Kundenrezension

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Exzellente Unterhaltung mit schwachem Schluss, 15. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Amsterdam (Taschenbuch)
Clive Linley und Vernon Halliday, zwei Angehörige der „glücklichen Generation" treffen sich am Grabe der überraschend verstorbenen Molly, die vor ihrer Ehe mit dem reichen Presse-Unternehmer Georg Lane mit ihren Reizen nicht gegeizt hat. Beide, nicht nur durch ihre Liebe zur verstorbenen Molly sondern auch durch eine langjährige Freundschaft miteinander verbunden, stehen unmittelbar vor einem großen Karriereschritt: Clive komponiert in offiziellem Auftrag eine Milleniumssinfonie, die ihn endgültig in die Kategorie von Beethoven und Bach erheben soll, und Vernon versucht als Chefredakteur des „Judge" den allseits verhassten populistischen Außenminister Garmony durch die Veröffentlichung kompromittierender Bilder als Premierminister zu verhindern. Über die moralische Frage, ob man ein politisches Ekelpaket oder das, was Clive und Vernon dafür halten, durch die Veröffentlichung privater Sexualvorlieben an den Pranger stellen und erledigen darf, kommt es zwischen den beiden Freunden zum Bruch. Aber es kommt noch schlimmer: der Skandalangriff des „Judge" auf den Außenminister verpufft, und Vernon verliert seinen Job, Clives Milleniumssinfonie entpuppt sich wegen eines vollkommen verpatzten Schlusssatzes als plagiativer Schrott. So weit so gut erzählt. Ein echter Mc Ewan, präzise, ungemein unterhaltsam und blitzgescheit, ein intellektueller Genuss, wenn man nur an die zahlreichen, in den Text eingestreuten Ausführungen über die glückliche Generation der 68er, die moderne Presse oder die zeitgenössische Musik denkt. Umso erstaunlicher, welch unplausibler Schluss der Autor seinen Lesern auf den letzten 20 Seiten des Romans präsentiert: von der Welt enttäuscht, nehmen die beiden Freunde Rache aneinander und vergiften sich gegenseitig mit einem Glas Sekt! Wieso? Warum? Keine Ahnung - ein nasser Lappen ins Gesicht der McEwan Fans, die so was wahrlich nicht gewohnt sind. Man mag es gar nicht glauben und fragt sich, ob der Autor sein Buch mit voller Intention mit einem vergleichbar unbefriedigen Schluss konzipierte, wie er es seinem Protagonisten Clive bei dessen Milleniumssinfonie unterstellte. Aber das hieße doch wohl das liebende Verständnis für den Autor etwas zu weit zu treiben. Schade. Deswegen mein Tipp: man lese und genieße 90 % dieses Buches, lege es 20 Seiten vor Ende einfach zur Seite und denke sich einen anderen Schlus aus.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.01.2008 08:47:36 GMT+01:00
AS meint:
Absolut der gleichen Meinung. Der Schluss war sehr vorhersehbar und lässt den Leser mit der Frage "Was, das wars schon?" das Buch zuklappen. Schade eigentlich!
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