Kundenrezension

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen quintett, 1. Dezember 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Still Life (Audio CD)
mit diesem album wurde ich sozialisiert. dieses album sagte mir, wie rockmusik zu klingen hat (nämlich wie der unglaublich aufregende einstieg, wenn über duke ellington plötzlich keith richards das riff von "under my thumb" von der leine lässt). von diesem album weg entdeckte ich die stones rückwirkend (und war bass erstaunt, dass die einmal ganz anders geklungen hatten).

ich mag diese viel geschmähte liveplatte bis heute sehr. erstens natürlich aus nostalgie. vor allem aber deshalb, weil die stones hier letztmalig als quintett (mit gelegentlichen keyboard- und sax-gastspielen) zu hören sind - ab der nächsten tour räumten sie bühne und sound mit horden von zusatzmusikern zu. eben dieser tatsache ist der oft kritisierte dünne - in wahrheit schlanke - sound geschuldet: so klingen die stones live eben im kern.

sehr interessant sind die gitarrensounds. sowohl keith als auch ronnie verwenden hier sehr choruslastige sounds, die wirklich charmant klingen. heute klingt ronnie sehr viel schriller und schärfer, und keith ruht in seinen knurrigen blues-sounds.

was das album zusätzlich hörenswert macht, sind die arrangements. so wurden aus den alten sixties-pop-stücken "unter my thumb" und "let's spend the night together" rüpelhafte, aber auch sehr effektive hardrocknummern (das solo in "under my thumb" hat keith unter garantie im studio nachgespielt, auf der bühne klang das damals ganz, ganz anders, ich erinnere mich mit schaudern an das wien-konzert). "shattered" ist wesentlich karger, aber auch schmissiger als im studio. "20 flight rock" ist der gar nicht einmal so missglückte versuch, eddie-cochran-intimität im stadion nachzustellen. "going to a go-go" bläst mich auch heute noch um - aus dem soul-heuler machen sie im handumdrehen eine rockhymne (sehr wirkungsvoller beat von charlie). zu soul ist ihnen immer was eingefallen.

"let me go" ist in der liveversion noch punknäher, immer noch kein klassiker, aber durchaus spaßig. die verbremste gospel-artige version von "time is on my side" hat trotz gewisser längen ihre reize. "just my imagination" finde ich live genauso fad wie auf platte. "start me up" rockt herrlich rüde und rudimentär, sehr eckig, aber kraftvoller als auf späteren tourneen. und auf "satisfaction" kommt jagger vor lauter rumhupfen kaum zu atem, man hat das gefühl, sie drücken aufs gas, damit sie schnell in die garderobe kommen.

sehr schön auch auf diesem album zu hören: wie wichtig bill wyman für den sound war. sein ungemein effizienzes, groovendes, weiches bassspiel fällt erst auf, wenn es, wie heute, nicht mehr da ist. dann aber fällt es sehr auf.

der restaurierte sound ist durchaus ok, was ich allerdings fassungslos zur kenntnis nehme: dass man keine neuedition mit den anderen damals gespielten stücken macht. da gäbe es genug material für eine ganz ausgezeichnete doppel-cd, meinethalben als höherpreisige deluxe edition.
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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.12.2009 16:53:07 GMT+01:00
V-Lee meint:
'under my thumb' und 'going to a go go' gehen ok - der rest reisst mir absolut nix raus. ich und die liveplatten der stones werden wohl nie große freunde werden...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.12.2009 17:52:53 GMT+01:00
Andreas S. meint:
Hab sie einst in Hockenheim gesehen, kann das so 15 bis 20 Jahre her sein?
Das hat mir genügt. Meine ich ganz neutral! Schlacht wars nicht, berühmt auch nicht, genügt eben.
Auf dieser Scheibe gebe ich Dir recht, klingt alles etwas rockiger und schmissiger, aber auch gleicher.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.12.2009 10:22:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.12.2009 10:24:50 GMT+01:00
guitar meint:
ich hab die stones zwischen 1982 und 2007 22 mal live gesehen, und noch immer reichts nicht ganz.
obwohl gerade das erste (wien) und das letzte (budapest) konzert wirklich grauenhaft waren.
dafür waren aber shows dabei, die hoben ab wie ein spaceshuttle (boston, stockholm, wiene neustadt).
bei ihnen ists halt live immer ein glücksspiel, von genial über ganz ok bis peinlich ist alles drin.

