Kundenrezension

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Unterhaltung, 22. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Alle Toten fliegen hoch Teil 1: Amerika. Roman (Taschenbuch)
Schön mal wieder etwas aus deutschen Landen zu lesen, dass nicht bemüht und sperrig daher kommt und sich trotzdem vom amerikanischen Erzählstil unterscheidet. Sehr unterhaltsam, ohne Pathos, frei von Kitsch und mit einer gehörigen Portion Witz, ohne das Kalauer bemüht werden müssen. Skurril, dennoch zutreffend erscheinen die beschriebenen Jugendtrends aus den 80ern. Bestimmte Typen, die man scheinbar nur in den USA antrifft, werden liebevoll und ohne Herablassung gezeichnet und lassen den Leser schmunzeln. Aus der Distanz bekommen auch die Deutschen, einschließlich der eigenen Familie des Ich-Erzählers, ihr Fett weg. Aber nie werden die Figuren demontiert oder gar vernichtet. Anrührend, aber nicht schmalzig, wird der heitere Grundtenor durch den Tod des mittleren Bruders und dem Kontakt zu einem Todeskandidaten im US-Knast gebrochen. Ich hätte besonders dazu noch gerne vieles mehr erfahren. Dies ist jedoch keine Kritik, dass etwas fehlte. Vielmehr liegt es daran, dass Meyerhoff seine Figuren und die Ereignisse, denen sie ausgesetzt sind, sparsam und intelligent einführt. Ich würde nach dieser Begegnung mit Sicherheit auch einen zweiten Roman von Joach(k)im Meyerhoff lesen.
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1-10 von 13 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.03.2013 10:59:19 GMT+01:00
Babette. H. meint:
Das klingt verlockend und kommt auf meine Liste.

Haben Sie schon von Bonita Avenue gehört und
von Ein Hologramm für den König: Roman? Die stehen schon auf meiner Liste und müssen demnächst wohl gekauft werden.
Knapp am Herz vorbei: Roman ist ziemlich toll und J.R. Moehringer wirklich ein Erzählgenie. Ich bin gerade mittendrin und finde es großartig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.03.2013 11:19:11 GMT+01:00
Nino di Bari meint:
Hallo Babette,
beide Autoren und Romane sind mir unbekannt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Ich lese gerade den neuen Meyerhoff und amüsiere mich. Finde schon den Titel wunderbar. Da gibt es so viel Situationskomik. Bisher gefällt es mir sehr.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.03.2013 14:27:16 GMT+01:00
Babette. H. meint:
Nino, ich hab Ihnen die drei Bücher als Tipp gepostet. Weil ich dachte, das wäre bestimmt auch was für Sie.
Das dachte ich nun auch von Axel Hackes heutiger Kolumne aus dem SZ-Magazin zum Thema Heino:

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39589/Das-Beste-aus-aller-Welt

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.03.2013 16:46:21 GMT+01:00
Nino di Bari meint:
Das mit den Tipps hatte ich schon verstanden. :)

Dieser Artikel in der SZ spricht mir aus der Seele!
Dem kann ich mich nur anschließen!

Ich habe mir gerade "Atlas eines ängstlichen Mannes" von Christoph Ransmayr geholt. Und bei I-Tunes höre ich gerade den Stream des neuen Bowie Albums. Ein paar tolle Stücke. Ich hatte ihn eigentlich schon abgeschrieben. War wohl voreilig!

Wünsche ein schönes Wochenende!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.03.2013 11:57:06 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.03.2013 13:38:31 GMT+01:00
Babette. H. meint:
In den "Atlas" habe ich auf das Geheiß einer Freundin schon hineingelesen und finde die Idee, jedes Kapitel mit diesem schlichten "Ich sah" zu beginnen, schön und poetisch. Ansonsten erschien es mir sprachlich zu elegisch und überfrachtet und da musste ich leider passen...
Ich werde mich also selbst an die von mir genannten Tipps halten, wenn ich den Moehringer beendet habe.

Musikalsisch habe ich nichts neues entdeckt, aber ich habe mir im Kino schon zum zweiten Mal "Les Miserables" angesehen. Ich bin eigentlich kein Musical-Fan, doch dieses Stück liebe ich schon sehr lange und habe es europaweit auf der Bühne gesehen. Der Film ist wie die Geschichte einfach groß und überwältigend und Anne Hathaway in ihrer Rolle als Fantine ergreifend. Ob Ihnen der Film gefallen würde, kann ich nicht beurteilen - er ist nicht zu leicht zuzuordnen. Wenn man die Kritiken liest, stellt man fest, dass die einen ihn lieben und die anderen ihn hassen. Zwischentöne gibt es nicht.

