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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geteilte Freude, 3. Januar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Plagues of Babylon (Limited Edition) (Audio CD)
Direkt zu Jahresbeginn erscheint Iced Earths neues Studioalbum „Plagues of Babylon“ und dem geneigten Fan stellt sich zuerst die Frage, ob die Herren um Jon Schaffer denn das Niveau vom Vorgänger „Dystopia“ haben halten oder sogar übertreffen können. Dieser wurde immerhin im Vergleich zu den zwei zwiespältigen „Something Wicked“-Alben vorher im Allgemeinen äußerst positiv aufgenommen und das, obwohl Sänger Matt Barlow – für viele wohl für immer DER Iced-Earth-Frontmann – die Band erneut verlassen hatte. Mich jedenfalls haben die Amis erneut überzeugt.

Im Gegensatz zu „Dystopia“, das ein Sammelsurium aus voneinander weitgehend unabhängigen Stücken bot, gehören beim neuen Album die ersten sechs Lieder zusammen. Angesiedelt sind sie mal wieder in Schaffers faszinierender „Something Wicked“-Story, bei deren Handlung ich zugegebenermaßen mittlerweile etwas durcheinander komme. Da hieß es schon bei „The Coming Curse“ vor bald 16 Jahren: „Mankind falls, something wicked comes“, und trotzdem braucht die Menschheit jetzt offenbar noch Nachschlag…

Wie dem auch sei, musikalisch bietet der erste Teil des Albums typische Schaffer-Riffs und in sich erfreulich abwechslungsreiche Lieder mit hymnischen Refrains. Los geht’s mit dem Titelstück, das eher gemächlich, dafür aber schön düster daherkommt, mir gut gefällt, den einen oder anderen allerdings sicher unangenehm an die letzten beiden Konzeptalben von Iced Earth (die ich auch nicht schlecht fand) erinnern wird. „Democide“, dessen Intro wie das des Openers vielleicht etwas arg lang ausgefallen ist, zieht dann das Tempo ordentlich an. Um an „Stormrider“-Zeiten anzuknüpfen, galoppiert die Gitarre nicht genug, doch trotzdem sollte „Democide“ auch die zufriedenstellen, die sich vor allem zur Frühphase der Bandgeschichte hingezogen fühlen. „The Culling“ ist dann wieder im Midtempo angesiedelt und hat einen herrlich pathetischen Chorus. Beim folgenden „Among The Living Dead“ wird’s erneut schneller und angenehm düster. Überhaupt ist der „Something Wicked“-Teil auf der Platte atmosphärisch sehr gelungen. Das gilt auch für „Resistance“, das an fünfter Stelle folgt und angenehm harte, zarte und theatralische Passagen verbindet. Abgeschlossen werden die Plagen mit „The End?“, dem abwechslungsreichsten Stück des Albums. Auf ein zartes Intro folgen härtere Strophen, ein überzeugend-„epischer“ Refrain und einige Zwischenspiele, bis das ganze so ruhig ausklingt, wie es begonnen hat. Damit hat es sich ausgewicked und bis hierhin bin ich voll von dem Album überzeugt, doch leider kann die zweite Hälfte der Scheibe nicht mit der ersten mithalten.

Tatsächlich klingt die nämlich ein bisschen so, als hätte man alle Ideen, die man noch so übrig hatte, irgendwie verwurstet, was aber nicht heißt, hier sei nur noch Käse zu hören. Mit „Cthulhu“ gibt es sogar noch eines der stärksten Stücke der Platte, das vom Stil her dem Konzeptteil noch am meisten ähnelt. Auch die Ballade „If I Could See You“ gefällt mir sehr, wobei man zugeben muss, dass sie dem Bandklassiker „I Died For You“ enorm ähnlich ist. Wäre das Lied von einer anderen Band geschrieben worden, hätte Schaffer berechtigte Plagiatsvorwürfe erheben oder einfach gleich mal mit dem „Peacemaker“ vorbeikommen können. Jenes Instrument wird im gleichnamigen neunten Lied besungen, das typisches Schaffer-Songwriting mit Westernatmosphäre verbindet. Die Mischung klappt gut, ein Höhepunkt der Scheibe ist das Lied aber nicht. „Parasite“ rifft sich dann munter dreieinhalb Minuten lang durch, wirkt dabei jedoch etwas ziellos, vor allem weil der Refrain nicht mitreißt. Ein Ausfall ist auch der Parasit nicht, an die ersten sechs Lieder kann er aber qualitativ nicht anknüpfen. Mit „Spirit of the Times“ gibt es noch eine Ballade, die Schaffer ursprünglich für sein Nebenprojekt Sons of Liberty geschrieben hatte und jetzt in leicht veränderter Version auf „Plagues of Babylon“ gelandet ist. Diese Wiederverwertung ist nicht schlimm, denn Sons of Liberty führt doch eher ein Nischendasein und das Lied selbst passt gut aufs Album. Der Text ist vielleicht etwas eigenartig, aber gut, nach „When the Eagle Cries“ kann mich beim Schaffer nichts mehr abschrecken. Zum Schluss haben Iced Earth den Country-Song „Highwayman“ gecovert und sich dafür die Frontsänger von Symphony X und Volbeat als Unterstützung geholt, die sich beim Leadgesang mit Block und Schaffer abwechseln. Von dieser prominenten Unterstützung abgesehen ist der „Highwayman“ meines Erachtens ziemlich unspektakulär. Das Riff ist einschläfernd und nach drei Minuten ist der Spaß schon vorbei. Dafür ist das kurze „Outro“ des Albums richtig stark. ARRRRRR

Insgesamt gefällt mir „Plagues of Babylon“ ein kleines bisschen besser als „Dystopia“, aber das ist sicher Geschmackssache. Der Konzeptteil des neuen Albums ist richtig gut und auch im zweiten Teil ist nichts wirklich Schlechtes dabei, das Niveau der ersten sechs Lieder kann jedoch nicht gehalten werden, ab Titel Nummer neun ist für mich kein Kracher mehr dabei, sodass ich den fünften Stern mal wieder nicht vergeben kann. Trotzdem sollten alle, die den Vorgänger oder Iced Earth allgemein mögen, mit der neuen Plage einigermaßen glücklich werden. Ach ja, wer Iced Earth noch nie mochte, wird durch „Plagues of Babylon“ auch nicht bekehrt, denn wirklich neu wird das Rad trotz einiger Experimente gegen Ende nicht erfunden und wenn Jon Schaffer Musik schreibt, hört man das meist ohnehin leicht heraus, egal, ob sie unter dem Namen Iced Earth, Sons of Liberty oder Demons & Wizards veröffentlicht wird.
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