Kundenrezension

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hör zu, 23. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Homo Erraticus (Audio CD)
Was gefiel an TAAB 2: Es war ein überraschend gelungenes Album. Durch deutliche Jethro - Tull - Zutaten und typische musikalisch vertrackte Fragmente aus Prog - Rock und Folk war es ein interessantes Album. Gut hörbar und wohltuend. Okay... Die Geschichte von Gerald Bostock wurde uns schon oft erklärt, und daher möchte ich den literarischen Hintergrund mir ersparen. Mir geht's hier mehr um die Musik. Kurz: Wir erleben nur zwei Jahre nach TAAB2 nun mit "Homo Erraticus" Teil 3 der Story...

Ein Blick auf das Booklet der CD lässt erkennen, dass sich Ian Anderson mit den Musikern einlässt, die auch bereits auf TAAB2 für die musikalische Ideenumsetzung verantwortlich zeichneten. Diese scheinen sehr vielseitig zu sein. Was man alles neben Gitarren, Drums und Bass so raushört ist schon interessant: Flöten (sowieso...), Bouzouki, Mandoline, Harmonica, Akkordeon.

Es gab in den 1970ern sehr oft musikalisch angeblich höherwertigere LP-Aufnahmen, die gerne unter dem Markennamen "Hör zu" vermarktet wurden. Doppelsinnig... Diese Platten animierten aber sehr oft zum "Zuhören". Heute scheint diese Eigenschaft leider abhanden gekommen zu sein. Es war auch damals angesagt und schick, sich nur Platten zu kaufen, die man erst nach mehrmaligem Hören gut fand. Das war bei "Prog" oft der Fall. Diese Musik erschließt sich nicht gleich dem Hörer. Dies sind genau die Merkmale von "Homo Erraticus", das all die Meriten aufweist, die Musik von Jethro Tull einst ausgemacht hat. Von rockigeren Nummern wie z. B. "Locomotive Breath" oder "Living In The Past" mal abgesehen, waren die meisten Longplayer früher kaum anders.

Ian Anderson und (neue...) Band brillieren mit Auffälligkeiten wie fein ziselierten Songs, die akustisch geprägt sind. Teilweise mit deutlich hervorstechender progressiver dominierender Hammond. Dies muss man zwar mögen, weil es ansonsten dem einen oder anderen dann etwas krass daher kommen mag. Aber das sind genau die musikalischen I-Tüpfelchen, die den Prog-Rock der frühen 70er ausgemacht haben. Da auch auf "Homo Erraticus" schön aufgebaute Songs mit vielen Elementen der alten Jethro Tull zu finden sind, lädt auch diese CD sehr zum Lauschen ein...

"Homo Erraticus" macht fast noch einen etwas stimmigeren Eindruck als TAAB2. Denn gegenüber dort einigen eher soften und poppigen Songs klingt es auf "Homo Erraticus" ernster und ausgereifter. Die einzelnen Songs sind wesentlich verschachtelter mit vielen Versatzstücken. Der mitunter stellenweise sehr progressive Songaufbau erinnert eher an "Art"- anstatt an "Hart"-Rock... Aber so war es teilweise früher in den 70ern ja auch. Im Gegensatz zu TAAB2 finden sich auch neben Folk deutliche jazzige Anteile auf "Homo Erraticus".

All das trifft auf fast alle Songs zu. Erwähnen möchte ich aber "After These Wars" und "New Blood, Old Veins", die besonders gefällig gemachte Rocksongs sind. Auch mit den folgenden Tracks "In For A Pound" und "The Browning Of The Green" lädt Ian Anderson zu einer veritablen "Jethro Tull - Exkursion" ein. Sozusagen am Schluss dreht er noch mal auf. Sehr gefällig das Ganze. Etwas gedämpfter Rock zwar gegenüber den alten Zeiten, aber nicht minder anspruchsvoll und ausgesprochen gut gemacht. Am Schluss schließt sich der eigentlich musikalisch logische Aufbau des Albums. Der Songreigen endet mit "Cold Dead Reckoning" betont progressiv. Der Song ist eher ruhig aufgebaut und durchsetzt mit schrägen Folk-Elementen, komplizierter Struktur, Riffs und Klavier. Außergewöhnlich schönes Ende.

Ich komme im Ergebnis nach mehrmaligen Durchläufen zu der althergebrachten Empfehlung:

Hör zu !
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.05.2014 18:20:17 GMT+02:00
jrgela meint:
Ausgesprochen veritabler Beitrag zu Andersons "Jethro Tull - Exkursion". Glückwunsch!
Leider scheint heute jedes Bedürfnis nach intensiverer Wahrnehmung zunehmend abhandenzukommen.

Freundliche Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.05.2014 11:14:27 GMT+02:00
Danke ! Vielleicht liegt es daran, dass bei einigen das Album negativ ankommt. Dabei ist es wirklich sehr hörenswert. Man entdeckt immer wieder Neues. Und es klingt nach Jethro Tull. Das müssten alle (!) angeblichen Liebhaber eigentlich auch wahrnehmen. Ian Anderson hat hier musikalisch wirklich was ganz tolles hingezaubert...

Freundliche Grüße zurück...
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