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Gelungene Comic-Verfilmung, 5. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Lady Death (DVD)
Bekanntlich wurde in den jüngsten Lady-Death-Comics ein neuer Kurs eingeschlagen. "Legende" und "Wild Hunt" zeigen eine deutlich züchtiger gestylte Lady in Hosen und hochgeschlossen, weg sind die Strapse und der tiefe Ausschnitt. Auch wesentlich unblutiger als früher läuft die Action ab. Darum waren Befürchtungen nicht unbegründet, die Verfilmung könnte diese neue Lady Death zum Vorbild nehmen und entsprechend gezähmt daherkommen - Kindervideo halt, ab 12 oder gar jugendfrei, um die Kassen auf breiter Publikumsbasis klingeln zu lassen. Aber: weit gefehlt! "Lady Death" ist kein Film für Kinder, die DVD ist von der FSK ab 16 freigegeben. Der Film orientiert sich grafisch und inhaltlich an den frühen Heften. Das bedeutet, man erlebt eine aufreizende Lady Death mit wallenden weißen Haaren, die als bleiche Göttin des Todes unter ihren Feinden ein Schlachtfest hält. Das Faszinierende an dieser Figur war immer ihre Gespaltenheit zwischen Engel und Dämon, erscheint sie doch selbst in den grausamsten Szenen nicht als das pure Böse, sondern gebrochen durch die Hope in ihr, die immer noch lebt, als Getriebene, als gefallener Engel, der seinen Sturz nicht aus Hochmut oder Machtgier verschuldete, sondern letztlich aus Liebe. Grafisch sind die Comics sehr gut umgesetzt, wenn man auch hie und da, computerverwöhnt, das Gefühl hat, dieses oder jenes hätte man lebendiger und bewegter gestalten können. Vor allem in den Schlachtszenen stehen die Beteiligten als kleine Männchen manchmal recht hölzern in der Landschaft. Darüber wird man aber schnell durch die Ausstrahlung der Lady hinweggetröstet und durch den spannenden Gang der Handlung, Langeweile kommt keine Sekunde lang auf - auch dann nicht, wenn man die Comics kennt. Die deutschen Synchronisationen sind gelungen, Cremator wird von Tilo Schmitz gesprochen, bekannt durch den Teal'c aus Stargate. Was ich persönlich vermisst habe, sind innere Monologe der Lady, mehr Selbstreflexion, vereinzelte "beschauliche" Szenen, die die Tragik der Figur und ihren Charakter herausarbeiten. Insgesamt sollten jedenfalls die Fans der Lady Death zuschlagen, sie werden glücklich sein, keine Frage. Und auch jeder andere wird mit dem Film seine Freude haben, wenn er Comics mag, die nicht mit simplem Gut-Böse-Schema arbeiten, und wenn er ein Faible hat für Blut und Erotik - ohne dass das Ganze ein stupides Hau-Drauf und platter Sex ist, wie in vielen anderen "Superhelden"-Stories.
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Lady Death B0007PLFM0
Bill Brown
Universum Film GmbH
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Gelungene Comic-Verfilmung
Bekanntlich wurde in den jüngsten Lady-Death-Comics ein neuer Kurs eingeschlagen. "Legende" und "Wild Hunt" zeigen eine deutlich züchtiger gestylte Lady in Hosen und hochgeschlossen, weg sind die Strapse und der tiefe Ausschnitt. Auch wesentlich unblutiger als früher läuft die Action ab. Darum waren Befürchtungen nicht unbegründet, die Verfilmung könnte diese neue Lady Death zum Vorbild nehmen und entsprechend gezähmt daherkommen - Kindervideo halt, ab 12 oder gar jugendfrei, um die Kassen auf breiter Publikumsbasis klingeln zu lassen. Aber: weit gefehlt! "Lady Death" ist kein Film für Kinder, die DVD ist von der FSK ab 16 freigegeben. Der Film orientiert sich grafisch und inhaltlich an den frühen Heften. Das bedeutet, man erlebt eine aufreizende Lady Death mit wallenden weißen Haaren, die als bleiche Göttin des Todes unter ihren Feinden ein Schlachtfest hält. Das Faszinierende an dieser Figur war immer ihre Gespaltenheit zwischen Engel und Dämon, erscheint sie doch selbst in den grausamsten Szenen nicht als das pure Böse, sondern gebrochen durch die Hope in ihr, die immer noch lebt, als Getriebene, als gefallener Engel, der seinen Sturz nicht aus Hochmut oder Machtgier verschuldete, sondern letztlich aus Liebe. Grafisch sind die Comics sehr gut umgesetzt, wenn man auch hie und da, computerverwöhnt, das Gefühl hat, dieses oder jenes hätte man lebendiger und bewegter gestalten können. Vor allem in den Schlachtszenen stehen die Beteiligten als kleine Männchen manchmal recht hölzern in der Landschaft. Darüber wird man aber schnell durch die Ausstrahlung der Lady hinweggetröstet und durch den spannenden Gang der Handlung, Langeweile kommt keine Sekunde lang auf - auch dann nicht, wenn man die Comics kennt. Die deutschen Synchronisationen sind gelungen, Cremator wird von Tilo Schmitz gesprochen, bekannt durch den Teal'c aus Stargate. Was ich persönlich vermisst habe, sind innere Monologe der Lady, mehr Selbstreflexion, vereinzelte "beschauliche" Szenen, die die Tragik der Figur und ihren Charakter herausarbeiten. Insgesamt sollten jedenfalls die Fans der Lady Death zuschlagen, sie werden glücklich sein, keine Frage. Und auch jeder andere wird mit dem Film seine Freude haben, wenn er Comics mag, die nicht mit simplem Gut-Böse-Schema arbeiten, und wenn er ein Faible hat für Blut und Erotik - ohne dass das Ganze ein stupides Hau-Drauf und platter Sex ist, wie in vielen anderen "Superhelden"-Stories.
ralf253 "ralf253"
5. Juni 2005
- Insgesamt:
5

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Details
Ort: Wien
Top-Rezensenten Rang: 31.385
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