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36 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Niederkaltenkirchen ist überall, 30. November 2010
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Rezension bezieht sich auf: Winterkartoffelknödel: Ein Provinzkrimi (Broschiert)
Vorneweg: Ich lebe auf dem Land - nicht in Bayern, auch nicht in Niedersachsen, in Thüringen oder sonstwo. Sondern auf dem Land in einem schlimm verschlafenen Kaff in Italien, 1800 Einwohner, drei Dorfpolizisten, zwei Heizungsmonteure, eine Metzgerei - und eine Bar, in der sich alle treffen. Jeder kennt jeden, jeder weiß, dass der Heizungsmonteur unfähig ist und überhöhte Rechnungen schreibt - und alle ahnen, dass die Carabinieri mindestens genauso faul wie der Bürgermeister sind, also gar nichts tun - und dass man beim Metzger aufpassen muss, dass er einem nicht 300 Gramm anstelle von 200 Gramm auf die Waage legt. Abends geht man dann in die Bar, redet über den faulen Bürgermeister, den unfähigen Heizungsmonteur, den schlitzohrigen Metzger und den geheimnisvollen Fremden, der zugezogen ist.

Als ich Rita Falks "Winterkartoffelknödel" las, habe ich immer und wieder schallend gelacht. Niederkaltenkirchen, fiktiver Handlungsort, ist überall in Europa - in Österreich, der Schweiz, in Frankreich, in Italien. Niederkaltenkirchen: Genau so ist die Provinz, genau das spielt sich hier ab. Um das zu spiegeln, um das witzig darzustellen, hat die Autorin einen genialen Kunstgriff gewählt: Sie lässt Franz Eberhofer, den Dorfpolizisten und Helden des Romans, seine Geschichte und seine Geschichten erzählen. Mit seinen eigenen Worten - genau so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Als Leser kommt einem das dann so vor, als ob man sich mit Franz, dem Schlitzohr, an einen Tisch setzte ... und Franz erzählt und erzählt. Man lauscht ihm gebannt, man lacht, man hört ihm zu. Man lacht sich krank über seine taube Oma, die im Supermarkt rumschreit, man freut sich diebisch, wenn Franz seinem Vater den Plattenspieler erschießt, weil der Depp immer wieder die Beatles hört. Und man ahnt bei alledem: Damit der Franz seine Geschichten gut rüberbringen kann, übertreibt er. Denn: Geschichten müssen nicht wahr sein, sondern nur gut erzählt.

Dass der Franz uns dann einen Kriminalfall mit gleich VIER Toten nahebringt, in Niederkaltenkirchen ... das glauben wir ihm einfach nicht. Aber wir wollen ihm zuhören. Wollen alles wissen über dieses kleine Kaff, über den Saustall, in dem der Franz wohnt, über den blöden Bruder vom Franz, diese alte Schleimsau, den Metzger, der sich das Blut an der Kittelschürze von den Händen reibt und die schöne Unbekannte mit dem französischen Namen, die Niederkaltenkirchen heimsucht und alles durcheinanderbringt und das Kriminelle hineinträgt. Dabei bestellen wir noch ein Bier und noch eines ... und irgendwann sagen wir zum Franz: Komm, Franz, erzähl uns noch eine Geschichte, hör nicht auf.

Rita Falk liebt ihre Figuren, sie liebt Franz, das spürt man in jeder Zeile des Romanes. Und diese Liebe überträgt sich auf den Leser - es wird einem ganz warm ums Herz, während man Tränen lacht. Ich freu mich schon auf den nächsten Roman mit Franz Eberhofer - denn Niederkaltenkirchen ist überall. Und wir sind mittendrin.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.03.2011 09:10:46 GMT+01:00
pegesa meint:
Bei diesem Umfeld sollte man(n) (frau?) vielleicht mal darüber nachdneken, selbst einen Roman zu schreiben. Macht zumindest neugierig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.04.2011 18:08:35 GMT+02:00
Ich meint:
Danke für die Blumen! Aber es ist gar nicht so einfach, einen guten Roman zu schreiben, glauben Sie es mir! Herzlich grüßt: Ein Mann.

Veröffentlicht am 27.07.2011 22:58:32 GMT+02:00
Kowalski meint:
Ich kann mich nur anschliessen. Winterkartoffelknödel hat eingeladen, in Niederkaltenkirchen zu verweilen und das Dorfleben zu beobachten. Wenn man das Buch zuschlägt, ist es, als wenn man eine Urlaubsort verläßt. Deshalb habe ich mir das neue Buch von Rita Falk gekauft und "reise" heute Abend wieder in Niederkaltenkirchen an.
Apropo...Pegesa hat Recht, ICH sie haben eine wunderbaren Schreibstil und ich freue mich, wieder von ihnen zu lesen.
Buona note nach Italien aus Bayern.

Veröffentlicht am 16.03.2012 20:53:30 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 17.03.2012 09:08:41 GMT+01:00]
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