Kundenrezension

139 von 172 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse, sondern "Gut gemeint"., 5. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Welle (Taschenbuch)
Es ist unbestritten wichtig, sich bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus zu fragen, wie es soweit kommen konnte.
Die Idee, selbstgerechtes "Mir könnte das nicht passieren!"-Denken mal auszuhebeln, ist da sehr gut - denn seinerzeit "passierte" das vielen Millionen Menschen, und zwar nicht nur in Deutschland. Hitler und seine Ideologie fanden weltweit Befürworter.

Das Buch "Die Welle" wirbelte in den 70ern viel Staub auf. Allerdings ist dieser inzwischen wieder recht dick auf diesem Werk gelandet. Die ansich gute Idee, Schüler - ohne, daß sie es merken - in den Sog von Gruppenzwang, Ausgrenzung Anderer und elitärem Denken geraten zu lassen mit Gründung einer eigenen Organisation, einem eigenen Emblem und festen ethischen Werten verflacht aber leider recht schnell in allzu Offensichtlichem.
"Richtig" und "Falsch" werden, um so richtig deutlich zu sein in der Botschaft, von Anfang an festgemauert und der mahnende Zeigefinger hebt sich auf jeder Seite. Die kritische Schülerin ist aus nur ihr bekannten Gründen von Anfang an kritisch und die Welle-begeisterten Experimentler unglaublich fix im gefährlichen Fahrwasser.
Der stete Hinweis auf den Deutschen Faschismus verwirrt mich zunehmend. Es wäre (zumindest in der heutigen Zeit) ehrlicher, man würde die drohende Gefahr nicht ausschließlich auf die Zeit zwischen 1933-45 fokussieren, werden doch auch in der "Welle" Entwicklungen beschrieben, die man in jeder Sportmanschaft latent antreffen kann: "WIR sind die Besten, die Kings, die einzig Wahren! Und der Andere ist der Feind!"

WOOO nun die Grenzüberschreitung stattgefunden haben soll, die vom alltäglichen Ausgrenzungsverhalten in Holocoust-Nähe rutscht - es tut mir leid, das war mir in der "Welle" absolut nicht plausibel!
Ein Teenager-Pärchen zankt sich? ER reagiert ungewohnt heftig? Auweia! Und ein Junge wird verprügelt, von dem der Leser und die nunmehr aufgeschreckten Jugendlichen eher nebenbei erfahren, daß er Jude ist? Na sag mal an...

Dabei kommt es doch ansonsten NIIIIEEE vor, daß Schüler von anderen Schülern verdroschen werden und Pärchen sich streiten... Und feste Gruppierungen (Politik, Sport, Musikbands, Eliteschulen etc.) reagieren normalerweise absolut relaxt und nie geballt-abwehrend auf Kritiken von außen oder gar auf Konkurrenz...

Zumindest scheint der Ort des Welle-Geschehens, jene USA-Schule, von jeher so ein Ort von Friede-Freude-Eierkuchen gewesen zu sein, bar jeder Gruppierung bzw. jeden Gruppendenkens...

In diesem Buch wird dann das Welle-Experiment als real-fiktives Aha-Erlebnis behauptet und Hitler als immer noch im Hintergrunde brodelnde Gefahr, so ein bissel wie das böse Sumpfmonster, das vielleicht noch nicht ganz tot ist und zwecks Eroberung der Weltherrschaft einst wieder hervordrängen könnte... Botschaft: Wenn wir alle ganz doll aufpassen, nur dann, kann nie wieder sowas wie in Deutschland geschehen.

Nicht EINMAL wird der Blick auf aktuell vorhandene, täglich zu erlebende Ursprungsquellen gelenkt: Verdroschen wird im Buch also (geschichtsträchtig) ein Jude, und das Grauen liegt offen vor uns. - Gab es an dieser Schule eigentlich Schwarze? Indios? Puertoricaner? Hat man an jener Schule schon mal was vom Ku-Klux-Klan gehört? Vom Vietnam-Krieg? Von der Christianisierung des schwarzen Kontinentes und der Ureinwohner des einst von Columbus entdeckten Landes?

Und in der heutigen Rezeption: Woran erinnert einen denn nur die Formulierung "Achse des Bösen"?

