Kundenrezension

37 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Plump, 18. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Nacht des Begehrens (Taschenbuch)
Ein Buch, das ich mir rein von der Aufmachung nie gekauft hätte (sondern geschenkt bekommen habe). Wenn die Personen auf dem Cover nämlich schon nackig sind, kann man sich zu 100 Prozent sicher sein, wie der Inhalt so abläuft. Früher sahen diese Art von Bücher wie folgt aus: gezeichnet, quietschbunte Farben, im Hintergrund ein historisches Schlösschen, vorne zu sehen ein Mann und eine Frau, beide leicht bekleidet, er mit aufgeknöpften Kragen, sein Hand auf irgendeiner intimen Stelle von ihr, während sie sich mit geschlossenen Augen ihrer Ekstase hingibt. Der Lyx-Egmont versucht es etwas stilvoller; besser wird es dadurch allerdings nicht.

Emma ist zu Hälfte Vampir, zu Hälfte Walküre und gerade alleine in Europa unterwegs. Eines Abends wird sie plötzlich vom Lykae Lachlain angefallen, der über hundert Jahren der Feuerqualen hinter sich hat und nur fliehen konnte, weil er der Geruch seiner Gefährtin gewittert hat, die er schon lange sucht. Er ist natürlich entsetzt, dass diese ein Vampir ist und redet sich deswegen ein, dass das nicht stimmen kann. Trotzdem entführt er sie kurzerhand und zwingt sie dazu, ihn auf seine Burg nach Schottland zu bringen. Obwohl beide sich zunächst vom jeweils anderen abgestoßen fühlen, kommt es auf dem Weg dorthin immer wieder zu Annäherungen...

Wobei Annäherungen noch sehr wohlwollend ausgedrückt sind, denn es geht ohne großes Vorspiel gleich in die Vollen. Schon nach zehn Seiten liegen die Beiden das erste Mal auf offener Straße im Dreck, sie oben ohne, er seiner Natur entsprechend, auf ihr. Und so geht es das gesamte Buch munter weiter. Ich weiß gar nicht, wie oft es zum Fast-Sex kommt, wie oft Kleidungsstücke zerfetzt werden, wie oft von anschwellenden Körperteilen die Rede ist und wie oft ich entnervt das Buch zu Seite gepackt habe, weil es einfach too much war. Die Charaktere sind unglaublich flach und klischeehaft und ich bin jemand, der bei erotischen Lektüren nicht so viel Wert auf ausgefeilte und vielschichtige Charaktere legt. Emma wird als unheimlich schwach und hilflos beschrieben, schreit eigentlich ständig nach Schutzbedürftigkeit. Lachlain hingegen wird als absolut übermännlich dargestellt, aber die Kategorie Mann, die nicht so viel im Kopf, dafür mehr unten herum hat und gern sein Weibchen verteidigt. Und zumindest an der Stelle geht die Rechnung auf.
Die erste Hälfte setzt sich mit der Fahrt von Paris nach Schottland auseinander. Wenn Emma und Lachlain mal die Finger voneinander lassen, erfährt man ein bisschen was von den unterschiedlichen übernatürlichen Wesen dieser Welt. Es gibt eigentlich alle Fabelwesen, die man in vielen anderen Büchern der Sparte "Paranormalromance" sonst auch so trifft. Und es herrscht irgendwie immer Krieg. Vampire hassen Werfwölfe, Werwölfe hassen Vampire und die Walküren murksen am liebsten alles artenfremde ab. Und dieser Konflikt sollte den eigentlichen Plot darstellen. Tut es jedoch nicht. Statt beispielsweise die Problematik unter den Vampiren und die geplante Ermordung von Emma durch den Vampirboss als Grundgerüst zu nutzen und die "Liebesgeschichte", die lange keine ist, darin einzubinden, wird es genau anders herum gemacht. Zwischen all den vielen Bettszenen kommt es dann irgendwann zum finalen Showdown und einer mehr als unglaublichen Entwicklung von Emma.
Die Handlung springt übrigens gelegentlich zu Emmas Tanten, ein schrulliger und exzentrischer Haufen von Walküren, die in einem Häuschen in Louisiana zusammen leben und gerne viel Lärm und Aufsehens machen. Ich hätte nicht gedacht, dass mir Lachlains Gebrüll und seine Verführungsversuche mal lieber sein würden, aber ich war froh, wenn ich die kurzen Ortswechsel hinter mir hatte.