ABER: für mich ist das die einzige band (und ich hab an die 1000 konzerte gesehen), bei der allein ihre schiere anwesenheit mich in begeisterung versetzt, die gravitation ihres charismas mein raum-zeit-system verbiegt. keith richards betritt die bühne und mein puls geht auch heuite noch, genau wie 1982, auf 150, völlig egal, was er dort macht, er könnte auch nur rumsitzen und sich die fußnägel schneiden, es wäre für mch immer noch größer und wichtiger als ein ganzes konzert von metallica oder prince oder rainhard fendrich.

da bin ich auch nicht durch diskussionen resozialisierbar, nicht für argumente empfänglich. das entzieht sich jeder debatte. ich rede hier von religion, nicht von kunst.

größer wäre für mich nur noch, die beatles live zu sehen oder die doors mit jim morrison.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.12.2009 11:05:19 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.12.2009 11:05:56 GMT+01:00
V-Lee meint:
ich versteh' eh was du meinst - so jemanden hat jeder; für mich wär's das größte gewesen, wenn ich stevie ray vaughan, oder die j.geils band mal live hätte erleben können. mir geht's halt bei denen die ich gesehen habe, beim bowie so - das waren zwar nur 4 konzerte, und die schwankten qualitativ auch stark, aber seine bühnenpräsenz allein bringt halt mein blut schon in wallung.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.12.2009 11:21:51 GMT+01:00
guitar meint:
ICH hab die j. geils band live geséhen - 3. juli 1982, happelstadion - im vorprogramm meines ersten, eben erwähnten stones-konzerts.
(sie waren viel besser als die stones, was mir aber wurscht war)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.12.2009 13:22:41 GMT+01:00
V-Lee meint:
ich weiss - da hast du mir einen wunschtraum voraus - der für dich vermutlich keiner war. ich wollt' damals sogar hingehen, nur haben mich meine eltern mit 14 nicht hingehen lassen... im jahr darauf durfte ich dann mein erstes konzert sehen - aber da gab's die j. geils band auch schon nicht mehr.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.12.2009 16:57:55 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.12.2009 17:00:04 GMT+01:00
guitar meint:
sie waren eh schon in auflösung, aber immer noch fantastisch. ich erinnere mich genau, wie der chorus von "i do - doodoo, doodoo, doodoo..." durchs stadion gefegt ist. nachher waren alle aus meiner partie geils-fans, für einige zeit.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.12.2009 19:37:20 GMT+01:00
Andreas S. meint:
Es gibt so Situationen, die kann man nicht erklären, weil zuviele Dinge passen, als dass man allen auf die Schliche käme...
Ich stehe ziemlich auf Jamiroquai und Moby Live. Da würde ich immer wieder hingehen.
Aber wie guitar das beschreibt, da ist noooch mehr dahinter. Wie kamst Du denn beim erstem Mal auf die Stones.
Mir gefallen die Typen irgendwie auch gut, aber ihre Musik lässt mich im Vergleich kälter, wenn auch beileibe nicht kalt und erklären kann ich das auch nicht. Kennt Ihr das: http://www.youtube.com/watch?v=PEA6gzAAPfc

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.12.2009 10:04:01 GMT+01:00
guitar meint:
das kann man auch nicht erklären, das ist chemie, wie zwischen zwei menschen. warum hat der eine eine kurze affäre mit einer frau - und der andere verliebt sich unsterblich in dieselbe? warum ist sie für einen die beste frau der welt, für den anderen nur ein flüchtiger eindruck?

stones und ich: mein vater war stonesfan, also hörte ich als kind ständig ihre musik. und obwohl ich auch anderes zeug ständig hörte, aufgrund der vorlieben meiner eltern (beatles, sinatra, beethoven usw...) faszinierte mich nichts so wie die stones. bei "gimme shelter" bekam ich als kind buchstäblich todesangst....

viel später habe ich sie dann wieder entdeckt, weil meine drei engsten freunde in der schule (wir waren so ca 13) stonesfans waren. sie haben mich dann damit angesteckt. wir haben wochenlang dem konzert im stadion entgegen gefiebert, sind dann als stones verkleidet hingegangen. das konzert war musikalisch abartzig schlecht, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich je etwas so aufregend fand, wie den mment, als ein winziger schwarzer punkt namens keith richards (videowände gabs damals nicht) das motiv von "unter my thumb" anschlug, zigtausend luftballons in den himmel aufstiegen und das ganze stadion durchdrehte...

ich hab mal in der zeitung auf 200 zeilen versucht, meine faszination für die stones zu fassen, bin aber glorios gescheitert ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.12.2009 13:46:30 GMT+01:00
Andreas S. meint:
ja das steckt zu tief, wahrscheinlich bräuchtest Du einen Psychologen, der das für Dich auf ein paar Zeilen rafft - was ein Glück Du hast, diese Leidenschaft schon so lange ausleben zu können, mit den Kerlen groß zu werden und immer noch keine Ende in Sicht ...
(ich krieg das ja genauso mit nur viel weniger intensiv)
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