Ein Sprichwort, daß ich sehr mag, lautet: "Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse, sondern Gut gemeint!" - Das trifft für mich auf die "Welle" zu. Das Böse hat braune Hemden an und lebte so in der Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland, und fatalerweise fielen viele naive Leute darauf hinein. Und auch heute sind wir latent in Gefahr. Aber ein engagierter Lehrer kann einen dann mal irritieren, und morgen... spielen wir was Anderes.

Nie, absolut nie, wird das wahre Hier und Heute hinterfragt. Der Blick wird nur in die Großeltern-Genration gelenkt und wie sehr wir dafür anfällig "wären".

Wie wenig dieses Verhalten in den Siebzigern bereits ausgestorben war und wie anfällig (oder bereits angefallen) wir heute immer noch (und nicht "schon wieder") SIND, wird bequemerweise ausgeblendet.

Für die ansich gute Idee hätte ich gerne mehr Sterne vergeben. Aber das Buch macht es dem Leser allzueinfach, sich "richtig" zu positionieren. Es erzeugt Selbstgerechte und keine kritischen Nachdenker, schon gar keine sich-selbst-Hinterfrager. Auch in den Rezensionen liest mal allzuoft die Frage, wie man denn selbst DAMALS gewesen WÄRE.

Und das hilft uns im Alltag absolut nicht weiter. Um solche Diktaturen zu bekämpfen, müssen wir uns damit auseinandersetzen, wie wir SIND.
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Kommentare

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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.07.2008 20:46:01 GMT+02:00
yuki-san meint:
Grundsätzlich stimme ich mit allem überein, was Sie in Ihrer Rezension geschrieben haben. Zu Ihrer Enttäuschung angesichts des "etwas zu leicht durchschaubaren" Handlungsstrangs der "Welle" muss ich aber sagen, dass Sie wahrscheinlich ein bißchen zuviel von dem Buch erwartet haben. Man darf nicht vergessen, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert - und zwar auf einer Begebenheit, die sich IN DEN USA und dann auch noch IN DEN 70ER JAHREN abspielte. Das erklärt einiges, wie ich finde.

Ich weiß zwar nicht, wie intensiv amerikanische Schüler in den 70ern den Nationalsozialismus behandelt haben, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass in den Schulen damals ein differenzierteres und objektiveres Bild vermittelt wurde als heute. Und zu meinem großen Bedauern muss ich sagen, dass die US-Teens auch noch im Jahre 2008 hauptsächlich im Unterricht über die "harten Fakten" des Dritten Reichs informiert werden - wer hat wen wann angegriffen, was hat sich in den KZ's abgespielt, wieviele Menschen sind wo auf welche Weise umgebracht worden usw. Die einzige Frage, mit der sich kaum ein Amerikaner auseinandersetzt, ist die Frage "Wieso? Wie waren die Deutschen damals imstande, all dies zu tun, und wieso taten sie es?" Auch die meisten Erwachsenen sind noch nicht auf den Gedanken gekommen, hier ein wenig tiefer zu graben. Ich möchte nicht "antiamerikanisch" klingen, das bin ich nicht. Aber nach vielen Gesprächen zu diesem Thema mit US-Bürgern gebe ich dies als meine persönliche Einschätzung ab.

Was Selbstkritik angeht, so ist das in den USA leider nicht wirklich üblich - vielen ist der Gedanke fremd, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht klar getrennt sind, sondern sich verwischen. Dieses Experiment mit der Welle war außergewöhnlich wagemutig für einen amerikanischen Lehrer und ist auf jeden Fall bewundernswert. In manchen amerikanischen Schulen gehört glücklicherweise auch das Buch "Die Welle" zum Lehrstoff und erzielt dort große Aha-Effekte bei den Teens - vielleicht gerade WEIL es darin leicht durchschaubare, klare Grenzen zwischen Gut und Böse gibt. Mehr Subtilität wäre zwar realistischer, aber vielleicht weniger verständlich für junge Amerikaner, für die das Buch letztendlich ausgelegt ist. Die Menschen in den USA haben eine Bewegung wie "Die Welle" niemals in einem nationalen Ausmaß erlebt wie wir Deutschen. Für sie ist das Thema "fremder" als für uns, und wenn sie durch das Buch aufgefordert würden, sich selbst und die eigenen Untaten kritisch zu beleuchten, würde vielleicht so mancher die Lektüre mit patriotischer Empörung wieder zur Seite legen und nicht mehr weiterlesen...