Im Endeffekt will ich niemanden, der Spaß an solchen erotischen Büchern hat, irgendwas schlecht reden. Ich lese beispielsweise sehr gerne Ward, Adrian und andere Autorin dieses Genres, gerade wegen der schön geschriebenen und sinnlichen Erotik, aber es muss auch eine Geschichte dahinter stecken, die sich mit etwas anderem auseinandersetzt. Und das macht die gelegentlichen Erotikszenen dann nämlich wieder interessanter. Wenn ich stattdessen 200 Seiten ständig lesen muss, wie ein Werwolfmännchen versucht, sein Vampirweibchen herumzukriegen, so dass es für mich schon fast an Vergewaltigung grenzt (siehe die Duschszene am Anfang), nur um sie in irgendeiner Form zu kennzeichnen und Ansprüche auf sie zu erheben, dann finde ich das nicht ansprechend. Wenn dann noch der letzte Rest, der so Nebenbei läuft, im Schnelltempo abgespult wird, ohne das ich mir dessen so wirklich bewusst werde, dann kann man die ganze Sache sowieso abharken. Genau das mache ich mit "Nacht des Begehrens" auch.

Fazit
Das "wahre Liebe" sich in Fantasybüchern anders definiert, ist mir durchaus klar, aber für mich muss es schon mehr sein, als hier vorliegend und deswegen konnte mich das Ende, dass eigentlich treffend mit kitschig zu beschreiben ist, nicht überzeugen. Zum Schreibstil selbst kann ich nicht viel sagen; er ist recht simpel und der Thematik entsprechend, nicht schlechter als Bücher des gleichen Schlages. Es gab ein paar nette Szenen und der Ansatz war ebenfalls nicht verkehrt und ich habe schon Schlechteres gelesen, weswegen ich hier noch zwei Sterne vergeben kann. Ich besitze übrigens noch den zweiten Teil, den ich vielleicht irgendwann mal lesen werde, wenn mir der Stoff ausgeht, gerade weil ich in vielen Rezensionen lesen, dass der erheblich besser sein soll, auch wenn mich die Versprechung, dass es noch mehr "heißere" Szenen geben wird, irgendwie verdattert. Wie soll das denn nach diesem Auftakt noch möglich sein?
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.04.2011 09:54:23 GMT+02:00
Luned Sanktus meint:
Gern lese ich Fantasieromane, vor allem wenn es um Vampire geht. Getäuscht von vielen positiven Rezensionen zu diesem Buch habe ich mich dazu hinreißen lassen, dieses als Hörbuch zu downloaden, was ich total bereue. Ich kann die Meinung meines Vorrezensenten nur bestätigen, das Buch ist einfach nur schlecht, voller Klischees, langweilig und vollkommen unlogisch. Die erotischen Szenen sind einfach nur platt, völlig übertrieben und unromantisch. Ich hatte mir das Buch als Bettlektüre heruntergeladen. aber nachdem ich u.a. Lara Adrian gelesen habe (unwiderstehlich gut!), kann ich nur sagen: die anderen Teile schenke ich mir! Da sich der Rezensent schon sehr ausführlich zum Inhalt und der Umsetzung des Themas geäußert hat, will ich dies hier nicht nochmal tun, da ich seine (ihre) Worte nur wiederholen kann.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.08.2012 14:05:49 GMT+02:00
Clauma Clauma meint:
Ja, leider ging es mir nicht anders. Habe gerade mal ein paar Seiten gelesen und bin total genervt. Diese fünf-Sterne Rezensionen haben mich dazu verleitet das Buch runterzuladen. Es ist nicht flüssig geschrieben, teilweise kann man die Handlungen gar nicht nachvollziehen, oder vielleicht liegt es daran, dass man den Faden verliert vor lauter Langeweile, dass der Typ schon wieder aggressiv ist und dann wieder nicht. Nicht zu empfehlen.
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