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Kundenrezension

48 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fast möchte man sich ärgern..., 28. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Born to Sing: No Plan B (Audio CD)
Schon jetzt ist das der Kandidat für den schlechtesten Album-Titel des Jahres: "Born To Sing: No Plan B" - das hätte Bohlen auch für einen seiner Superstar-Sieger einfallen können. Wie kann man denn in einer Zeit, in der sich die halbe westliche Welt stimmlich für außerordentlich begabt hält und uns dann tagtäglich ungewollt die Ohren mit Müll verstopft, so einen Quatsch als Titel wählen? Van Morrison erklärt's uns im Booklet: No Plan B heißt, dass Singen hier kein Hobby ist, sondern echt, im Augenblick geschieht, in der Gegenwart. Ja, wer hätte das gedacht. Überhaupt das Booklet: Ein Künstler, einer der besten, die wir haben, lässt sich gleich von DREI Autoren Begleitworte zum Album schreiben! Er ätzt ja gerne gegen Kritiker, und dann diese dreifache Lobhudelei mit Aufzählung seiner Auszeichnungen und, ja, natürlich war's das lange Warten auf das neue Album 'mal wieder wert. Bla bla bla. Eigentlich muss das ein Witz sein. Vielleicht gibt's die Autoren gar nicht und Morrison meint diese ganzen abgedroschenen Phrasen ironisch. Leider habe ich für diese Lesart bisher keine weiteren Anzeichen entdeckt...
So, genug der Äußerlichkeiten, lassen wir die Musik sprechen. "Astral Weeks - Live at the Hollywood Bowl" hat natürlich immense Erwartungen geweckt, denn diese Wiederbelebung des Klassikers ist schier unglaublich ausgefallen. Und sie hat hier ihre Spuren hinterlassen, vor allem in den wunderbar sanften Bläsersätzen, die z.B. "End of the Rainbow" veredeln und bei "Retreat and View" sogar noch um eine Pedal Steel ergänzt werden. "End of the Rainbow" ist für mich auch eines der gelungensten Stücke, denn Morrison besucht hier die Kohleminen des englischen Nordens und es ist seiner Stimme in den besten Momenten wirklich anzuhören, dass er hier mit den Opfern des globalisierten Kapitalismus fühlt. Jazz spielt in Morrisons musikalischer Welt auf diesem Album eine tragende Rolle - oder besser: das, was er darunter versteht, nämlich die 50er Jahre und früher, Blue Note, Sidney Bechet erwähnt er in den Liner Notes nicht zum ersten Mal. (Gegenwärtige Spielarten scheinen ihm wirklich ein Gräuel zu sein.) Das führt dazu, dass das leichtfüßige "Close Enough For Jazz" einige Minuten instrumentales Vorspiel erhält, "Goin' Down to Monte Carlo" eine lange Band-Coda. Ich empfinde diese Passagen als durchaus gelungen, vielleicht etwas antiquiert, aber sie fügen sich schön in den Fluss ein. "Goin' Down to Monte Carlo" klingt nach einem Stück, das gut auf der wunderbaren Outtake-Sammlung "The Philosopher's Stone" Platz gefunden hätte. Auch wenn, lieber Van, die Welt andere und gravierendere Probleme hat als "phony pseudo jazz". Ganz fürchterlich langweilig sind "Open the Door (to Your Heart)", das Titelstück und "Educating Archie". Wie er in letzterem überheblich und herablassend sein Urteil über den einfachen Arbeiter fällt, das macht schon etwas wütend - da sollte er sich vielleicht 'mal mit dem Kollegen Springsteen austauschen.
"Pagan Heart" ist eben Blues. "If In Money We Trust" schlug in der Kritik bisher die größten Wellen und es ist wirklich beeindruckend, wie hier die Frage heraufbeschworen wird, ob es Ersatz für die Allmacht des Geldes gibt. Hier dreht und wendet Morrison ganz wenige textliche Versatzstücke immer wieder, sodass sich ihr Sinn ständig verkehrt, bis ihm nur noch der Rat einfällt: "Got to think it through again".
Fazit? Nicht der große Wurf. Wie bei vielen durchschnittlichen späten Van Morrison-Alben werden einige Stücke in (meiner) Erinnerung bleiben, der Rest wird wohl schnell verdrängt. Doch wie sagte ein Bekannter vor einigen Jahren einmal nach einem Konzert, das uns etwas ratlos zurückließ: "Andererseits gibt's wenig sinnvollere Beschäftigungen, als einen Abend mit Van Morrison zu verbringen." Und deshalb - Klischee, Klischee: Flasche Rotwein aufmachen, Kerzen an - als Appetizer für eines seiner ganz großen Alben kann dieses neueste immerhin dienen...
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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.09.2012 18:57:26 GMT+02:00
Akamas meint:
Großartige Rezension! Wollte als langjähriger Morrison Fan schon mal vor Kauf des Albums wissen, ob er wieder in der gleichen Spur bleibt. Nachdem ich schon vom letzten Album "Keep it simple" enttäuscht war, erwarte ich mir nun von dem hier nicht sehr viel. Ich kann mit dem, was sie "antiquiert" in Morrisons Musik nennen, leider nicht sehr viel anfangen. In den 80er Jahren war er noch richtig innovativ.