Also: wie vermittle ich jemandem, der von sich glaubt all das könne ihm nie passieren, dass GENAU DIES ÜBERALL passieren könnte? Man erkläre zunächst, wie das Ganze in Deutschland - in einem Land, ach so weit entfernt - ins Rollen kam.

Erst wenn das verstanden wurde, kann man den nächsten Schritt tun und die Parallelen zur heutigen Zeit aufzeigen - und dann auch sich selbst in Frage stellen, um letztendlich zu verstehen, dass wir alle in den Sog das Faschismus hineingezogen werden könnten. Kennen wir die ersten Anzeichen, wird das Alarmsystem in jedem Einzelnen von uns HOFFENTLICH rechtzeitig aufblinken, wenn sich die Gefahr namens Faschismus tatsächlich noch einmal nähern sollte...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.01.2009 19:52:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.02.2009 20:59:25 GMT+01:00
Mata Hari meint:
Hallo!!!

Aus zwei Gründen bin ich an dieser Rezi als nächstes hängen geblieben:
schon lange schiebe ich in meinem Kopf eine Rezi für die "Welle" hin und her. Aber mir fehlt irgendwie noch die richtige Formulierung.

Und Du sprichst Dinge an, die durch meinen Kopf gezogen sind:
"Die Welle" steht dieses Jahr auf dem Lehrplan meiner 13 jährigen.
So wie auf meinem und auf dem meiner Geschwister in den goldenen 80ern.

Nicht nur i n den 70ern, sondern s e i t den 70ern hält der literarisch und historisch interessierte Deutsche die Erkenntnis "der Mensch ist anfällig für Gruppendenken" und "fehlgeleitetes Gruppendenken kann zum Extremismus führen" in diesem Buch für eine echte Neuigikeit, die einen echt betroffen macht.

Natürlich war das Experiment in den USA damals aufrüttelnd, wichtig und auch und gerade in den USA erschreckend.

Doch - auf die Frage, wie ich jemandem vermittle, dass genau diese Ereignisse überall passieren können, auch wenn man von sich selber überzeugt ist, der einzig aufrechte zu sein, frage ich:

W a r u m darf ich nicht die ersten Zeichen von Extremismus in der heutigen Zeit direkt ansprechen? Warum muss ich den Weg über die "Welle" gehen? Warum sollte ich erst später die Parallelen zur heutigen Zeit aufzeigen, wenn die Welle gelesen wurde, wenn Hitler im Spiel war und ein Jude (purer Zufall) verprügelt wurde?

Warum darf ich nicht direkt fragen, wer wirklich "dazwischengeht", wenn auf dem Schulhof oder in der Stadt rassistische Übergriffe stattfinden? Wer wirklich angesichts der Völkermorde im ehemaligen Jugoslawien den Mund aufgemacht hat?
Die Liste kann man ins Unendliche fortsetzen, und die Wirklichkeit findet einfach heute statt.

Oder noch einmal anders herum gefragt: warum gehören andere Bücher, die das Thema thematisieren, nicht genauso sehr zur Pflichtlektüre?

Und es beweist sich, dass die Zivilcourage in der Bevölkerung prozentual nicht steigt - obwohl "die Welle" seit Jahrzehnten zur Pflichtlektüre gehört...

Nicht falsch verstehen, ich finde das Buch nach wie vor interessant. Vor dem richtigen Hintergrund gesehen und mit dem Abstand von Jahrzehnten.
Aber es wird einfach seiner Rolle als Warnung nicht mehr gerecht.

Ich denke, dass die Rezi nicht aussagt, dass "von dem Buch zuviel erwartet wurde".
Denn so hoch ist nicht die persönliche Erwartungshaltung der Rezensentin, sondern auch noch heute die öffentliche Meinung über "die Welle" - erkennbar beispielhaft in der Tatsache, dass das Buch regelmäßig alle Jahre wieder in der Schule besprochen wird.
"Die Welle" soll den Schülern bewußt machen, dass Faschismus überall passieren kann.
Das ist gut, das ist wichtig.
Aber "die Welle" ist hierfür nicht mehr das aktuellste aller Bücher.