Axel Hacke fand ich auch toll, vor allem weil man spürt, wie SAUER er ist. Da war nichts mehr seiner von Lakonie zu spüren, was ich in diesem Fall ausgesprochen wohltuend finde. Manchmal braucht es eben Emotion.

Ihnen auch ein schönes Wochenende
und bis bald wieder

Babette

P.S. Soll ich Ihnen mal was verraten: Vor vielen, vielen Jahren - "als ich jung war und schön" (wie es in einem Song heißt) - im Pariser "Bain Douche" klopfte mir David B., als ich mich verschluckt hatte, auf den Rücken, damit ich wieder Luft bekam. Von der Schwester eines Freundes wurde ich daraufhin monatelang wie eine Heilige verehrt... :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.03.2013 14:41:05 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.03.2013 14:42:59 GMT+01:00
Nino di Bari meint:
Na, da bin ich mal gespannt auf den Atlas. So überfrachtetes Zeugs ist meins eigentlich auch nicht. Ich hab es mir eigentlich gekauft wegen der vielen Orte, die er bereist hat und weil ich ständig Fernweh habe. Aber dieses WE will ich erst mal den Meyerhoff zu Ende lesen. Die ersten 190 Seiten waren prima. Habe lange nicht so oft geschmunzelt und gelacht beim Lesen. Er ist so frei von Pathos. Seine Sprache gefällt mir sehr und seinen Gedankensprüngen folge ich gerne und amüsiert.

"Les Miserables" werde ich wohl nicht ansehen. Ich bin richtig allergisch gegen Musicals. Ich habe einmal für Chicago eine Ausnahme gemacht und es nicht bereut. Aber schön, dass es Ihnen so gut gefällt.

Oh, ich beneide Sie, dass David B. Ihnen auf den Rücken klopfte. Ich habe ihn mir in den 70ern und 80ern mehrfach auf der Bühne angesehen und fand ihn göttlich, insofern mussten sie ja als Heilige verehrt werden ;) (schön erzählt von Ihnen, gefällt mir sehr).
Ich weiss ja nicht, ob ich der Ältere von uns beiden bin, aber ich gehe mal davon aus und erlaube mir vorzuschlagen, dass wir zum "Du" übergehen. Wäre das in Ordnung?

Ciao Nino

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.03.2013 11:47:55 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.03.2013 18:35:52 GMT+01:00
Babette. H. meint:
Kein Problem mit dem Du. Bücher und Filme verbinden doch.
Dass dir meine Bowie-Geschichte gefallen hat, freut mich. Ich habe lange nicht mehr daran gedacht, aber gestern fiel sie mir wieder ein.
Was ständiges Fernweh angeht, da kann ich gut mitreden. Auch was die passende Lektüre angeht und die lege ich dir jetzt wirklich
ganz, ganz eng ans Herz.

Gesammelte Erzählungen 1+2: Ost und West / Der Rest der Welt: 2 Bde von Somerset Maugham

Davon abgesehen, dass Maugham wie kein anderer von der Welt und den Menschen darin zu erzählen weiß, ist er seit über zwanzig Jahren einer meiner absoluten Lieblinge. Es gibt nicht viele, die so präzise, elegant, unterhaltsam, humorvoll und gleichzeitig so tief und philosophisch schreiben können wie er. Für einen Fernwehgeplagten wie dich sind seine Gesammelten Erzählungen von Ost und West und dem Rest der Welt die einzig wirklich gute Empfehlung. Das ist einfach so. :-) und ich bin sicher, du wirst nicht die Ausnahme, sondern begeistert sein.
Eine meiner Lieblingsgerzählungen ist "Edward Barnards Untergang". Sie spielt auf Tahiti und seit ich sie gelesen habe, ist die Insel für mich zu "THE place I want to see before I die" geworden...

