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Kundenrezension

23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder einen Schritt voraus, 14. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Europa (Digipack Edition) (Audio CD)
Hand auf’s Herz: Lauthals gezetert? Heimlich gehadert? Nase gerümpft? Stirn gerunzelt? Wenigstens einmal die rechte Augenbraue leicht gehoben? LaBrassBanda machen ihr erstes Konzeptalbum, nicht eben gekleckert heißt es gleich „Europa“ und was den Hörer hier erwartet ist nicht weniger als die konsequente Hinwendung vom Tanz zum Dance. Soll heißen, das Schlagwerk klingt nicht mehr nur nach straff gespanntem Kuhfell, sondern öfters wie eine programmierte Rhythmusmaschine, es wummert, poppt und funkt schon ganz gewaltig. „Tecno“, jawohl, viel prägnanter kann man den Schwenk kaum benennen, „Holland“ klingt wie der Stich in ein Wespennest, „Schweden“ nähert sich mit stampfenden Beats dem, was man landläufig auch als Trance oder Rave bezeichnen könnte.

Wer es sich einfach machen wollte, würde den neuen Sound ungefragt dem Wechsel vom heimatlich verorteten Trikont-Label zur großen Sony zuschreiben, was natürlich kompletter Nonsens ist. Nicht erst seit ihrem Auftritt beim Chiemsee Reggae Summer 2009, wo sie mit „I like da Battyman“ gegen die offene Homophobie mancher Szenegrößen ansangen, weiß man, dass die Jungs aus dem Chiemgau die Herausforderung, die Irritation lieben – und zwar aus Überzeugung. Während mancher Fan sie lieber auf dem Gäuboden oder wenigstens im Kleinclub angepflockt hätte, buchten LaBrassBanda schon die Hallen und Festivals, sie trauten sich nicht nur nach Sibabwe und ins russische Nowosibirsk, sondern sogar auf den Vorentscheid zum ESC für Malmö (was für manchen der Daheimgebliebenen vielleicht sogar der größere Kulturschock war).

Man darf also annehmen, dass Stefan Dettl und Kollegen über genügend Selbstbewußtsein verfügen, auch diese Platte zu ihrer höchsteigenen zu machen – sie wollten „Habediehre“ genau so, als sie 2007 starteten, die Änderungen für „Übersee“ waren noch vorsichtig gewählt und „Europa“ öffnet nun eben wieder ein paar Türen mehr und erspart dem Quintett den Tritt in die Konsensfalle. Und ganz nebenbei bleibt einem ja das wunderbare, elektrifizierende Brass-Spektakel erhalten – ganz egal, welcher Beat oder Text einen Song wie „Nackert“, „Vogerl“ oder das fabelhaft quirlige „Z’Spat Dro“ schmückt – übergeordnetes und bestimmendes Element ist und bleibt der anspruchsvolle, feine Blechbrass. Auch mit Platte Nummer drei sind LaBrassBanda also eine Bigband, die virtuos zu musizieren versteht.

Dass sie, ganz wie die arrivierten Musiker, die sich solches erst in hohem Alter und über jeden Zweifel erhaben trauen, wieder mehrere Instrumentalstücke (hier mit „Sarajewo“, „Frankreich“, „Russland“ und „Griechenland“ gleich mal drei von vier am Stück) anbieten, erscheint somit nur vordergründig gewagt, kommen sie doch so ihrem Ziel, Eindrücke der zahlreichen Unternehmungen – nennen wir es mal profan: Reisebeschreibungen – auf möglichst einfache und zugleich eindringliche Art zu vermitteln, viel näher. Und wer sich dann beim „Western“ (und seinem roten, heißen Chilipfefferfunk) beim Mitwippen ertappt oder wem das Herz in „Russland“, angegriffen durch die schwermütig-slawische Melodramatik, überzulaufen droht, der wird zugeben müssen, dass die Jungs mal wieder den richtigen Riecher hatten.

Bleibt noch zu erwähnen, dass auch Daftpunk, wie Stefan Dettl kürzlich vermeldete, nicht spurlos an LaBrassBanda vorübergegangen sind – „Frankreich“ böllert in der Tat recht unerbittlich. Dass irgendwo unter den Fünfen auch ein heimlicher Lionel-Richie-Fan sitzen muss, kann man bei „Opa“ ahnen, so entspannt und seelenfroh, wie hier ein eigentlich recht besinnliches Thema vertont wurde, nötigt das schon einigen Respekt ab. Ob’s dann am Ende allen recht ist, was „Europa“ so an Abwechslung zu bieten hat – wen schert’s? Dem Zweifler bleibt die „Hymne“, meint das bayrische Schlusspanorama und Dettls fast andächtige Worte: „Manchmal musst des einfach machen, weil wenn’s des ned machen dadst, dann dad auch nix passiern. Und mir hams probiert und es hat hinghaut. Ned allweil, aber die mehra Zeit. Und denn passt des.“ Hinzufügen muss man dem nichts mehr. mapambulo:blog
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.06.2013 19:22:31 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.06.2013 19:23:15 GMT+02:00
Citrophilus meint:
Hut ab! Gute, treffende Rezension, mehra sog I ned.
"Während mancher Fan sie lieber auf dem Gäuboden oder wenigstens im Kleinclub angepflockt hätte..." Wohl eher schwierig bei diesen Herren ;)
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