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Über Moral, Entscheidungen und ... Gartenzäune,
14. November 2009
= Spaßfaktor:
Rezension bezieht sich auf: The Witcher (Computerspiel)
Mit The Witcher hab ich endlich mal wieder ein Rollenspiel gefunden, dass mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. So ist die Story des Spiels spannend bis zum Schluss und geizt nicht mit Wendungen und Überraschungen. Vor allem aber wird sie dadurch interessant, dass der Spieler sie in gewissem Rahmen mit bestimmen kann. Während in anderen RPGs Entscheidungen die man im Laufe der Quests trifft meist nur geringe Unterschiede ausmachen, so wird man in The Witcher teils Stunden später mit dem Resultat seiner Entscheidung konfrontiert, die Ausmaße ausgenommen hat, die ich zunächst nicht erwartet hätte. Nicht selten bin ich so minutenlang vor meinem nächsten Satz in einem Dialog verweilt und habe überlegt, welche Auswirkungen zu erwarten sind, wenn ich was sage, und was davon vorteilhafter für mich wäre, oder was ich mit meinem "virtuellen Gewissen" vereinbaren kann. Noch nie habe ich in einem Spiel solchen Tiefgang und solch moralische Fragen erlebt. Toll!
Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist dass der Entwickler das Spiel noch lange Zeit weiter verbessert hat und das alles kostenlos verfügbar ist. So kann man den spielerischen Inhalt der "Enhanced Edition" gratis downloaden und erhält dadurch nicht nur alle Verbesserungen und Updates sondern auch zwei zusätzliche unabhängige Questreihen des Herstellers, sowie einige von Fans.
Den Download dieser ca 2GB würde ich somit jedem nur empfehlen.
Aber es gibt auch Kritikpunkte für dieses Spiel. So mangelt es an Bewegungsfreiheit der Spielfigur. Denn auch wenn diese in Kämpfen grandios animiert umherwirbelt (das Kampfsystem ist im Übrigen auch gut umgesetzt), so kann sie beim umherlaufen nicht einmal kleinste Zäune überspringen und steht teils vor leicht durchquerbaren Ästen, die wie eine Wand wirken.
Außerdem fehlt mir eine Art "Schnellreise-Funktion", mit der ich an bestimmte Orte, an denen ich schon war zurückkehren kann, ohne alles erneut laufen zu müssen.
So führt die Kombination dieser beiden Punkte teils zu langen Laufwegen, die unnötig den Spielspaß einbremsen.
Außerdem hätte ich nach Ende der Hauptquest noch gerne mit meinem aufgelevelten Charakter restliche Nebenquests erledigt, aber das Spiel endet dort zwangsläufig.
Trotzdem ist The Witcher ein klasse Spiel, dass seine Schwächen durch seine Stärken mehr als nur ausgleicht und vor allem für Spieler die moralischen Tiefgang und Entscheidungsfreiheit nicht scheuen lange und intensive Unterhaltung bietet.
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