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Debütroman von Qiu Xiaolong mit Oberinspektor Chen, 26. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Tod einer roten Heldin: Kriminalroman (Taschenbuch)
"Tod einer roten Heldin" (dtv 20740 - "Death of a Red Heroine", 2000) ist der Debütroman von Qiu Xiaolong und zugleich der Erstauftritt von Oberinspektor Chen von der Kriminalpolizei in Shanghai- einem Shanghai, das sich politisch nur wenig verändert hat, sich wirtschaftlich jedoch in einem dramatischen Wechsel von der kommunistischen Planwirtschaft in einen extremen Manchesterkapitalismus befindet. In diesem gesellschaftlichen Umbruch wird die Leiche einer ermordeten Frau in einem Kanal aufgefunden. Oberinspektor Chen Cao, jung, gescheit, der chinesischen Tradition verbunden, KPCh-Mitglied, Protegé des Parteisekretärs im Polizeipräsidium Li und auf dem Weg ins politische Establishment wird mit der Aufklärung des Mordes beauftragt. Erst nach Tagen kann die Leiche identifiziert werdne. Es handelt sich um Guan Hongying, eine verdiente Modellarbeiterin im größten Kaufhaus Shanghais, die nationale Berühmtheit erlangt hat. Mühevolle Recherchen bei all jenen, die sie gekannt haben könnten, führen ihn zu einem Verdächtigen: den Fotografen Wu Xiaoming. Dieser - Sohn eines einflußreichen Parteimitglieds, ein "Prinzling - hatte eine geheimgehaltene Liaison mit Guan Hongying, die abrupt beendet wurde - offenbar mit Mord. Daraufhin muß Oberinspektor Chen seine Ermittlungen stoppen und der Fall wird der "Inneren Sicherheit" übertragen. Doch Oberinspektor Chen denkt - trotz aller Risiken, die damit verbunden sind - nicht daran aufzugeben. Gemeinsam mit Hauptwachtmeister Yu Guanming, dessen Vater, einem pensionierten Pensionisten, "alter Jäger" genannt, sowie mit Hilfe seiner (Ex?)Freundin Ling, Tochter eines hohen Politkaders aus Peking, gelingt es ihm Fall zu lösen. Die Lösung der Partei schaut jedoch anders aus. Mit diesem Roman ist es Qiu Xiaolong geglückt, einen interessanten Roman mit Krimi-Background über das China nach der "Bereichert Euch"-Aussage von Deng Xiaping und der darauffolgenden Politik der wirtschaftlichen Öffnung (und des politischen Stillstands) zu schreiben, wobei er besonders auf das Verhalten der Einzelnen angesichts des wirtschaftlichen Booms einerseits und der gewachsenen Strukturen und der politischen Zwänge andererseits eingeht. Alles in allem ein interessanter Roman, der die Fremdheit des für die meisten Europäer unbekannten Landes eindrucksvoll mit einbezieht.
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Tod einer roten Heldin: Kriminalroman 342320740X
Xiaolong Qiu
Deutscher Taschenbuch Verlag
Tod einer roten Heldin: Kriminalroman
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Debütroman von Qiu Xiaolong mit Oberinspektor Chen
"Tod einer roten Heldin" (dtv 20740 - "Death of a Red Heroine", 2000) ist der Debütroman von Qiu Xiaolong und zugleich der Erstauftritt von Oberinspektor Chen von der Kriminalpolizei in Shanghai- einem Shanghai, das sich politisch nur wenig verändert hat, sich wirtschaftlich jedoch in einem dramatischen Wechsel von der kommunistischen Planwirtschaft in einen extremen Manchesterkapitalismus befindet. In diesem gesellschaftlichen Umbruch wird die Leiche einer ermordeten Frau in einem Kanal aufgefunden. Oberinspektor Chen Cao, jung, gescheit, der chinesischen Tradition verbunden, KPCh-Mitglied, Protegé des Parteisekretärs im Polizeipräsidium Li und auf dem Weg ins politische Establishment wird mit der Aufklärung des Mordes beauftragt. Erst nach Tagen kann die Leiche identifiziert werdne. Es handelt sich um Guan Hongying, eine verdiente Modellarbeiterin im größten Kaufhaus Shanghais, die nationale Berühmtheit erlangt hat. Mühevolle Recherchen bei all jenen, die sie gekannt haben könnten, führen ihn zu einem Verdächtigen: den Fotografen Wu Xiaoming. Dieser - Sohn eines einflußreichen Parteimitglieds, ein "Prinzling - hatte eine geheimgehaltene Liaison mit Guan Hongying, die abrupt beendet wurde - offenbar mit Mord. Daraufhin muß Oberinspektor Chen seine Ermittlungen stoppen und der Fall wird der "Inneren Sicherheit" übertragen. Doch Oberinspektor Chen denkt - trotz aller Risiken, die damit verbunden sind - nicht daran aufzugeben. Gemeinsam mit Hauptwachtmeister Yu Guanming, dessen Vater, einem pensionierten Pensionisten, "alter Jäger" genannt, sowie mit Hilfe seiner (Ex?)Freundin Ling, Tochter eines hohen Politkaders aus Peking, gelingt es ihm Fall zu lösen. Die Lösung der Partei schaut jedoch anders aus. Mit diesem Roman ist es Qiu Xiaolong geglückt, einen interessanten Roman mit Krimi-Background über das China nach der "Bereichert Euch"-Aussage von Deng Xiaping und der darauffolgenden Politik der wirtschaftlichen Öffnung (und des politischen Stillstands) zu schreiben, wobei er besonders auf das Verhalten der Einzelnen angesichts des wirtschaftlichen Booms einerseits und der gewachsenen Strukturen und der politischen Zwänge andererseits eingeht. Alles in allem ein interessanter Roman, der die Fremdheit des für die meisten Europäer unbekannten Landes eindrucksvoll mit einbezieht.
Ewald Judt
26. Oktober 2004
- Insgesamt:
5

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Ort: Vienna, Austria
Top-Rezensenten Rang: 947
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