Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen In bewegten Bildern, wesentlich stimmiger, 3. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Pink Floyd - The Wall (DVD)
Ich war noch nie ein Fan von "The Wall". Als Gesamtwerk war es mir stets zu aufgeblasen, kitschig und glatt. Dabei gibt es durchaus Stücke, die ich seit jeher Klasse fand: "Mother", "Hey You", "Is There Anybody Out There?" oder auch "Comfortably Numb". Textlich ist Waters' Opus ein gelungenes Psychogramm gewesen, doch leider passte dieser monumentale Soundtrack einfach nicht zu den Floyd, die man bis dahin kannte.

THE WALL

(Film)
Der gleichnamige Film hingegen ist eine äußerst interessante Angelegenheit - im positiven Sinn. Hervorragend ist in diesem Fall die Tatsache, das man den Film auch ohne deutschen Ton und Untertitel verstehen kann, sofern man mit der Story des ausgebrannten Rockstars Pink vertraut ist. Die Bilder sprechen einfach für sich, und pendeln zwischen Hoffnung, Depression und Aggression ständig hin- und her. Teils mit drastischen Bildern wird man Zeuge einer verlorenen Seele, die weit entfernt vom Hier und Jetzt lebt. Traumatisiert durch den Verlust des Vaters, einer dominanten Mutter und herrischen Lehrern, erlebt die Hauptfigur bereits eine harte Kindheit, die sie fürs ganze Leben prägt. Da können selbst die Annehmlichkeiten des Rockstar-Lifestyles nichts gegen ausrichten. Pink ist innerlich zerrissen und wirkt durchgehend "Out of Space". Obwohl Roger Waters dem Charakter autobiographische Züge verlieh, so erinnerte mich Bob Geldofs grandiose Darstellung eher an Syd Barrett, den "verschollenen" Floyd-Gründer, welcher nach massivem LSD-Konsum in eine andere Welt abdriftete.

(Optik)
Äußerst aufwendig produziert, durchlebt man 90 Minuten lang eine Art Psychogramm in faszinierenden Bildern. Die Schauplätze wechseln ständig: mal findet man sich im Krieg wieder, dann ist man plötzlich im Zentrum einer diktatorischen Lehrerschaft gefangen. Hinzu gesellen sich beeindruckende Trickfilmsequenzen, die sich sogar mit dem Realfilm vermischen. Verstörend, traurig, opulent.

(Musik)
Bis auf wenige Ausnahmen finden sich die meisten Songs des Doppelalbums im Film wieder. Im Gegensatz zu meiner sonstigen Abneigung, kann die Musik im Kontext mit den Bildern jedoch wesentlich mehr überzeugen. Ich würde durchaus behaupten, das ich selten eine so gelungene Mischung aus Film und Musik gesehen habe.

F A Z I T:

"The Wall" ist kein gewöhnlicher Film. Er ist weder Konzertfilm, noch Musical. Ich würde eher sagen, das es ein sozialkritischer Film im Videoclip-Stil ist. Womöglich wird so mancher nichts mit der Machart anfangen können, da es durchaus sehr schwere Kost ist, die Alan Parker hier anbietet. Dialoge der Darsteller sind Mangelware, wogegen die Musik der eigentliche Hauptdarsteller ist. Geldof spielt die verlorene Seele sehr überzeugend und wirkt mehr und mehr entfremdet. Selbst das schauderlich gesungene "Don't Leave Me Now", welches für mich immer der grausigste Song auf dem Album war, hat im Zusammenspiel mit den Bildern seine Berechtigung. Kurzum: Als Gesamtkunstwerk (Film+Musik) ist das Opus vom zerrissenen Pink ein gelungenes. Verstörend in vielerlei Hinsicht, aber gerade durch die Verbindung aus dramatischen Bildern und poetischer Musik mehr als interessant.
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