Kundenrezension

22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit ist nicht schön, aber man sollte sie kennen, 14. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Dass der deutsche Haftungsanteil, so wie eigentlich vom BVG verfügt, für die diversen Rettungsschirme auf 190 Mrd Euro begrenzt bleibt, glaubt wohl keiner mehr. Denn der ESM ist nur ein Bruchteil der Haftung im Vergleich zu den Risiken, die ausserhalb der Rettungsschirme auf den deutschen Steuerzahler warten, schreibt Herr Sinn in seinem Buch. Das Konstrukt, mit dem diese Risiken verschleiert werden sollen, nennt sich Target-Salden. Und genau diese nimmt sich Hans-Werner Sinn in seinem Buch vor und rückt sie erstmals in den Blickpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Und er zeigt, welche riesige Gefahr von ihnen ausgeht. Deneben beschäftigt sich Sinn aber auch mit der Euro-Krise im allgemeinen und räumt mit manch politisch motivierten Lüge oder Halbwahrheit auf. Hier nur 3 Beispiele:

DEUTSCHLAND HAT SELBST BEWUSST GEGEN DIE MAASTRICHTKRITERIEN VERSTOSSEN UN IST DAHER NICHT BESSER ALS DIE ANDEREN SCHULDENSÜNDER
Tatsache ist, dass die anderen EU-Länder Deutschland gezwungen haben, die damaligen von der DDR "geerbten" Treuhandschulden den Staatsschulden hinzuzurechnen. Das führte von 1994 zu 1995 zu einem Sprung der Verschuldung um 8 % auf 58 %, also knapp unter die 60 % -Grenze. Im Referenzjahr für den Euro 1997 lag Deutschland dann mit 61,3 % knapp über der Verschuldungsgrenze. Dadurch, dass man also Deutschland bewusst über diese Grenze "schubste", hatten die anderen Länder das entscheidende Argument, die Kriterien auch nicht einhalten zu müssen.

EUROBONDS SIND NOTWENDIG, WEIL ZINSSÄTZE ÜBER 6 % FÜR DIE SÜDLÄNDER AUF DAUER NICHT TRAGBAR SIND
Das ist ein Märchen. Selbst Deutschland musste 1974 etwa 10 % auf neu emitierte Staatsanleihen geben, Spanien und Italien sogar bis zu 15 %. Und beide Länder haben es überlebt, ohne nach billiger, fremder Hilfe zu rufen, wie derzeit.

DAS STIMMENGEWICHT IN DER EZB IST DEMOKRATISCH LEGITIMIERT
Bei der EZB gilt ja: "ein Land eine Stimme". Hört sich demokratisch an, ist es aber nicht. Diese Stimmengewichtung ist sowohl bei privaten Kapitalgebern, als auch bei internationalen Organisationen völlig unüblich. Beim IWF etwa ist das Stimmengewicht genau an den Kapital- und Haftungsanteil eines Landes geknüpft. Und so ist es auch gerecht. Es kann nicht sein, das Deutschland und Malta die gleiche Stimme haben, obwohl Deutschland für 27 % haftet und Malta für unter 1 %.

Fazit: Sinn räumt im Buch mit mancher bewusst gestreuten Unwahrheit auf. Das macht beim Lesen manchmal fast fassungslos, ist aber notwendig. Denn nur wer die Wahrheit kennt, trifft die richtigen Entscheidungen - gerade angesichts der Wahlen im nächsten Jahr.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.10.2012 20:37:59 GMT+02:00
Johannes meint:
Die Stimmgewichtung "ein Land - eine Stimme" geht auf einen Pakt Kohl/Delors zurück, wobei einer der beiden ein narzisstischer Dummkopf und der andere ein schlauer Fuchs ist. Genau damals wurde Deutschland verkauft.

Der Euro ist u.a. wegen Target2 nicht auf Dauer haltbar und in sich eine Fehlkonstruktion. Der Euro wird und muss zerbrechen, und es wird - ich befürchte - ganz gewalttätig mit unabsehbaren Folgen ablaufen.
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