deshalb an Authentizität verlieren könnten. Alles Quatsch. Klar, der Mann ist über 40 Jahre alt und die textlichen Inhalte sind mal wieder provokant, beleidigend, persönlich und verbittert. Manchmal kann einem da schon die Frage in den Kopf schießen, ob er irgendwann mal erwachsen wird. Aber es wirkt zu keiner Sekunde peinlich oder kindisch.

Über Eminems Fähigkeiten zu rappen muss man kaum mehr Worte verlieren. Seine Texte, in Form von Reimketten, Wortspielen und anderen sprachlichen Mitteln sind wie immer außergewöhnlich. Seine Flows einzigartig und seine Stimmvariationen besser den je. Er hat sich selbstironisch den Titel des "Rap God" verliehen und liefert auf diesem Album einen Beweis der Extra Klasse.

Ein paar Sätze möchte ich jedoch über die Dinge außerhalb seiner unantastbaren Rap Skills verlieren.
Die Produzenten haben unglaubliche Arbeit geleistet. Jeder einzelne. Egal ob Rick Rubin ("Berzerk", "Love Game", "Rhyme or Reason"), Emile Haynie ("Legacy", "Headlights"), der fantastische Luis Resto mit seinem Keyboard ("So Much Better", "Stronger Than I Was", "Brainless") oder auch die aktuellen Größen wie DJ Khalil ("Survival") und Alex da Kid ("Asshole"). Alle haben die Message, die hinter diesem Album steckt, verstanden. Es ist musikalisch eine gelungene Anlehnung an alte Eminem Zeiten, die allerdings mit neuen und modernen Einflüssen absolut im Jahr 2013 ankommt und einen letztlich ganz einzigartigen und abwechslungsreichen Sound bietet. Das Eminem viele seiner Lieder selbst mitproduziert hat, ist nur ein weiterer Beweis seines Talents und seiner Genialität.

Das Album bietet sehr viele Gastauftritte, nicht alle sind in der Tracklist aufgeführt. Nun kann man sich daran stören oder nicht. Ich finde, es sorgt für eine unglaubliche Individualität der Lieder und schafft eine gewisse Abwechslung, die aber immer an einen klar erkennbaren roten Faden geknüpft ist. "Love Game" mit Kendrick Lamar, "Survival" mit Liz Rodrigues und "Headlights" mit Nate Ruess sind hierfür nur ein paar Beispiele. Auch die vielen Samples und die immer wieder auftauchenden Verweise auf alte Eminem Songs fügen sich nahtlos ein und wirken mit, dass diese CD eventuell in ein paar Jahren als Eminems Masterpiece verstanden werden könnte.

Ich kann nur eine absolute Kaufempfehlung für "The Marshall Mathers LP 2" aussprechen. Es ist grandios geworden. Eminem untermauert seinen Status, wirkt dabei aber nicht verkrampft, sondern experimentierfreudig und flexibel. Es ist wahrlich ein Genuss!!!

Ich möchte nun noch schnell einige Anspieltipps näher vorstellen:

"Bad Guy" - Wer "Stan" geliebt hat, wird "Bad Guy" verehren. Diese Geschichte, die Eminem uns erzählt, ist genial. Die Art und Weise wie er sie uns erzählt ist göttlich. Die letzten zwei Minuten sind atemberaubend. Der Song erzeugt eine Art Nostalgie gepaart mit dem dumpfen Gefühl, eines der besten Rap Lieder aller Zeiten gehört zu haben.

"So Much Better" war nach dem ersten Anhören der LP mein heimlicher Favorit. Was Luis Resto und Eminem hier produziert haben, ist einfach ein richtig geiles Brett und ein typischer Eminem Song. Dazu gehören ein simpler Rhythmus und ein provokanter, witziger und wütender Text, den Eminem hervorragend präsentiert.

"Legacy" erzeugt bei mir eine Melancholie und Gänsehaut wie ich sie bei einem Eminem Song schon lange nicht mehr gespürt habe. Wieder ein sehr persönlicher Text von Marshall, auf den es sich sehr lohnt zu achten, man erfährt vieles über seine Kindheit und was er da erzählt, lässt keinen Hobby Psychologen kalt, der Eminems weitere Biographie verfolgt hat. Emile Haynie hat hier etwas Wunderbares produziert. Das Instrumental mit seinen Effekten und der Effekt auf der Stimme passen perfekt! Die Atmosphäre ergreift einen und zieht einen ein bisschen runter, aber auch das gehört zu guter Musik. Das gesungene Intro und der Refrain sind sehr ergreifend, aber vor allem die Bridge vor dem ersten Refrain hat es mir angetan. "And if you fall, i'll get you there / I’ll be your savior from all the wars / that are fought inside your world / please have faith in my words" ist einfach nur berührend.

Auf "Stronger Than I Was" erlebt man Eminem in experimenteller Laune. Erneut unterstützt von dem fantastischen Keyboard von Luis Resto hat Eminem ein wunderschönes, langsames Instrumental gezaubert, auf dem er die ersten beiden Strophen teilweise fast schon schnulzig singt. Aber es klingt gut und überhaupt nicht peinlich. Ich finde seine Stimme großartig und finde es faszinierend, dass Eminem auch Balladen kann.

Mein letzter Anspieltipp ist das fantastische "Headlights":

"Headlights" hat so etwas unglaublich Versöhnliches und Beruhigendes. Eminem wird sehr persönlich, man hat das Gefühl, dass er all den Hass, den er all die Jahre gegenüber seiner Mutter gespürt haben muss nun endlich hinter sich lassen konnte. Er verarbeitet dieses Verhältnis auf seine Art und Weise. Vielleicht stören sich einige an Nate Ruess. Ich für meinen Teil mag seine Stimme und die Musik, die er macht wirklich sehr und finde er passt hervorragend in dieses Lied.

Es ist 2013, Eminem ist mittlerweile über 40 Jahre alt und auch wenn er auf dem Album frisch, jung und immer noch provozierend klingt, hat man zumindest bei "Headlights" das Gefühl, dass der gute Mann reif geworden ist und Dinge heute ein bisschen anders sehen kann.

Eigentlich kann das ganze Album als Anspieltipp genommen werden! Und auch die Bonus CD ist nicht weniger gut! Noch ein bisschen experimenteller vielleicht, aber in gewohnter Klasse! (Vor allem "Beautiful Pain" und "Baby")

So bleibt mir am Ende nur noch zu sagen:

THANK YOU MARSHALL MATHERS
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