Veröffentlicht am 29.09.2012 21:59:52 GMT+02:00
Geok meint:
Diese Rezension habe ich gerne gelesen. Die Kritik anderer Leser daran finde ich etwas "blind". Man darf doch durchaus Kritik üben an Van - auch wenn man ihn und sein bisheriges Schaffen vorbehaltlos gut findet, nein, sogar sehr gut. Ich besitze alle Cds und hatte das Vergnügen, ihn in Berlin, London und Düsseldorf live erleben zu können. Aber das heißt nicht, dass sich auf dem einen oder anderen Album nicht auch Stücke befinden, die ich einfach überspringe. Vieles bleibt in Erinnerung, nicht alles muss man gehört haben. Dennoch bleibt er doch einer der wenigen ganz Großen. Über Albumtitel und booklet-Texte mache ich mir ohnehin keine Gedanken. Unterm Strich zählt eh nur - es gefällt mir.
Die Tatsache, dass ich diese Zeilen in den Computer haue, spricht allein schon für die lesenswerte Rezension von Johannes 76.

Veröffentlicht am 30.09.2012 11:52:04 GMT+02:00
Kristions Tys meint:
Hallo Johannes 76
- Texte im Begleitheft
Die lese ich meistens nicht, da der Inhalt leider meist heiße Luft ist.
Wenn diese Texte Van Morrison selbst geschrieben hätte, dann müsste man fast einen extra Stern vergeben.
- Bei Cover und Titel des Albums stimme ich Ihnen voll und ganz zu, so etwas führt bei mir aber nie zu einer Abwertung.
- Jazz der 50iger Jahre. Diese Aussage sehe ich als Lob und ist für mich eine Empfehlung.
- Was mich am meisten an dem Album stört: Das halbe Album klingt nach Recycling, "Close Enough For Jazz" gibt es sogar schon auf dem Album "Too Long In Exile".
Die andere Hälfte des Albums finde ich richtig gut und Recycling ist auch nicht immer schlecht. Ach ja, ich finde "If In Money We Trust" auch beeindruckend.

Veröffentlicht am 02.10.2012 20:46:18 GMT+02:00
Viele VAN Fans begegnen seinem Werk zu unkritisch. Diese Rezension ist da eine positive Ausnahme.

Veröffentlicht am 04.10.2012 13:27:04 GMT+02:00
Peter Müller meint:
Bin überrascht, wie heftig einige Van-Fans auf Ihre Rezension reagieren (die stehen unter der Rezi "Nö, nicht ärgern"). Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass Menschen, die Van Morrison schätzen, diesem Getue "Du-hast-Lady-Gaga-nur-drei-Sterne-gegeben,-also-darfst-Du-nicht-mehr in-meinen-Sandkasten" schon entwachsen sind. Tja, man kann sich irren. Nichtsdesto, Johannes 76: Bitte machen Sie weiter so, Ihre Rezension ist nicht nur ein Lesegenuss, sondern man kann sie auch inhaltlich voll unterschreiben.

Veröffentlicht am 01.11.2012 17:01:05 GMT+01:00
Genau so erwarte ich eine qualifizierte, hilfreiche Kritik zu einem kantigen "Riesen" !!! Großes Kompliment, als langjähriger Van Morrison Hörer, dem nahezu sämtliche Alben bekannt sind, habe ich schmunzelnd nichts dagegen, wenn diesem Säulenheiligen meiner Musiksammlung auch einmal berechtigt gegen eben diese "gepinkelt" wird. Dankbar genieße ich dabei, dessen neues Werk aus den Boxen und das Glas Lemberger !!! Weiter so, Johannes76 ;-) !!!

Veröffentlicht am 09.11.2012 18:03:23 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.11.2012 18:05:06 GMT+01:00
W. Stasch meint:
Eine tolle Rezension, die den Nagel auf den Kopf trifft. Es gibt herrliche Momente (!!!), die sich mit eher uninspirierten "Standards" abwechseln. Sicherlich werde ich "Born ..." immer wieder mal gerne hören, aber ein Meisterstreich ist das Album leider nicht.

Veröffentlicht am 27.09.2015 09:53:49 GMT+02:00
Rabah meint:
Richtig kritisiert, Johannes 76.
Das Album gewinnt mit der Zeit.
Gruß.
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