Dein Lieblingssprichwort ist "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint" - eins meiner Lieblingssprichwörter ist ursprünglich von Curt Goetz und heißt "Man sollte sich nicht über Dinge den Kopf zerbrechen, die sein könnten - wir haben genug damit zu tun, über die Dinge nachzudenken, wie sie sind".

Liebe Grüße und noch einen schönen Samstagabend und Sonntag!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2009 08:44:11 GMT+01:00
"Die Menschen in den USA haben eine Bewegung wie "Die Welle" niemals in einem nationalen Ausmaß erlebt wie wir Deutschen. Für sie ist das Thema "fremder" als für uns"

Die USA sind seit zewihundert Jahren eine solche Bewegung, die ständig mit unerträglicher Rechthaberei fremde Völker angreift und ermordet. Selten wurden diese Dinge in den USA thematisiert und nie wirklich aufgearbeitet. Leute, lest nicht die "Welle", schaut euch bloß die Geschichte der USA an.

Veröffentlicht am 02.11.2009 12:45:11 GMT+01:00
M. Scholonek meint:
Wo die Grenze zu normalem Mobbing, Schlägerei, Banden und Ausgrenzung überschritten sein sollte, das hat mir dieses Buch auch nicht überzeugend gezeigt. Die Zuvor-Friede-Eierkuchen-Schule ist mir auch als fragwürdig aufgefallen.

Ebenfalls unklug gewählt fand ich, warum die dann nun ausgerechnet auf einem Juden so rumhacken. Gerade die Amerikaner, die müssten doch viel eher auf die Schwarzen losgehen - aber auch das wäre in diesem Kontext unlogisch. Die Welle war vielleicht faschistisch, aber das ist noch nicht dasselbe wie rassistisch.

Annette Scholonek

Veröffentlicht am 08.04.2011 14:43:47 GMT+02:00
Saarlandgirl meint:
"Ein Teenager-Pärchen zankt sich? ER reagiert ungewohnt heftig? Auweia! Und ein Junge wird verprügelt, von dem der Leser und die nunmehr aufgeschreckten Jugendlichen eher nebenbei erfahren, daß er Jude ist? Na sag mal an... "

Danke, dass Sie diese Stelle erwähnen. Genau das hat mich am Buch am allermeisten gestört. Ich habe den Roman mit etwa 13 gelesen und war bis zu dieser Stelle recht angetan davon.

Was will uns der Autor damit sagen? Dass in jedem totalitären System, welches im Entstehen begriffen ist, immer zuerst die Juden die Leidtragenden sind? Warum sollte das so sein? Gibts bei Juden mehr Gründe dazu als bei anderen Minderheiten? *ironiean* Haben sie es gar verdient? *ironieaus*
Eine Stelle, die Gefahr birgt.

Jegliche Realitätsnähe, die ich dem Buch im jugendlichen Alter bis zu dieser Szene bescheinigt hätte, verpuffte innerhalb von Sekunden. Hier wird der moralische Zeigefinger so deutlich und die Verbindung zum Nationalsozialismus so überspitzt (als wären Gruppenzwang und Systemhörigkeit in anderen Systemen weniger schlimm), dass jeder halbwegs denkfähige Jugendliche nur den Kopf schütteln kann. Hier wurden viele Chancen verspielt, und das nur wegen eines unwichtigen Nebensatzes. Schade drum.

Veröffentlicht am 09.04.2011 20:43:41 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 09.04.2011 20:48:09 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 23.04.2011 12:43:31 GMT+02:00
Frank Torsten meint:
Eine Rezension, die mich zum Nachdenken gebracht hat.
Danke dafür.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.06.2012 13:54:15 GMT+02:00
Monticello meint:
Menschen neigen schlicht zum Totalirismus. Das ist bei vielen Rudeltieren so und dürfte wohl seinen Grund darin finden, daß das Individuum (von ein paar Waldläufern und Einsiedlbauern abgesehen) kaum allein überlebensfähig ist.
Da brauchts eben einen, der vorneweg geht und die heutige Massengesellschaft tut ihr Übriges.
Weshalb wird eigentlich immer nur der Nationalsozialismus herbeibemüht? In China hat Mao die Jugend grausamst entfesselt (sogenannte Kulturrevolution), bei Stalin wäre eine eigene Meinung höchste fatal gewesen, aber bei Franco, Pol Pot oder beim Sendero Luminoso hätte sich das als sehr gesundheitsschädigend erwiesen.
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