Einen Schönen Sonntag noch

Babette

P.S. Morgen endlich "Life of Pi". Danach kann ich mitreden.
P.P.S. Les Miserables: Wenn einer die Musik nicht mag, ist das eine Sache, aber wenn man sich einen Film entgehen lässt, der Bilder zeigt, die wohl zu den großartigsten der Filmgeschichte überhaupt gehören, dann ist das mehr als schade. Aber ich will dich nicht überreden. Obwohl: Ein kleiner Blick kann ja nicht schaden, und der Film ist viel viel besser als Chicago :-) :

http://www.youtube.com/watch?v=S2sXJ69TLIk

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.03.2013 20:10:31 GMT+01:00
Nino di Bari meint:
Die beiden Bände von Somerset Maugham hören sich wirklich vielversprechend an. Kommen erst mal auf meinen Wunschzettel, damit ich sie nicht aus den Augen verliere.

Ich hoffe, du wirst nicht so gelangweilt sein von "Life of Pi" wie ich es war. Ich bin echt gespannt, wie du ihn findest. Ich habe neulich am WE "Drive" auf DVD gesehen, nachdem ich ihn im Kino verpasst hatte. Ein toller stimmungsvoller Film, einige brutale Szenen mögen grenzwertig sein, aber tolle Darsteller. Eigentlich ein Film mit Potenzial zum Kultfilm.
Im Kino hab ich Django gesehen. Ich liebe Tarantino und Christoph Waltz find ich seit mindesten 20 Jahren klasse.

Bis bald, Nino

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.03.2013 11:04:11 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.03.2013 11:11:04 GMT+01:00
Babette. H. meint:
Jetzt kann ich also mitreden. Bei "Life of Pi".
Wenn du mich fragst, dann hat Ang Lee damit einen Film geschafften, der stark in zwei Hälften zerfällt. Auf der einen Seite finden wir unausprechlich schöne Bilder, die mir von Anfang an den Eindruck vemittelten als betrete ich das Paradies, was mich erst mal ziemlich glücklich stimmte. Auf der anderen Seite dümpelt eine an sich aufregende Geschichte merkwürdig emotions- und spannungslos vor sich hin. Zumindest bis das Ganze auf dem Meer zu spielen beginnt. Da gibt es dann sehr starke Momente. Irritiert hat mich allerdings das relativ gefühlsfreie Dasein von Pi. Er hatte seine Familie verloren und von Trauer war da nicht viel zu spüren. Aber vielleicht konnte es die auch nicht geben, da er so mit dem Überleben beschäftigt war.
Berührend war der Augenblick als der Tiger ohne einen Blick zurück, im Dschungel verschwand. Und es gab auch einen Satz, der mich stark angesprochen hat: "Ich glaube unser ganzes Leben ist eine einzige Übung des Loslassens." Ansonsten habe ich es weniger mit esoterischem Kram... ;-)

Insgesamt würde ich sagen: Ein traumhaft schön bebilderter Film, der einen aber eigenartig unberührt aus dem Kino gehen lässt. Bislang spüre ich noch keinen Nachhall (ganz im Gegensatz zu Les Miserables, das mich nun schon seit Tagen immer wieder einholt), empfinde aber auch nicht diese starken Resentiments wie du. Vielleicht ist es mehr ein Film für Kinder oder sehr kindliche Seelen. Mein Sohn hat mich begleitet, er ist jetzt zwölf, und er war sehr begeistert und auch sehr berührt. Ich habe naütürlich nichts gesagt, was diese Begeisterung dämpfen könnte, sondern mich gefreut, dass er so von allem erreicht worden ist.

Hoffe, du kannst etwas damit anfangen
und wünsch dir jetzt erst mal einen schönen Tag

Babette

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.03.2013 12:20:06 GMT+01:00
Nino di Bari meint:
Erst mal freut es mich, dass du dem Film doch einiges abgewinnen konntest und für deinen 12 Jahre alten Sohn ist das ja auch sehr schön. Da würde ich mich wohl auch mit negativen Kommentaren zurückhalten wollen.

Ich konnte den Bildern irgendwann nicht mehr viel abgewinnen. Mir war es zu künstlich und zu überladen, zu viel Animation. Der virtuelle Tiger wirkte auf mich immerzu als litt er an einem Gendefekt. Ich habe mir danach einige Tiger bei Youtube angeschaut, die mich in diesem Eindruck weiter bestätigten. Aber was mir vor allem nicht gefiel war das plakative Schauspiel des erwachsenen Pis. Aber ich hab den Film schon fast vergessen und will auch gar keine neue Diskussion eröffnen.

Ich habe gehört, dass "Les Miserables ganz auf Dialoge verzichtet, bzw. alles in Liedform stattfindet. Ich zweifel nicht an deinem Urteil, dass das gut gelungen ist. Aber für mich ist das leider nichts :)

Eine gute Woche,
Nino
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