Kundenrezension

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Faules Ei ins Nest gelegt, 4. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Lösung von Darwins Dilemma: Wie die Evolution komplexes Leben schafft (Taschenbuch)
Vorweg ist zu sagen, dass hier keineswegs das Darwinsche Dilemma gelöst wird. Eigentlich ganz im Gegenteil. Der Originaltext des Buches will auch nur etwas zur Plausibilität der Lebensentstehung durch darwinistische Evolution beitragen. Es wird ein Blick jenseits des klassischen populärwissenschaftlichen Horizonts riskiert, ohne dabei jedoch den Rahmen evolutionären Denkens und evolutionsbiologischer Forschung zu verlassen. Ihrer Meinung nach habe die Evolutionsbiologie doch tatsächlich in 150 Jahren nach Darwin eine unübersehbare Lücke offen gelassen. Diese bestünde - man höre und staune - in der Frage, wie Tiere ihre erstaunliche Varietät und Komplexität entwickelt haben. Die Standardantwort, wonach kleine Genmutationen mit der Zeit akkumulieren und die absonderlichsten Innovationen wie Augen und Flugapparat produzieren sei "betrüblich unzureichend". Die Autoren versuchen sich darin die Lücke zu schließen und dabei auch zugleich den Befürwortern des Intelligent Design Arguments zu begegnen. Allerdings ist man enttäuscht, da sie keine eigenen neuen Argumente aufbieten, sondern in gewisser Weise das teleologische Argument der Kreationisten bekräftigen. Ja, in der Natur ist eine auffällige Zweckbestimmung zumindest dem Augenschein nach festzustellen. Auffällig ist immerhin, dass ihrer Meinung nach überhaupt eine Erklärungslücke so lange bestand! Was für einen Wert hatten dann die vermeintlichen die Evolution bekräftigende Vorbringungen und "Erkenntnisse" bis dato? Der Lösungsansatz der Autoren, das hat sich inzwischen gezeigt, ist auch nicht das Ei des Kolumbus, sonst hätten die beiden sicherlich schon den Nobelpreis bekommen. So gesehen ist ihr Werk nützlich für die Problemerkennung. Aber es reicht nicht aus die Zweckbestimmung der natürlichen Strukturen wegzudiskutieren.
Ihr Konzept der Theorie der erleichterten Variation will die Evolution nicht aus dem höchst unwahrscheinlichen Zusammentreffen einer großen Zahl blinder Mutationen erkennen, um dann irgendwann einen passenden Bauplan gewonnen zu haben. Eine beachtliche Erkenntnis, nachdem man genau das seit hundert Jahren als nonplusultra der Evolutionstheorie verstanden hat.. Nein, die Autoren sehen hinter der Vielfalt des Lebens einfachere Prinzipien am Werk. Wie ein Designer? Das wäre nämlich die einfachste aller Annahmen! Nein, die Evolution hat aber auch nie blind gewürfelt. Sie hat nur bereits vorhandenes, funktionierendes immer wiederbenutzt, umgestaltet, umgeordnet. Man könnte fragen wie sie das gemacht hat und ob dazu nicht auch wieder Planung und Absicht vorhanden sein muss. Gerade das ist die Schwäche des Konzepts, es ändert an der teleologischen Zwanghaftigkeit der Naturerscheinungen nichts. Auch wenn man sinnvolle Sätze mit schon fertigen Wörtern zusammensetzt, entscheidet der Zusammensetzer, was Sinn macht. Das Nichts bleibt sinnlos und unfähig Sinn herzustellen. Das grundsätzliche Problem der Evolutionstheorie bleibt. Es bleibt also schwierig. Immerhin ist beachtlich, dass hier Evolutionstheoretiker die Schwächen der herkömmlichen Erklärungsansätze offenlegen, mit denen, wenn die beiden Recht haben, Generationen von Biologiestudenten und Schülern in die Irre geführt werden. Dass sie mit ihrem eigenen Lösungsansatz nicht wirklich darüber hinaus kommen, kann daneben schon wieder hingenommen werden.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.09.2014 00:42:34 GMT+02:00
M. Stapel meint:
Es gibt keinen Designer und schon gar keinen persönlichen Gott, das sollte doch jedem, egal ob dieser etwas schöpferisches in der Natur annimmt, klargeworden sein, oder etwa nicht?

Die frauenfeindlichen, naiven und polemischen sowie patriarchalischen unter einem anthropomorphen und latent Homosexuellen Neigungen leidenden Religionen, besonders die des Paulustums, Judentum und des Islam, sind genau das, was Feuerbach schon vor mehr als hundert Jahren richtig prophezeit hatte - Projektionsfläche. Schon der Buddhismus hatte dahingehend Recht

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.09.2014 09:29:31 GMT+02:00
Roman Nies meint:
Nun ja, da haben Sie noch viel "Aufklärungsarbeit" vor sich. Es gibt so ungefähr 4 Milliarden Menschen, denen das noch nicht klar geworden ist, oder etwa nicht?
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